Meckern, schreien, ausrasten…

Vielleicht hat ja der / die eine oder andere nochmal Input und Ideen für uns.

Meine Tochter ist 4 1/4. Sie ist generell eher sensibel und nah am Wasser gebaut, schon immer.
Mit schwankender Intensität beschäftigt uns immer wieder das Thema meckern, weinen, schreien und zwar SOFORT, wenn sie etwas stört. Standardsituation sind „falsch“ sitzende Klamotten 🤯🙄
Es ist völlig ok, wenn sie sagt, dass sie etwas stört. Sie dürfte dann z.B. gerne die Hose nochmal wechseln, wir zuppeln nochmal was zurecht etc.
Aber wirklich häufig schreit sie direkt meckernd los, dass einem die Ohren klingeln („DIE HOSEEE!!“), motzt uns an, weint, wird echt wütend.
Wir sagen, dass wir nicht so angemeckert werden wollen. Machen auch erstmal nix, wenn sie so meckert. Alternativen zum Ärger raus lassen (in Kissen boxen etc.) haben bisher nicht geklappt.
Wenn die Situation vorbei ist sagen wir oft in Ruhe, dass sie sich natürlich ärgern darf, aber nicht so schreien soll dabei.
Aber irgendwie ist grad keine Besserung in Sicht und wir alle sind genervt und angespannt deswegen. Dass das der Situation nicht gerade zuträglich ist, ist ja klar…

Müssen wir einfach auf reifende Impulskontrolle warten oder hat jemand noch andere Gedanken dazu?

1

Mein 5,5jähriger schreit mich auch manchmal so an. Das tut er in höchster Not, wenn seine Nerven komplett blank liegen. Normalerweise hat er sich schon gut im Griff.

Deine Tochter scheint mit der Kleidung (bzw den körperlichen Empfindungen) ja ein ernsthaftes Problem zu haben. Wenn das Schreien also nur in diesen Situationen auftritt, dann würde ich das diesem besonderen Stress zuschreiben. Wenn das im Alltag in allen möglichen Situationen passiert, dann ist es ein grundsätzliches Thema.

Ja, viel liegt an der Hirnreife. Aber trotzdem würde ich mich nicht unkommentiert anbrüllen lassen.

Auch bei der Impulskontrolle hilft das Sprechen über Gefühle. Damit das Kind lernt, seine Gefühle rechtzeitig zu beachten und rechtzeitig für sich selbst zu sorgen. (Ausser in der Extremsituation mit der Kleidung.)

Also: Wie heißen die Gefühle (Freude, Wut, Traurigkeit, Spaß, Mitleid, Hunger...)?
Wie erkennt man die Gefühle bei sich selbst und bei anderen?
Wie fühlt es sich an, wenn Gefühle langsam kommen (Grummeln im Bauch, Hitze im Kopf...ist ja individuell) und größer werden, oder einem schlagartig überrollen? Wann kann man noch auf welche Art für sich selbst sorgen (durchatmen, Gefühl kommunizieren, weg gehen...)?

Das braucht natürlich einiges an Übung. ;-)

3

Danke für deine Antwort.
Ich hatte ehrlich gesagt gehofft, dass du mir antwortest, weil wir einiges glaube ich recht ähnlich sehen, du aber trotzdem oft noch hilfreiche Gedanken hast 😉

Es kommt meistens bei Kleidung bzw. anderen Dingen nah am Körper (Haare zum Beispiel) vor, seltener auch mal in anderen Situationen. Sie hatte das schon als Baby mit manchen Kleidungsstücken, meine jüngere Tochter ist sangst anders.
Ich akzeptiere einerseits gerne, dass sie da etwas „besonders“ ist, andererseits möchte ich natürlich, dass sie in Ruhe mit mir spricht.

Wir reden viel über Gefühle, da bin ich allein berufsbedingt schon hinterher 😉 Nichtsdestotrotz werde ich nochmal reflektieren, wo das Thema noch ausbaufähig ist.

5

Nachtrag: Generell kommt es häufiger vor, wenn insgesamt etwas im Umbruch ist. Gerade habe ich nach meiner Elternzeit zum Beispiel wieder angefangen zu arbeiten und der Papa hat jetzt Elternzeit.
Sie war schon immer ein Kind, was sensibel auf Wechsel und Veränderungen reagiert hat. Ich verstehe das und versuche natürlich, diesbezüglich auf sie einzugehen. Gleichzeitig macht mich dieses Gemotze manchmal echt wahnsinnig 🤪 Da die Balance zu finden ist echt manchmal ganz schön schwer…

weitere Kommentare laden
2

Kommt das nur beim Anziehen vor? Oder häufiger, wenn ihr etwas missfällt/sie sich gestört fühlt? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es das Verhalten nur verstärkt, wenn man abwartet, das Kind toben und schreien lässt und erst hinterher darüber spricht. Da ist das Gespräch zeitlich zu weit weg von der Situation. Das Kind braucht sofort Hilfe, in der Situation selbst.

Ich würde sie unterbrechen und ihr sofort eine Handlungsalternative anbieten, z.B.: "Ich möchte nicht so angeschrien werden. Hör bitte auf und sprich vernünftig mit mir. Soll ich dir helfen? Dann sag mir doch "Mama, meine Socke rutscht, kannst du mir helfen?"

4

Vielen Dank für deine Antwort. Genau so, wie du es geschildert hast, machen wir es in der Situation. Stop signalisieren, meckern benennen, Alternative aufzeigen. Kurz und knapp, kein ewiges Gelaber.
Manchmal reden wir aber nach der Situation nochmal länger in Ruhe darüber (zum Beispiel warum ich nicht angeschrien werden möchte etc.).

Und ja, es kommt meist bei Kleidung o.ä. (z.B. Haare) vor, seltener auch in anderen Situationen.

8

Hi,
mein Sohn wird schon 5 und ich kenne dieses direkte losmeckern leider sehr gut. Bei uns kommt es auch bei Klamotten vor oder auch gerne beim Essen, er ist da sehr mäkelig. Er macht das übrigens nur daheim, im Kindergarten, bei Freunden oder Verwandten hat er sich da im Griff, grundsätzlich scheint Impulskontrolle also vorhanden zu sein😉
Einen großen Tipp hab ich nicht, ich wollte nur sagen: du bist nicht allein!
Liebe Grüße

9

Danke, nicht allein sein hilft schon mal sehr!
Bei uns ist es auch so, dass sie es nur mit uns Eltern macht. In der Kita oder bei Freunden ist sie angepasst. Der Klassiker halt: Wo man sich am sichersten fühlt…
Na, dann wünsche ich uns beiden mal gutes Durchhalten und später gute Hörgeräte für die kaputt geschrieenen Ohren 🙈😅