Eingewöhnungskonzept

Hallo liebe Muttis und Vatis.

Ich arbeite als Erzieherin in einer Kita in Thüringen mit einer Kapazität von 140 Kindern.
Zur Zeit bearbeiten wir unser Eingewöhnungskonzept für Kinder im Alter von 1-6 Jahren.

Im Moment arbeiten wir nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell. Dabei wird das Kind als passive Einheit wahrgenommen, es wird eingewöhnt.
Ein anderes Konzept ist das Münchner Eingewöhnungsmodell. Dabei gewöhnt sich das Kind mit Hilfe der anderen Personen selbst ein.
Bei beiden Konzepten verläuft die Eingewöhnung in verschiedenen Phasen und das Wohlbefinden des Kindes steht natürlich im Mittelpunkt.

Für eventuelle Anregungen zur Gestaltung des Konzeptes unserer Einrichtung interessieren mich die Erfahrungen von Eltern, deren Kinder bereits in eine Kita eingewöhnt sind.

Wichtig sind folgende Dinge:

- Wie alt war das Kind zum Zeitpunkt der Eingewöhnung?
- Wie war die Zusammensetzung der Gruppe? (Altershomogen/ Altersheterogen)
- Nach welchem Modell wurde eingewöhnt?
- Wie groß ist die Einrichtung (Krippe, Kita)
- Wie ist der Personalschlüssel?
- Fand ein Erstgespräch mit den betreuenden Fachkräften statt?
- Gab es einen konstanten Bezugserzieher?
- Wann fand die erste Trennung statt und woran wurde der Zeitpunkt festgemacht?
- Wie lang dauerte die Eingewöhnung?
- Wie habt ihr euer Kind während des Eingewöhnungsprozesses wahrgenommen?
- Wie habt ihr euch gefühlt?
- Wie war die Kommunikation zwischen euch und den Erziehern?
- Was hat euch besonders gut gefallen?
- Was hättet ihr euch gewünscht?

Ich freue mich, wenn ihr mir von euren Erfahrungen berichtet. (Gerne ausführlich)
Die Praxiserfahrungen von pädagogischen Fachkräften interessieren mich auch sehr.


Danke 😊
LG

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ich finde "feste Modelle" und starre unflexible Vorgehensweisen in bestimmten Einrichtungen einfach nur furchtbar.
Da wird dem einen Kind was aufgezwungen, was beim anderen funktioniert und umgekehrt. Null Flexibilität.

Mein 3jähriger Sohn war 3 Tage jeweils ein paar Minuten länger alleine im Gruppenraum und es gab keine feste Zeiten. in dem Kindergarten werden von Anfang an keine ELtern im Gruppenraum zugelassen. -- Von Anfang an war Abgeben und loslassen das Ziel. Die Erzieherinnen haben hier sehr gut gesteuert.
Eltern hatten im Gruppenraum nix zu suchen, -- man hat ihn gelassen, so lange er will --- als ich am dritten tag schon 3 Stunden draussen rumgessessen bin bzw. Spazieren geschickt worden bin, hab ich ihn am vierten Tag von 8-11h alleine gelassen - die woche danach dann normale Uhrzeiten. - Es gibt ja Telefone, falls es doch mal nicht klappt. -- Zwangweise dasitzen öffnet nur Türen, um zu viel zu klammern.

Als meine 2,5 jährige Tochter später in die Nachbargruppe kam und sie vom täglichen Abholen eh die Räumlichkeiten und Personen kannte, konnte ich sie soft dort lassen und hab sie nur anstandsweise dann schon früher abgeholt. - Sie wollte bleiben...

Egal, wie das Modell heisst: - ich finde "Eltern im gleichen Raum" immer kontraproduktiv, weil den Kindern suggeriert wird, es wäre okay, dass die Eltern da sind. Ich finde, von Anfang an sollte die Message sein, dass der Gruppenraum ein Elternloser Raum ist. -- die Eltern müssen draussen warten und in der Küche rumhocken.... -- wenn die immer Griffbereit sind, und im Block sind, entstehen öfter SItuationen wo Kinder nicht loslassen können, alleine weil beim ersten mal, wo was ist, sofort nach der Mama gekuckt wird.

