Geburtsbericht unserer Lea, eine schnelle ambulante Geburt

huhu ihr lieben, es ist zwar nun schon ne weile her, aber ich bin endlich dazu gekommen den geburtsbericht unserer kleinsten niederzuschreiben :-)

Es ist Sonntag der 26.04.2009, eigentlich sollte meine kleine Bauchmaus ja schon seit 3 Tagen auf der Welt sein doch wirklich dran gehalten hat sie sich nicht.
Nach den ganzen schlechten Prognosen in der Schwangerschaft, von Blutungen in der 10.-21ssw hin zu, die wird mit sicherheit eher geholt werden müssen und sehr engmaschigen Kontrollen die mich schon ab der 30.ssw alle 2 tage beim fa aufmaschieren ließen, hatte niemand damit gerechnet das unser Bauchzwerg sich noch extra viel Zeit lassen würde, aber sie musste sich wohl erstmal noch herrausputzen ;-)
Eine Freundin war zu Besuch bei uns und wir haben es uns einfach mal richtig gemütlich gemacht, Shiva durfte TV gucken, Tobias lag noch im Bett und wir Mädels surften im Internet rum.
Ich hatte mal wieder ein paar Wehen, die meine Freundin (Mai) doch langsam nervös machten, da sie alle 7-8 minuten kamen, aber die taten nicht wirklich weh, also dachte ich, gut üben wir noch ne Runde für den großen Tag.
Irgendwann gegen 13 Uhr hielt Mia es nicht mehr aus und weckte meinen Schatz, mit den Worten, unsere Schwangere macht mir Angst, sie hat alle paar Minuten eine Wehe und sieht das total locker.
Tobias kannte das ja bereits schon aus den Wochen davor und so kam er ganz ruhig zu mir, nahm mich in den Arm und erkundigte sich erstmal nach meinem Befinden, da ich ihm lachend entgegenbrachte das es mir gut geht und ich hunger habe, sorgte er erstmal für frisch gebackene Brötchen damit seine Mädels auch bei Kräften blieben.
Das "Frühstück um 14 Uhr" gestaltete sich dann doch anders als ich erwartet hatte, ich biss ins Brötchen und konnte kurz drauf fast die Wände hochgehen.
Ab dort war auch Tobias sich nicht mehr ganz so sicher ob das wirklich nur Übungswehen sind, er rannte unter die Dusche und saß 10 Minuten später wieder bei uns am Tisch.
Da die Wehen nun doch schon heftiger wurden und alle 6 Minuten kamen, entschloss ich mich nach ner ganzen Zeit, mal Probeweise in die Wanne zu gehen, gesagt- getan, ab da wusste ich jetzt geht es los. Verdammt tat das weh, T. half mir aus der Wanne raus, trocknete mich ab und ich zog mich langsam an.
Um 17 Uhr rief ich meine Mutter an, da Shiva ja zu ihr sollte, wenn es bei mir los geht. Sie war mit dem Großteil der Familie in einem Waldlokal und so vereinbarten wir das ich Shiva zu meiner Schwester bringe die zu Hause geblieben war, falls es losgehen sollte. 17.30 Uhr kam der Rückruf meine Mutter, wieso Shiva denn noch nicht drüben ist, da war jemand wohl sehr aufgeregt ;-) Ich antwortete nur jetzt mal keine Hektik das ist das Letzte was ich gebrauchen konnte, dann sollte sie mir noch vom Rest der Anwesenden meiner Familie alles Glück der Welt ausrichten und das sie alle an mich denken würden, bis ich T. das Tele nur noch hinhielt da die Wehe nun richtig weh tat.
Ich nahm also Shivas gepackte Tasche, schnappte mir meine Große und erklärte ihr das das Baby langsam auf die Welt kommen mag, dass Mama nun die Bauchschmerzen hat die wir ihr vorher Kindergerecht erklärt hatten (nachdem sie gefragt hatte ob man das Baby wieder ausspuckt, damit es auf die welt kommt *lach*) und das sie jetzt nach Saskia gehen wird und Oma gleich auch kommen würde.
Shiva wollte ganz gerne das ich sie nach Oma bringe, da meine Eltern nur 20 Meter von uns entfernt wohnen habe ich ihr den Wunsch dann auch gern erfüllt.
Die Große nochmal geknuddelt, kurzer Smaltalk mit meiner Schwester und wieder raus, Tobias wartete inzwischen mit dem Auto vor der tür meiner Eltern und wir fuhren ins KH.
Da ich mich diesmal für ein anderes KH entschieden hatte, als damals bei Shiva (war mir dort sehr verloren vorgekommen und hab mich absolut nicht wohl gefühlt wärend der Wehen etc) hatten wir dann noch eine ganze Zeit Fahrweg vor uns.
Um 18:43 Uhr kamen wir im KH an, ich schlich mit Tobias an meiner Seite den Flur entlang bis ich endlich 3 Wehen weiter am Kreissaal angekommen war.
Wir wurden superlieb empfangen und ich wurde ans CTG gehängt und untersucht.
