Leana Maline, Geburt unseres 4. Mäuschens

hier mal der taufrische Bericht von der Geburt unserer kleinen Maus, den ich direkt an Leana verfasst habe.

Liebe Leana,

eigentlich muss ich schon ein Weilchen vor deiner Geburt mit meinem Bericht beginnen. Wir, d.h. dein Papa, deine beiden Schwestern, dein Bruder und ich konnten gar nicht fassen, dass endlich ein kleines Wesen in meinem Bauch Einzug gehalten hat, nach all den Niederschlägen vorher. Du bist immer prächtig gewachsen, warst beim Ultraschall immer etwas größer und die Ärztin immer sehr zu Frieden mit deiner Entwicklung in meinem Bauch, welcher ständig größer wurde. Zum Ende hin hatte dieser einen stolzen Umfang von 130 cm. Schon so lange haben wir auf dich gewartet. Die Neugier auf dich wurde immer größer. Wie würdest du wohl aussehen? Eher wie Mama oder eher wie Papa? Wir haben oft mit dir durch die Bauchdecke gespielt und du hast uns lustig zurück gestupst. Schon 3 Wochen vor deinem errechnetem Geburtstermin, der auf den 24.02. 2010 fiel wurde ich innerlich immer unruhiger. Vielleicht würdest du ja schon etwas eher zu uns kommen? Schließlich war dein Köpfchen doch schon seit der 35.ssw fest im Becken. Allerdings wurde mir diese Hoffnung beim Arztbesuch am 9.2. direkt etwas genommen, denn alles war absolut noch geburtsunreif. Der nächste Kontrolltermin wurde mir für den 18.2. gegeben, aber es sollte anders kommen.

Am 14.2. wachte ich wie immer nachts auf, weil ich auf Toi musste. Diesmal hatte ich aber irgendwie ein komisches Bauchgefühl, als ich ein Ziehen im Unterleib bemerkte. Ich dachte mir noch so, mal sehen was noch so passiert. Das Ziehen war dann aber erst mal wieder weg und ich streichelte meinen Bauch und sagte dir, dass du noch ein wenig warten kannst, denn dein Bruder hatte an dem Tag ein wichtiges Fußball Turnier. Das komische Gefühl blieb, so beschloss ich einfach die Kliniktasche ins Auto zu werfen. Während des Turniers hatte ich in den ersten beiden Stunden immer mal ein Ziehen und Zwacken und dann war es wieder weg. Mit der Zeit wurde ich ruhiger und lachte nur als der Trainer im Scherz sagte, dass nun vier kurze Spiele Pause seien und ich in der Zeit ja mal schnell entbinden könnte. Der Wettkampf ging über 6h und ich empfand es schon als sehr anstrengend. Mir tat alles weh und so bin ich erst mal zu Hause gemütlich in die Badewanne gegangen. Dein Papa kochte uns allen lecker Schnitzel mit Kartoffeln und Mischgemüse. Nach dem essen meinte er, dass er nun satt sei, das Turnier ja nun auch rum sei und eigentlich das baby mal raus kommen könnte. Niemand ahnte, dass du kleine Maus wohl ein sehr braves Kind bist und seinen Worten direkt folge leisten würdest.

21.45 Uhr schaute Ich meine Mails durch und mit einem Schlag bekam ich eine Wehe die ich richtig tolle gespürt habe. 2 Sekunden drauf merkte ich in meiner Hose etwas Warmes raus Laufen. Ich fragte mich gerade noch so ob ich nun wohl Tena Lady für ältere Damen brauche aber dann kamen mir die Worte meiner Hebamme in den Kopf. Einen Riss in der Fruchtblase merkt man oft nur Tropfenweise, wenn der Kopf schon so fest im Becken ist. Im Bad merkte ich dann, dass diese Flüssigkeit wohl Fruchtwasser sein muss, es war auch etwas rosa Ausfluss dabei. Nun sollte es also soweit sein. 10 Tage vor deinem eigentlich ausgerechneten Termin. Ich wurde so aufgeregt, ich zitterte am ganzen Körper als ich deinem Papa sagte, dass es nun wohl soweit wäre und ich das Gefühl habe Fruchtwasser zu verlieren.

