Die Rache der Wanderhure - wer es schon vorher wissen will

    • (1) 23.02.12 - 18:32

      Hallo Zusammen,

      hab mir gestern auf maxdome "Die Rache der Wanderhure" angeschaut. Wer schon einmal wissen will, worum es geht und wie ich persönlich den Film finde, bitte sehr:

      Marie und Michel leben glücklich auf dem Lehensgut Hohenstein; sie haben eine kleine Tochter namens Trudi. Hiltrud lebt inzwischen mit Thomas (pikant!! Ist ja schließlich Maries erster Freier gewesen) zusammen. Zwischenzeitlich trifft der Großinquisitor des Papstes bei König Sigismund ein; interessant hierbei: Es ist ihr alter "Freund" Ruppertus (bisschen unlogisch - eigentlich wurde der ja im ersten Teil verfeuert; hier lautet es dann sehr viel später, er sei dem Feuer durch Gottes Hilfe entflohen. Trägt aber einiges an Spuren davon, weswegen er eine Ledermaske trägt). Er will Marie unbedingt (dran kriegen? Vergewaltigen? Sich rächen? Genau weiß man es die ganze Zeit nicht wirklich) und zettelt, nach der Ausweitung kriegerischer Fehden mit den Husseiten (woher die kommen bzw. wirklich leben wird ebenfalls nicht wirklich klar), in die Michel als Hauptmann des Königs einberufen wird, eine Intrige mit dem Bruder des Königs an, um Michel zu beseitigen. Bei einem vermeintlichen Spähritt, wird Michel von seinen Mitreitern angegriffen und schließlich vom Bruder des Königs durch einen Schuss einer Tannhäuser Büxe am Kopf verwundet und niedergestreckt.

      Er wird für tot geklärt und Marie wird das Schwert ihres Mannes überreicht. Marie hegt Zweifel an der Aussage, Michel sei im Krieg gefallen, da kein Tropfen Blut auf dem Schwert zu finden ist. Ruppertus hat es dem König inzwischen "schmackhaft" gemacht, dass er Marie - als frische Witwe - auf den tugendhaften Pfad zurückführen wird, da sie ja eine schwere Sünderin sei, und ihr einen passenden Ehemann suchen würde. Die Mätresse des Königs (interessant: Eine Äbtissin! Hervorragend gespielt von Esther Schweins) durchschaut seine Absichten und versucht Sigismund hier umzustimmen. Als Marie vor den König gerufen wird, da sie neu verheiratet werden soll, schafft sie es, Sigismund 10 Tage aus den Rippen zu leiern, um den Beweis zu erbringen, dass Michel wirklich noch lebt.

      Der Großteil des weiteren Films handelt dann von ihrer Suche und auch der wunderbaren Auffindung und Wiederbelebung von Michel durch einen Mongolen, der ihn wieder aufpäppelt, der asiatischen Kriegskunst unterweist (alles etwas arg hölzern) und wieder fit fürs Leben und Kämpfen macht. Nur etwas blöd: Michel hat sein Gedächtnis verloren und kann sich nicht mehr an Marie erinnern. Nun gibts viel hin und her mit dem König von .... (sorry - DEN Namen habe ich mir nicht auch noch merken können) und seiner Tochter, die sich natürlich prompt in Michel verliebt hat.

      Lange Rede, ein wenig Sinn: Nach viel Gekämpfe (Marie am Schwert ist ... hmm ... gewöhnungsbedürftig) und diplomatischen Unterredungen (irgendwie auch nicht glaubwürdig, dass ausgerechnet Marie einen heftigen Krieg durch ihr diplomatisches Geschick zwischen König ... und den Husseiten zum Wohl von Sigismund schlichtet), finden Marie und Michel wieder zusammen. Ruppertus schnappt sich inzwischen Trudi und bemüht sich durch Erpressung Marie zu bekommen. Doch er hat die Rechnung ohne die guten Schwestern aus dem Orden der Mätresse des Königs gemacht; von streitbaren Nonnen wird er am Schluss durch zig Pfeile getötet.

      Insgesamt: Ein wirklich unterhaltsamer Film. Es wird nicht langweilig, aber vieles erscheint mir doch - gerade, weil es ja im Mittelalter spielt - arg an den Haaren herbeigezogen. Und Ruppertus wieder ins Spiel zu bringen, mag ja interessant sein, aber absolut unlogisch. Denn wer auf dem Scheiterhaufen ist, der entkommt nicht mal eben so. Alexandra Neldel spielt zwar sehr überzeugend und auch gut, aber es ist so schwer glaubwürdig, ihr die schwertkämpfende Amazone abzunehmen, die sogar dem harten Herrscher der Husseiten eine sanfte Seite abrringen kann. Und Michel als asiatischer Kämpfer ist einfach nur lächerlich. Richtig gut gefiel mir der Schauspieler vom blonden Thomas (Namen habe ich leider nicht) und - auch wenn seine Rolle absolut unlogisch war - Julian Weigand als Großinquisitor alias Ruppertus.