Keine Wehe zu erkennen am CTG, aber verdammt ich spüre doch Schmerzen, die Hebi fragte mich wo ich die Schmerzen hätte, ich erklärte im Rücken, sie nahm das CTG ab und sagte das man die Rückenwehen auch nicht auf dem CTG erkennen würde, ich aber nun ganz offensichtlich Wehen habe.
Die Hebi wollte mir den Zugang legen, jedoch hatte ich erstmal eine heiße Debatte mit meinem Schatz das er den Raum verlassen soll, da ich wusste das er kein Blut sehen kann, zum Glück hatte ich die Hebamme auf meiner Seite und so musste Tobias den Raum erstmal verlassen, bis der Zugang gelegt worden war.
Es folgte ein Ultraschall durch die Ärztin und respekt der Dame gegenüber, unter Wehen Ultraschall zu machen und dann auch noch bis auf 20g das Geburtsgewicht der kleinen Maus vorrauszusagen, dass nenne ich mal gute Leistung. Nur den Kopfumfang wollte sie mir nicht sagen, im Nachhinein bin ich echt froh drüber, Shivas kleine "Dickschädel" hatte 2 cm weniger und ich hatte einen Dammriss IV Grades, was mich echt traumatisiert hatte, sie meinte nur, dass passt machen sie sich keine Sorgen.
Da der Muttermund aber, wie schon seit 3 Wochen bei 3 cm lang, Fingerdurchlässig, gingen alle davon aus, dass wird noch weit bis nach MItternacht dauern.
So holten wir also meine Kliniktasche aus dem Auto und gingen langsam auf das Zimmer, dort lag eine Dame die einen Tag zuvor entbunden hatte und erlaubte mir, ihren kleinen Schatz zu beliebäugeln, diese kleinen Händchen dachte ich nur, ich war hin und weg, dieser kleine Mensch gab mir soviel Kraft auf einmal, bald würde ich MEINEN kleinen Schatz auch sehen, fühlen, riechen können, dass war einfach unglaublich.
Ich ging auf Toilette und grad als ich aufstehen wollte, knackte es laut und ich verlor Fruchtwasser.
Neue Vorlegebinde um gemacht, ab zum Kreissaal, die Hebamme war zu dem Zeitpunkt nur grade in der Verwaltung gewesen um meinen Bogen zu holen, so sind Tobias und ich erstmal in den Wintergarten, neben den Kreissaal, das Plätschern des Wassers wirkte richtig beruhigend und auf dem Ball zu sitzen und dabei am Seil zu hängen war einfach nur eine wahnsinnige Wohltat für mich.
Auf einmal hörte ich wieder diesen Knacken und es lief wie aus Eimern, es war mittlerweile 20.33 Uhr, in dem Moment kam die Hebamme um die Ecke und bemerkte sofort das ich mich total ekelte in der nassen Hose, sie rannte los, kam mit einem großen Laken wieder, welches sie mir auch gleich umband, damit ich aus den nassen Sachen raus kam.
Wir gingen, soweit man das noch gehen nennen konnte, wieder in den Kreissaal, ab ans CTG und Untersuchung, ich habe es gehasst in dem Moment angefasst zu werden, Tobias habe ich nur noch weg gejagt, die Hebamme hätte ich am liebsten gewürgt und es sollte mich eh jeder einfach in Ruhe lassen. Muttermund mittlerweile bei 6 cm.
Verdammt das tat so weh, ich wusste kaum noch wo ich es suchen sollte, ich war müde, ich wollte nicht mehr, meinetwegen hätten sie mir den Bauch bei vollen Bewußtsein aufschneiden können, hauptsache es wäre vorbei gewesen.
Ganz lieb redete die Hebi auf mich ein, ob ich schlecht geschlafen hätte, ob ich was gegessen hätte über den Tag verteilt, da meine BLutdruck etwas niedrig wäre und das es wirklich gemein ist, wenn das Köpfchen so feste drückt nach dem Blasensprung.
Ich fragte sie ob ich wieder zurück auf den Ball kann, doch sie meinte es wäre besser wenn ich erstmal im Kreissaal bleibe.
Ich hatte mittlerweile alle 20 Sekunden eine Wehe, da war nichts mehr mit veratmen, Kraft sammeln oder sonnstiges, ich bettelte nach einer PDA, jammerte das ich das nicht kann, Tonbias wiedersprach mir die ganze Zeit nur, du kannst das, du machst das super. Die Hebamme teilte uns mit ( ich hab es nicht mehr wirklich mitbekommen, da ich zwischenzeitlich echt gedacht habe ich trete weg) das sie befürchtet das ich einen Wehensturm bekomme und mir nun ein Mittel geben wird damit sich das alles etwas beruhigt.
Nachdem sie mir dieses gegeben hatte, setzte sie die vorbereitenden Infusion für die PDA, leider war der Anästhesist zu dem Zeitpunkt im OP sodass es noch etwas dauern würde.
