"Mama, kaufst du mir...?" - Neid und Vergleiche

Mein Sohn (5) ist in letzter Zeit oft neidisch auf Freunde, die "mehr" Spielzeug haben, "besseres" Spielzeug haben, usw. Ich weiß ungefähr, woher es kommt - einer seiner Freunde ist in letzter Zeit zum Angeber mutiert und hat zu meinem Sohn gesagt, er hätte so wenig Spielzeug und das, was er hätte, könnte man auch gleich in den Müll schmeißen. Seine Eltern sind auch sehr materiell, leider.

Nach Kontakt mit dem Kind hat er dann immer wieder so eine Phase, wo er seine Sachen mit anderen vergleicht. Er möchte dann unbedingt, dass ich ihm etwas tolles kaufe, damit er auch seine Freunde beeindrucken kann. Da er selber eher ein Fan von niedlichen Kuscheltieren, Büchern und kreativen Sachen ist, hat er nicht so viele Dinge, die die meisten Kinder scheinbar beeindrucken: Monstertrucks, große Dinos, irgendwas lautes/buntes, keine Ahnung.

Wenn ich mit ihm darüber spreche und ihn frage, ob er denn wirklich etwas möchte, um andere zu beeindrucken, denkt er erstmal darüber nach und sagt dann, es soll beides sein, ihm gefallen und andere beeindrucken. Immerhin.
Aber insgesamt wünscht er sich oft, dass andere ihn bestaunen und seine Sachen ganz toll finden. Ist das bei euren Kindern auch Thema?
Wir haben immer versucht, sein Selbstwertgefühl zu stärken, daher hatte ich mit dem Thema irgendwie nicht gerechnet. Aber wenn von einem Freund solche blöden Aussagen kommen, kein Wunder, dass es ihn trifft.

Somit kommt hier regelmäßig der Wunsch nach neuem auf, wenn er wieder mal irgendwo was gesehen hat oder blöde Kommentare bekommen hat. Wie geht ihr mit solchen Wünschen um? Ich kann und möchte ihm doch nicht ständig irgendwelchen Krempel kaufen, damit er "mithalten" kann. Aber es scheint ihn in letzter Zeit immer wieder sehr zu beschäftigen.

Wie vermittel ich ihm einen guten Umgang mit Neid, Angebern und blöden "Freunden", die sich unmöglich benehmen?

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Puh... (lange antwort)
Ich weiß nicht ob ich helfen kann, stecke nämlich in einer ähnlichen Situation. Bei uns hat Verzögerung jedoch sehr gut geholfen, Entscheidungen zu treffen.

Meine Tochter ist auch (fast) 5, wir sind allein, das Geld ist mehr als knapp - ich bin froh wenn es für Grundbedürfnisse reicht, mehr ist selten drin. Ihr gleichaltriger Freund ist ein spätes Einzelkind reicher Eltern und wird überschüttet mit Zeug - as in fast täglich, irgendwelcher Kram, nicht immer teuer, aber wie gesagt fast täglich. Dazugehörige Erwartungshaltung inklusive.

Nun wollte der vor paar Wochen ein Kuscheltier haben, bekam es sofort in den Arm gedrückt, meine wollte auch eins und ich sagte nein - wenig Platz, viele Tiere schon da, etc. Sie steckte es weg, hielt paar Stunden durch, bis wir daheim waren - da brach sie weinend zusammen. Denn sie hätte den idiotischen Köter auch sehr gern gehabt.

Das Gespräch danach war gut, ich hab viel geredet und erklärt, sie hat viel geredet, wir haben uns geeinigt, dass sie bis zum nächsten Tag Zeit hätte sich zu überlegen ob sie das Spielzeug will, weil SIE es will, oder nur weil er es bekommen hat. Sie hat zugegeben, dass es beides ist und zweiteres aber schon ne Rolle spielt. Ich hab sie nochmal an die Frist erinnert und versprochen, dass ich am nächsten Tag direkt nach dem Kindergarten mit ihr zu dem Geschäft fahre um den Hund zu holen wenn sie ihn wirklich braucht, ihr allerdings auch klar gemacht, dass ihr Vorwurf, sie hätte wenig und schlechtes Spielzeug, nicht stimmt, es wäre eben "anders".