Meiner Freundin ist genau das passiert in einem anderen Kindergarten der Stadt: - "eigentlich" war das Kind neugierig, - wollte sofort rein - alleine rein und auch länger da bleiben. - weil das "Konzept" es aber vorgeschrieben hatte, musste die Mutter mit in den Raum, - das Kind hatte nach ein paar Tagen das Gefühl, dass die Mama bleiben soll und die Folge war wochenlanger Kampf, dass sie gehen durfte ... das absolut falsche Signal, nur weil das Konzept es vorschreibt. Eigentlich hätte sie sich einfach davon machen können und draussen in den Flur stehen können ... nein - sie wurde konzeptbedingt gezwungen, dabei zu sein...

Natürlich müssen Konzepte für ängstliche Kinder da sein, -- aber Konzepte dürfen nie so starr von den Zeiten oder den Tagen sein wenn es gut läuft... wenn man merkt, es geht gut, dann müssen Modelle immer gebrochen werden dürfen.

Meine Schwägerin hatte einen sehr schwierigen Sohn. Keine Kinderkontakte wegen Corona. Mamafixiert. er war knapp 4 bei der Eingewöhnung -- sie musste immer lange dabei bleiben und weil er auch noch nach Wochen und Monaten gejammert hat, sobald sie den Raum verlassen hat wurde das einfach so laufen gelassen ... konzeptbedingt kein Druck. -- das Endergebnis: 5 Monate "eingewöhnung" udn Abbruch und wechsel in eine andere Einrichtung. -- totaler Quatsch, wenn man arbeiten muss und auf Zeit das Kind eingewöhnt haben muss... -- es liegt immer an den Schwingungen der Eltern. Eingewöhnung mit solchen Eltern läuft immer schwieriger, allein weil diese "Sender" im Raum sind. -- Konzeptbedingt müssen gerade solche "Sender" den Raum verlassen und nicht mit rein.

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Ich danke dir für deinen Erfahrungsbericht. Sehr interessant.

Natürlich muss die Eingewöhnungszeit immer individuell gestaltet werden und so läuft es auch bei uns.
Ein Eingewöhnungskonzept heißt ja nicht, dass alles starr nach Zeitplan ablaufen muss, das wäre ja nicht zum Wohle des Kindes.

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Zum Glück hält unsere Kita nichts von so dämlichen Konzepten sondern schaut individuell aufs Kind und was es braucht und wann die erste Trennung stattfindet.

Wären die Erzieher starr nach so einem komischen Modell vorgegangen wäre die Eingewöhnung von meinem kind komplett gescheitert...

Ich bin also voll für Flexibilität und anpassen aufs Kind, als alle Kinder in so ein Modell pressen zu wollen....

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Danke für deine Antwort.

Kindertageseinrichtungen müssen ein Eingewöhnungskonzept vorweisen. Das heißt aber nicht, dass ein Zeitplan knallhart durchgezogen wird.
In einer guten Einrichtung wird kein Kind irgendwo reingepresst. Es wird sich stets am Kind orientiert, das Kind gibt das Tempo an.

Also ich gehe mal stark davon aus, dass die Kita in der dein Kind betreut wird auch ein Konzept hat und kompetente Erzieher, die in der Lage sind auf die Kinder einzugehen und individuell zu entscheiden. Das ist natürlich toll, so soll es ja auch sein 😊

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Das sehe ich aus so!
Ich weiß, dass unsere Kita auf dem Papier nach Berliner Modell eingewöhnt. Die Praxis sieht zum Glück komplett anders und viel näher an Kind und Eltern dran, agiert individueller.

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Ich habe zwei Kinder jeweils mit 15/16 Monaten eingewöhnt in U3-Gruppen (12 bis 36 Monate) in zwei verschiedenen Einrichtungen. Beide Gruppen hatten 1 Erzieherin und 1 Kinderpflegerin auf 12 Kinder. Beide Einrichtungen hatten 2 U3 Gruppen mit je 12 Kindern und 3 Ü3 Gruppen mit je 25 Kindern.

