Habe eine Frage zu Frauentausch

    • (1) 03.04.15 - 02:37

      Hi,vor kurzem habe ich Frauentausch gesehen.Die eine Familie war ja ganz normal, aber die andere, man das hat mich gewundert. Die Wohnung war dreckig, die Kinder lebten im Dreck.Und ich stellte mir die Frage: Wissen die garnicht das das Fernsehteam für die Dreharbeiten kommt?! Oder dürfen die vorher nicht putzen?

      Und dann die Wohnung, macht das Fernsehteam den Dreck da hinein? Ich kann und will nicht glauben,dass es Kinder gibt, die in einer so dreckigen Wohnung wohnen, nicht mal richtige Betten und kaum Spielzeug.Wie ist das denn da ohne Kamerateam?
      Oder bekommen die mehr Geld wenn die so assi spielen? Weil der Zuschauer sich dann daran ergötzen kann was wiederum Quote bringt.
      Wie real ist das?
      Wieviel Geld bekommen die für die völlige familiäre exibition vor dem fernsehpublikum?
      Warum schickt da keiner das Jugendamt hin und gibt Familienhilfe?
      Mir taten die Kinder sehr sehr sehr leid. Was für eine Zukunft erwartet sie bei dem Start und bei dem Vorleben der Eltern?
      Wie real ist das?

      • "Warum schickt da keiner das Jugendamt hin und gibt Familienhilfe?"

        Na, dann wäre es ja nicht mehr so dreckig, oder?

        Diese "Dokus" sollen doch dafür sorgen, dass der Zuschauer weiter zuschaut. Würdest du weiter zuschauen, wenn da zwei total normale Familie wären, die ihre Mamas kurz mal eben austauschten? Ich glaube, so war das mal GANZ am Anfang dieses Programms. Da waren es ziemlich normale Familien, die gefilmt wurden, aber das war wohl nicht spannend genug, brachte nicht genug Quote, denn es wurde ja weiter entwickelt... Nein, es MUSS ein Hammer dabei sein, der dazu führt, dass die Zuschauer mit einem (vielleicht wohligen) Gruselschauer vor der Glotze sitzen und halbwegs entrüstet sagen: "Da muss doch jemand etwas tun!"

        Und beim nächsten Mal wieder einschalten, um zu schauen, was diesmal Schlimmes zu sehen ist.

        Sorry, aber so ist das Konzept dieser Sendungen und du bist genau die richtige Zielgruppe.

        Ansonsten ist es so, dass es in der Tat Familien gibt, in denen die Kinder im Dreck ohne Betten oder Spielzeug leben, weil die Eltern nie gelernt haben, wie man einen Haushalt führt, wie sie ihr Geld einteilen, das sie haben, oder was für Kinder vielleicht wichtig sein könnte.

        Das Jugendamt kann erst dann tätig werden, wenn jemand dem Jugendamt bescheid sagt, da hast du vollkommen recht.

        Wäre diese Familie, die du da gesehen hast, nun ECHT (kann ja sein), und das Fernsehteam hielte freudig mit der Kamera auf die Misere, würde aber sonst nichts weiter tun, was hältst du dann von dieser Sendung, so für die Zukunft? Schaust du es dir dennoch immer wieder an?

        Das ist ein wenig wie die DokuFilme über wilde Tiere in Afrika: Da schaut das Kamerateam auch zu, wie die Löwen die Antilope fressen. Das ist Zynismus, ich weiss, und ihr könnt mich dafür gern angehen, aber so sehe ich das. Privatfernsehen mit den billigen Dokus ist wie Zoo für Menschen. Ich frage mich, wer sich so etwas wie Frauentausch anschaut und sich dann noch wundert, warum da niemand "etwas tut".

        Da tut niemand etwas, weil man es filmen will und weil vor der Glotze Zuschauer sitzen, die so etwas sehen wollen.

        Das ist meine Meinung am Morgen dazu. Wenn du meinst, in der Familie muss etwas getan werden, dann ruf doch in der Stadt der Familie beim Jugendamt an (wird die genannt, oder ist alles ganz anonym?) und frag nach, ob die auch Frauentausch gesehen hätten und ob sie bei der Familie mal vorbeigehen könnten... WENN sie echt sind, hast du dann etwas halbwegs Gutes getan. Wenn sie NICHT echt sind, dann werden sie halt kurz überprüft, alle lachen und gut ist.