Ich rief deine Großeltern an. Opa sollte uns ins Krankenhaus fahren und Oma sollte auf deine Geschwister aufpassen. Luisa war noch wach, so konnten wir uns von ihr verabschieden und ihr erzählen, dass du nun bald da sein würdest. Letzte Kleinigkeiten wurden noch schnell eingeräumt und ein kurzer Anruf im Krankenhaus kündigte uns schon mal an.
Auf der 15 min. Fahrt dahin bekam ich auch wieder eine Wehe, die war aber gut auszuhalten.

Um 22.30 begrüßte uns Hebamme Jaquline im Kreißsaal. Sie versprühte viel gute Laune und versuchte uns damit gleich alle Nervosität zu nehmen. Zuerst wurde ich ans CTG angeschlossen. Dein Papa schaute zu. Ebenso dein Opa, der uns ja gefahren hatte. Ich wollte nämlich erstmal abklären ob es denn nun wirklich los ginge ehe wir den Opa mir dem Auto wieder losschickten. ;-)
Auf dem CTG waren schon einige Wehen zu sehen, die Flüssigkeit war tatsächlich Fruchtwasser und der Muttermund war 2 cm weit offen. Mein Vater verabschiedete sich also, nicht ohne uns alles Gute zu wünschen.

Hebi Jaquline gab mir zur Wehenverstärkung einen Einlauf, der auch genau diese Funktion gut erfüllte, denn 45 min nach unserer Ankunft kamen die Wehen schon immer stärker regelmäßig alle 5 Minuten. So langsam kamen die Erinnerungen an die letzten 3 Geburten wieder und wie heftig dann doch, die damit verbundenen Schmerzen waren. Die Wehen veratmete ich so gut es ging. So ein Seil an der Kreißsaaldecke ist doch immer wieder klasse.
Da im anderen Kreißsaal auch eine Geburt von statten ging wurde eine 2. Hebamme aus der Bereitschaft gerufen. Es war Kerstin Lindner, genau die Hebamme, die unsere Daten bei der Anmeldung aufgenommen hatte. Sie hat uns auch sofort wieder erkannt. Eine entspannende Musik kam leise aus den Boxen, das Licht war gedämmt, eine wohlige und gemütliche Atmosphäre herrschte in dem Zimmer, wo du bald das Licht der Welt erblicken würdest.
Wie in Trance atmete ich und entspannte in den Wehenpausen. Wie bei den Geburten der Geschwister wurde mir auch jetzt wieder sehr übel. Ich erbrach scheinbar alles was ich jemals gegessen hatte. Währenddessen kam auch noch eine Wehe und ich konnte nur noch denken ob man in der Lage auch ersticken konnte. Aus Erfahrung wusste ich nun, der Muttermund musste weiter aufgegangen sein. Meist erbricht man bei ca. 4-5 cm und so war es auch, wie die anschließende Untersuchung zeigte. Da du dich mit dem Kopf aber nicht so mitgedreht hast wie es hätte sein müssen, sollte ich meine geliebte stehende Haltung kurz aufgeben und mich abwechselnd auf die Seite drehen um dich etwas zu unterstützen. In dieser Lage waren die Wehen kaum auszuhalten. Ich war mittlerweile schon recht am jammern und versuchte irgendwie die Atmung zu kontrollieren. Das gelang mir dann erst wieder nach einer ganzen Weile. Da du dich schon beim Arzt beim CTG nicht als großer Fan von dem Gerät gezeigt hast, hat es mich dann nicht mehr gewundert, als die Hebamme Kerstin mir eröffnete, dass sie dir eine Kopfsonde legen möchte, da deine Herztöne einfach nicht genau aufgezeichnet werden konnten. Gesagt getan, in einer Wehenpause wurde dir die Sonde gelegt. Ich wusste, dass die Wehenstärke und Häufigkeit der Wehen anzeigte, dass die Eröffnungsperiode bald vorbei ist und wir schon in der so genannten Übergangsphase waren. Die Pausen wurden immer kurzer und ich fragte die Hebamme wohl alle paar Minuten, wann den das Baby kommt. Sagte immer wieder, dass ich nicht mehr will, kann und so weiter. Um 1.15 Uhr durfte ich mich dann auf die andere Seite drehen, die Hebi meinte vorher noch der Muttermund ist bei 6 cm. Kaum lag ich auf der Linken Seite kam eine echte Monsterwehe und mit ihr das Gefühl das Köpfchen drücken zu spüren. Die Hebi merkte das auch gleich und fragte mich ob ich denn diesmal wieder im Vierfüßlerstand entbinden möchte. Na und ob. Die Lehne des Bettes wurde hoch gestellt und ich durfte mich aufs Bett knien, die Arme auf der Lehne abgestützt. So musste ich noch einige Wehen veratmen, mit der Anweisung, dem Druck ruhig nachgeben zu dürfen. In einer Wehenpause schossen mir fast die Tränen in die Augen. Ich konnte nicht fassen, dass es in wenigen Minuten endlich so weit sein wird und ich dich endlich, nach so langer Wartezeit in den Armen halten darf. Ich fragte immer wieder ob das wirklich ok ist mit dem „mitschieben“, da wir ja gerade noch bei erst 6 cm waren. Ja die nächste Wehe hätte ich so auch nicht ignorieren können. Ich könnte richtig spüren wie sich deine kleinen Füße oben an der Gebährmutterwand abgestoßen haben und du mit aller Kraft nach unten gerutscht bist. Die liebe Kerstin hat mir immer ganz fein vorgeatmet, dass du nicht zu schnell kommst. Noch ein kurzes Drücken, dann war dein Köpfchen geboren. Ich fühlte mich völlig in Trance, wie in einem Film gefangen. Sofort wurde uns gesagt, dass du viele schwarze Haare hattest. Mit der nächsten Wehe, solltest du laut Hebamme geboren werden. Mein Körper brauchte eine kurze Zeit zum ausruhen, in der Zwischenzeit konnte ich immer nur denken. Endlich endlich endlich…

