Die Geburt von Louis am 28.11.10

Ich hatte meine Einweisung für den 28.11.2010 und hoffte bis zum Schluss, dass die Geburt von selbst losgeht. Über Einleitungen hatte ich schon viele Horrorstorys gehört und wollte es vermeiden.

Nach dem ich 9 Tage über den Termin war, wurden ich langsam ungeduldig und mein Männe und ich beschlossen, am 27.11. einen langen Spaziergang zu machen und den Tag mit einem Glas Wein ausklingen zu lassen. Gesagt getan. Abends im Bett hatten wir uns dann noch mal lieb…und plötzlich um Mitternacht gingen die Wehen los. Erst war es als Ziehen im Abstand von ca. 15 Min noch erträglich, aber nach einer weiteren Stunde konnte ich nicht mehr liegen und weckte meinen Mann. Er schreckte auf und wollte sofort los. Ich sagte, dass wir noch Zeit haben und er ruhig noch etwas schlafen könne. Ich bin aufgestanden (zwischendurch Wehen veratmet) und habe noch die letzten Sachen für die Kliniktasche zusammen gepackt, den Spüler ausgeräumt und was gegessen. Mein Mann war schon leicht wütend, wie ich dazu käme, in der Situation rumzukramen *hihi*. Ich fand das in dem Moment nicht lustig, weil ich mich eigentlich nur ablenken wollte. Naja mittlerweile war es 3 Uhr und die Abstände der Wehen wurden kürzer. Als sie eine ganze Weile im Abstand von 5 Minuten da waren, sind wir losgefahren. Im Auto konnte ich kaum sitzen, so hat es mir gezogen. Das Krankenhaus war nur 10 Minuten entfernt, Gott sei Dank!

Mit CTG ging es los, dann ein Venenzugang für alle Fälle…und Einweisung ins Zimmer (zum Glück Einzelzimmer). Im Zimmer musste ich dann erst mal heulen, weil die Schmerzen unaufhörlich kamen und ich Angst hatte, dass es noch viel schlimmer wird…man gut, dass ich es zu dem Zeitpunkt nicht wusste! Nach einer ganzen Weile zurück in den Kreißsaal. Einlauf und ab in die Wanne. Tat sehr gut, die Wehen waren erträglicher. Der Muttermund öffnete sich sehr gut und das CTG zeigte neben den konstanten Herztönen von unserem Krümel die regelmäßigen Wehen an. Die Hebamme war optimistisch und sagte, dass ich um die Mittagszeit Mama sein werde. Das hat mir Mut gemacht. Da war es allerdings gegen 8 Uhr morgens. Mein Männe war die ganze Zeit dabei und gab mir Wasser und Tee. Durch das Atmen war ich ständig am Verdursten…

Die Wehen waren mittlerweile fast unerträglich und die Mittagszeit ist verstrichen. Ich erhielt dann eine Beruhigungsspritze in den Popo, damit ich mich erholen konnte. Die Spritze tat unheimlich weh, aber hat auch rasch angeschlagen. Ich wurde ruhiger und die Wehen waren erträglicher. Eine PDA wollte ich nicht. Buscopan wurde regelmäßig über den Zugang gespritzt…geholfen hat es glaube ich aber nicht. Am späten Nachmittag waren die Wehen unerträglich und ich wusste manchmal nicht, wie ich atmen und liegen sollte. Die Oberärztin kam mittlerweile ständig, um nach mir zu sehen. Es wurde ein Wehenhemmer in Abwechslung mit Wehenmittel gespritzt, damit ich Ruhephasen hatte.

Der Muttermund war längst offen und der Kleine lag ganz tief im Geburtskanal. Die Presswehen setzten ein (ich glaube gegen 17 Uhr) und ich krümmte mich echt vor Schmerzen. Mal Hockstellung, mal seitlich, mal auf allen Vieren…die Hebamme zwang mich zu verschiedenen Positionen. Der Kleine rutschte immer tiefer, aber die Wehen waren zu kurz und ich allein schaffte es daher nicht, ihn rauszudrücken. Noch dazu hang er womöglich mit einer Schulter fest. Diode am Kopf des Babys befestigt, wurden die Herztöne überwacht. Alles konstant, zum Glück.

Ich konnte kein pippi machen vor lauter Schmerzen. Sie legten mit daher einen Katheder und zogen immer wieder Urin ab. Ich ging dabei fast an die Decke, da es die Wehen irgendwie verstärkte. Aber es musste sein, da die Blase randvoll war. Ich schrie den Kreißsaal regelmäßig zusammen. Aber anders war es einfach nicht auszuhalten. Mein Männe wußte auch nicht mehr, was er noch machen sollte. Er wurde regelmäßig rausgeschickt, als ich Katheder bekam. Das Köpfchen guckte bei jeder Presswehe, aber der Kleine kam einfach nicht ganz raus.

Gegen 19 Uhr waren Ärzte und Hebamme der Meinung, dass es nichts bringt. Zulange schon hatte ich Presswehen und es tat sich nix. Meine Kräfte verließen mich und ich wollte nicht mehr mitmachen. Mittlerweile hatte ich seit 0 Uhr Wehen…und wir hatten es 19 Uhr am Folgetag! Als der Chefarzt kam, krallte ich seinen Arm und jammerte, er solle ihn endlich rausholen. Gesagt getan. Sie entschlossen sich für die Saugglocke, da ein Kaiserschnitt in dem Stadium zu riskant gewesen wäre. Außerdem wollten sie mir die OP ersparen. Herztöne des Kleinen waren bis dato immer noch ok.

Tja, dann war es soweit. Alles für die Saugglocke vorbereitet. Chefärztin saß hinter mir und hat von oben geschoben, Oberarzt von der Seite…und Hebamme von unten. Drei Presswehen hat es gedauert. Erst kam der Kopf…die Schulter…die Beine. Ich habe es nur in Trance miterlebt, so schmerzhaft waren die Wehen und soviel Kraft hab ich zum Schieben gebraucht. Das Gefühl, wie der Kopf unten raus kam, werde ich nie vergessen…wahnsinn. Geschnitten wurde ich auch, aber das ist bei Saugglockengeburt üblich. Das Risiko gehen sind dann nicht auch noch ein, wenn die Glocke schon angesetzt werden muss. Das Nähen hab ich überhaupt nicht gespürt, und heute ist die Naht schon am Abheilen…

Nach der Geburt hab ich Louis auf den Bauch bekommen. Ich habe es gar nicht richtig wahrgenommen, so erschöpft war ich von den ganzen Ereignissen. Dann haben sie meinen Mann endlich wieder reingeholt. Zuviele Leute waren bei der Geburt mit mir beschäftigt, da musste er raus. Ich glaube es war auch besser so, da es sicher einen bleibenden Eindruck hinterlassen hätte.

Alles in Allem war die Geburt sehr schwer, aber hinterher bin ich stolz auf mich…und auf unseren kleinen Engel Louis.

Allen noch Schwangeren alles Gute für die Geburt. Jede Geburt ist anders und jeder erlebt Schmerzen anders. Das A und O ist die Atmung und die Betreuung.

LG Jessi mit Louis 3 Wochen alt #schrei

1

Alles gute zur Geburt eures kleinen.

Wie waren denn seine Maße?

Lg

2

Oh sorry...

Louis seine Maße

53 cm
3430 Gramm
34 Kopfumfang
41. SSW

Schöne Weihnachten #niko