21.30 Uhr Schichtwechsel, eine blonde Frau betritt den Kreissaal, sie stellt sich kurz vor, Name keine Ahnung, ich realiserte nur noch, ok neue Hebamme, sie guckte auf das CTG untersuchte mich schnell, Mumu bei 9 cm, überprüfte alles für die PDA und verließ uns kurz wieder. Tobias sagte es hat keine 5 Minuten gedauert, da kam sie wieder rein und sagte nur:" Frau F sie atmen mir in einer vielsagenden Art und Weise, lassen sie mich bitte nochmal eben schauen", ab da setzte es bei mir total aus, ich hörte nur: "gut hände in die knie und pressen", ich verstand die welt nicht mehr, pressen jetzt "NEIN; NEIN, NEIN das kann ich nicht."
Tobias nahm mich in den Arm, "doch Schatz du kannst das", die Ärztin kam ins Zimmer, alle 3 machten mir Mut, es wenigstens mal zu probieren, bald hätte ich unsere kleine Lea im Arm, ich nahm alles an Kraft zusammen was ich noch mobilisieren konnte, ich presste was das Zeug hielt, die Hebi meinte, "wow was sie noch für eine Power haben, da ist das Köpfchen", ich holte kurz luft und wieder presste ich mit allem was ich konnte, der Kopf war geboren, mit der Nächsten Presswehe kam der rest unseres kleinen Engels auf die Welt. Ich hatte es geschafft, ohne PDA ganz allein ich, ich platzte bald vor Stolz, Lea begrüßte ihre neue Welt lautstark und es konnte mir nicht schnell genug gehen das ich die kleine Maus sehen konnte, nachdem sie Lea abgesaugt hatten, legten sie sie mir sofort auf den Bauch, da war sie, solange haben wir auf sie gewartet, unser kleines Wunder, so süß so unbeschreiblich, einfach nur *schnief*.
Tobias nahm mich in den Arm und flüsterte mir zu, dass er unheimlich stolz auf mich ist und ich das absolut super gemacht hätte.
Kurze Zeit drauf wurde ohne Probleme der Mutterkuchen geboren, selbst das hatte sich mein Schatz mit angeschaut aber die Nabelschnurr durchtrennen wäre dann doch zuviel gewesen, er meinte dann liegt er gleich wirklich auf dem Boden.
Da kam dann der Anästhesist auch mal endlich rein, er nahm es mit Humor, gratuliete uns und versprach beim nächsten Mal schneller zu sein.
Es war 21.49 Uhr als Lea auf die Welt kam, wir wussten noch keine Gewichtsdaten und Nichts aber ich jagte T. los unsere Familien anzurufen.
Nach 10 Minuten kam er zurück in den Kreissaal, Lea wurde grade angezogen und ich genäht.
Ich war so stolz auf T. das er die ganze Zeit bei mir war, stolz auf mich das ich es geschafft hatte ohne Probleme unseren Schatz auf die Welt zu bringen. Wir hatten keinen Vorbereitungskurs besucht, es war Tobias erstes Kind und somit auch die erste Geburt die er mitbekommen hat und er hat einfach zu jeder Zeit perfekt reagiert.
Nachdem Lea angezogen war, legte sie die Hebi auf die Wickelkomode und ich sagte zu meinem großen Schatz: "na los nimm sie dir", er nahm sein Töchterchen und kam auf mich zu, wärend ich noch versorgt wurde. Dammriss II Grades war beim besten Willen nicht so schlimm wie damals bei der Großen.
Danach waren wir 3 erstmal allein im Kreissaal, Lea schrie immer mal wieder und ich telefonierte endlich mit meiner Mutter, es tat so gut ihre Stimme zu hören.
Kurze Zeit drauf kam die Hebamme zurück und half mir Lea das erste mal anzulegen, sie zog als gäbe es kein morgen. Nach gut 2 Std fragte mich die Hebi wie es mir gehen würde und meine einzige Antwort war, ich will nach Hause!
Ich bekam noch eine Infusion gelegt,da ich einen erhöhten Entzündungswert im Körper hatte, zog mich langsam um und um 0:14 Uhr verliessen wir das KH.
Zu Hause angekommen, gab es erstmal Fotos und wohl die schönste Nacht zu 3. mit ganz viel Kuscheln und Liebesbekundungen auf allen Seiten.
Am nächsten Tag, sind wir dann mit Lea zu meinen Eltern, denn ich wollte das Shiva dort das erste mal auf ihre Schwester trifft, denn für die war es ja auch nicht alltäglich ein Geschwisterchen begrüßen zu können, wäre es ihr alles zuviel geworden, hätte sie sich dort in einer Umgebung wo sie sich super wohl fühlt ( ihre Oma ist Alles für sie) zurückziehen können.
Ich hatte ehrlich gesagt Angst vor diesen ersten Treffen, jedoch völlig unbegründet, schon im Hausflur kam Shiva mir entgegengerannt, sah das Baby und rief laut: MEINE SCHWESTER.
wir gingen rein und wir 3 Mädels kuschelten alle zusammen. es war ebenfalls einer der schönsten Momente in meinem Leben.
Lea war 55cm groß, hatte einen KU von 36cm und ein Gewicht von 3840g (die Ärztin im KH hatte 3820g geschätzt).

