Stärken

Hallo ihr Lieben,

heute kam eine Erzieherin auf mich zu und hat mir mitgeteilt, dass ihnen aufgefallen sei, dass sich unser Sohn (2,5) nicht wehrt. Es kommt häufiger mal zu Körperlichkeiten gegen ihn (Kratzen, Schlagen, Schubsen). Manchmal hat er mit Streit angefangen, meistens geht es jedoch von anderen Kindern aus. Wenn das passiert steht er da und tut nichts. Er lässt das andere Kind weiter machen, weint manchmal, wehrt sich jedoch nicht. Ähnliches haben wir auch schon auf dem Spielplatz oder so bemerkt. Wir und auch die Erzieherinnen versuchen ihn zu stärken: Sag "Nein, lass mich in Ruhe/ich möchte das nicht." Geh weg und hol dir Hilfe.
Aber das alles scheint nichts zu bringen. Er spricht sehr viel und in der Theorie hat er es wohl auch verstanden. Wir haben auch ein Buch dazu. Aber er wendet es nicht an. Das tut mir so leid für ihn. Ich war auch so als Kind und es war schwer für mich.

Habt ihr Tipps?

Liebe Grüße

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Wir haben das Stopp-sagen mit unserem Kind in Rollenspielen geübt. Gerade auch, dass es laut und kräftig gesagt wurde. Und die ausgestreckte Hand dazu.

Wir haben das mit Kuscheltieren gemacht. Das Kuscheltier (von den Eltern geführt) ist immer wieder aufdringlich geworden und hat das Kind gehauen. Das Kind sollte "Stopp, ich will das nicht!" sagen und die Hand abwehrend ausstrecken.

Sowas fällt im Ernstfall leichter, wenn das automatisiert ist. Also oft üben.

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Danke für den Tipp!

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stellt sich doch die Frage wie lange und wie oft die Erzieherin ihm das denn gesagt hat, ihn das auch nachplappern, also anwenden lassen und ihm dabei zugekuckt hat? Selbes gilt für Dich auf Spielplätzen.

Sowas ändert sich nicht von heute auf Morgen --- dazu braucht es viele viele solcher Situationen, wo jedes mal die Mama oder Erzieherin ihn auffordert: "komm! ... sag, dass du das nicht gut findest, -- oder "lass mich " oder ähnliches passendes und ihn dirigiert.

von zweimal Ansage machen ändert sich da gar nix.

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Hm - diesen Deinen Beitrag finde ich schon recht plump und auch nicht besonders freundlich und hilfreich. :-( Nichts für ungut, ist aber so.

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Sehr oft. Er wendet es in der Situation nicht an und spricht es dann auch nicht nach. Nur außerhalb solcher Situationen wiederholt er den Text.

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Hallo,

auch wenn Dir nun das, was ich Dir nun schreibe, wohl nicht viel helfen wird, aber ich schreibe es trotzdem mal: Ich war als - (sehr) junges Kind - ganz genauso. Habe mich also auch nicht gewehrt. Und das ging auch lange so - bis zur Grundschulzeit. Und da war (vorher) auch nichts zu machen. Aber dafür habe ich mich dann etwas später - und dann als Jugendliche erst recht - richtig gewehrt. Und zwar verbal und wenn es sein musste, auch körperlich #schwitz#hicks. Nicht, dass ich es vorher noch nicht gekonnt hätte, aber ich habe mich einfach (noch) nicht getraut. Und da kann man man auch nichts bis nicht viel machen. Von daher sage ich - auch Dein Sohn wird es noch lernen. Nur wann, ist halt die Frage... Von daher gilt es halt, ihn immer und wieder zu motivieren.#pro#pro Aber das machst Du ja schon! :-)#freu

LG

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Danke. Ja, mir ging es ja als Kind auch so. Umso mehr tut es mir weh, das zu sehen. Es triggert mich total.

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Klingt nach meinem Sohn in diesem Alter. Heute wird er 17, ich plaudere mal aus dem Nähkästchen.

Er hat sich auch nie körperlich gewehrt, hatte aber dann recht schnell, somit 4, einen 'Riecher' für Situation, die eskalieren können und hat sich der Situation entzogen. Im Kindergarten ist es besonders von zwei Jungs geärgert worden, die aber nicht in seiner Gruppe waren, so " traf" es ihn nur draußen. Deshalb ging er ungerne raus. Vermeidung.

In der Grundschule gab es auch nur einen, der ihm zugesetzt hat. Ich habe Da oft mit der Klassenlehrerin drüber gesprochen, die hatte ein Auge drauf. Das hat eigentlich auch geklappt.

Auf der weiterführenden Schule hat er sich ganz selbstständig einen guten Kreis an Freunden zugelegt, die ihn auch schon mal "beschützt" haben, am Anfang. Aber das braucht er schon lange nicht mehr. Er lehnt körperliche Gewalt noch immer ab. Ist im Streitschlichtungsteam der Schule und zugreifen mit sich und der Welt.

Vor der Einschulung hat der Kindergarten einen Selbstbehauptungskurs durchgeführt. Das war gut. Seit seinem 5. Lebensjahr macht er Taekwondo, das hat ihm auch geholfen, auch wenn er es eigentlich nicht einsetzen würde. Ist aber eine Kopfsache.

Unterm Strich wehrt er sich auch heute nicht körperlich, dafür ist er nicht der Typ.
Ähnlich wird es bei deinem Sohn auch sein. Aus einem Jeep macht man keinen Rennwagen, der hat andere Qualitäten. Überlege, welche Möglichkeiten noch optimal sind, außer körperlicher Gegenwehr. Auf jeden Fall viel Selbstbestätigung.

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Ja, ich kann das sehr gut nachvollziehen. Es ging mir als Kind lange so und erst mit einem Selbstverteidigungskurs mit 14 wurde es besser. Ich habe immer alles mit mir machen lassen. Körperlich wurde ich auch nie und das will ich auch bei meinem Sohn nicht. Ich hätte mir für ihn einfach gewünscht, dass er es leichter hat als ich damals. Das Selbstbewusstsein werden wir weiter stärken.
Danke für deine Antwort.

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Hey..
Etwas gesagt zu bekommen und es dann anzuwenden sind zweierlei...
Wechsle mal in seine Perspektive - stell dir etwas vor, das dir schwer fällt, z.b. Spinnen anfassen - und dann kommen andere und sagen "Wenn du die doof findest, trag sie raus und sie sind weg. Spinnen tun dir ja nichts" und du siehst die Spinne und - es geht einfach nicht....
gut, fieses Beispiel vermutlich.... Was aber vielen Menschen fehlt ist der Perspektivwechsel...

Zuem ist er noch sehr jung...

Als Erzieherin würde ich in entsprechenden Situationen dazu gehen und es "am Modell" üben mit dem Kind zusammen. Wer emphatisch genug ist, hat ein Gespür, was das Kind leisten kann und was nicht... Er muss ja einen ganz eigenen Weg finden...
Und immer am Ball bleiben, dann wird das schon...

lg Tanja