18 Stunden bis zum großen Glück - DAVIDs Geburt (sehr lang)

Hier ist er nun - mein Geburtsbericht. Es hat ein wenig gedauert, ihn zu verfassen, daher ist er aber wohl auch sehr lang geraten.
Bestimmt habe ich einiges sehr ausgeschmückt, dafür aber andere Details bestimmt vergessen.

Soviel vorweg: meine große Tochter kam per Not-KS, da ihre Herztöne unter Wehen dramatisch absackten. Dieses Trauma wollte ich nicht noch einmal durchmachen. Daher habe ich mir gleich zu Beginn der Schwangerschaft eine Beleghebamme gesucht, die mich durch und durch kennen und mir zu einer normalen Geburt verhelfen sollte.
Hätte natürlich Davids Leben von einem KS abgehangen, so hätte es da NIE etwas zu überlegen gegeben.
Aber so habe ich Susanne gebeten, alles in ihrer Macht stehende zu tun, damit es nicht zu einem KS kommt. Vor allem ihre moralische Unterstützung war mir extrem wichtig.

Aber nun los:

1.45 Uhr, ich wurde von einer Wehe „geweckt“ und irgendwie war diesmal alles anders. Ob es wohl losgeht? Wehen hatte ich ja in den letzten Tagen und Nächten immer mal wieder gehabt, aber diese Wehen waren schmerzhafter und hartnäckiger.
Ich bin erst mal ein wenig durch unser Haus gelaufen, um zu sehen, ob die Wehen weiterhin so stark blieben, auf einen Fehlalarm hatte ich nämlich keine Lust. Und ich wollte weder meinen Mann H. noch Susanne umsonst wecken.
Aber die Wehen blieben stark und regelmäßig (alle 5 bis 7 Minuten), so dass ich gegen 4 Uhr H. geweckt habe. Im Anschluss habe ich Susanne angerufen und wir verabredeten uns für 4.30 Uhr im Kreißsaal. So langsam aber sicher stieg die Aufregung. Bald würden wir David im Arm halten.
Ob es wohl „normal“ klappen wird? Oder ob es wieder ein Kaiserschnitt würde?

Ich habe meine Tasche fertig gepackt, H. hat seinen Frühdienst abgesagt (und sich dennoch in Arbeitsklamotten gepackt, was ich ihm aber wieder ausgeredet habe) und hat seiner Mutter Bescheid gesagt, damit sie auf Lena aufpassen konnte (durch Zufall hat sie bei uns übernachtet). Dann ging es los ins Krankenhaus (ca. 15 Min. Fahrt). Die Fahrt war ganz okay, die Wehen waren noch gut auszuhalten. Aber die Regelmäßigkeit ließ ein wenig zu wünschen übrig. Wenn ich diese b-Streptokokken nicht gehabt hätte, wäre ich auch gern noch ein wenig zu Hause geblieben. Aber so musste ich eben recht zügig an den Antibiotikum – Tropf.

Im Kreißsaal wurden wir von Susanne und einer Ärztin empfangen. Diese machte einen Ultraschall, Davids Schätzgewicht lag bei ca. 3200 g, sein KU 32 cm. Also recht zierliche Maße…
Mir wurde Blut abgenommen und einen Zugang hat die Ärztin mir auch gleich verpasst. Dann wurde erst mal knapp eine Stunde lang CTG geschrieben, Wehen waren da, aber sehr unregelmäßig.

Gegen 5.40 Uhr durften wir umziehen vom Aufnahmezimmer in den Kreißsaal. Susannes Untersuchung ergab, dass der Gebärmutterhals noch 1,5 cm stand und der Muttermund weich und fingerdurchlässig war. Irgendwie hatte ich auf „mehr“ gehofft, zumal ich ja schon in den letzten Tagen und Nächten „gelitten“ hatte. Aber nun gut.
Mir wurde dann die erste Antibiotikum–Infusion angehangen und CTG wurde auch wieder geschrieben.

Da die Wehen zu unregelmäßig und David viel zu ruhig war, wurden wir für eine Stunde spazieren geschickt. Ich bekam von Susanne noch Caulophyllum – Tabletten zum lutschen, um die Wehen in Schwung zu bringen. Beim Laufen wurden die Wehen wieder regelmäßiger und stärker.
Bei unserer Rückkehr ins Krankenhaus musste ich mit Durchfall zur Toilette. Ein gutes Zeichen – mein Körper entsorgte also jeglichen Ballast.

