Natascha Kampusch

    • (1) 23.03.12 - 08:53

      Guten morgen.

      Ich habe das Buch 3096 Tage von Natascha Kampusch gelesen und bin während des lesens immer wieder umgeschwänkt zwischen "Ich glaube ihr" und "Nein, das glaube ich nicht".
      Mal beschreibt sie einen fast liebevollen Umgang mit dem Täter, ein anderes Mal erklärt sie warum es für sie kein "Stockholm Syndrom" gibt und dass es überlebenswichtig sein eine Art Regelmäßigkeit zu leben.
      Also habe ich Zeitungsberichte, ihr Interview und unter anderem das

      http://www.youtube.com/watch?v=njbzwXctXLs&feature=related
      noch mal gelesen/ gesehen.
      Mal denke ich: Ok, das Bild mit der blauen Decke nach der Entführung zeigt wirklich weiße dünne Beinchen - das passt.
      Dann wieder: Wie kann ein Mensch so stark sein und 2 Wochen danach so taff ein Interview geben? Und so abgemagert sieht sie da auch gar nicht aus.
      Wahrscheinlich mache ich in Gedanken genau das, was ihr nach ihrer Befreiung am meisten zu schaffen macht: Ich glaube ihr irgendwie nicht so richtig.

      Wie seht ihr das?

      LG
      Kimmi

      • Ich glaube auch, dass sie freiwillig acht Jahre lang (wohlbemerkt mit 10 Jahren) bei einem erwachsenen Mann gelebt hat. Sie hatte bestimmt keinen Bock mehr auf ihre Eltern *ironie OFF*

        Sorry, hab das Buch nicht gelesen...Aber was glaubst du ihr nicht????

        Lg

        • Hallo

          So meinte ich das auch gar nicht.
          Natürlich glaube ich, dass sie entführt wurde, gefangen gehalten wurde und phsychisch sowie physisch so abhängig war, dass sie selbst bei offenen Türen nicht los gerannt wäre.
          Es tauchen eben so viele Unstimmigkeiten auf und ich kann mir einfach nicht vorstellen nach diesem schlimmen Mißhandlungen ( im Buch zum Teil in grauenhaften Details aufgelistet) so realaxt im TV zu sprechen. Wo sie doch vorher keinen Ton rausbrachte, wenn sie sprechen wollte.

          Und es fällt mir schwer zu glauben, dass jemand nach solchen Mißhandlungen Verständnis für den Täter aufbringt.
          Ebenso gibt sie zu, dass er sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen hat. Sie sagt aber auch er habe sie nie Vergewaltigt und sie möchte darüber nicht sprechen.
          Wahrscheinlich tue ich ihr Unrecht, darum frage ich euch ja.

          LG
          Kimmi

          • (4) 23.03.12 - 09:23

            ich habe das buch zwar auch nicht gelesen, aber ich teile deine meinung.

            wenn ich sie im fernsehen sehe, frage ich mich jedes mal, warum sie nicht endlich aus den medien verschwindet und anfängt ihr leben zu leben.

            hat lange genug darauf verzichten müssen, deshalb verstehe ich ihren wunsch, in der öffentlichkeit zu stehen nicht!

            • (5) 23.03.12 - 09:47

              Hallo

              Vielleicht möchte sie mit der Medienpräsenz die Zweifel ausräumen.
              Aber wie eben schon geschrieben wurde: Man reagiert in Extremsituationen oft sehr komisch. Damit meine ich das erste Interview nach nur 2 Wochen.

              Ich erinnere mich noch, dass sich der Bestatter bei der Urnenbeisetzung meiner Mutter um 2 Stunden nach hinten vertan hatte.
              Ich lachte und sagte: Oh man, Mama... du kommt sogar zu deiner eigenen Beerdigung zu spät! Dann bin ich lachend mit den Gästen Kaffee trinken gegangen. Der frühe Tod meiner Mutter hatte mir den Boden unter den Füßen weg gezogen. Heute kann ich nicht mehr verstehen, wie ich so reagieren konnte.

              LG
              Kimmi

    Da die meisten unter uns nie entführt wurden, nie jahrelang eingesperrt wurden, nie sexuell missbraucht wurden, sollten wir die letzten sein, die sich ein Urteil erlauben dürfen.

