Charlotte´s Geburt

Hallo, ich möchte mich auch einreihen in die vielen schönen Geburtsberichte ... #herzlich


Am 14.05.10 war unser Stichtag, aber da sich schon die Tage vorher nichts tat, waren wir sehr entspannt und glaubten nicht daran, dass irgendwas passieren würde. Dem war ja dann auch so...

Am 15.05.10 sollten wir zur Übertragungskontrolle ins Krankenhaus fahren. Es war ja Wochenende und ich fand das eigentlich auch ganz gut. So hatte ich die Möglichkeit schonmal die ein oder andere Person dort kennenzulernen. Ich wurde für ca. 45min am CTG plaziert und wir haben zugesehen, wie unser Kind zwar wach und superaktiv war, aber von Wehen gab es bisher keine Spur. Bei der Untersuchung kam auch nicht sehr viel Neues raus. Das Köpfchen ist nach wie vor abschiebbar gewesen, der Muttermund weich und ein Stück offen. Der Nitritwert im Urin war wohl etwas erhöht, so bekam ich von Dr. Poppa noch auf den Weg, dass ich sehr viel trinken sollte. So fuhren wir wieder nach Hause und beantworteten weiterhin die Frage, ob sie schon da sei oder ob es was Neues gibt (echt doof, wenn man immer sagen muss, dass nichts passiert!) Die Nacht war ziemlich unruhig, ich habe wenig geschlafen und sogar schon ein paar leichte Wehen gehabt. Aber da ich immer wieder einschlafen konnte, machte ich mich nicht verrückt und brachte einfach irgendwie die Nacht hinter mich.

Am 16.05.10 fuhren wir wie jeden Morgen wieder zum Kreißsaal, man kennt uns dort ja nun und wir wurden schon freudestrahlend von der Hebammenschülerin Janina empfangen. Auf dem CTG war mal wieder nichts zu sehen und ich überlegte schon, ob ich mir die Wehen nachts vielleicht sogar eingebildet hatte *g*

Wieder wurde Urin abgenommen und es gab gute Neuigkeiten, der Nitritwert hatte sich neutralisiert (jahaaa, ich hab gut getrunken!!). Nun war es der Eiweißwert, der sich erhöht hatte. Und da mein Blutdruck wohl mit 140/80mg/dl grenzwertig war, wurde mir Blut abgenommen. (Man wollte eine Schwangerschaftsvergiftung ausschliessen). Da ich während der Untersuchung sehr viel Flüssigkeit/Schleim verloren hatte, wurde noch ein Fruchtwasserschnelltest gemacht, dieser fiel aber negativ aus.

Mittags kam dann schon der Anruf von Schwester Nadja, dass mein Blut okay war und sich daher der Verdacht nicht bestätigte.

Ich hatte mir tagsüber schon immer Uhrzeiten notiert, wann eine Wehe kam, aber es blieb meist bei 3 Wehen und dann war wieder stundenlang Ruhe. Gegen 20 Uhr wurden die Wehen dann schon regelmässiger und ich wurde auch nachts sehr oft wach und musste ordentlich veratmen.

Auch am 17.5.10 sind wir direkt ins Krankenhaus gefahren und haben den Termin beim Frauenarzt abgesagt. Zum Glück hatte ich meine Krankenhaustasche schon dabei. Nachdem das CTG ein paar Wehen zeigte und auch die Untersuchung gelaufen war, stand fest, dass ich nun stationär aufgenommen werde würde und eingeleitet werden sollte.

Ich war zwar erst bei 40+3, aber unser Baby wurde auf über 4000g geschätzt. Um 11Uhr bekam ich dann die erste Tablette und ging fortan alle 4 Stunden zum CTG in den Kreißsaal runter. Um 15Uhr erhielt ich dann nochmal 2 Tabletten und um 19Uhr nochmal eine. Das sollte dann die letzte Tablette für die Nacht gewesen sein. Hätte sich in der Nacht nichts getan, wäre es am nächsten Morgen gleich weitergegangen.

So verzog ich mich in mein Zimmer zurück und schaute fern. Gegen 20 Uhr hab ich Hendrik nochmal angerufen und wollte ihm einen Lagebericht machen. Plötzlich hatte ich das Gefühl, als ob in meinem Unterleib eine Knallerbse explodiert wäre. Ich dachte mir aber nichts dabei, denn es kam auch keine Flüssigkeit oder Sonstiges. Nur die Wehen wurden immer stärker und es musste mittlerweile jede veratmet werden.

