Kind mit 12 Monaten in die Kita?

Hallo,
Ich bin aktuell in der 35ssw mit meinem zweiten Kind. Seit fast 2 Jahren beziehe ich ALG II und gehe nicht arbeiten, da ich meinen fast 2 Jährigen noch zuhause betreue. Ich möchte aber unbedingt so bald es geht meine Ausbildung beenden, da fehlt mir nur noch ein halbes Jahr. Deshalb überlege ich, meinen zweiten Sohn schon mit 12 Monaten in der Kita anzumelden, statt wie bei meinem ersten 2-2,5 Jahre zu warten. Jetzt habe ich gelesen dass Kitas für 1 Jährige sehr unterschiedlich sein können und da bei manchen die Kids nur abgefertigt werden und gar nicht richtig auf sie eingegangen werden kann (aus zeit-/Personalmangel). Das möchte ich eben für meinen Sohn nicht und habe das Gefühl, ich bin egoistisch wenn ich ihn so früh abgebe und nur an mich und meine Ausbildung denke. Auf der anderen Seite möchte ich meinen Kindern auch ein gutes Vorbild sein und mich nicht auf dem ALG II ausruhen, da ich Angst habe, dass ich irgendwann meine Ausbildung gar nicht mehr beende. Ich möchte auf keinen Fall mein Leben lang von Harz IV leben und arbeitslos zuhause rum sitzen und bin hin und her gerissen, was ich tun soll, bzw. wann. Ich liebe meinen Sohn und bin froh, mir für ihn die Zeit zuhause genommen zu haben, denn sie ist wirklich das Kostbarste was ich je erlebt habe. Wenn ich mir vor Augen führe was ich alles verpassen könnte, wenn ich meinen Zweiten so früh abgebe fühl ich mich echt mies. Aber die junge, arbeitslose Assi-Mutter sein möchte ich auch nicht. Vor allem wenn Sie dann in den Kindergarten gehen und die anderen Kids vielleicht viel tollere Spielsachen oder Klamotten oder Vesperbrote haben und dann meine vielleicht gehänselt werden könnten, weil ich vom ALG II eben nicht so teure Sachen für sie kaufen kann. Nochmal 2 Jahre auf Kosten vom Staat zu leben erscheint mir so ne lange Zeit. Manchmal bereue ich es dann sogar, nicht besser verhütet zu haben, dann hätte ich bzw meine Kids dieses Problem nicht. Und dann denke ich, was für ein wundervoller Kleiner Engel mein Erstgeborener ist und was ich durch ihn alles gelernt habe und dass mein zweiter Sohn bestimmt genauso ein Wunder wird und schäme mich sofort für den Gedanken an bessere Verhütung. Sry für den langen Text aber es tut gut, das mal alles raus zu lassen. LG Joy

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Hallo,
ganz unabhängig von den ganzen Pros und Kontras zum Thema Kindergarten/Kita/Krippe mit einem Jahr, ist bei dir die Situation ja eine „besondere“. Eine Ausbildung ist einfach super wichtig, für dich und dein Leben, aber auch für euer Leben in Zukunft! Das hat in meinen Augen schon eine gewisse Priorität.
Ich würde mir jetzt schon gute Kitas, Tagesmütter oder sonst was raus suchen, anrufen, besichtigen. Wenn du was schönes findest, ist das schlechte Gewissen bestimmt nicht mehr ganz so groß. 🙂 Denn das ist ja die Hauptsache, dass das Kind in der Zeit gut und liebevoll betreut wird und du ein gutes, sicheres Gefühl hast! 🍀
Wie läuft das denn mit deiner Ausbildung? Hättest du die Möglichkeit, das kleinere Kind schon mittags abzuholen oder könntest du es abholen zu lassen, von jemandem aus der Familie? Dann wären die täglichen Stunden überschaubar…
Sehr viele Menschen, auch in deutlich einfacheren Lebensumständen als du, (müssen) ihre Kinder früh betreuen lassen. Ich finde es besonders in deiner Situation sehr wichtig, auch an dich und eure Zukunft zu denken.
Viele Grüße