Gegen 7.30 Uhr waren wir zurück im Kreißsaal und ich kam wieder ans CTG.
Irgendwie wurde mir schlecht, mein Kreislauf machte ein bisschen schlapp, ich mochte weder trinken noch essen. Susanne hat mir eine Glukose-Infusion angehangen, denn auch David schien es nicht so gut zu gehen.
Nach einer Stunde CTG untersuchte Susanne noch mal – der Gebärmutterhals stand noch immer bei 1,5 cm, aber der Muttermund war nun 1,5 cm geöffnet.
Es ging also voran, aber beim Liegen wurden die Wehen wieder schwächer.

Susanne und die Ärztin entschieden, mir einen Wehentropf abzuhängen, die Gabe wurde von 10 ml/h langsam auf 35 ml/h gesteigert. Zwei Stunden hing ich am CTG, lag entweder im Bett und biss ins Stillkissen oder stand vorm Bett und veratmete fleißig Wehen. Diese künstlichen Wehen taten echt fies weh – sie waren richtig gemein, sie kamen schon alle 2 bis 4 Minuten.
Nichts desto trotz habe ich ein Butterbrot gegessen und trinken konnte ich auch wieder.

Um 10.48 Uhr der große Knall – die Fruchtblase war geplatzt. Es knackte komisch in meinem Bauch, erst passierte nichts, aber dann wurde es warm zwischen den Beinen, ein sehr merkwürdiges Gefühl, vor allem, da ich diesen Wasserabgang nicht kontrollieren konnte.

H. ist schnell zum Auto gespurtet und hat die Kliniktasche geholt, damit ich frische Klamotten anziehen konnte. Susanne und H. haben mir beim Umziehen geholfen und dann ging es wieder ab ans CTG. Ich bekam auch gleich die zweite Gabe Antibiotikum, die Infektionsgefahr war für David durch den Blasensprung nun wesentlich größer geworden.
Aber nun stand es fest – ohne Baby würde ich den Kreißsaal nicht mehr verlassen.

Bei der Untersuchung gegen 11.30 Uhr konnte Susanne den Muttermund nicht fühlen, David lag so tief, dass er nicht auf sondern vor dem Muttermund lag.
Tropf und CTG kamen ab und wir wurden wieder spazieren geschickt. Anschließend konnte ich auf Station zu Mittag essen und lernte so schon mal meine zukünftige Zimmernachbarin kennen.
Auf dem Rückweg in den Kreißsaal haben wir noch eine Bekannte aus dem Schwangeren-Schwimmen besucht, sie hatte vor 3 Tagen ihre kleine Lara per Kaiserschnitt bekommen.
Die Wehen waren regelmäßig und taten fies weh, ich klammerte mich ans Baby-Bettchen der kleinen Lara, um sie zu veratmen.

Um 13 Uhr hing ich wieder am CTG, doch das CTG war eingeengt (David war viel zu ruhig), so dass ich eine weitere Glukose-Infusion bekam.
Seit dem Blasensprung waren die Wehen noch mal eine Spur fieser geworden. Und genau wie bei Lena saßen sie im Rücken, H. und Susanne mussten mir bei jeder Wehe feste das Kreuz massieren.

Da die Geburt ja noch nicht kurz bevor stand, war H. schnell nach Hause gefahren, um dort nach dem Rechten zu sehen und zu duschen, aber nach einer Stunde war er wieder da. Zum Glück, denn die Wehen waren echt schlimm, kamen alle 2 Minuten und taten fies weh.
Aber so richtig kam die Geburt einfach nicht in Schwung, der Muttermund wollte einfach nicht weiter aufgehen. Also bekam ich einen Einlauf, zum einen, um den Darm richtig zu leeren und den Weg frei zu machen und zum anderen zu meiner Beruhigung, damit auch bei der Geburt nur das Baby herauskam und nichts anderes.

Gegen 14 Uhr kam ich wieder ans CTG und an den Wehentropf. Nach einer Stunde konnte ich nicht mehr, bettelte um den verhassten Kaiserschnitt. Die Wehen waren echt gemein.
Ich war erschöpft und ausgelaugt, jammerte und bettelte, wollte nur, dass es endlich aufhörte.
Zudem frustrierte es zusätzlich, dass die Frau im Nachbarkreißsaal bereits entbunden hatte, obwohl sie erst viel später nach uns angekommen war.

