Jan berichtet wie er das Licht der Welt erblickte...

Hallo ihr Lieben. Heute berichte ich (Jan) euch mal wie ich geboren wurde.

Am 2.12.2008, 15 Tage vor Entbindungstermin, um 6Uhr früh wurde Mama von einem starken Ziehen im Unterbauch geweckt. Sie dachte sich nichts weiter dabei denn dieses Ziehen kannte sie ja schon seit einigen Tagen. Also machte sie die Augen wieder zu und versuchte weiter zu schlafen. Aber Pustekuchen, wieder ein Ziehen. Mh, Mama machte sich immer noch nichts draus, schließlich war sie Erstgebärende und denen sagte man ja nach, dass sie eh meist über´n Termin laufen.
Nun musste ich Mama also klar machen, dass ich wirklich heute schon raus wollte, also beglückte ich sie gleich mit aller 5 Minuten Wehen die auch jedesmal an Stärke zu nahmen. Mama musste jetzt langsam kapieren, dass ich raus will, schließlich ging es mir nicht mehr gut in ihrem Bauch - ich brauchte Hilfe.

Endlich verstand Mama und stand auf, ging erstmal auf´s WC und setzte sich dann im Wohnzimmer vor die Uhr. Ihr wurde ganz mulmig dabei. Sie weckte Papa, der glaubte sie würde sich das nur einbilden. Ha - dem werd ich´s zeigen. Mama hatte um 10Uhr bei ihrer Frauenärztin sowieso einen CTG-Termin also rief sie sie an ob sie nicht schon eher kommen dürfe. Um 7.30Uhr, nach einem schnellen Frühstück fuhren Papa und Mama also zur Ärztin.
Diese schloß Mama ans CTG an und Mama quälte sich schon ziemlich vor sich hin. Die Ärztin meinte nach einer Weile "Ach, das sind doch nur Wehwehchen". Mama dachte sie spinnt, wenn diese Schmerzen nur Wehwehchen waren wollte sie die Geburt lieber unter Vollnarkose hinter sich bringen. Dann untersuchte die Ärztin Mama noch vaginal und wurde danach ganz hektisch. Gebärmutterhals vollkommen verstrichen, Muttermund 2cm geöffnet, Einweisung ins Krankenhaus.

Papa glaubte Mama natürlich immernoch nicht, bis sie ihm die Einweisung unter die Nase hielt. Ihm wurde ganz anders. Die beiden also los in den Kreisssaal, mit Abstecher in den Zoofachmarkt, weil Hundi sonst nichts zu Fressen hätte. Die Fahrt kam ihr wie eine halbe Ewigkeit vor und sie stellte fest, dass die Straßen von Chemnitz echt das Letzte waren, zumindest wenn man unter Wehen litt.

Im Kreisssaal angekommen verschwand Papa nochmal fix nach Hause um Mama´s Tasche zu holen und noch mal mit dem Hund zu gehen. In der Zwischenzeit kamen Oma und Opa, die Mama inzwischen informiert hatte, denn Opa sollte ja mit in den Kreisssaal.

Dort wieder ans CTG und wieder der selbe Spruch "die Wehen sind noch keine Geburtswehen". Mama kam sich leicht veräppelt vor. Sie sollte auf Station gehen, aber vorher wurde sie noch mal vaginal von einem Arzt untersucht. Diagnose: Muttermund 5cm geöffnet, Fruchtblase steht prall hervor und Köpfchen ließ sich nicht mehr weg schieben. Die Hebamme, die eben Mama´s Wehen noch als "Larifari" abgetan hatte wurde auf einmal ganz hektisch.
Mama sollte sich noch schnell in der Verwaltung anmelden und dann sofort wieder kommen. Inzwischen war Papa übrigens auch wieder da. Mama wurde sofort ins Kreisssaalbad gebracht und für die Geburt vorbereitet. Danach kam sie in ihr Kreissbett. Dort quälte sich sich weiter so dahin - ich mich übrigens auch, so eine Geburt ist schließlich auch für uns Babys anstrengend.
Papa und Opa standen Mama prima bei, auch wenn sie mal die Fassung verlor und schrie statt atmete. Irgendwann fragte die Hebamme, ob Mama Schmerzmittel wollte, aber da sie jeder Spritze lieber aus dem Weg ging verzichtete sie. Das bereute sie 10 Minuten später, nachdem die Hebamme die Fruchtblase öffnete. Von jetzt auf gleich waren die Wehen schier unerträglich, Mama flehte nun nach Schmerzmitteln. Aber zu spät. Der Muttermund war innerhalb von ein paar Minuten auf 8cm aufgegangen und damit waren Schmerzmittel nicht mehr sinnvoll.

Mama flehte, dass sie endlich pressen durfte, aber sie musste sich noch gedulden. Irgendwann durfte sie endlich pressen, aber die Wehen ließen auf einmal nach und mir ging es Zeitweise auch nicht so gut. Also sollte Mama hecheln und wurde an einen Wehentropf angeschlossen. Bis dieser allerdings wirkte hatte Mama noch 3-4 Presswehen und ich war endlich daaaaaaa.


Um 16.01Uhr wurde ich, Jan, mit 3280g, 47cm und KU 34cm geboren.

Nach ein paar Minuten kuscheln wurde ich vermessen und gewogen und weil ich nicht richtig atmete gleich der Kinderärztin vorgestellt.
Diese untersuchte mich und verlegte mich gleich auf die ITS.
Am nächsten Tag kam ich auf die normale Säuglingsstation und musste noch einige Schicksalsschläge über mich ergehen lassen.

Am 19.12.2008 durften wir nach Hause.

LG Jan und Mama :-)

1

Sehr schön geschrieben!
Wenn ich fragen darf: Welche Schicksalsschläge waren das?

LG

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Hallo.

Anfangs hatte er "nur" Anpassungsschwierigkeiten.
Am 5. und 6. Lebenstag hatte er schwere Krämpfe. Seine ganze linke Körperhälfte krampfte, die Zunge zuckte und die Augen verdrehten sich.

Nach vielen Untersuchungen (MRT, EEG, Kopfultraschall, Blut) war man immernoch nicht schlauer. Es stellte sich nur heraus, dass es einen Schaden in seinem Gehirn hinterlassen hatte. Ca. 4 Monate später hatte sich das Gehirn selber wieder "repariert". Mittlerweile brauch er auch keine Medikamente mehr und hatte nie wieder einen Anfall.
Motorisch ist er nur ziemlich hinter her, aber ob es daran liegt oder er einfach nur "faul" ist wissen wir nicht.
Im Januar müssen wir nochmal zum MRT zur Kontrolle.

Kopf-US und EEG sind mittlerweile super. Entsprechen einem gesunden, normal entwickeltem Kind.

LG moehrli

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Oje, da habt ihr ja was durchmachen müssen. Ihr hattet bestimmt sehr große Angst um euren Sohn.
Aber er hat sich gerade EUCH ausgesucht als Eltern, weil ihr an ihn geglaubt habt, ihn über alles liebt und ihr für ihn da seid und in seinen Fähigkeiten unterstützt und fördert.
Seine motorischen Fähigkeiten wird er ganz bestimmt aufholen, er hat so viel geschafft in seinem jungen Leben.

LG und alles Gute!

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