Und dann hab ich halt den Computer hochgefahren und ihr gezeigt, wie die Ikea Spielküche real aussieht, wenn Mama sie *nicht* den Anforderungen ihrer Tochter entsprechend umbaut, ich habe ihr gezeigt, was der Wasserfarbkasten ihres Freundes kostet, und wieviel meine Künstleraquarellen, mit denen sie unter Aufsicht spielen darf, dass sie prinzipiell nicht nur billo Kopierpapier zum Basteln, sondern eine Materialbibliothek zur freien Verfügung hat, das eigentlich für den Modellbau für echte Erwachsene gedacht ist, inklusive Werkzeug, das der normale Bürger nicht zuhause hat, aber sie bedienen darf wenn ihr danach ist - und dass andere Kinder viele ihrer Selbstverständlichkeiten nur aus Erzählungen kennen. Und so weiter und so fort, es wurde sehr spät aber wir haben jede Schublade aufgemacht, das Zeug sortiert und ich hab versucht ihr zu erklären, worin ich den Wert, materiell wie immateriell, bei jedem einzelnen Teil sehe.

Und es kann sein, dass es falsch ist, einem so kleinen Kind die Realität von Geld und Wert vorzubeten, aber sie scheint verstanden zu haben, was ich ihr sagen wollte, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Es tut mir ja auch weh, nein zu sagen, egal wie objektiv ich versuche, an ihre Wünsche heran zu gehen. Es ist nunmal so, dass es nicht jeden Tag was neues zum Spielen gibt, dafür sage ich eben zu Büchern und Mal- und Bastelzeug selten nein, und es ist noch kein größeres Fest vergangen, ohne dass sie das aktuell gewünschte Sport- oder Musikequipment vom jeweils aktuellen Fabelwesen bekommen hätte.

Der Hund (Nummer 3 seiner Gattung) zog übrigens am nächsten Nachmittag ein und wird abgöttisch geliebt, bekuschelt und bekocht - ich hatte es ihr ja versprochen wenn sie nochmal drüber schläft und in sich geht. Seitdem hab ich allerdings auch wirklich nichts mehr gehört, sie schwärmt zwar von irgendwelchem Zeug das andere haben, aber scheint die Geduld zu haben, nochmal drüber nachzudenken, bisher ohne das Ergebnis, irgendwas *unbedingtsofort* haben zu müssen. Es ist sicher kein Patentrezept für immer, aber für den Moment hat der Realitätscheck geholfen.

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Ich finde es toll, wie du reagiert hast!

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Danke für deinen Bericht.
Hier liegt das Interesse auch sehr auf Basteln und freies Spiel. Da wird stundenlang was zusammengeklebt und geschnippelt. Trotzdem haben wir eigentlich echt viel konventionelles Spielzeug. Und er hat keinen konkreten Wunsch, sondern einfach, "etwas, dass andere auch haben wollen" - finde ich sehr schwierig umzusetzen. Vielleicht muss ich noch mehr mit ihm darüber reden.

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Wir haben der Großen damals vermittelt, dass Kinder die angeben das meistens machen, weil sie neidisch sind und selber das nicht gut können, was sie gut kann.

Vielleicht kannst du deinen Sohn das auch so vermitteln.
Dein Sohn kann halt selber ganz toll Sachen basteln und sich so sein Spielzeug quasi selber bauen. Das kann der andere Junge nicht, weil der nicht weiß wie das geht und ist deshalb neidisch und versucht das durch neues Spielzeug zu überspielen.

Ansonsten haben wir bei der Großen damals den Kontakt zum Angeberjungen eingeschränkt - weil da eben auch die Mutter das so angetan hatte " Er weiß ja gar nicht was das ist und deshalb redet er so".

Ich würde nichts kaufen, um Andere zu beeindrucken-- denn das wird bei Kids die sich nur durch Materielles beeindrucken lassen ein Faß ohne Boden.

Ich würde eher an seinem Selbstbewusstsein arbeiten, dass das was er hat und kann gut ist-- vielleicht mit anderen Dingen als mit Spielzeug.
Sondern mit Sport/ Musik/ Basteln ...was er gut kann und worauf er stolz sein kann.
Das wird in der Schule später dann auch wichtiger.
Ihr könntet- wenn es bspw um Dinos gehen sollte -- selber einen Dino basteln - Pappmaché bspw. - und dazu eine Landschaft etc.
Dann hat er was Besonderes was man nicht kaufen kann und womit er gerne spielen mag...