        Ich denke nur, allein die Tatsache, dass da scheinbar eine verwahrloste Familie mit Kindern öffentlich gezeigt wird, und das Team ist dabei und der Zuschauer wird nicht einmal darüber informiert, ob der Fernsehsender irgendetwas unternommen hat (zumindest NACH den Dreharbeiten), zeigt doch ganz klar, was das für eine gequirlte Scheisse ist. Da geht es nicht um den Menschen, sondern um die Einschaltquote.

        Denk mal drüber nach.

        White

        • Mich wundert es, dass es noch Leute gibt, die glauben, an diesen "Dokusoaps" sei irgendwas Wahres dran.

          >>>gequirlte Scheisse<<<

          Kurz und knapp, aber trifft es genau. :-)

          Der Zuschauer bekommt das, was er sehen will.

          • Du, ich würde mal behaupten, es GIBT all das tatsächlich. Das ist meine Zielgruppe. Und ich bin alles andere als arbeitslos.

            Aber das rechtfertigt diese GafferSerien in keinster Weise.

            DA kotz ICH dann im Strahl. Den Mist anschauen und dann seufzen und eine Träne verdrücken, warum denn niemand etwas tun würde... #putz

            So. Bevor ich mich reinsteigere: Rechner aus, Sonne an (scheint schon!)

            #winke

            • Ich würde auch nie behaupten, dass es sowas nicht gibt.

              Aber, wie du richtig schreibst:
              >>>Nein, es MUSS ein Hammer dabei sein, der dazu führt, dass die Zuschauer mit einem (vielleicht wohligen) Gruselschauer vor der Glotze sitzen<<<

              Dabei kann ich mich gut fühlen, weil ich ja NICHT so bin, weil ich ein besserer Mensch bin.

              Ich kenne diese Soaps nur aus den Vorschauen, kann also nicht wirklich mitreden, aber diese Trailer reichen mir schon zum Fremdschämen, nicht wegen der "Schauspieler", sondern wegen des "Fernsehvolks", für das dieser Mist produziert wird.

      (7) 03.04.15 - 11:51

      eine Freundin meiner Tochter hat vor einigen Jahren mal bei "Deutschland deine Teenies" mitgemacht. Bekam 800 Euro für die Folge und musste haargenau das sagen, was die Filmleute ihr angeordnet haben.
      90% des Films waren gelogen.

      Ich habe in der Firma gearbeitet die das produziert - es wird natürlich auch mal etwas "verschlimmert" und der Schnitt hinterher sucht die ekligsten Bilder und dämlichsten Sprüche aus - grundsätzlich sind die Familien aber so.
      Natürlich werden sie auch so ausgesucht.

      Eine Familie hatte sogar mal die Krätze - da musste der Dreh abgebrochen werden.

      LG, katzz

      Ok eure Meinungen sagen viel. Ob das immer so ist das man einen Hammer braucht weiß ich nicht.
      Aber ich kann nicht verstehen, was das soll?
      Warum wird das im Fernsehen gezeigt, wie eine Familie schlimm lebt und die Kinder werden so vorgeführt.

      Wenn das alles real ist haben die doch später in der Schule auch nichts mehr zu lachen.
      Und warum ist es da so dreckig?

      Wissen die das ein Fernsehteam zum filmen kommt?
      Wenn Kinder so leben muss man doch was tun und nicht noch die Kamera drauf halten.
      Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass das alles real ist. Oder mal so ausgedrückt: Ich hoffe das ganz schwer.

      Geh mal an die nächste Förderschule mit den Schwerpunkten Lernen und / oder soziale und emotionale Entwicklung und rede mit den Kindern!

      Wenn man in halbwegs normalen Verhältnissen aufgewachsen ist, dann ist es unvorstellbar, wie manche Kinder aufwachsen. Aber das ist auch ein Teufelskreis. Kinder, die nie gelernt haben, dass die Eltern arbeiten und sich um den Haushalt kümmern, wo max. eine Konserve aufgewärmt wird und niemand mit den Kindern spielt oder ihnen vorliest, denen fehlt die Erfahrung, um es bei ihren Kindern zu ändern.

      Jeder lästert gerne über das Kind im Kindergarten, das nur Nutella-Toast als Frühstück mitbringt. Ich habe in Klassen gearbeitet, da hätte ich nicht einmal zu den Eltern etwas gesagt, deren Kinder eine Tüte Chips und eine Flasche Cola dabei hatten (1. und 2 Klasse), denn diese Kinder wenigstens irgendetwas mit, das sie essen konnten.