      Von daher meine Empfehlung: Wer einfach nur gute, abendfüllende Unterhaltung sucht, macht hier einen guten Griff. Auch für Diejenigen ist der Film sehenswert, der nicht "Die Wanderhure" kennt oder die Bücher gelesen hat. Man darf nur nicht daran denken, dass man sich eigentlich im Mittelalter befindet und dass von der Logik her alles etwas .... hmm ... rangezerrt und angeflickt wurde.

      ABER: DAS TV-Event des Jahres, so wie es teilweise angekündigt wurde, war es nicht. Ich würde den Film - auch wenn er mir gut gefallen hat - kein zweites Mal schauen wollen.

      VLG Emestesi

      • (2) 23.02.12 - 18:35

        Ich hab alle Bücher gelesen,den ersten film nach etwa 20 Minuten ausgeschalten und möchte auch keinen weiteren Teil davon sehen!

        Danke,dass du mich damit bestärkt hast,das ich es nicht möchte!
        ;-)

        • (3) 23.02.12 - 18:51

          Du, ich glaube, man muss die Bücher und die Filme komplett voneinander getrennt betrachten. Ich muss ehrlich sagen, dass ich "Die Wanderhure" als Buch wirklich liebe! Als ich den Film gesehen habe, war ich erst enttäuscht. Dann habe ich ihn mir nach einer Weile nochmal angeschaut und versucht, ihn als neue Story zu betrachten. Dann hat er mir eigentlich gut gefallen.

          Ich glaube, all Diejenigen, die die Bücher verschlungen haben (so wie ich :-)), werden den Film ähnlich ernüchternd betrachten. Allerdings ist er bestimmt für alle Anderen interessant. Zudem ist er gut gemacht (besser als der erste Teil) und unterhält wirklich gut. Aber es ist halt kein Meilenstein der Filmgeschichte. Ich finde es etwas schade, dass das Autorenpaar so blindlinks alles mitgegangen ist, anstatt auf mehr Authenzität zu pochen. Es hätte etwas wirklich Großes werden können (so z.B. wie die Filmumsetzung von "Die Päpstin", die ich absolut gradios finde), aber so blieb es leider nur beim eher schlecht Kopierten.

          LG emestesi

          • (4) 23.02.12 - 18:54

            Da hast du recht,mir geht es meist so,wenn ich schon vorher das Buch kannte und liebe und dann die Verfilmung anschau.

            Die Nebel von Avalon
            Roots
            Die Wanderhure
            ES
            usw usf

            Gut umgesetzt fand ich die "neueren" Harry Potter Filme ( auch wenn da viel verändert wurde)

            Und von dem Film die Päpstin bin ich genauso begeistert wie du.

            • (5) 23.02.12 - 19:00

              Jepp, da hast du Recht. Ich war sooooo enttäuscht von all den Verfilmungen, die du geschrieben hast. Besonders blöd fand ich die Verfilmung von SHINING mit Jack Nicolson. Wer Shining je gelesen hat, sollte sich den Film absolut getrennt vom Buch anschauen.

              Schade, dass die Drehbuchumsetzungen meistens so fernab von der Genialität der Bücher ist. Nehmen wir nur mal die Bücher von Thomas Harris. "Schweigen der Lämmer" war auch eine der besten Verfilmungen inkl. Schauspielerbesetzung, die ich je gesehen habe. "Hannibal" war dagegen ein lauer Aufguss auf das rasante Buch, das ich wirklich klasse fand.

              LG von emestesi

              • (6) 23.02.12 - 19:06

                Ich hab fast alle "alten" Bücher von Stephen King gelesen, aber nur die wenigsten Verfilmungen gesehen.Ich weiss auch warum ;-)

                Von der Hannibal Lector Reihe hab ich nur die Filme gesehen.

                Mein absolutes Lieblingsbuch ist "Die Nebel von Avalon" und da hat die Verfilmung ja nun wirklich nicht mehr viel mit dem Buch zutun.Schlimmer noch,der Sinn und Geist des Buches ist vollkommen verlorengegangen es wurde nur zu noch einer Artuserzählung, in der Morgaine einfach mal nicht als die Böse wegkommt.

                Aber leider kann man mit Filmen halt eben viel weniger aussagen, als mit Büchern.
                Bei jedem Buch gelingt es dir nur es gut zu finden,wenn du genügend Phanatasie hast,die die Szenerien vorzustellen.
                Ausserdem kann man in den Filmen die ganzen Gedankengänge der Mitwirkenden schlecht darstellen!

      (7) 24.02.12 - 08:35

      ich war sehr verwundert das die einen 2ten teil gedreht haben

      der erste war nur seichtes abend programm zum ein mal ankuckern
      meiner meinung nach
      der 2te wird nichts anderes sein
      nur da ist für mich die frage schalte ich es überhaupt ein

      Aber ich denke für neben beilaufen lassen kann man es bestimtm einschalten und werden wir auch tun
      die Alexandra mag ich allerdings

      (8) 24.02.12 - 09:05

      Wann läuft der Film ? Oder war der schon gelaufen ?

    (10) 24.02.12 - 13:43

    Traurig, hat leider gar nichts mit dem Buch "Die Kastellanin" zu tun :-(

    Naja, wer das Buch nicht gelesen hat, findet den Film vielleicht gut.

    LG

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