Vielleicht kannst du ihm auch vermitteln, dass der Andere immer neues Spielzeug bekommt, weil seine Eltern nicht mit ihm was tolles Basteln können, weil sie dazu keine Zeit haben...und das es ja schöner ist, wenn man selber was machen kann...

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„ Vielleicht kannst du ihm auch vermitteln, dass der Andere immer neues Spielzeug bekommt, weil seine Eltern nicht mit ihm was tolles Basteln können, weil sie dazu keine Zeit haben...und das es ja schöner ist, wenn man selber was machen kann...“
Damit kehrst du die Situation nur um und machst die Familie des anderen Kindes schlecht, damit sich das eigene Kind besser fühlt. Das finde ich unangebracht.

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Zumal der andere Junge vielleicht beides hat: Talent zum Basteln und beeindruckendes Spielzeug. Das eine schließt das andere ja nicht aus.

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Wir haben ein wunderschönes Bilderbuch zum Thema Neid: Die rote Burg, von Emma AdBåge. Kann ich nur empfehlen.
Bei uns kommt das Thema Coolness eigentlich nur am Spielzeugtag auf, wenn alle was in die Kita mitbringen dürfen. Aber Kaufwünsche sind daraus noch nicht entstanden.

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Danke für den Tipp, das Buch habe ich gleich auf meine Liste gesetzt!

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Bei uns ist es oft eher Neid auf die Geschwistern. Die gefühlt immer die besseren Geschenke kriegen... Aber mit Freunden kenne ich es auch.

Ich sage klar,dass ich nicht einfach Geschenke kaufen möchte, ohne Grund und so. Hin und wieder mache ich es trotzdem, ein Kind hat auch wirklich nah an Weihnachten Geburtstag und wenn sie sich jetzt eine Taucherbrille wünscht, kriegt sie die auf jeden Fall.

Grundsätzlich versuche ich aber, sowas zu sagen, wie "Oh ja,da verstehe ich, dass du dir das wünschst. Heute möchte ich es nicht kaufen, aber du kannst es dir gern zu Weihnachten/deinem Geburtstag/Ostern wünschen." Meistens klappt das dann ganz gut und meistens ist das "unpassende"Zeug auch schnell wieder vergessen. Wenn es dann wirklich wochenlang kommt würde ich es dann aber auch schenken, sofern allgemein im Rahmen und möglich, die Kette, die einen in eine echte Meerjungfrau verwandelt, wohl eher nicht.

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Ja das ist scheinbar in dem Alter so. Wir haben unsere Kinder auch überhaupt nicht materialistisch erzogen. Trotzdem ist bei unserem Vorschulkind und auch allen FreudInnen das Angeben mit Spielsachen aktuell ein sehr häufiges Thema. Bei manchen Kindern (insbesondere mit älteren Geschwistern) habe ich schon das Gefühl, dass sie tatsächlich einfach prahlen und manchmal auch andere klein reden wollen, aber bei anderen ist es scheinbar tatsächlich die Begeisterung über die Sachen, die sie einfach teilen wollen. Mein Kind und die mir sympathischeren Freunde versuchen nur sehr selten sich gegenseitig zu übertrumpfen, sondern reagieren auf die (aus Erwachsenensicht) Prahlerei mit ehrlichem Interesse und Nachfragen. Sie staunen aufgrund der Beschreibung der tollen Sachen mit und planen das nächste Playdate, um das tolle Spielzeug gemeinsam nutzen zu können und sind voller Vorfreude. Ein Besuch bei Kindern mit tollen Spielsachen ist ein Highlight. Wenn Besuchskinder hingegen kein Spielzeug vorfinden, mit dem sie etwas anfangen können, sind sie natürlich enttäuscht.
Bei uns ist es kein großes Problem, weil wir zwar etwas weniger Spielzeug haben als im Umfeld üblich, aber schon ein paar "coole" Sachen (bezogen auf die Art des Spielzeugs, nicht auf die Marke, den Preis und erst Recht kein Merch oder so). Unser Kind hat aber Interessen, die es mit seinen Freunden teilt.
Vielleicht geht es bei deinem Kind ja auch einfach darum, dass er möchte, dass andere Kinder bei Besuchen bei euch Spaß haben und gerne wiederkommen wollen. Überlegt euch etwas, was beide Kinder "cool" finden würden. Das muss kein Spielzeug sein, sondern könnte ja auch eine besondere Aktivität sein.

