geplante Hausgeburt, ungeplant allein

So, hier mal mein Geburtsbericht
Ich hatte ja schon eine ganze Weile Wehen und so auch in der Nacht vom 25. auf den 26.
Meine Hebi wäre ab dem 27. um 3 Uhr Nachts für 10 Tage nicht da gewesen und ich hätte ins Geburtshaus ausweichen müssen.
Irgendwie hatte ich also mit dem Thema schon fast abgeschlossen.
Bei aufstehen gings mir einfach nicht gut, mir war übel und eiskalt, Wehen ja sowieso.
Also um 7.30 meinen Sohn in die Schule geschickt und meinen Mann gebeten heute nicht zu arbeiten.
Ich war mir aber sicher das es nicht losgeht.
Um 7.45 bin ich dann duschen gegangen, auch mal nach dem Muttermund getastet...hmm der ist heute aber fest und zu #kratz
Nach ein paar Minuten kam mir das aber komisch vor und ich hab noch mal getastet..Moment das ist ja gar nicht der Muttermund das ist die Fruchtblase #schock
den hinteren Rand vom Muttermund konnte ich gar nicht mehr tasten.
Also schon sehr weit offen.
Ich saß erst einmal total verwirrt in der Dusche (wohlgemerkt eine kleine Duschkabine) und hab überlegt was ich jetzt mache.
Mein Mann hat dann um 8.10 versucht die Hebamme anzurufen. Da ging niemand dran. Weder am Handy noch zu Hause, bei der Ersatzhebi auch nicht #zitter
Da bin ich dann ganz schön in Panik verfallen. Hab meinen Mann angebrüllt er soll mir sofort eine Hebamme herschaffen :-p
Vor allem musste ich zu diesem Zeitpunkt schon richtig laut tönen und konnte es überhaupt nicht ertragen wenn er im Raum war. Er hat mich jedes mal richtig aus der Konzentration gerissen.
Ich hab dann irgendwann nur noch "raus" gebrüllt wenn er ins Bad kam. Er hat es dann auch recht schnell gelassen.
Um 8.30 hat er dann endlich den Mann meiner Hebi erreicht und er hat sie im Schwimmbad angerufen. Eigentlich wäre das kein Problem gewesen, er ist nur "unerlaubt" mit dem Hund rausgegangen.
Er hat die 45 Minuten in denen sie 1 mal in der Woche schwimmen geht Telefondienst und kann sie dann im Schwimmbad anrufen.
Mein Mann ist dann mit unserer Tochter ins Kinderzimmer und die beiden haben in seinem Laptop Bibi und Tina geschaut. Einige Minuten später ist mir die Fruchtblase geplatzt, ganz braun-grünes Fruchtwasser.
Also noch mal voller Panik die Hebamme angerufen, ich soll mir keine Sorgen machen, sie ist gleich da. Das mit dem Fruchtwasser ist auch nicht schlimm.
Irgendwann hab ich dann angefangen zu pressen, es war aber mehr eine Kopfentscheidung, ich hätte auch schön früher damit beginnen können. In den Wehenpausen konnte ich richtig klar denken und
die Wehen oft sogar "steuern" also den Beginn hinauszögern oder die nächste Wehe schneller beginnen lassen.
Erst war ich nur gekniet, irgendwann gehockt und später auf allen vieren.
Einmal musste ich sogar lachen, ich hab plötzlich jedes "oooooh" und "uuuuuuh" mit einem "ja!" beendet.
Hat aber geholfen.
Als der Kopf kam hab ich mich dann an die Worte meiner Hebamme erinnert. Den Kopf ein wenig zu bremsen und nicht wie wild zu pressen sondern eher zu schieben.
Hab ich auch gut geschafft. Dann kam der Kopf und es ging nicht weiter.
Das hatte ich bei den anderen beiden Kindern auch nicht, die kamen einfach raus.
Also noch mal gepresst aber diesmal nicht an die Worte meiner Hebi gedacht #klatsch und dabei hab ich mir dann den Damm geschürft.
Mein Mann kam genau in dem Moment rein in dem die Kleine geboren wurde.
9.03 Uhr. Sie hatte die Nabelschnur über die Schulter liegen, den Rücken runter und zwischen den Beinen durch. Mein Mann musste mir helfen sie zu "entwirren"
In diesem Moment klingelte die Hebamme und half mir gleich aus der Dusche raus.
Wir sind dann rüber ins Schlafzimmer, nach fast 1,5 Stunden in der Dusche waren meine Beine ganz schön schwach.
Die Kleine war total verscheimt und die Hebamme schob ihr einige Globulis in den Mund und saugte 2-3 mal vorsichtig Schleim ab.
Irgendwann ist uns dann aufgefallen dass wir noch gar nicht geschaut haben ob es wirklich ein Mädchen ist...unsere kleine Matilda.
3600 g, 53 cm und 34 cm Kopfumfang.
Und ich frage mich heute schon warum ich am Ende der Schwangerschaft und in den ersten 2 Tagen nach der Geburt nie wieder schwanger werden wollte.