Da Susanne den Muttermund nicht tasten konnte – er lag noch immer hinter Davids Kopf und Susanne konnte den Muttermund auch nicht hervorholen (AUTSCH!) – bat sie die Kreißsaal-Hebamme Birgit um Hilfe. Birgit fand den Muttermund und konnte ihn dann unter einer Wehe nach vorn holen. Das tat so dermaßen höllisch weh, dass ich von einer normalen Geburt die Nase nun schon beinahe gestrichen voll hatte.
Aber vom Gebärmutterhals stand nur noch ein Saum und der Muttermund war knapp 2 cm geöffnet.

Die Wehen kamen ohne Pause, ich bettelte um einen Kaiserschnitt unter Vollnarkose, ich wollte nur noch, dass diese Schmerzen aufhörten. Ich hätte auch einer Notschlachtung zugestimmt, aber als Alternative schlug Susanne eine PDA vor.

Ich hatte eine Heiden Angst vor der PDA bzw. vor dem Setzen. Allein der Gedanke, dass mir da jemand eine Nadel in den Rücken stecken wird, ließ mich am ganzen Körper zittern. Aber ich wollte einfach nur noch, dass die Schmerzen aufhörten. Also her mit der PDA.

Ich musste noch irgendwie raus aus dem weichen Bett und aufs Kreißbett klettern, aber mit Hilfe bekam ich das hin.

Als der Anästhesist in den Kreißsaal kam, flüsterte Susanne mir zu, ich solle nicht auf das, war er sagt, hören. Er sei das größe A****loch – aber der beste seines Fachs.
Und recht hatte sie – die PDA war ruckzuck gelegt. Die kleine Spritze zur örtlichen Betäubung piekte nur kurz und auch der Druck, als der Katheter gelegt wurde, war gut auszuhalten.
Die größte Hürde war, den Rücken im Katzenbuckel zu halten während einer Wehe.
Und geredet hat der Anästhesist kaum, hat nur noch nach meinem Gewicht gefragt und mir gesagt, wie ich mich zu setzen habe.
Dann war es auch schon passiert.

Gegen 15.30 Uhr wirkte die PDA – welch eine Wohltat. Ich danke dem Erfinder für dieses Wunderzeug. Hätte ich mich bloß früher dafür entschieden.

Aber mein Kreislauf fand die PDA nicht ganz so toll, mein Blutdruck rauschte in den Keller auf 70/34 und wollte sich auch nicht wirklich erholen, so dass mir eine weitere Infusion („Hais“) angehängt wurde. Diese wirkte auch recht schnell und mein Kreislauf erholte sich.

Während einer Untersuchung stellte Susanne dann fest, dass Davids Köpfchen sich nicht richtig eingestellt hatte. Ich musste mich ins Bett knien und mich am Kopfende festhalten. Gar nicht so einfach, denn wegen der PDA war mein linkes Bein komplett taub. Aber mit Hilfe von H. und Susanne klappte es, dass ich mich knien und David ins Becken „schaukeln“ konnte. Ich musste das Becken nach rechts und links und anschließend von vorn nach hinten schaukeln, damit sich der Kopf richtig drehte.
Die Untersuchung ergab aber auch, dass der Muttermund innerhalb von 1 Stunde auf 7 cm aufgegangen war. Welch eine Freude, es ging super voran und das tollste: nichts tat weh.
Ich merkte die Wehen nur als leichten Druck.

Ich war wieder hochmotiviert, David auf normalem Wege bekommen zu wollen, diese Vorfreude auf mein Baby gab mir richtig Energie.

Gegen 17.40 Uhr ließ die Wirkung der PDA nach, und da ich eine Pumpe zum selber dosieren hatte, wollte ich gern ein bisschen „Stoff“ nachspritzen. Doch Susanne wollte erst nachschauen, ob sich eine Verlängerung noch lohnte und siehe da – der Muttermund war vollständig.
Super – ich freute mich wie blöd, es bis dahin schon geschafft zu haben.

Geschafft im wahrsten Sinne – 16 Stunden war ich bereits auf den Beinen, bzw. dauerte die Geburt nun schon.
Aber ich war dennoch so motiviert, es auf normalem Wege schaffen zu wollen, dass ich keine weiteren Gedanken daran verschwendete, wie lange es wohl noch dauern würde.