    Wir wissen nicht im Geringsten, wie traumatisiert sie wirklich ist. Wahrscheinlich weiß sie es nicht einmal selbst. Eine äußere Stärke kann auch ein Zeichen von Beruhigungsmitteln sein und dem Willen, nicht schwach vor der Kamera zu wirken. Sie ist nicht dumm und wird jeden kleinsten Schritt sich wohl überlegt haben. Das starke Verhalten könnte man jetzt psychologisch auseinander pflücken. Aber das sollten nur Leute machen, die wirklich was davon verstehen. Also nicht die Urbianerinnen.

    Deshalb solltest du und viele andere aufhören, darüber nachzudenken und irgendwelche Urteile zu fällen.

    LG
    Sindy

    • Hallo.

      Damit könntest du sicher Recht haben. Das kann man selber gar nicht nachvollziehen.

      Aber über etwas nachzudenken ist ja nun legitim und ein Urteil würde und habe ich mir nicht erlaubt.
      Ich frage nur nach euren Gedanken und den hast du mir ja freundlicherweise mitgeteilt.
      Danke dafür :-)

      LG
      Kimmi

      (10) 23.03.12 - 12:23

      es geht hier nicht um "psychologisches auseinanderpflügen". das ihr ist ein forum und da tauscht man nun mal meinungen aus.

      und wenn frl. kampusch die öffentlichkeit sucht, um dinge für sich zu verarbeiten, muss sie damit rechnen, das man darüber spricht.

      mfg

      Wie soll man nicht darüber nachdenken? Sie sucht doch die Öffentlichkeit... Hat ein Buch geschrieben. Das macht man ja nicht, wenn man inruhe gelassen werden will. Und die ganzen Zweifel sind ja erst durch Ihre eigene Öffentlichkeitsarbeit aufgekommen...

      Ich habe keine wirkliche Meinung dazu.

      Aber ich kann durchaus verstehen, das es Menschen gibt die zweifeln, ob das denn alles so stimmt...

(12) 23.03.12 - 09:50

ich glaube zwar schon, dass sie entführt, missbraucht ect wurde - aber mich nervt die auch tierisch...#schock

ständig dieses nach vorne drängen...schrecklich. In jeder Talkshow saß sie damals, hat ihre Geschichte für viel viel Geld verkauft. Sowas find ich echt#augen

  • (13) 23.03.12 - 11:09

    " In jeder Talkshow saß sie damals, hat ihre Geschichte für viel viel Geld verkauft. Sowas find ich echt"

    Sowas find ich echt klug und bewundernswert.

    Sie hat kaum Schulbildung, keine Ausbildung und einen Job zu finden ist ja auch nicht das Leichteste.

    Jeder Andere in ihrem Alter, der nicht so einen schwere Geschichte hinter sich hat, hatte die Chance eine Schule zu besuchen, eine Ausbildung zu machen und ist dann in der privilegierten Situation sich einen adäquaten Job zu suchen, um sich einen angemessenen Lebensstil zu finanzieren.

    Aber sie...die es eh schon Jahre lang nicht einfach hatte...soll jetzt deiner Meinung nach gefälligst das Geld verdienen sein lassen und einen Hilfsjob annehmen, der schlecht bezahlt ist, oder sich von der Allgemeinheit finanzieren lassen, bis sie die Ausbildung nachgeholt hat?
    Ganz tolle Einstellung#pro

    Grüsse

    serdes

    (18) 24.03.12 - 00:36

    #pro

(19) 23.03.12 - 12:17

:-)

zum glück besteht in der brd meinungsfreiheit!

  • (20) 23.03.12 - 19:43

    Dieter Nuhr: "Manche haben das mit der Meinungsfreiheit falsch verstanden. Man DARF eine Meinung haben, MUSS aber nicht. Wenn man also keine Ahnung hat, einfach mal...!"

    Oder: Manche verwechseln "Meinung" mit empathielosem Stammtischgewäsch.

(21) 23.03.12 - 12:23

Hier mal was zum Nachlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Natascha_Kampusch

Anfangs war sie vielleicht desöfteren im TV zu sehen, aber das könnte auch eine Art Eigentherapie gewesen sein, das darüber sprechen hat ihr womöglich geholfen, mit ihrem Erlebten einigermaßen ``fertig zu werden``!

In dem Artikel steht auch, was sie mit den Spenden gemacht hat: ein Krankenhaus auf Sri Lanka gebaut!

Ein bisschen Empathie hat noch niemandem geschadet...!

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