Was Anschaffungen betrifft, gilt bei uns die klare Regel, dass ich mir den Wunsch für Geburtstag oder Weihnachten notieren kann. Und vor dem Fest gehen wir dann nochmal alle Wünsche durch und überlegen gemeinsam, welche dem Kind am wichtigsten sind. Es wird nie alles von der Liste bekommen, aber den Hauptwunsch (wenn's kein echtes Auto oder Pferd ist) vermutlich schon. Ich würde darauf setzen, dass dein Kind im Zweifel dann doch die eigentlich interessensbedingten Wünsche als wichtiger wertet. Vorausgesetzt Spielbesuche laufen gut und andere Kinder haben Spaß bei euch.

Bearbeitet von Memory
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Es ist beruhigend, dass es vielleicht wirklich eine typische Phase ist, egal, wie sehr man vielleicht dagegen an "gearbeitet" hat.
Mit den anderen Besuchskindern klappt es eigentlich prima, sie haben meist ähnliche Interessen (Basteln, Rollenspiel, Schleich...). Mein Kind hat auch ein paar Spielsachen, die es selbst gar nicht so mega interessant findet, der Besuch aber schon, und die hat er dann extra für diese Anlässe in sein Regal gestellt. Wir haben also schon "was zu bieten". Ich finde sogar, dass wir eher zu viel Spielzeug haben, daher haben wir ein rotierendes System - es ist nur im Zimmer, was auch gut in die Regale und Körbe passt, und nach Bedarf wird dann mit Dingen auf dem Dachboden getauscht. Das klappt auch bisher sehr gut, weil so auch "alte" Sachen immer wieder interessant werden.

Wir haben zum Beispiel Schleich, Playmobil, Lego, Dinge für Rollenspiele, eine Kiste mit Krimskrams bei dem auch viele Sachen mit Sound/Licht dabei sind, eine Kiste Autos, eine Brio-Bahn... Es ist halt nicht alles zur gleichen Zeit im Zimmer, aber ich finde das echt viel Auswahl. Dazu noch die ganzen Stofftiere, Puzzle, Brettspiele.

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Wir haben einen kleinen Angeber in der Familie, sind also ständig mit diesem Thema konfrontiert.
Bei uns gibt es die Regel, dass es Geschenke nur zu Anlässen gibt - dafür sahnt er da echt ab, weil von allen Seiten Geschenke kommen.
Zwischendurch gibt es max. mal eine Kleinigkeit wie ein Malbuch, Seifenblasen, etc.
Wenn es also etwas besonders tolles gibt, was unser Kind möchte, kommt immer meine Standardaussage: das kannst du dir zum Geburtstag (Ostern, Weihnachten, …) wünschen.
Das klappt sehr gut und er sagt mittlerweile schon von sich aus, wenn er etwas sieht, dass er sich das gerne zum Geburtstag wünschen möchte.
Zwischen Geburtstag und Weihnachten liegen bei uns mehr als 6 Monate, da lass ich ihn einmal im Herbst von seinem Geld, dass er immer von Oma und Opa zugesteckt bekommt, mal was kaufen, weil das doch eine lange Zeit ist.
Mit dieser Lösung fahren wir bisher sehr gut.
Er scheint akzeptiert zu haben, dass es bei uns einfach andere Regeln gibt.
Zwischendurch kommt natürlich immer mal die Frage, warum sein Cousin wieder einfach so ein großes Geschenk bekommen hat.
Da erklär ich ihm dann immer, dass seine Eltern das eben so machen möchten, wir das aber nicht gut finden, weil ein großes Geschenk ja etwas Besonderes ist und man sich darauf freuen sollte.
Wenn man ständig etwas bekommt, will man immer mehr, und es ist besser weniger zu haben, und dafür Dinge, die man gern hat.
Dann findet man immer alles, und braucht nicht so viel Zeit zum Aufräumen.
Und wir haben dafür mehr Geld übrig für schöne Ausflüge, Urlaub oder ein Eis zwischendurch.
Gerne verweise ich auch auf die vielen vielen tollen Dinge, die er bereits schon hat und dass es Kinder auf der Welt gibt, die sogar überhaupt keine Spielsachen haben und es immer etwas gibt, dass andere haben, und wir nicht bekommen können.
Für sein junges Alter versteht unser Kind das sehr gut und ist sehr zufrieden mit dem, was er hat.