      Wenn von zehn Kindern in einer Klasse von sechs min. ein Elternteil Analphabet ist, dann ist das erst einmal ein Kulturschock.

      Ich weiß nicht, in wie weit Formate wie Frauentausch die Dialoge skripten und damit übertreiben. Aber ich weiß, dass genug Kinder gibt, die in Verhältnissen leben, die ich ihnen nicht wünsche. Aber auch das Jugendamt kann nicht alles ändern. Eine Familienhilfe ist kein Hausmädchen. Sie zeigt zwar, wie man putzen und kochen könnte, was man mit seinen Kindern nachmittags unternehmen könnte, etc. aber wenn sich die Familie nicht helfen lassen möchte, kann nicht viel gemacht werden.
      Viele Dinge machen dich sicherlich traurig, das geht vielen so, aber Dosenravioli und wenig Spielzeug rechtfertigen nicht, dass die Kinder aus den Familien geholt werden. Und du darfst nicht vergessen, dass auch diese Kinder ihre Eltern lieben.

      Warum die Kamera draufhält? Weil es Geld bringt, weil es geguckt wird, weil man sich herrlich dran aufgeilen kann "Boah, guck mal, der Asi da, so bin ICH ja nicht! Ha ha ha!".

      lg

      Kann mich White nur anschließen. Solche Familien gibt es, da habe ich mit einigen als Familienhelferin gearbeitet.

      Diese Familien können aber nur gefilmt werden, weil es Leute wie Dich gibt, die es sich ansehen.

      Eine Freundin von mir hat Medienwissenschaften studiert und hatte einen Kommilitonen, der wohl mal bei der Supernanny ein Praktikum oder etwas in der Art gemacht hat. Sie sagte mir, dass die Kameramänner da Provision erhalten, wenn sie besonders "schlimme" Zustände filmen und die Familien dementsprechend auch angestachelt haben. Gerade so einfach gestrickte Menschen machen sich da ja nicht wirklich viele Gedanken über die Folgen, gerade für ihre Kinder, die da ganz unfreiwillig zur Schau gestellt werden.

      (12) 05.04.15 - 19:01

      eine Bekannte hatte vor Jahren gegen unseren Rat mitgemacht. Beide Kinder (ein Kind ist geistig zurückgeblieben) , hatten extreme Probleme mit der Situation. Es wurde schon etwas gesagt(zb.das der Vater mal ausrasten soll, weil kein Fleisch auf dem Tisch steht). Ansonsten lief es da schon ohne zutun schlimm ab. Es wird schon im Vorfeld so zusammengesteckt das es reibereien gibt. Fleischer zu Veganer, Öko zu Plaste, Tierfreund zu keimfreien Haushalt.... Ich verstehe nicht wieso Eltern ihren Kindern das antun
      LG

      Hallo,

      Naja wenn man danach geht was Kinder wieviel als Spielzeug hat würde man bei uns wahrscheinlich auch sagen da muss das Jugendamt was machen..
      Denn wir haben nicht Kistenweise Spielzeug und es wird regelmäßig aussotiert.

      Aber um mal darauf zurück zu kommen. Es gibt einfach genug Menschen die sich den mist anschauen und darum wird das produziert.

      Da wird wie jemand schon schrieb recht viel gemacht das es zu Streit kommt. Und garantiert auch einiges Aufgebauscht und übertriebener dargestellt.

      Und ob das alles so echte Familien sind? Ich weiß nicht ich denke das zumindest die Älteren "Kinder" und Erwachsenen richtig gecastet werden mittlerweile. Und die auch sowas wie ein Drehbuch haben.

      Ganz am Anfang war das vielleicht wirklich der Grund Gedanke das normale Menschen gefilmt werden aber das brachte keine Quoten also bauscht man auf.

      Leider gibt es wirklich solche Familien. Ich habe das auch erst durch meinen Beruf festgestellt, vorher kannte ich das nicht. Das Jugendamt hat keinen Platz und kein Geld für alle diese Kinder.

      Doch, solche wohnungen gibt es wirklich... leider...

      das jugendamt kommt bestimmt interher... aber vorher wäre ja langweilig... bringt rtl ja nichts dann..

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