K1: Eingewöhnung soweit ich weiß nach Berliner Modell.
- Vorgespräch mit der Gruppenleitung. Ich finde ein Vorgespräch sehr wichtig, weil die Eltern völlig orientierungslos sind und man in diesem Gespräch zum Team für die Eingewöhnung werden kann.
- Tag 1 bis 3 eine Stunde mit Elternteil gemeinsam bei der Freispielzeit dabei. Keine dezidierte Bezugserzieherin, aber die Gruppenleitung hat sich klar um den Beziehungsaufbau bemüht, während die Kinderpflegerin sich um die anderen Kinder gekümmert hat. Leider war unser eigentlich kontaktfreudiges Kind von den anderen Kindern völlig eingeschüchtert und ist bei mir geblieben.
- Tag 4 erzwungene Trennung, ca. 10min (obwohl das Kind aus meiner Sicht leider noch nicht so weit war), Kind hat geschriehen mit kurzen Pausen
- Tag 5, alle sind sich einig, dass die Trennung nicht gut gelaufen ist, aber laut Plan darf man nicht wieder zurück. Eine Trennung MUSS nun jeden Tag erfolgen (ich wünschte wir hätten uns mehr gewehrt).
- Wochen 2 und Anfang Woche 3: tägliche kurze Trennungen, Kind lässt sich manchmal kurz ablenken, weint aber sehr viel. Es gibt viel zu wenig Austausch, weil das Kind immer dabei ist und man so seine Sorgen nicht richtig besprechen kann. Wir waren kurz davor abzubrechen
- eine Woche Kind krank
- Woche 4: es geht langsam etwas
- Woche 5: das nächste Kind wird eingewohnt und unser Kind macht Platz und kommt zur Mittagszeit bis vor dem Mittagsschlaf. Kind erlebt erstmals, wie andere Kinder abgeholt werden. Ich vermute mein Kind hat erst dann verstanden, dass die anderen Kinder da nicht wohnen und jeder jeden Tag wieder abgeholt wird. Seitdem geht das Kind gerne in den Kindergarten.
- an Woche 6: Kind freut sich jeden Tag auf den Kindergarten, will auch am Wochenende unbedingt hin. Allerdings haben wir bei K1 immer nur bis nach dem Mittagessen gebucht.

Meine Einschätzung ist, dass zu früh die Trennung stattgefunden hat und dass mein Kind das Konzept von Kindergarten gar nicht verstanden hat, weil es in den ersten 3 Wochen nur die Freispielzeit erlebt hat und alle anderen Kinder vorher da waren und niemand gegangen ist. Was ich gebraucht hätte wären Gesprächsmöglichkeiten ohne Kind. Dazu hätte man in dem Fall aber (als klar war, dass es nicht gut läuft) einen separaten Termin ausmachen müssen, da das Kind ja nie in der Gruppe gut mitgelaufen ist und somit nicht eine Betreuungskraft länger mit ihm und der ganzen Gruppe alleine gelassen werden konnte.

Was mir gut gefallen hat: Die Betreuerinnen waren beide super im Umgang mit den Kindern und die Gruppenleitung hat ganz toll Kontakt zu meinem Kind aufgenommen. Mein Kind mochte beide gerne, also das war nicht das Problem.

