Kitawechsel wegen Freundschaften

Mein Sohn ist 3.5 Jahre und geht seit anfang August in den Kindergarten.
Er gewöhnt sich nur sehr langsam an den Kita Alltag. Daher geht er aktuell nur 2 Stunden täglich. Beim Abschied weint er nicht, wirkt aber traurig und unsicher. Beim abholen kommt er sofort angerannt und kann den Kindergarten nicht schnell genug verlassen.
Wenn die anderen Kinder raus gehen bleibt er alleine im Gruppenraum.
Er liebt es normalerweise draußen zu spielen und geht auf dem Spielplatz offen auf fremde Kinder zu.
Das gemeinsame Frühstück lehnt er ab.
Es gibt einige zweijährige Kinder in seiner Gruppe. Er erzählt, dass diese viel weinen was ihn auch traurig macht. Er fängt dann immer an zu weinen und kann nur schwer von den Erzieherinen aufgefangen werden. Ich versuche ihm zu erklären, dass die Kinder noch sehr jung sind usw. Er kann damit jedoch nur sehr schwer umgehen.

Die Erzieherinen und wir sind uns einig, dass er zwar sehr viel Zeit braucht aber es irgendwann packt sich vollständig in die Gruppe zu Integrieren. Auch die anderen Kinder sind noch sehr verständnisvoll und offen ihm gegenüber.

Seine besten Freunde besuchen einen anderen Kindergarten. Er fragt mich immer mal wieder, warum er nicht dort in den Kindergarten geht.
Die Anmeldung liefen noch bevor er seine Freunde kennengelernt hat. Auch ist der Kindergarten für uns schwerer zu erreichen.

Ich überlege trotzdem, die Möglichkeit eines Wechsels im Kindergarten seiner Freunde anzufragen.

Dachte die Treffen an den Nachmittagen würden ihm vollkommen ausreichen. Doch ich merke immer mehr, wie die Freundschaften immer intensiver werden.

Soll ich weiter abwarten, ob er sich doch noch in seiner aktuellen Kindergartengruppe einfindet und auch dort gute Freunde findet.
Würdet ihr ihm im aktuellen Kindergarten belassen oder einen Wechsel in Betracht ziehen? Sollte ich die bestehenden Freundschaften und die erschwerte Eingewöhnung als Wechselgrund angeben?
Ich möchte nicht, dass sich eine Anfrage in dem anderen Kindergarten negativ auf meinen Sohn auswirkt.

Ich möchte meinem Sohn eine schöne Kindergartenzeit ermöglichen und fühle mich im Moment total überfordert.
Ich ärgere mich, dass ich ihn nicht von Beginn an in dem anderen Kindergarten angemeldet habe obwohl mir damals von verschiedenen Seiten dazu geraten wurde.
Andererseits weiß ich natürlich nicht, ob der Kindergarten überhaupt besser zu ihm passt.

1

Ich würde mir den anderen Kindergarten mal anschauen und auch gucken, ob das Konzept dort euren Vorstellungen entspricht. Wenn ja, dann würde ich erstmal das Gespräch mit dem neuen Kindergarten suchen, ob überhaupt ein Platz frei wäre so unter dem Jahr. Denn wenn nicht, habt ihr wohl eh erstmal leider keine Wahl.

2

Mhm, schwierige Entscheidung. Es muss für euch alle praktikabel bleiben. Meine Tochter ist knapp 3,5 Jahre und hat auch ein paar Favoriten, mit denen sie eher spielen mag, aber da von verfestigter Freundschaft zu sprechen… das wäre in unserem Fall doch zu viel und die Spielpartner wechseln ständig. Auch von der Beliebtheit her…
Im neuen KiGa müsste er sich ja auch wieder komplett umgewöhnen.

Vielleicht kannst du dir den anderen KiGa ja mal anschauen.

4

Die Freundschaften sind wirklich schon sehr fest. Insbesondere die Freundschaft zu seinem besten Freund. Obwohl die beiden sehr unterschiedlich sind.
Meine Angst ist außerdem, dass die Freundschaft evtl. auf Dauer auseinander geht. Aktuell laufen die Verabredung ja noch über uns Eltern, auch wenn die Jungs es aktiv einfordern.

Das Konzept ist das selbe wie in unserem aktuellen Kindergarten, nur dass dieser etwas kleiner ist.

6

"Meine Angst ist außerdem, dass die Freundschaft evtl. auf Dauer auseinander geht."