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Ich werde mir verschiedene Kindergärten anschauen, was ich auf der Homepage von einer gelesen habe klang schonmal sehr gut. Da könnte mein Großer dann auch den Kleinen in der Krippe besuchen wenn er das möchte, das finde ich echt schön. Ich werd alles dran setzen meine Ausbildung halbtags zu beenden, was zur Zeit vielleicht einfacher realisierbar ist, da sie im Handwerk so dringend Leute suchen und sie dann vielleicht auch dazu bereit sind, ne Halbtags-Mami einzustellen. Wie es dann letztendlich läuft werd ich wohl oder übel erst herausfinden wenn es soweit ist. Zumal sie ja anfangs ganz oft krank werden, das wird bestimmt schwierig zu managen. Danke für die tolle Antworten und guten Zusprüche. Jetzt hab ich nicht mehr ganz so n schlechtes Gewissen.

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Das wäre doch eine super Lösung, ich hoffe du findest eine gute Möglichkeit, deine Ausbildung und deine beiden Mäuse unter einen Hut zu bekommen! 🙂

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Millionen Kinder sind mit 12 Monaten oder jünger in die Krippe oder ähnlich gekommen und in aller Regel ist das fine.

Schau dir an, was es für Optionen in der Nähe gibt und wo du dich am Wohlsten fühlen würdest. Als Alleinerziehende hast du ja eine gewisse Priorität.

Deine Ausbildung ist wichtig, sehr wichtig und umso länger du raus bist umso höher ist die Chance du endest mit Tätigkeiten für Ungelernte.

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Sehr viele bringen ihr Kind bereits mit 12 Monaten in die Krippe oder sogar noch jünger zu einer Tagesmutter. Ich finde das nicht optimal und gebe meine Tochter erst mit 2 in die Krippe, aber auch nur weil es bei mir von der Arbeit her möglich ist, dass ich viel von zu Hause arbeite und meine Eltern quasi ums Eck wohnen und auf die Kleine aufpassen während ich arbeite. Wenn meine Eltern nicht von sich aus bereit gewesen wären aufzupassen, hätte ich meine Kleine auch mit 12 Monaten in die Krippe gegeben...würde dann halt nicht anders gehen. Ich glaube nicht, dass die Kinder da nur "abgefertigt" werden...die Erzieherinnen spielen auch mit den Kindern, lesen ihnen vor, basteln mit ihnen, malen mit ihnen usw. Ich hätte jetzt keine Angst, dass man sich da nicht gut genug um meine Kleine kümmert, ich fände es nur nicht super eventuell ein Krabbelkind in die Kita zu geben. Aber das ist meine persönliche Ansicht und ich verurteile niemanden, der das macht - manchmal geht es halt wie gesagt einfach nicht anders.

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Hier im Osten gehen quasi alle Kinder, bis auf ganz wenige Ausnahmen mit einem Jahr in die Kita.
Es kommt sicher immer auf die Kita an, aber ich halte das für eine gute Sache.

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Kann ich nur so unterschreiben!

Unsere Kinder sind zwischen 11 - 14 Monaten in den Kindergarten gekommen. Ging nicht anders. Auch ich hatte Bedenken und ein schlechtes Gewissen, aber alles umsonst! Den Kindern hat es nicht "geschadet". Sie gehen nach wie vor alle 3 sehr gerne in den Kindergarten!

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Ich kenne es auch nicht anders. In Osten läuft auch die Eingewöhnung ganz anders ab. Schlecht ist es nicht.

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Ich denke, du brauchst erstmal kein schlechtes Gewissen haben - obwohl man das als Mama gefühlt dauernd wegen irgendetwas hat.

Du kannst dein zweites Kind ja auch zu einer Tagespflegeperson anstatt in eine Krippe geben, das finde ich z.B. viel besser für so kleine Wuzzis. Wenn man da eine nette, liebevolle Person gefunden hat, macht man sicherlich nix verkehrt.