K2 (kannte Kindergarten natürlich schon durch das Geschwisterkind): Eingewöhnung eventuell ohne Modell, ich konnte zumindest keines erkennen. Betreuerinnen waren beide sehr bedürfnisorientiert.
- erster Kontakt war bei einem Schnuppertag 1,5 Monate vorher. Lief super, Kind hatte viel Spaß.
- Vorgespräch 1 Monat vorher mit der Gruppenleitung
- Tag 1 und 2: nach dem Frühstück gekommen, ich sollte selbst entscheiden wie lange wir bleiben wollen. Kind hatte Spaß, war aber dann auch sehr müde, wir sind jeweils knapp 2h geblieben
- Tag 3 schon morgens gekommen, damit Kind wacher ist. Kurze Trennung nach 2h, weil alles super. Trennung war kein Thema, trotzdem nur 10min.
- Tag 4 bis 6 genauso, also erst war ich ca. 45min dabei, Trennung danach zunehmend länger.
- Tag 7: Kind fängt an die Trennung zu verweigern, trotzdem kurze Trennung, Kind lässt sich zwar von Betreuerin trösten, beruhigt sich aber nicht richtig, Tag 8 das gleiche. Betreuerinnen scheinen keinen klaren Plan zu haben, wie wir damit umgehen, fragen nach meiner Einschätzung. Ich bin hin und her gerissen zwischen Hilflosigkeit, weil sich niemand auskennt und Dankbarkeit, dass nichts über meinen Kopf hinweg erzwungen wird.
- Da ich den Eindruck habe, dass mein Kind sehr gerne hin geht, aber frustriert ist, warum ich nicht immer mit da bleibe, sondern dauernd gehe, beschließe ich, dass es lernen muss, dass Kita generell ohne Eltern stattfindet. Ich beschließe, morgens nicht mehr dabei zu bleiben (also nur 3 Minuten zur Übergabe). Ich übergebe das weinende Kind in die Arme der Erzieherin. Kaum schließe ich die Tür hinter mir, hört das weinen auf. Durchs Fenster sehe ich mein Kind 5min später ganz normal spielen. Nach 30min fragt es nach mir, ich werde geholt, Kind will mit mir bleiben aber wir gehen.
- ab Tag 10 gibt es zwar manchmal kurze Tränen bei der Übergabe, die aber sofort aufhören, wenn ich den Raum verlassen habe. Das Kind fragt erst nach mir, wenn es müde wird. Und auch dann ist es nicht dringend, so dass ich immer mit der Betreuerin, die mich holt, kurz den nächsten Tag besprechen kann. Alle Anregungen zum nächsten Schritt oder so kommen aber immer von mir, das fühlt sich ein bisschen komisch an.
- Woche 3 und 4: Kind bleibt oft bis einschließlich Mittagessen, manchmal wird auch wegen starker Müdigkeit vorher nach mir verlangt und ich hole es früher ab, alles bestens
- Woche 5: Dienstags erster Versuch den Mittagsschlaf in den Kita zu machen (wäre auch früher möglich gewesen, aber ich hatte viel Zeit für die Eingewöhnung eingeplant), klappt gut. Seitdem hat das Kind auch nie wieder vorzeitig nach mir gefragt, weil es ja wusste, dass es mich bei Müdigkeit nicht anfordern muss, sondern dort schlafen kann.

Im Großen und Ganzen war ich mit dieser Eingewöhnung sehr zufrieden, auch wenn mir etwas mehr Führung seitens der Kita manchmal geholfen hätte.

Insgesamt haben sich die beiden Herangehensweisen vor allem darin unterschieden, dass K1 von Anfang an lernen sollte, dass die Eltern nicht dabei bleiben können. Dadurch war dann aber die erste Trennung zu früh und das Kind hatte Ängste, die nicht hätten sein müssen. Und bei K2 war es umgekehrt so, dass ich sehr sehr viel dabei war und das Kind dies dann auch eingefordert hat und nicht eingesehen hat, warum ich immer gehe. Da kam es dann auch zu Tränen, aber das waren Tränen der Frustration und nicht Tränen der Angst. Beides hat natürlich seine Vor- und Nachteile und es kommt immer darauf an, wie viel Zeit sowohl Kita als auch Eltern sich nehmen können. Im Endeffekt würde ich aber sagen, dass es das kleinere Übel für die Kinder ist, wenn die Eltern anfangs viel dabei sind und der Prozess in den ersten Wochen langsamer voran geht. Klar ist es dann schwerer zu akzeptieren, dass die Eltern nicht für immer dabei bleiben können. Aber wenigstens fühlt sich das Kind bis dahin in den Gruppe wohl und wird nicht in einer fremden Situation alleine gelassen.

Übrigens haben in der Gruppe von K1 auch die Hälfte der längst eingewöhnten Kinder morgens geweint und mussten in der ersten halben Stunde auf dem Schoß sitzen und getröstet werden. In der Gruppe von K2 hat an den meisten Tagen morgens niemand geweint und es war auch kein Problem, dass ich da bleiben durfte und die anderen Eltern nicht. Es sind ausnahmslos alle Kinder gerne hingegangen.

Bearbeitet von Memory
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Ich danke dir für deine sehr ausführliche Antwort. 🙏🏻

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Ich weiß tatsächlich nicht, wie genau das Eingwöhnungskonzept heißt, das unser Kindergarten angewendet hat. Es wird eigentilch ziemlich auf Eltern und Kind geachtet.

Mein Sohn war eher schüchtern, aber die Eingewöhnung lief trotzdem problemlos.

