Träumen? "Tics"?

Hallo zusammen,

vorab, Anfang November hat mein Sohn einen Kontrolltermin bzgl der Muskelhypotonie.

Kurze "Geschichte":

Durch die Muskelhypotonie hatte mein Sohn starke Entwicklungsverzögerungen der gesamten Motorik.
Er hat gut "aufgeholt", ich würde sagen, dass er bei der Feinmotorik noch etwas mehr "hinterherhängt".

Mit an die zwei Jahren zogen ihn Räder und Bälle extrem an.
Besonders die Räder der Trecker.
Er drehte die Trecker um und drehte das Rad an.
Dabei fixierte er das Rad, hielt die Luft an und rieb die Finger jeweils an der Hand schnell aneinander.
Kam das Rad zum stehen, stieß er "leicht stöhnend" die Luft aus und es begann von vorne.
Das gleiche auch, wenn er einen Ball langsam ins rollen brachte.
Das zog sich so über die Jahre bis heute.
Die Kinderärztin hatte sich das mal angesehen, als nicht schlimmes betrachtet, aber vorsorglich ein EEG in Betracht gezogen. (Ich habe Epilepsie, Form Grand Mal)
Das EEG kam nicht zustande, er machte partout nicht. Verständlich, für so kleine ist es sehr Angst einflößend.

Heute ist mein Sohn 4,7 Jahre alt.
Seit ca. 7/8 Wochen beobachte ich, dass die Fingerreiberei sehr zunimmt UND dazu kam starkes Kopf hin und her drehen und dabei verdreht er die Augen. Beim Sitzen auf dem Stuhl/Bank zappeln zusätzlich die Beine.
Angefangen hat es beim essen.
Nun auch im "Freispiel", beim Zähneputzen, Fernsehen, wenn er im Bett sitzt oder einfach mit ihm spricht.

Wenn er was erzählt, fängt er plötzlich (für mich plötzlich, ich weiß nicht, ob es mir vorher nicht wirklich aufgefallen ist, aber ich kann nicht anders, ich beobachte ihn mittlerweile nonstop) zu stottern.
Bsp. "Heute im Kindergarten habe ich mit mit den Autos gespielt und und und und und da kam dann der Hans und und wollte mir mir ähm ähm ähm das Auto wegnehmen".

Vielleicht sehe ich das zu dramatisch, aber es beunruhigt mich. Es beunruhigt mich wirklich.
Ich kenne das nicht.
Weder aus dem Kindergarten (bin Erzieherin) oder in der Familie.
Das hab ich noch nie gesehen, mit den Bewegungen.

Mit seinen Erzieherinnen hab ich auch schon gesprochen.
Dort macht er es auch, wenn er allein für sich spielt, erklären können sie sich das auch nicht. Sie beobachten es weiter und ich soll auch weiter beobachten und ggf. mal beim Arzt ansprechen.

Gestern, ich sag es jetzt einfach, aber wahrscheinlich nicht relevant, aber wie gesagt, ich beobachte ihn nur noch, hat er sich im Kindergarten versehentlich eingenässt.

Als ich die Wäsche waschen wollte, kam mir ein sooooo intensiver penetranter Geruch entgegen, so wie in Mäuseställen.
Finde ich auch nicht normal. So riecht kein "gesunder" Urin.

Habt ihr all diesbezüglich Erfahrungen oder Einschätzungen?

Ich wäre sehr dankbar.

Lieben Gruß

1

Hallo,
ich kann zu den Symptomen deines Sohnes nichts beitragen, kenne es aber gut, wenn das eigene Kind auffällige Verhaltensweisen zeigt, man selbst irgendwann hauptsächlich darauf achtet und mit allerlei "Diagnosen" konfrontiert wird.
Dein Sohn ist bestimmt ein ziemlich toller Junge. Bitte versuche, ganz bewusst seine positiven Eigenschaften zu sehen und die Zeit mit ihm ganz bewusst zu genießen.
Nichts desto trotz bin ich natürlich dafür, die von dir beschriebenen Verhaltensweisen ärztlich und ggf. kinderpsychiatrisch (?) abklären zu lassen.
Dein Sohn ist wie er ist und bestimmt ganz prima - dauerhafte Sorgen verändern und helfen ihm nicht.
Liebe Grüße und euch alles Gute, Jule

2

Hallo und danke für deine Antwort.
Natürlich ist er ein toller Junge, fröhlich, aufgeweckt und interessiert an allem, besonders auf unserem Hof.
Ich sehe absolut nichts negatives in ihm.
Nur seine Bewegungen die er macht.
Und dies verunsichert mich. Vorallem da ich selber Epilepsie habe. Zudem eine "kranke Arterie" (ich komme grade nicht auf dem richtigen Begriff).
Ich habe einfach nur Sorge, dass irgendwas an seinem Gehirn ist...
Deswegen meine Frage hier, ob bei jemandem dies bekannt ist und vielleicht etwas dazu berichten kann.
Natürlich werde ich das am Termin ansprechen.
Auf jeden Fall.
Nochmal - ich sehe absolut nichts negatives in meinem Sohn.
Für mich ist er absolut perfekt, mit allem drum und dran.
Lieben Gruß und eine gute Nacht.

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Hallo,

die Kombination an "Auffälligkeiten" würde mich auch beunruhigen. Ich würde den Kinderarzt bitten zeitnah den Urin zu untersuchen.
In wie weit seit ihr in Behandlung? Nur beim Kinderarzt oder wart ihr wegen der motorischen Defizite bereits im SPZ? Da man dort ja leider häufig lange warten muss, würde ich jetzt um eine Überweisung bitten.
"Stottern" gehört häufig zur normalen Entwicklung und vergeht ja meist wieder. Die Kombi aber mit Epilepsie in der Familie, Ticks, motorische Entwicklungsverzögerung sollte man doch gründlich abklären.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man wenn man selber in dem Bereich tätig ist sich häufig zuviel Sorgen macht, aber die werden nicht weniger wenn man der Sache nicht auf den Grund geht.
Alles Gute euch

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Guten Abend und Dankeschön für deine Antwort.
Nein im SPZ waren wir nicht, er hat nur lange Physiotherapie und Ergotherapie bekommen.
Ja, ich werde alles ansprechen und ein Video habe ich auch gemacht und werde es der Kinderärztin zeigen.
Ich wollte auch seine Erzieherinnen ansprechen, ob es möglich ist, dass sie der Kinderärztin vielleicht einen kurzen "Bericht" deren Beobachtungen geben können..
Das mit den Stottern sehe ich auch so und wird auch so sein..Ich denke, dass es mir vorher nicht aufgefallen ist, nur halt jetzt, wo ich so auf ihn achte.
Wie oben schon erwähnt, ich sehe keine negativen Sachen in meinem Sohn, er ist ein ganz toller Junge, nur sollte doch etwas "anders" sein aber "behandelbar", möchte ich ihm schnell helfen.
Ich weiß leider auch aus Erfahrung, je größer die Kinder werden, da fängt das hänseln erst an ... 😕😔

Ebenfalls alles Gute