Die PDA wurde nicht mehr aufgespritzt, ich sollte ja nun fleißig mitarbeiten, mein Baby auf die Welt zu bringen. Und dafür musste ich die Wehen ja nun auch spüren.

Wir wollten David alle Zeit der Welt geben, seinen Weg auf diese Welt zu finden. Die Wehen wurde wieder stärker, zumindest fühlte es sich so für mich an, da die Wirkung der PDA so nach und nach nachließ.
Ich bekam noch mal eine Glukose-Infusion, da das CTG wieder eingeengt war.
Auch der Wehentropf kam wieder zum Einsatz. Denn David rutschte zwar bei jeder Wehe tiefer und ich schob auch artig mit, aber meine Wehen und auch meine Kraft reichten einfach nicht ganz. Zudem rutschte Davids Kopf nach jeder Wehe wieder ein Stück zurück.
Ich musste mich abwechselnd auf die linke und auf die rechte Seite drehen, damit Davids Kopf endlich richtig ins Becken eintreten konnte.

Gegen 19.20 Uhr setzten die Presswehen ein. Wow – was für eine Urgewalt.
Ich stöhnte und jammerte, wollte, dass es endlich vorbei war.
Es tat gut, dass ich aktiv mitarbeiten konnte, aber es tat höllisch weh.

Plötzlich war Oberärztin an meinem Bett, Davids Herztöne sahen nicht mehr so gut aus. So langsam aber sicher musste er auf die Welt. Ich heulte, jammerte, schrie und kreischte. Diese Wehen machten mich fertig und ich hatte einfach keine Kraft mehr, weiter zu pressen. Die Oberärztin untersuchte mich noch einmal um zu schauen, warum David nicht rauskam, aber alles schien in Ordnung zu sein. Sie fragte, ob ich etwas merkte – nein, tat ich nicht. Das war der Moment, als sie einen mediolateralen Dammschnitt vornahm (habe ich aber erst im Nachhinein erfahren).

Ich heulte und kreischte bei jeder Presswehe – und das waren viele, sie kamen aufgrund des Wehentropfs nahezu ohne Pause.
Die Ärztin ermahnte mich, nicht zu kreischen, sondern diese Kraft ins Pressen aufzuwenden.
Mein einziger Gedanke: die spinnt. Sie liegt ja nicht hier und hat irre Schmerzen. Ich habe noch viele andere böse Dinge gedacht! ;-)
Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich sie gehauen.

Susanne ermunterte mich mit Zuckerbrot und Peitsche, noch zweimal zu pressen, dann wäre es geschafft.
Und ich vertraute ihr blind.
Die Oberärztin und eine zweite Ärztin zogen das Bettlaken um meinem Bauch und drückten beide von oben mit.
Bei der ersten Presswehe tat alles höllisch weh, es brannte wie Feuer, ich hatte das Gefühl, unten in alle Himmelsrichtungen auseinander zu reißen. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass die beiden Ärztinnen auf meinem Bauch mir sämtliche Rippen brechen würden.
Bei der zweiten Presswehe schoss David förmlich aus mir heraus. Ich heulte und kreischte der Oberärztin ins Ohr – ihr Pech, dass sie so nah neben mir stand.

Es war geschafft – David war auf der Welt, er schrie – und wie. Da es ihm in der letzten Phase nicht so gut ging, wurde er gleich von Susanne abgenabelt und der Kinderärztin übergeben. Aber nach wenigen Sekunden durfte ich ihn endlich sehen – meinen wunderhübschen kleinen Sohn. Mir liefen die Tränen vor Glück, aber auch vor Erleichterung und Erschöpfung.

Auch H. hatte Tränen in den Augen. Ihm stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Und ein bisschen blass ums Näschen war er.

Die ganze Pressphase über stand er neben meinem Kopf, hat meine Hand gehalten, mir den Kopf gestreichelt, mich immer wieder motiviert, wie toll ich das mache und wie sehr er mich liebt, wie stolz er auf mich ist.
Überhaupt hat er mich – außer zum Duschen – nicht allein gelassen. Er war immer da, wenn ich ihn brauchte und ließ mich in Ruhe, wenn ich es verlangte.
Schon allein dafür liebe ich ihn.

Mir tut es ein wenig Leid, dass er nicht die Nabelschnur durchschneiden konnte, aber Davids Wohl ging vor.