Am ersten Tag haben wir uns einfach alles angeschaut, sein Bezugserzieher hat mich ein bisschen über ihn ausgefragt, was er gerne spielt usw. Dann sind wir in den Raum, in dem es Autos gab und er hat mit ihm die Autos hin und her geschoben.

Er hat mir schon damals am 1. Tag gesagt, dass er keine großen Probleme sieht, da unser Sohn zwar schüchtern war, aber schon alleine rumlief, also nicht mehr an meiner Hand und überall neugierig geschaut hat.
Da das im Januar war, also mitten in der Erkältungs/Grippewelle, hatten wir immer mal wieder Pausen dazwischen, wenn nicht genug Erzieher da waren, so dass sein Erzieher sich dann keine Zeit für ihn nehmen konnte. Beim 3. Besuch hatten wir dann die erste kurze Trennung, da bin ich kurz aus dem Zimmer für 30 Minuten und saß im Besprechungsraum und habe da gewartet.
Nach 30 Minuten bin ich in die Gruppe zurück und es hat problemlos geklappt. Beim nächsten Besuch haben sie mich zusammen zur Tür gebracht und ich habe 1 Stunde im Auto gewartet. Als auch das geklappt hat, war gut und die Eingewöhnung beendet.

Beim Start war dann sein Bezugserzieher am 2. Tag krank, er blieb dann bei Oma und Opa (ich war ja wieder arbeiten) bis der Erzieher wieder da war und ab da ging er problemlos in den Kindergarten, lediglich die ersten 3 - 4 Wochen nur bis 12 Uhr, weil die Erzieher gemerkt haben, dass es ihm einfach noch etwas zu viel war, bis 13 Uhr, er bekam immer einen Durchhänger gegen 12 Uhr. Nach der Zeit ging es dann aber auch problemlos bis 13 Uhr.

Unsere Tochter startete während Corona, glücklicherweise kurz vor Ende der Kigazeit des Großen, so dass sie von Tag 1 mit dem großen Bruder alleine in den Kindergarten ging. Das klappte auch ohne Probleme.

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ist schon ein paar Jahre her, aber...

Eingewöhnung 1 - Private Krippe (gescheitert)
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- Kind ist 11 Monate
- Eingewöhnung mit Papa
- Erzieherin hat eigentlich keine Zeit für die Eingewöhnung, ist damit beschäftigt, den Rest der Gruppe (ca. 8 Kinder zwischen 1 und 6, davon 1 eigenes) im Zaum zu halten
- Papa sitzt anfänglich mit dem Kind dabei, beschäftigt sich nach und nach auch mit den anderen Kids, wird langsam zur Attraktion
- irgendwann übernimmt die Erzieherin unser Kind auf den Arm, Papa wird noch mehr zur Attraktion
- Nach 2 Wochen soll der Papa mal den Raum verlassen --> geht gar nicht, Kind schreit wie am Spies
- Nachdem das mehrfach probiert wurde, die Erzieherin die Zeiten steigern wollte, aber das Kind weiterhin durchängig schreit, wenn Papa weg ist, haben wir nach 4 Wochen abgebrochen

Unseres Erachtens
- Fehler 1. Erzieherung ist so stark mit anderen Dingen beschäftigt, dass sie keine Zeit hat, eine Beziehung zum Kind aufzubauen (nur rumtragen und sich dabei mit anderen Kindern beschäftigen ist keine Beziehung)
- Fehler 2: Kind hat sich dran gewöhnt, dass das hier eine Veranstaltung mit Klassenclown Papa ist ... warum der dann auf einmal weg war, war fürs Kind nicht zu verstehen