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So in der Art halten wir es bisher auch. Aber durch diese häufigen Angeber-Erlebnisse in der letzten Zeit ist mein Kind echt etwas frustriert, was ich auch verstehen kann. Der Freund bekommt halt wirklich alles, was er möchte. Auch Dinge, die er hier sieht, bekommt er dann halt nachgekauft wenn er sie haben will. Das finde ich ganz schwierig zu vermitteln, warum das bei dem Kind geht, aber bei uns nicht. Ich habe natürlich schon erklärt, wie das mit dem Geld, dem Platz, dem Konsumverhalten etc. so ist, aber das ist natürlich für ein Kind, dass bei dem anderen diese Fülle sieht, manchmal schwer zu akzeptieren.

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Viel darüber reden. Was könnten die Ursachen sein für das Verhalten der Kinder die das tun? Wieso ist das nicht gut wenn man auf dem Zug aufspringt. Was ist wirklich wichtig im Leben usw usw.

Mein Kind ist eher genervt von Angeberei. Wir haben aber darüber gesprochen und sie ist in der Lage dann mit dem Angeberkind darüber auch zu diskutieren. Grad wenn es ihre Freunde sind, hören sie dann auf. Das verletzt ja auch den anderen oder vermittelt, man sei nicht gut genug. Und das sagt sie auch. Aber das kann definitiv nicht jeder. Jungs kommunizieren ja eh ganz anders wie Mädchen. Da weiß ich gar nicht ob sie das anwenden können bzw Gehör findet 🤷🏼‍♀️

Dir bleibt nichts übrig als dein Kind weiter zu stärken! Hauptsache du gibst nicht nach und kaufst Dinge

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Bei mir hapert es mit dem "darüber reden" daran, dass ich den anderen nicht schlecht machen möchte, auch, wenn er sich total daneben benommen hat mit seinem Verhalten.
Da wir mit der Familie befreundet sind, weiß ich, warum er sich so verhält: Er kann ganz viele Dinge noch nicht, die andere Kinder können, und er wird sehr oft kritisiert. Gleichzeitig aber mit Spielsachen überschüttet. Das ist also quasi sein einziger Hebel, um sich überlegen zu fühlen. Daher tut er mir schon eher leid, als das ich sauer wegen der Sprüche bin. Aber das ist eine Baustelle seiner Eltern, da kann ich mich nicht einmischen.

Aber wie soll ich meinem Kind das vermitteln...

Bearbeitet von Freundin
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Aber wieso kannst du deinem Sohn das denn nicht ehrlich mitteilen? Also die beste Freundin meiner Tochter muss auch noch viel lernen und die Eltern machen etliches falsch, weswegen sie sich dann auch blöd benimmt. Aber meine Tochter weiß das. Ich mach ja dann nicht das Mädchen schlecht sondern erkläre es nur. Und die Eltern machen eben auch ein paar Dinge nicht optimal. Da muss man eben ehrliche Worte finden.

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Vielleicht hat es ja auch gar nichts mit "mithalten" oder Neid zu tun. Ich kann mir gut vorstellen, das er sich einfach entwicklungstechnisch verändert hat, aber eben noch nicht so ganz weiß, was er mit sich anfangen soll.

Ich finde es schade, das du alles gleich als "Krempel" abtust und alles auf ein Gleis schiebst, damit nimmst du dir den Fokus auf seine evtl. Veränderung. Du bist nicht mehr neutral und offen, sondern eher "befangen".

Unsere Kinder verändern sich nun mal, natürlich muß man nicht alles durchwinken, darum geht es auch nicht.