Kurz nach dem wir unseren Sohn bestaunen und beschnuppern durften, wurde er uns auch schon wieder weggenommen, aber auch nur, weil die Kinderärztin ihn sich nochmal kurz anschauen wollte. Aber alles war bestens mit ihm und ich bekam ihn auf meine Brust gelegt.
Da lag er nun, mit großen dunklen Augen schaute er uns an. Ich konnte meine Augen nicht von ihm wenden, musste ihn berühren und an ihm riechen.
Er roch so süß, er war (ist) das schönste Baby überhaupt.
All meine Gefühle ließen sich nicht in Worte fassen.

Die Kinderärztin kam und nahm David zur U1 mit. H. folgte der Ärztin auf dem Fuße und stand bei seinem Sohn.

Ich musste dann noch einmal pressen und die Plazenta war auch geboren (10 Minuten, nachdem David geboren worden war). Alle gratulierten und ich heulte schon wieder.
Susanne untersuchte die Plazenta auf Vollständigkeit und ich konnte es mir nicht nehmen lassen, mir dieses Wunderwerk einmal anzuschauen.

Dank Endorphinen und einer großen Ladung Adrenalin spürte ich kaum Schmerzen, nur große Erleichterung, in jeglicher Hinsicht.

Nun ging es ans Nähen. Die PDA wurde noch mal aufgespritzt und zusätzlich bekam ich noch eine paar Spritzen zur örtlichen Betäubung.
Da David mit beiden Händen am Kopf und einem angewinkelten Knie auf die Welt kam (er hat sich im wahrsten Sinne des Wortes mit Händen und Füßen gegen seinen Auszug gewehrt), war der Dammschnitt noch bis zum Schließmuskel gerissen. Zudem hatte ich einen kleinen Scheidenriss.

Ganze 35 Minuten dauerte das Flicken.
In der Zwischenzeit war H. schnell nach Hause gefahren, um die große Schwester zu holen.

Susanne und Birgit machten mich ein wenig frisch und verfrachteten mich ins weiche Bett. Ich wurde in einen anderen Kreißsaal geschoben, denn das Schlachtfeld, das Davids Geburt hinterlassen hatte, wollten wir weder meinem Mann aber erst recht nicht meiner kleinen Tochter antun.
H. hatte schon mehr als genug gesehen.

Beinahe hätte Susanne vergessen, David zu messen und zu wiegen: 3700 g verteilt auf 52 cm mit einem Kopfumfang von 34 cm – stolze Maße. Und den Kopf voller langer schwarzer Haare. Susanne nannte ihn liebevoll kleines Monchichi.

Ich legte David das erste Mal an – welch ein Gefühl! Er saugte gleich los, als hätte er nie etwas anderes getan.

Um 20.30 Uhr war dann Familienkuscheln im Kreißsaal angesagt. Auch Lena konnte nicht genug von ihrem kleinen Bruder bekommen. Vom ersten Moment an hatte er sie ihn seinen Bann gezogen.

Gegen 22.30 Uhr wurde ich dann auf die Wöchnerinnen-Station verlegt und meine Lieben machten sich auf den Heimweg.

Im Nachhinein habe ich erfahren, dass bei der Geburt auch noch die Saugglocke zum Einsatz gekommen war, daher auch das Gefühl, dass David aus mir ausgeschossen wäre.

Die Geburtszeit konnte nur anhand des CTGs ermittelt werden, da alle Anwesenden mit anderen Dingen beschäftigt waren, als denn auf die Uhr zu schauen. ;-)

In den nächsten Tagen bildete sich zu dem gerissenen Dammschnitt noch ein 8 x 15 cm großes Hämatom, das höllisch weh tat. Nur mit vielen Schmerzmitteln konnte ich mich einigermaßen bewegen.

Diese Geburt war ein Kurztrip durch die Hölle, aber ich würde ihn jederzeit wieder gehen. Kein Gefühl ist größer, toller, wunderbarer, als aus eigener Kraft einem Kind das Leben geschenkt zu haben.
Schade, dass unsere Familienplanung nun abgeschlossen ist, mit Susanne hätte ich noch viele weitere Kinder bekommen, uns sei es bei Aldi an der Kasse.

DAVID Julius
* 20.09.2009 um 19.48 Uhr
3.700 g
52 cm
34 cm KU

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Ein ganz, ganz toller Bericht - ich habe laut gelacht #rofl, aber auch ein bißchen geweint #liebdrueck.

Toll geschrieben! Vielen Dank dafür.#herzlich

LG, Ela