Eingewöhnung 2 - Private Kirppe (eine andere)
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- Kind ist 13 Monate (wir hatten ca. 4 Wochen Pause zwischen abgebrochener Eingewöhnung und nächstem Versuch)
- Krippengruppe mit 10 Kindern, 2-3 Erziehern, alle Kids U3, die meisten 1-2
- viele Teilzeit-Erzieher, viele Kinder nur wenige Stunden da. Darum normalerweise eher 4-6 Kinder in der Gruppe, aber auch regelmäßiger Wechsel des Personals
- Tag 1) Eingewöhnungserzieherin begrüßt Papa und Kind, nimmt sofort hauptsächlich Kontakt zum Kind auf. Schäkert mit den Kind. 'Magst Du mal mit mir nach Spielzeug xy schauen'. Kind ist positiv. Nimmt das Kind mit in den Gruppenraum. Papa kommt auch mit, kriegt aber die Ansage, dass er sich bitte ruhig in die Ecke setzen soll. So lange die Erzieherin mit dem Kind interagiert und positiv ist. Nur wenn das Kind Anzeichen zeigt, dass es zu ihm will, darf er in Aktion treten. Nach ca. 20 Minuten ist die Erzieherung mit Kind zurück zum Papa und Kind und Papa haben sich verabschiedet
- Tag 2) Analog Tag 1, nur statt 20 Minuten eher 40 Minuten,
- Tag 3) Analog Tag 2, nur geht Papa nach 20 Minuten 'mal aufs Klo', kommt 10 Minuten später wieder rein, Kind bleibt insgesamt ne Stunde
- Tag 4) Zeiten gesteigert auf 2 Stunden, Papa eher 30 Minuten draußen
- Tag 5) Zeiten gesteigert auf 2,5 Stunden, Papa geht nach 10 Minuten und kommt erst gegen Ende wieder wieder. Erzieherin beschäftigt sich wohl nicht mehr komplett 1:1 mit dem Kind, sondern bezieht andere kinder mit ein, wendet ihre Aufmerksamkeit auch mal woanders hin. Kind war wohl auch mal mit dabei, wenn andere Kinder gewickelt wurde

- Wochehende

- Tag 6) Analog Tag 5 (Aussage der Krippe: keine Steigerung am ersten Tag nach dem Wochenende)
- Tag 7) Kind bleibt auch zum Mittagessen, wird auch von der Erzieherin gewickelt, Papa geht sofort nach dem Abgeben und Verabschiedet sich auch entsprechend (bleibt aber in Reichweite)
- Tag 8-10) analg

- Wochenende

- ab Dienstag schläft das kInd auch da. Ab da 2x die Woche bis nach dem Mittagessen, 2x-Woche bis nach dem Mittagsschlaf

ich hatte eigentlich Bedenkenen, wegen der vielen Teilzeitkräfte und auch wechselnden Kindern, das hat unser Kind aber nicht wirklich gejuckt, die Eingewöhnungserziehering war super empathisch und hat das Kind sofort in ihren Bann gezogen. Dann wurden aber auch recht schnell die anderen Erzieherinnen mit involviert. Es gab später eigentlich keine Bezugserzieherin mehr.

Der Übergang zur Kindergartengruppe im gleichen Haus war dann fließend, da am Nachmittag die Kinder eh regelmäßig gemischt wurden, einige Erzieher in beiden Gruppen eingesetzt wurden und die Kids ab 2 1/2 regelmäßig bei den Großen schnuppern durften.

Eingewöhnung 3) öffentlicher Kindergarten
Mit 4 1/2 Wechseln in den öffentlichen Kindergarten

Beim Schnuppertag entdeckt, das es dort das absolute Wunschspielzeug gibt. Er war nicht von dieser Kiste wegzukriegen. Wir wollten eigentlich nur ne halbe Stunde schnuppern, sind dann bis zum Schluss geblieben.

Zum ersten 'echten' Tag, hat er einen Paten (anderes Kind, ist normalerweise ein Schulanfänger, in seinem Fall aber ein gleichaltriges Kind, weil er ja nicht wie normalerweise 3 war sondern schon 4 1/2) bekommen, der ihm alles gezeigt hat und 'verantwortlich' war. Zur Erzieherin hat er meines Erachtens nie wirklich ne Beziehung aufgebaut, aber der Pate ist zum besten Freund geworden und das Spielzeugangebot sowie die Turnhalle haben ihn überzeugt. Außerdem hatten die Kinder dort viel mehr Freiheiten (3 Kinder alleine in die Turnhalle, Frühstück wann sie wollen, ...). Er ist immer gerne hingegangen, auch wenn ich nicht soooo begeistert war. Aber für die Schule war es unendlich wichtig, dass er einen Freund aus dem Orit hatte.

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Hallo, na da versuche ich mal unsere Geschichte dazu zu schreiben.