Dann kam die nächste Wehe voller Kraft und ich spürte wie du geboren wurdest.

Es war 1.50 Uhr und nun lagst du zwischen meinen Beinen, so winzig, so wunderschön, ganz warm und weich. du hast sofort geschrieen und ganz fein Luft geholt. Dein Papa hat dich voller stolz abgenabelt und konnte wie ich seinen Blick gar nicht mehr von dir, kleinem Menschlein wenden. Es war es nun komplett um mich geschehen. Ich hab geheult wie ein Schlosshund, vor Rührung und Erleichterung. Noch jetzt kommen mir die Tränen, wenn ich an den Moment denke. Dein Papa war ebenfalls sehr gerührt und wir konnten beide nicht begreifen was gerade passiert war. So lange mussten wir warten und nun lagst du in meinen Armen und wir durften dich knuddeln. Mit dir auf dem Bauch war das nähen des Damm und Scheidenriss auch gar nicht mehr schlimm. Nach dem Stillen haben wir noch mit Stillsaft im Sektglas angestoßen. Es war ein wunderschöner Moment. Wir drei beim ersten Kennen Lernen, bei gemütlichem Licht. Am liebsten hätte die Zeit stehen bleiben können. Um 3.00 Uhr gab es dann noch für uns ein Elternfrühstück und danach ging es auf Station. Auch die folgenden 3 Tage im Krankenhaus waren sehr nett. Wir waren die ganze Zeit alleine im Zimmer, da gerade nicht viel los war.

Deine Geburt dauerte ab den ersten richtigen Wehen nach Blasensprung nur 2 Stunden. Trotz der Schmerzen war es eine traumhafte Bilderbuchgeburt, die uns unser lang ersehntes Menschlein schenkte.

Herzlich Willkommen, meine kleine Maus.

Leana Maline Helm

Geboren im St. Joseph Stift Krankenhaus in Dresden

Um 1.50 Uhr
3540 g
48 cm
Ku: 34 cm

lg sil

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schoene geschichte! hat mir sogar ein paar traenchen in die augen getrieben lol!
Herzlichen Glueckwunsch!

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Hallo,
sehr schön geschrieben und ein bisschen ähnlich zu miner letzten SS bzw. Geburt.
Mussten fast 3 Jahre warten bis sich der KIWU erfüllte leider ein Sternchen, dann hat es wider geklappt und Sophie kam 10 Tage vor ET genau an diesen Tag hatte meine Tochter einen wichtigen Wettkampf ich hab es allerdings nicht gesch fft den Sophie kam in der Früh und so musste halt mein Mann 2 Stunden nach der Geburt ins Stadion.

LG Tanja 28. SSW

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Ersteinmal #herzlichglückwunsch
Eine wunderschüne und rührende Geschichte meine Augen blieben beim Lesen nicht trocken

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Schatz, das hast du jetzt sooo rührend schön geschrieben, dass ich jetzt heule, wie'n Schlosshund... ich freu mich schon drauf, Leana endlich kennen zu lernen... (und meinen kleinen süßen Mann hoffentlich auch bald)