Umzug und kein Kindergartenplatz

Hallo ihr Lieben,

ich habe ein Problem und vielleicht hatte jemand schon mal Ähnliches sind kann mir Tips geben, was ich machen könnte.
Wir haben eine Immobilie erworben, aber erst vor 2 Monaten 100% die Gewissheit bekommen und auch direkt Notartermin etc. gehabt. In diesem
Zug auch direkt meine Kinder schon bei Schulen um- und abgemeldet. War kein Problem. Kindergärten angerufen, müsste online mein Kind anmelden, so machen die das in der Stadt nicht.

Ok, gesagt, getan und direkt gefragt, wen man kontaktieren muss, um es zu beschleunigen.
Mein Sohn ist im letzten Kindergartenjahr, also Vorschüler und sind knapp 30km vom alten Kindergarten dann weg, somit ist tägliches fahren dorthin ausgeschlossen, wobei er den Platz eh nicht behalten darf.

Jetzt, nach einem Monat! Habe ich endlich die zuständige Behörde (Jugendamt) telefonisch erreichen können. Da die das Gebäude gewechselt haben, funktionierte deren Telefonleitung nicht und per Email und Brief haben die bis heute nicht geantwortet, obwohl in der Bestätigungsmail stand, antworten innerhalb 2 Wochen 🙄

Dieser sagte mir jetzt, nachdem er mir erstmal vorwarf, warum ich überhaupt umziehe und mein Kind aus seinem gewohnten Umfeld raus reiße (sorry, 1. unsere Entscheidung und 2. haben wir zu 7. in einer 4,5 Wohnung gewohnt und ziehen jetzt in unser Haus mit 9 Zimmern!), dass ich mich ja vor 1-2 Monaten hätte melden können (auf Email verwiesen!!! wurde ignoriert) und leider alle Kindergärten voll wären, selbst in den Nachbarorten.

Fragte ich, wie das denn sein kann?! Dachte, dass die Kindergärten 1-2 Plätze für solche Fälle wie Zuziehen, frei lassen müssten. Er meinte, dies wäre nicht mehr so und sieht schlecht aus, da ich momentan in Elternzeit bin, dass mein Sohn in seinem letzten Jahr noch einen Platz bekommt.

Man hat doch einen Rechtsanspruch auf einen Platz? Kann ich da irgendwas tun?

Er ist so schön traurig und ist sehr gerne gegangen und jetzt soll er zu Hause bleiben bis zur Einschulung?

Danke fürs lesen schon mal.
LG

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Hallo,

da hast du aber einen ganz netten Herren am Telefon erwischt. Der ist ja ganz schön anmaßend.

Ganz wichtig zu wissen, dein Kind hat einen Rechtsanspruch (SBG VIII § 24) auf einen Kindergartenplatz! Der Rechtsanspruch besagt das Recht des Kindes auf Bildung und Förderung. Völlig unabhängig von der Erwerbstätigkeit der Eltern, d.h. die Begründung der Elternzeit ist absolut hinfällig.

Bei uns in BW und in anderen Teilen Deutschlands wo wir Familien/Kinder kennen haben die Kinder im Vorschuljahr Priorität.
Ich arbeite selbst als Kitaleitung und bei uns sind die Krippen und Kindergärten auch komplett voll. Aktuell fehlen uns im laufenden Kitajahr insgesamt fast 90 Plätze. ABER, wenn jemand zuzieht werden Vorschulkinder immer untergebracht. Dafür wird bei uns dann geschaut in welchem Kindergarten es passen würde und für diesen dann ein Antrag auf "Überbelegung" gestellt - die wurden bis jetzt immer bewilligt. Was natürlich sein kann ist dann, dass jüngere Geschwisterkind nicht sofort einen Platz bekommen.

Ich würde das ganze nochmal schriftlich einreichen. Alle Mails ausdrucken, Formulare in Kopie beilegen und ein Protokoll vom Telefonat beifügen und der telefonischen Absage widersprechen. Das ganze dann per Einschreiben mit Rückschein, dann weißt du, dass es auch angekommen ist.

Ich wäre da absolut hartnäckig! Dein Sohn ging bisher in den Kindergarten, er möchte weiterhin in den Kindergarten und gerade das Jahr vor der Schule ist ja nicht unwichtig. Auch Anschluss am neuen Wohnort zu finden usw.

Alles Gute euch

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Vielen lieben Dank ❤️
Genau so werde ich es machen.
Zum Jugendamt schicken richtig?

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Ich würde garnichts schicken sondern da vorstellen! Ist der "nette" herr da würde ich mich sofort an eine höhere stelle im Jugendamt wenden

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Du hast einen Rechtsanspruch, aber du hast keinen Rechtsanspruch auf einen Wunschkindergarten. Der Kindergarten darf je nach Stadt bis zu 30 Minuten Fahrtzeit entfernt sein. Häufig sind das dann die Kindergärten die nicht sehr beliebt sind. Du hast auch keinen Anspruch auf eine bestimmte Zeit.

Um den Rechtsanspruch durchzusetzen brauchst du eine bestimmte Menge an Absagen und Bewerbungen. Mit diesen Absagen gehst du zum Jugendamt und sagst du möchtest einen Platz zugewiesen bekommen. Wenn das nicht möglich ist kannst du auf Schadenersatz klagen. Dann wird geschaut welchen Verdienstausfall und welche Kosten du hast wenn dein Kind nicht im Kindergarten ist.