Mein Kind war 2 1/2 Jahre und kam in die Gruppe von 1-3 Jährige.
Unsere Kita gewöhnt individuell ein mit Anlehnung an das Berliner Modell.
Unsere Gruppe ist der Personalschlüssel 1:6 gewesen.
Erstgespräch fand mit der Bezugserzieherin statt. Diese ist auch die konstante Bezugserzieherin gewesen, bis die Eingewöhnung abgeschlossen war - da in dieser Kita ein halboffenes System gemacht wird. Hauptzeiten nur mit der Gruppe. Morgens und nachmittags spielen die Gruppen zusammen.
Krippe sind 24 Kinder - Kiga sind 60 Plätze zu vergeben.

Erste Trennung am 7 Tag - da dazwischen krank auf unserer Seite. Also 3 Tage dann krank - dann nochmal 3 Tage - dann erste Trennung.

Bis sie sich richtig wohl fühlte vergingen schon 3-4 Monate. Aber ständig war entweder bezugserzieherin krank oder wir.

Mein Kind kam eher nicht ganz so gut klar - wurde aber so gut beobachtet und es wurde das beste möglich gemacht.

Sie tat mir einfach total leid. Ich fühlte mich schrecklich damit. Seit sie gerne geht, bin ich glücklich über diese Möglichkeit.

Die Kommunikation war gut solange die Bezugserzieherin da war... Immer wenn sie krank war, wusste iwie keiner Bescheid wie weit wir jetzt letztendlich schon sind.

Mir hat sehr gut gefallen, dass sie wirklich total individuell auf die Kinder eingehen - trotzt heftigen Personalschlüssel und die meisten Kinder sehr glücklich aussehen.

Bessere Absprache unter den Kollegen fehlte leider teilweise. Ständig jemand krank und keiner wusste so wirklich bescheid. Da fehlt im System einfach eine Instanz wo man so etwas fest hält. Wie ein Buch oder ähnliches.

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Wie alt war das Kind zum Zeitpunkt der Eingewöhnung?
Beide Kinder waren zwei Jahre alt.
- Wie war die Zusammensetzung der Gruppe? (Altershomogen/ Altersheterogen)
Die Kinder waren zwischen zwei und drei Jahren alt. Mit 3 wechselt man in die Ü3-Gruppe.
- Nach welchem Modell wurde eingewöhnt?
Berliner Modell
- Wie groß ist die Einrichtung (Krippe, Kita)
In die Kita gehen 170 Kinder. Es gibt zwei U3-Gruppen mit je 15 Kindern.
- Wie ist der Personalschlüssel?
Drei Erzieher auf 15 Kinder.
- Fand ein Erstgespräch mit den betreuenden Fachkräften statt?
Beim ersten Kind, ja.
- Gab es einen konstanten Bezugserzieher?
Ja.
- Wann fand die erste Trennung statt und woran wurde der Zeitpunkt festgemacht?
K1 an Tag 4. K2 an Tag 3. K1 suchte mich mehr, kam oft zu mir. K2 war unterwegs und schaute nur mal kurz, ob ich noch da bin.
- Wie lang dauerte die Eingewöhnung?
Bis K1 die ganzen vier Stunden blieb, vergingen fünf Wochen. K2 wird seit sieben Wochen eingewöhnt und bleibt jetzt drei Stunden dort.
- Wie habt ihr euer Kind während des Eingewöhnungsprozesses wahrgenommen? K1 war eigentlich zufrieden. Er schlief etwas schlechter. Anfangs weinte er gar nicht. Nach zwei Wochen dann schon, aber nur für drei Tage, dann ging es wieder. K2 ist nach der Kita erstmal k.o. und weinerlich. Anfangs weinte sie nicht, dann war sie krank und es ging stetig bergab, sodass wir in Woche vier zurück auf 0 gingen. Dann übernahm mein Mann und es klappt viel besser. Sie weint beim Abgeben, lässt sich aber trösten.
- Wie habt ihr euch gefühlt?
Naja, grade wenn es Tränen gibt, tut es weh.
- Wie war die Kommunikation zwischen euch und den Erziehern?
Sehr gut. Meine Vorschläge wurden meist angenommen.
- Was hat euch besonders gut gefallen?
S. Punkt zuvor.
- Was hättet ihr euch gewünscht?
Gsr keine Tränen.