Die Situation in Krippen halte ich persönlich auch für sehr bedenklich und bin froh, dass meine aktuell Schwangere Freundin und ihr Mann sich gegen die Krippe entschieden haben und sie 3 Jahre zu Hause bleiben will. Ist zwar absolut null mein Bier, aber für das Kleine freut es mich einfach, dass es erstmal auf dieser Welt ankommen darf bevor es ins System gepresst wird.

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Das ist jetzt aber sehr verallgemeinernd. Die Situation in vielen Krippen ist sicher schwierig, aber es gibt doch auch tolle Einrichtungen.
Unsere krippe betreut insgesamt 16 Kinder verteilt auf zwei Gruppen und die ErzieherInnen leisten wahnsinnig tolle Arbeit

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Sehe ich genauso. Unser kind ist ab 13 Monaten in eine U2 Gruppe in der Kita gekommen, 10 Kinder, 2-3 Erzieher.
Ich bin hingegen kein Fan von Tagespflegepersonen. Eine Person allein mit 5 so kleinen Kindern, keinerlei soziale Kontrolle. Nee danke.

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In vielen anderen Ländern ist es ganz normal, dass Kinder mit 12 Monaten in die Krippe gehen. Es wird nicht hinterfragt und es gibt dort auch nicht mehr psychische Erkrankungen als in Deutschland.
Auch in Deutschland gehen viele Kinder schob in dem Alter in die Krippe und sie werden wunderbare, glückliche Erwachsene.
Meine beiden großen sind auch mit 10 Monaten und 13 Monaten in die Krippe gekommen. Der Kleine auch.
Was mir die Entscheidung leicht macht: Ich war selbst ein Krippenkind, und zwar in Westdeutschland. Ich hatte "trotzdem" eine wunderbare Kindheit und ein enges Verhältnis zu meinen Eltern. Das haben wir immer noch.
Und wenn ich mich im Freundeskreis umschaue, hängt die Zufriedenheit später nicht an dem Faktor frühkindliche Erziehung.
Es sind so viele andere Dinge ausschlaggebend.
Daher mach es so, wie es sich für Dich richtig anfühlt. Eine zufriedene Mutter ist meist auch eine entspannte Mutter.

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Vielleicht wäre eine gute Tagesmutter eine Alternative für dich?

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mein Sohn ging mit einem Jahr zur Tagesmutter und wechselte mit knapp 3 Jahren in den Kindergarten.

ICH muss ehrlich sagen, dass ich mich nicht mehr für eine Tagesmutter entscheiden würde aus folgenden Gründen:

- während Urlaub ist zu (unsere Kita hat keine Ferien)
- während Krankheit ist zu (Junior musste 7 Wochen in eine fremde Kita - war schlimm für ihn in dem Alter)
- unflexibler / eingeschränktere Öffnungszeiten
- als er fast 3 war waren nur noch 1jährige mit in der Betreuung - semi toll
- nur Fortbildungen / Kurse, aber KEINE pädagogische Ausbildung vorhanden bzw. Voraussetzung
(es sei Kindeswohlgefährdung den 2,5 jährigen keinen Mittagsschlaf machen zu lassen .... usw)

Und ja natürlich gibt es für Krankheit etc. "Vertretungen" - aber einen 1 oder 2jährigen in eine fremde Einrichtung stecken ist nicht einfach.


Natürlich hatte unser Sohn trotzdem eine tolle Zeit dort und sie war auch eine Gute. Prinzipiell gehen bei uns 99 % der Kinder mit 1 in die Betreuung. Wenn ich in deiner Situation wäre gäbe es da auch nicht viel drüber nachzudenken....
Berufstätige gehen nach einem Jahr wieder arbeiten, um es finanziell stemmen zu können ...

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Bei uns hat damals eine Auszubine ihr Kind nach dem Mutterschutz in die Krippe gegeben. Es war allerdings eine sehr kleine private Krippe. Vielleicht gibt es bei euch die Option, dass die beiden kids in eine Gruppe kommen? Bei uns durften Dezember Kinder bis fast 4 Jahre in der Krippe bleiben.