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Online kann man mehrere Kindergärten angeben.
Habe alle ausgewählt im Radius von 10km.
Habe telefonisch auch gesagt, dass ich auch einen anderen Platz nehmen würde.
Angeblich sind auch in allen Nachbarorten die Kindergärten so voll, dass wir keinen Platz bekommen würden.
Absagen in diesem Sinne gibt mir das Jugendamt, da die hier die Plätze vergeben und nicht die Kindergärten selber.
Hatte auch mehrere Kindergärten angerufen, die verwiesen mich immer an das Jugendamt.

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Dann musst du das davon schriftlich haben.

Aber 10 km ist halt sehr gering.

Man muss sich halt klar machen das du dann irgendwo einen Platz bekommst. Hier ist es z. B wirklich ein Kindergarten wo keiner hin will und es ein Aufbewahrungsanstalt ist.

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Klage androhen. Dann habt ihr ruckzuck einen Platz.

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Haben Sie vllt. Aber wie schon jemand schrieb, kann das durchaus auch 20- 30 km weit weg sein, jenaxhdem wo man wohnt. Du kannst dir nicht deinem Wunschkindergarten erklagen.

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20-30 km mit Sicherheit nicht!

Und das man kein Anrecht auf die Wunschkita hat ist ja klar.

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Per Einschreiben das Jugendamt auffordern, die Absage schriftlich zu formulieren, da man dieses Dokument für eine Klage benötige.

Da bekommt man mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Zusage anstatt der gewünschten Absage. Niemand hat Lust auf einen Rechtsstreit, den man verlieren wird.

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Im Grunde genommen erreicht man mit dem Einklagen des Rechtsanspruchs ja eins von zwei Dingen:
- Man bekommt einen Kindergartenplatz. Dafür muss aber einer frei sein. Und es ist keineswegs Usus, dass jede Stadt noch ein paar freie Plätze in der Hinterhand hat. Bei uns z.B. fehlen 40. Die sind schlicht nicht da. Und egal wieviele Klagen anhängig sind, die Plätze werden auch in 1 - 2 Monaten nicht da sein. Vielleicht in 7 - 8 ....

Das zweite, was man mit einer Klage erreichen kann, ist Schadensersatz. Aber Dein Schaden lässt sich nicht beziffern, denn Du bist in Elternzeit. Also ist es für die Kommune billiger, wenn sie gegen Dich eine Klage verliert, als gegen ein Elternpaar, dass den beruflichen Wiedereinstieg verschieben muss.

Alternativ könntest Du für Deinen Sohn eine private KiTa suchen - es kann durchaus sein, dass Du die höheren Kosten bei einer Klage als Schadensersatz geltend machen kannst. Blöd wäre, wenn die Kommune irgendwann einen Platz für Deinen Sohn findet - dann muss er u.U. wieder wechseln.

Nächste Alternative wäre, den bisherigen KiTa-Platz zu behalten. Manchmal geht das gegen eine Ausgleichszahlung der Wohnortkommune.

Auf jeden Fall brauchst Du die Ablehnung des Jugendamts schriftlich. Ich würde meinen Antrag per Einschreiben hinschicken. Vielleicht bist Du nur an den Wachhund geraten, der hofft, dass Du Dich schon durch ein Telefonat entmutigen lässt.

Grüsse
BiDi

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Ich frag mich, woher immer wieder diese Aussage kommt, eine Kita müsse 1-2 Plätze für solche Notfälle freihalten. Ich hab 15 Jahre in Kitas gearbeitet und bis jetzt ist mir keine Einrichtung untergekommen, die es sich leisten kann, die finanzielle Förderung für 1-2 Kinder zu verschenken. Die meisten Kitas arbeiten eh defizitär UND es herrscht großer Mangel an Plätzen. Also nein, in den allermeisten Kitas ist es absolut nicht Usus, unter dem Jahr einen freien Platz zu bekommen.
Zu deinem Problem: ich würde das JA fragen, was sie vorschlagen und auf den Rechtsanspruch verweisen. Vielleicht hast du so Glück, irgendwo reinzurutschen, weil zufällig jemand wegzieht oder wechselt.

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ist es ein städtischer kindergarten, dann vereinbare einen Termin mit dem Referenetn in der Stadt oder mit dem Bürgermeister

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Würde mir da nicht zu viel Hoffnung machen! Die Tochter (3J.) meiner Freundin hat dieses Jahr bei der Platzvergabe keinen Platz bekommen & meine Freundin befindet sich aktuell durch die Geburt ihres zweiten Kindes im Frühling weiterhin in Elternzeit.
Die Familie ist dann zur Anwältin & die hat ihnen gesagt, dass eine Klage keinen Sinn macht bei ihnen!
Es gibt zwar einen Rechtsanspruch für zumindest 4 Std. am Tag, aber da man einen Platz ja nicht einfach herbei zaubern kann & bei uns in der Stadt über 150 Kinder auf der Warteliste stehen, würde es dann um Schadensersatz gehen. da sie aber in Elternzeit, somit Zuhause ist & keinen Verdienstausfall hat für die Betreuung, gibt es auch keinen Schadensersatz zum einklagen.
Eine Klage hätte also keinen Sinn gemacht &
sie sehen jetzt wie die anderen Familien auf der Warteliste!