lg
damballa mit lea sophie 9 monate und shiva 6 jahre

1

Wow mir hats grad richtig die Tränen raus gedrückt!
Super toll geschrieben.

Vorallem der Satz das dich keiner angreifen durfte fand ich super! Könnte mir auch so gehen. *ggg*

Alles gute euch 4en!

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Ein ganz gefühlvoll geschriebener Bericht, bei dem man einfach nur mitfiebern musste. Danke!

Alles Liebe,

SAndra

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Ich hatte ehrlich gesagt Angst vor diesen ersten Treffen, jedoch völlig unbegründet, schon im Hausflur kam Shiva mir entgegengerannt, sah das Baby und rief laut: MEINE SCHWESTER.
wir gingen rein und wir 3 Mädels kuschelten alle zusammen. es war ebenfalls einer der schönsten Momente in meinem Leben.


#heul#heul#heul .. wie schön!

Ich will dass das bei uns dann auch so ist! Ich hoffe es so sehr! #verliebt

Wunderschön geschrieben, mich drückts jetzt richtig! #heul

lg bianca mit carmen (2,5j) und zwergi 15ssw

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Vielen Lieben dank euch 3 für euer Feedback, freut mich das der roman meines lebens so scön zu lesen ist ;D

ich wünsche euch allen eine unbeschwerte schwangerschaft, genießt die zeit mit euren bauchmäusen und keine bange vor der geburt, es wirken zwar urgewalten auf einen ein, doch ihr bekommt das schönste, absolut unbeschreiblichste wesen als belohnung für eure mühe euren bauchzwerg!