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Den Ansatz finde ich interessant. Er verändert sich bestimmt (mal wieder), in dem Alter kommen ja ständig neue Entwicklungen.
"Krempel" ist es für mich dann, wenn er einfach nur irgendwas neues will, um andere zu beeindrucken/neidisch zu machen, und es ihm total egal ist, was es ist. Dafür ist mir das Geld dann echt zu schade. Wenn er selber neue Interessen hat, sehr gerne, aber es geht ihm in den akuten Momenten nur darum, irgendwas zu haben, mit dem er sich auch so fühlen kann wie das "Angeberkind".

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Aber woher soll er denn Input für neue Interessen bekommen, wenn nicht von Freunden oder der Kita....generell anderen Kindern. ;-).

Ob das nun kleine Angeber sind oder nicht, das ist doch erstmal egal.

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Genau aus diesen Gründen ist bei uns in der Kita der Spielzeugtag abgeschafft worden.
Das untereinander konkurrieren (besonders über materielle Dinge) ist völlig normal, die Frage ist eher was macht man daraus?!

Ich persönlich steige auf das Neidverhalten gar nicht ein. Meine Kinder sollen lernen angemessen mit diesem Gefühl umzugehen. Auf jemanden neidisch zu sein, ist nämlich in uns Menschen so drin. Leider wird der Neid oft zu Missgunst und man verlernt anderen etwas zu gönnen! Wieso kann man denn Neid nicht in Motivation oder "sich für andere freuen" umwandeln?
Anstatt sich über das Angeben oder das materielle Denken anderer Eltern aufzuregen, würde ich daran arbeiten,dass man sich selbst nicht von materiellen Dingen abhängig macht; egal ob aus finanzieller oder erzieherischen Sicht.

Mal ein Beispiel:
Unsere Tochter (5) kam nach Hause und hat davon berichtet, dass ihr Freund jetzt ein elektronisches Motorad hat und sie würde das soooo mega cool finden und will das auch haben. Der Junge hat damit in der Kita "angegeben" wenn man so will, denn er hat es allen erzählt und sogar Bilder davon gemalt. Ich hab zu meiner Tochter gesagt" wow der xy scheint richtig stolz auf sein neues Spielzeug zu sein! Hast du mal gefragt, ob du ihn mal besuchen kannst und gemeinsam mit Ihm damit spielen darfst?"
Ein paar Tage später waren wir dann da und ich hab das Motorrad auch gesehen und den Jungen bestätigt" was ein tolles Gefährt, dass macht doch bestimmt Spaß?" Die 2 haben den ganzen Nachmittag zusammen gespielt, sich abgewechselt und für meine Tochter war klar "ich will das auch haben" "kann ich verstehen, mal es am besten auf deine Wunschliste für Weihnachten." War meine Antwort.
Fertig!

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Ja, das habe ich auch schon alles gemacht und besprochen...
Sein Freund teilt nur leider nicht gerne, bzw. eher nur unter Zwang durch die Mutter. Daher ist das mit dem "Mitfreuen" und "Gönnen können" von meinem Kind total einseitig und ich verstehe da auch mein Kind, wenn es keine Lust mehr hat, immer nett zu sein und sich zu bemühen, den eigenen Neid in etwas positives zu wandeln. Das klappt mit anderen Kindern eher, aber mit diesem Freund, der momentan wirklich von oben herab und sehr materiell drauf ist, leider gar nicht mehr.
Blöderweise sind wir mit den Eltern eigentlich auch befreundet. Wäre es einfach nur ein Kind, mit dessen Familie wir nichts zu tun haben, würde ich wohl einfach den Kontakt reduzieren.

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"Neid ist die höchste Form der Anerkennung"
Warum schenkt ihr dem ganzen so viel Aufmerksamkeit?

Wenn ihr zum spielen da seid und das Kind partout nicht teilen will, dann würde ich das mit den befreundeten Eltern besprechen. Im Sinne von " wäre es möglich,dass ihr die Dinge, die euer Kind nicht beim spielen teilen will,vorher weg packt?" Sollte das nicht möglich sein und es dadurch zu Konflikten kommen, wäre mir die Freundschaft zu den Eltern egal und ich würde das Spiel beenden.🤷‍♀️

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