Um 22 Uhr sollte ich nochmal zum CTG kommen, aber das hielt ich schon nicht mehr aus und bin eine halbe Stunde eher wieder in den Kreißsaal gegangen. Die Wehen kamen nun schon so oft, dass ich sogar im Treppenhaus anhalten musste, um zu veratmen. Und dort hallt es ja so

Das CTG hatte nun schon schöne Wehen aufgezeichnet und ich konnte im Kreißsaal bleiben. Janina ließ mir die Badewanne ein und ich bekam noch ein entkrampfendes homöophatisches Zäpfchen (gewirkt hat das meiner Meinung nach aber nicht). Das Wasserglas was sie mir anbot, hab ich dann nach kurzer Zeit in der Wanne versenkt *g*

Mittlerweile war es 0.30Uhr, als die Wehen so häufig kamen, dass ich es mir im Kreißbett gemütlich machen konnte. Während der Wehen hatte ich echt dolle Schmerzen und Janina meinte, ich solle mal meinen Mann anrufen, der könnte doch mal mitleiden Das tat ich dann auch und um kurz nach 1Uhr war er bei mir. (Um 0 Uhr hatte ich ihm noch geschrieben, dass ich nun baden gehe und er versuchen solle zu schlafen *gg*)

Zu dem Zeitpunkt war mein Muttermund bei 2cm und ich wurde gefragt, ob ich nicht ein wenig laufen möchte, aber ich war so froh, dass ich liegen konnte und wollte mich am liebsten gar nicht mehr bewegen. Ich bekam dann eine Spritze gegen die Schmerzen und genoß es, dass Hendrik bei mir war und mir den Rücken streichelte und meinen Kopf kraulte. Das durfte er aber nur in den Wehenpausen. Während der Wehe wollte ich nicht angefasst werden *gg*

Um 3.30Uhr war der Muttermund bei 5-6cm und kurz danach waren die Schmerzen so schlimm, dass ich fragte, was ich tun muss, um eine PDA zu bekommen. Die Antwort von Hebamme Julia war: "Einfach den Mund aufmachen." *g* Um 5 Uhr kam dann das Anästhesistenteam und ich bekam die PDA gelegt. Der Muttermund war nun schon bei 8cm. Oh, was war ich selig... die Schmerzen liessen nach und ich hätte sogar schlafen können. Hendrik und ich kuschelten uns aneinander, aber mit schlafen war nix.

Gegen 7 Uhr, mittlerweile war Hebamme Olga da (ich hatte sie mir so gewünscht, nachdem ich sie bei der Geburtsanmeldung kennenlernte - DANKE, dass das geklappt hat!), sollte es dann losgehen. Ich lernte die Presswehen kennen und hätte gerne darauf verzichtet. Ich hab sogar versucht zu schummeln und hab immer eine Presswehe versucht auszusetzen. Das tat aber auch weh!! Aber Olga meinte irgendwann, dass das Kind immer wieder reinrutscht, wenn ich nicht mitmache. Das hat mich dann angespornt weiterzumachen. Irgendwann ist man auch so high vor Schmerzen, dass man einfach nur schiebt. Ich hab mir immer Hendriks Arm vor den Mund gehalten, sonst hätte ich gar nicht genug Kraft gehabt, um zu pressen. Zwischendurch, ich hab wohl ziemlich laut geatmet, merkte ich ein starkes Kratzen im Hals und sagte nur: "Scheisse, jetzt werd ich auch noch heiser!!"

Ich hab immer darüber nachgedacht, ob ich schon gerissen bin, oder ob ich wohl verschont bleibe. Das hab ich dann irgendwann ausgeblendet, ich wolllte ja mein Kind endlich bei mir haben.

Olga meinte irgendwann zu Hendrik: "Guck mal, blonde Haare!" Und dann verging die Zeit so schnell, dass ich um 8.25Uhr meine kleine Charlotte auf den Bauch gelegt bekam. Sie hat laut geschrien und alle Schmerzen fielen von mir ab. Ich hatte es endlich geschafft! Und als Dankeschön hat mir die Maus erstmal auf den Bauch gepupt!

So lagen wir eine Weile da und genossen den Anblick. Hendrik war so gerührt und hat geweint! Wenn ich daran denke, krieg ich auch nasse Augen... Ich liebe dich, Schatzi!!

Irgendwann kam Olga dann wieder und befreite mich von den ganzen Kabeln und von der Nachgeburt und Charlotte wurde gewogen und vermessen. Ich wurde noch ein Weilchen genäht (boah, das ist so unangenehm!), aber Olga freute sich darüber, dass sie meinen Damm gerettet hat und ich nur innerlich gerissen bin...


Charlotte´s Daten:

Gewicht: 3750g

Gewicht: 54cm

Kopfumfang: 35cm


#verliebt

1

Happy Birthday, kleine Maus und ein schönes Leben... :-D

2

Huhu Bianca!

ich musste ihn nochmal lesen weil er einfach soooo schön geschrieben ist #ole #verliebt #herzlich


Alles Alles Gute für die Zukunft mit Eurer Prinzessin Charlotte. Endlich darf ich sie beim Namen nennen #freu Juhu - ich hab mich nicht verplaudert ;-)


Drück Euch ganz lieb! #verliebt