Der Junge im gestreiften Pyjama

    • (1) 17.09.11 - 12:50

      Hallo ihr Lieben,

      also ich muss das einfach mal loswerden.

      Meine Mama hatte sich die DVD des oben genannten Filmes gekauft, ich wollte ihn damals schon im Kino sehen, bin aber irgendwie nich dazu gekommen....

      Ich habe ihn mir gerade eben angesehen und bin echt aufgewühlt und sehr berührt. Mit so einem Ende hätte ich nie gerechnet, welches dem Zuschauer natürlich aber nochmals die Drastigkeit und Unmenschlichkeit dieser Thematik verdeutlicht und näher bringt.

      So ein schöner und bewegender Film. Und ich finde ihn durchaus auch für Kinder empfehlenswert (Natürlich ab einem entsprechenden Alter, aber durchaus nicht erst ab 12!). In der Schule könnte dieser wunderbare Film den Geschichtsunterricht abrunden und ergänzen.

      Ich wünsche euch noch einen schönen Sonnabend.

      Sophie#herzlich

      • jaaaa ich find den auch "toll"- also toll gemacht, eine erstmal tolle geschichte und dann ein ende......unsagbar, damit rechnet man gar nicht.....ich sass noch lange nach abspann da und dachte drüber nach, ich war sehr berührt!!!

        aber gerade wegen des endes würde ich ihnt rotzdem erst ab 12j. schauen lassen...ich glaube vorher haben die kinder einfach noch nicht den verstand zu begreifen was damals passiert ist!

        Hallo
        Könnten meine Worte sein.. Habe den Film vor einem halben Jahr gesehen und denke noch öfters über ihn nach. Finde ihn mit einer der besten Filme den ich je gesehen habe.

        (4) 17.09.11 - 15:02

        ' (...) welches dem Zuschauer natürlich aber nochmals die Drastigkeit und Unmenschlichkeit dieser Thematik verdeutlicht und näher bringt.'


        Tut er das?

        Ich kenne Buch und Film und muss leider sagen: Nein, also nein, echt nicht. Allenfalls und mit gutem Willen kann man das Buch Kindern und Jugendlichen zum Heranführen an das Thema empfehlen. Obwohl auch hier fraglich ist, ob dieses Thema in irgendeiner Stufe verharmlost werden sollte.

        Denn nichts anderes hat der Autor hier gemacht. Er hat Auschwitz verharmlost und stellt einen Neunjährigen als kompletten Dummkopf hin. Das Buch ist in keiner Weise realistisch , eher absurd. Die einzelnen Abweichungen der historischen Tatsachen erspare ich mir hier lieber, ich möchte ja keinen Roman schreiben.

        Der Film drückt auf die Tränendrüse, keine Frage und natürlich ist jeder am Ende betroffen, aber das macht nicht vergessen, wie es zu diesem Ende kam. Durch eine Aneinanderreihung von Umständen, die so einfach nur unglaubwürdig sind, was aber wieder zum Film bzw. dem Buch passt.

        Es gibt weitaus besseres Literatur- und Filmmaterial zum Thema 'Holocaust', denn wirklich betroffen macht mich am meisten doch noch die Realität. Die mit 'Der Junge im gestreiften Pyjama' nicht mehr zu tun hat, als Star Wars mit dem Mittelalter.

        • Hi,

          ich hab den Film nicht gesehen, aber das Buch hat bei mir den Gedanken geweckt das der Autor auf den Holocaust-Zug (welch bitteres Wortspiel) aufspringen wollte und mit ganz viel Tragik und Tränen punkten möchte.

          Ich bin selber aus Dachau und habe mich viel mit KZs und der damaligen ZEit beschäftigt, aber dieses Buch ist fürchterlich.

          • Hallo,

            interessant, dass es so verschiedene Meinungen zu diesem Film bzw. dieser Thematik gibt.

            Und die, welche hier Kritik üben, haben auch Recht. Zum Thema Holocoust habe ich auch schon Filme gesehen, welche die Thematik Holocoust realistischer darstellen wie zum Beispiel Schindlers Liste. Ich habe bei dem Jungen im gestreiften Pyjama auch überlegt, ob der Ort am Zaun wirklich Auschwitz darstellt.

            Ich habe das Buch noch nicht gelesen, habe es aber da. Ich weiß, dass es den Häftligen eigentlich gar nicht möglich war, am Zaun zu sitzen, da sie sich dort eigentlich gar nicht aufhalten durften, liege ich da richtig? Die Zäune wurden doch kontrolliert, oder?

            Mich interessiert, was noch so realitätsfern war in dem Film. Vielleicht kann mir das jemand sagen?

            Sophie#herzlich

            • (7) 17.09.11 - 19:13

              Natürlich waren die Zäune kontrolliert und selbstverständlich wäre es niemals einem Häftling möglich gewesen, dort stundenlang herum zu sitzen.

              Schrecklich fand ich die Darstellung Brunos. Selbst, wenn ich davon ausgehe, dass der Autor eine Ausgeburt an Naivität erschaffen wollte, ist dieser Junge unerträglich.

              Neun Jahre alt, Sohn eines hochrangigen Nazis und wurde noch nie mit den 'Idealen' des Nationalsozialismus' konfrontiert. Nein, er weiß nicht einmal, was Juden sind und der Name 'Adolf Hitler' ist ihm völlig fremd. Papa wollte sich wohl keinen kleinen, perfekten Nazi aufziehen, sondern die Reinheit seiner unschuldigen Kinderseele bewahren. Geht's noch?

              Als Mutter mit Kindern, die dieses Alter schon hinter sich haben, kann ich da wirklich nur mit den Ohren schlackern. Denn selbst nach einem Jahr schafft Bruno es nicht, Auschwitz richtig auszusprechen, hinterfragt nichts, nimmt alles als gottgegeben hin.

              Und warum zum Geier ließen sich die Leute dort reihenweise vergasen, wenn es doch so einfach war, ein Loch unter den Zaun zu graben?

              Ich könnte noch endlos so weiter machen, selbst wenn ich außen vor lasse, dass Brunos Vater ganz sicher niemals Kommandant in Auschwitz war ...

              Der Roman hat reihenweise Preise abgesahnt und wurde in zig Sprachen übersetzt. Warum, das ist mir ein Rätsel. Mich hat weder der Stil, noch der Inhalt überzeugen können. Scheinbar wurde hier die gute Absicht honoriert, denn die Grundidee hat etwas für sich. Nur leider kränkelt die Ausführung an allen literarischen Baustellen.

          (8) 17.09.11 - 19:18

          Ich finde die Idee, die Zeit des Holocausts aus Sicht eines Kindes zu schildern, gar nicht übel. Im Gegenteil. Aber diese Verharmlosung, die der Autor betreibt, kann ich einfach nicht für gut befinden. Er schafft ein völlig falsches Bild der Umstände im KZ, das wirklich den Eindruck wecken könnte 'naja, sooo schlimm waren die Umstände da ja wohl nicht' und das halte ich für inakzeptabel. Selbst, wenn in Buch und Film am Ende der Tod steht und der Autor damit alles wieder irgendwie in richtige Bahnen lenken möchte.

    Ich fand den auch total traurig#heul

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