Klar gibt es Freundschaften die seit dem Kindergarten bestehen, aber das sind die wenigsten!
Würde da nicht so viel auf eine Kindergartenfreundschaft geben!
Ist ja auch nicht unüblich, dass ein Freund Mal weg zieht, weil die Eltern sich in einem anderen Ort/ einer Stadt den Traum vom Eigenheim erfüllen können oder weil sie ein besseres Jobangebot bekommen!
Genauso kommt es vor, dass sie irgendwann ein neues Kind in der Gruppe interessanter finden!
Wir wohnen in einer Kleinstadt mit Kitaplatz- Mangel, da kann man froh sein wenn man überhaupt einen Platz bekommt! Meine Tochter geht deshalb auch nicht in unserem Stadtteil in den Kindergarten, was bedeutet, dass sie später in der 1. Klasse niemanden kennt, da es keine weiteren Kinder aus unserem Stadtteil im Kindergarten gibt
Ist dann halt so! Kinder lernen so schnell neue Freunde kennen!

Du bist unsicher, was die Kita betrifft. bei vielen Kindern ist es so, dass die Kinder das merken & es dann nicht so klappt mit der Eingewöhnung!
Dein Kind geht zudem noch nicht Mal ganz 2 Monate in die Kita, sein Verhalten ist also auch nicht so ungewöhnlich!
Er weint nicht wenn du gehst, was doch schon Mal gut ist & vielleicht will er auch dann gleich gehen, weil er sich auch erstmal an den neuen Alltag gewöhnen muss & ihm die ganzen neuen Eindrücke erstmal reichen für den Tag oder er einfach müde ist!

Gib deinem Sohn einfach etwas Zeit & gehe optimistischer an die Sache heran!

3

Ist denn ein Wechsel so einfach möglich? Passen die anderen Bedingungen?
Wenn ein Wechsel deinen Sohn nicht zusätzlich stresst, ist es auf jeden Fall eine Option.
Aber im aktuellen Kindergarten ist er ja erst seit ein paar Wochen. Da würde ich auch sagen, dass er da sicher noch gut ankommen wird und auch in seinem Kiga viele Freunde finden wird.
Vielleicht könntest du sonst auch mal eine Verabredung mit einem Kind aus seiner Gruppe organisieren. Das könnte sicherlich hilfreich sein.

5

Habe mich bisher noch nicht erkundigt. Denke dass ich einfach angst habe, dass es nicht möglich ist.

Auch würde ich meinen Sohn gerne in die Entscheidung einbeziehen, bzw. ihn erst einmal fragen ob er es wirklich möchte. Auch z.B. wenn er nicht direkt in die Gruppe seines besten Freundes kommt.

Natürlich möchte ich ihm aber keine falschen Hoffnungen machen, sollte es nicht möglich sein.

Auch weiß ich nicht, wie eng die beiden Kindergärten miteinander kooperieren.

7

Hi,
"Freundschaften", werden die Kids von mittags, in ihrem Kindergarten bereits haben.

Wer weiß ob Dein Sohn, da überhaupt reinkommt, und dann ist es noch schwieriger für ihn im Kindergarten, weil er es sich ganz anders vorgestellt hat.

Ich würde dringend anfangen, ihn länger im Kindergarten zu lassen, damit er auch reinfinden kann, selbst Freunde finden kann. Was sind denn 2 Stunden?

Die 2 Jährigen weinen nicht, weil sie erst 2 Jahre sind, und im Kiga sind..............die haben was. Sei das das Spielzeug abgenommen wurde, oder sie geärgert, gebissen oder sonst was, wurden. Oder sie sind noch kürzer als ihr dabei, und müssen sich noch eingewöhnen.

Sohn 1 ging erst mit 2, 5 Jahren, Sohn 2 ging mit 9 Monaten, die haben nie geweint, weil sie im Kindergarten waren.

Sohn 1, hatte einen Beißer in der Gruppe, da wurde geweint, aber verständlich, wenn man abends noch den Zahnabdruck auf dem Rücken sehen konnte. Hatte der Vorfall schon saumäßig weh getan. Sie waren dort sehr sehr gerne und wollten nie als 1. abgeholt werden, vor lauter Angst was zu verpassen.

Einen bestehenden Platz zu kündigen, auf einen anderen Warten, Fahrerei ist umständlicher und dann haben die Mittagsfreunde, schon gefestigte Freundschaften und er kommt nicht rein..............................würde ich nicht riskieren.

Alles Gute

8

Mein Sohn und seine Freunde gehen alle nur Vormittags in den Kindergarten.
Auch fast alle Kinder seiner Gruppe werden noch vor dem Mittagessen wieder abgeholt. Das ist nicht das Problem
Mir geht es nur darum, dass er Spaß im Kindergarten hat und Freunde findet mit denen er gerne spielt. Nachmittags treffen wir uns täglich mit verschiedenen Kindern.

Meine Überlegungen ist nur, ob er sich im Allgemeinen wohler fühlen würde, wenn bekannte und gleichaltrige Kinder in seiner Gruppe wären.

Das zweijährige öfter mal weinen ist natürlich nachvollziehbar. Das Problem ist nur, dass mein Sohn damit sehr schwer umgehen kann und dahingehend Erklärungen und Zuwendung benötigt, was in dem Moment natürlich nicht möglich ist.