1

wow, Hochachtung!

und herzlichen Glückwunsch!

Du gehörst wohl auch wie ich zu den Schnellgebärenden .-)

Wenn Du magst:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=43&id=2462937

lg

ll

2

Erstmal: Herzlichen Glückwunsch!!!

Und Respekt! Du hast dein Kind wirklich ganz alleine auf die Welt gebracht?? #schock Das wäre mein größter Albtraum.

3

Hi,

auch von mir herzlichen Glückwunsch.

Wie hat dein Mann denn die Geburt verkraftet, hast du ihn bei den anderen Geburten auch raus geschmissen;-)??
Ich habe letzte Woche entbunden, aber mein Menne am Ende befohlen bei mir zu bleiben und sich nicht mehr von der Hebi herumscheuchen zu lassen#rofl.

prinzhagen

4

Wow, Respekt! Ich hätt wahnsinnig Angst davor, mein Kind allein zur Welt bringen zu müssen, also ohne Hebi.

Glückwunsch zur kleinen Matilda!

5

Also, herzlichen Glückwunsch und alles Gute! Irgendwie wünsche ich es mir auch so. Ich plane ins GBH zu gehen, aber hauptsächlich weil mein Mann keine HG möchte. Für mich wäre es aber okay. Würde es gern allein schaffen und meine Männer sind trotzdem in der Nähe!

LG Iris 33.ssw

6

#pro

7

Hallo,

auch von mir einen Riesengroßen-Glückwunsch - meine zweite Hausgeburt ist gerade einmal 15 Tage her und von daher kann ich noch ganz "frisch" mit Dir mitempfinden.

Vor allem, wie Du Dich gefühlt hast, als Deine Hebamme nicht erreichbar war.

Mir ging es ein bisschen wie Dir. Ich hatte zwar die Hebamme erreichen können; nach dem Blasensprung wurden die Wehen aber so stark und zugleich hatte ich einen ziemlichen Pressdrang (nicht vom Kind, wie sich später herausstellen sollte ;-)), dass ich dachte "Kind kommt JETZT!", ohne dass die Hebamme jedoch da ist. Ich glaube, das wäre mein persönlicher Albtraum gewesen. Meine Kinder tendieren nämlich zum Riesenwuchs (...) und da brauche ich immer engagierte und sehr genaue Hebammenhilfe!!

Naja, mir blieb die ungeplante Alleingeburt zum Glück erspart - ich hatte aber auch all die Szenarien im Kopf: Wo bekomme ich jetzt eine Hebamme her? Würden wir es noch ins KH schaffen (obwohl ich das ja überhaupt nicht will)? Würde es was bringen, jetzt einen Rettungswagen zu rufen? Was mach' ich, wenn der begleitende Arzt OHRENarzt ist?! Etc. etc. - es war wirklich furchtbar!

Von daher bin ich total beeindruckt, wie professionell Du Deine kleine Tochter entbunden hast (schieben statt pressen, "entwickeln") - auch meine große Hochachtung!

Ganz liebe Grüße und Euch allen eine möglichst entspannte Kennenlernzeit,
Becca