9

Dein Sohn ist aber ja alt genug, dass wenn du ihm den Grund des Weinens bei den 2jährigen kindgerecht erklärst, er es auch verstehen kann.

Ihr trefft euch doch täglich mit anderen Kindern und er ist erst ein paar Wochen da. In 2 Stunden kommt er doch nie rein. Vielleicht merkt er auch, dass du auch nicht so richtig hinter allem stehst, was den KiGa dort betrifft.

(Btw… ich würde es gar nicht schaffen, mich täglich mit anderen Müttern und Kindern zusammenzusetzen… also dein Sohn hat doch genügend Kontakte und die wird er auch noch im KiGa finden).

weiteren Kommentar laden
11

Es ist doch für ihn fast unmöglich Freunde im aktuellen KiGa zu finden wenn er nur 2 Stunden dort ist. Ich würde definitiv versuchen ihn nun richtig einzugewöhnen, danach hat er die Chance Freundschaften zu knüpfen. Alles Gute!

12

Du schreibst selbst er braucht noch Zeit um sich zu integrieren. Meiner Meinung ist dein Kind zwar vielleicht "eingewöhnt", aber noch längst nicht angekommen.
Zunächst musst auch du deine innere Grundhaltung ablegen. Diese Unsicherheit von dir spürt er. Dann mit ihm reden. Was war schön an dem Tag, welche positiven Erlebnisse hatte er an dem Tag.
Natürlich könnt ihr euch auch mal den anderen Kindergarten ansehen, aber wird es nur dadurch besser?
Wir wären ursprünglich in eine Kita gekommen und durch gewisse Umstände kamen wir in eine andere Kita. Die beste Freundin meines Sohnes und auch ein anderes Kind mit dem er gerne spielt, sind in der Kita wo er ursprünglich hingekommen wäre. Natürlich finden wir es alle schade, aber dadurch haben sich auch schon tolle neue Kontakte gefunden. Freundschaften verändern sich und vielleicht finden sich die Kinder in 1-2 Jahren total doof.

13

Ich gehe selber auch nicht davon aus, dass ein Kitawechsel alleine das Problem ändert, dass er aktuell nur ungern in den Kindergarten geht.
Sein größtes Problem sind die vielen Kinder und die damit verbundenen Lautstärke. Dies würde sich natürlich auch im anderen Kindergarten nicht ändern. Daran muss er sich einfach gewöhnen und dazu benötigt er Zeit.
Mir geht es vielmehr darum ihm durch die Anwesenheit seiner Freunde eine Art 'sicheren Hafen' zu bieten.

Die beiden Kindergärten sind vom Konzept und dem Tagesablauf identisch, da sie von einem gemeinsamen Träger geführt werden.

Im Nachhinein betrachtet, hättest du deinem Sohn einen Wechsel zugemutet um bei seinen Freunden zu sein?

Besteht die Freundschaft zu seiner besten Freundin weiterhin?

14

Die beiden haben sich Anfang letzten Jahres zum ersten Mal gesehen und es war Liebe auf den ersten Blick.
Bei uns war es so, dass unser Sohn bei einer TM war, die uns wegen Umzug leider den Platz gekündigt hat. Unser Kita war zu dem Zeitpunkt die einzige Einrichtung im ganzen Ort, die Kinder ab 1 genommen hat. Da sie sich letztes Jahr von einer reinen Krippe um 2 Kitagruppen erweitert haben und er dann später intern wechseln konnte, haben wir diese Chance wahrgenommen. Andernfalls hätten wir ihn für 6 Monate bei einer neuen TM eingewöhnen müssen und dann nochmal in der Kita. Das wollten wir ihm nicht zumuten (3 Eingewöhnungen innerhalb 14 Monate).
Seine Freundin (damals nur Platzzusage in ihrer Kita) hat noch versucht in unserer Kita unter zu kommen, aber die Plätze waren schon vergeben.
Vielleicht ist es ganz gut, dass sie nicht ständig aufeinander hängen und so auch innerhalb ihrer Kita ihre Freunde haben. Spätestens in der Schule sind sie wohl sowieso getrennt, weil sie gerade noch so ein Pflichtkind ist und er (4 Monate jünger) ein Kannkind.

Unsere Kitas sind genau nebeneinander und gegenüber ist ein großer Spielplatz. Dadurch sehen sie sich trotzdem noch oft genug. Auch wenn ihre Kitafreunde auch auf dem Spielplatz sind, so hängen die beiden trotzdem immer zusammen ab.

Würden wir heute noch wechseln? Nein! Er ist voll in der Kita angekommen, der Wechsel von der Krippe in die große Gruppe war super und ich genieße den Vorteil einer kleinen und dadurch sehr familiären Einrichtung.