Einleitung / Schwangershaftsdiabetes

    • (1) 27.01.11 - 16:21

      Hallo zusammen :-)

      In der Schwangerschaft habe ich einen Insulinpflichtigen Diabetes entwickelt. Die Ärzte hatten ein Auge auf mich und haben ab der 38. SSW fast Tag für Tag entschieden, ob sie mich einleiten wollen. Es liefen diverse Doppler US und CTG´s ... alle mit positiven Befund. Mein Gefühl sagte mir immer, dass alles ok ist - aber Ärzte können einen schon ziemlich verunsichern wenn sie kein Risiko eingehen wollen ....

      Am ET ging ich also endgültig in die Klinik. Es wurde ein Gel an den Mumu gelegt - insgesamt 6 x. Es passierte erstmal gar nichts und da ich mich eh auf 3 Tage eingestellt hatte blieb ich cool.

      Am 2. Tag ging es dann abends los: Blasensprung. Mein Mann wollte noch mal eben nach Hause fahren, aber ich war mir in dem Moment sicher - hier geht nix mehr und ich bat ihn im zu bleiben. Ich denke er und auch die Hebamme fanden es übertrieben. Sie sagte mir, dass es noch ewig dauern könnte und schickte mich in die Wanne. Als die Wehen dort weniger wurden fühlte sie sich bestätigt. Allerdings war das nur für wenige Minuten so - dann kamen Wehen alle 2 Minuten regelmäßig.

      Sie schickte mich nochmal ins Bett und da der Wehenschmerz ziemlich kräftig war, gab sie mir eine Injektion und ich versuchte zu veratmen.

      Nach 20 min wurde ich dann in den Kreißsaal gebracht und ich konnte nicht mehr stehen vor Schmerzen. Mein Mumu hatte sich innerhalb von 1,5 Stunden von "Befund: Gebärmutterhals ca. 2 cm" in
      " Befund: Mumu 8 cm offen" geändert. Die Hebamme und ich entschieden uns für eine PDA.

      Die PDA wurde gelegt und dann ging es los: Sauerstoffmangel des Kindes im CTG sichtbar, Sauerstoff für mich bei jeder Wehe, Dauerkatheter für mich, Blut auf Sauerstoffgehalt beim Kind 3 x entnommen, Herztonüberwachung am Kopf des Kindes, Versuch einer Drehung des Kindes durch die Hebamme ( Sternengucker), Wehenblocker weil ich keine Luft mehr von der Wucht der Wehen bekam, Wehenverstärker weil ich durch die PDA nicht aktiv mitpressen konnte, Dammschnitt, Dammriss 3. Grades, Saugglocke, ein Arzt auf meinem Bauch der sie mit raus schob ......

      Das alles fühlt sich, auch wenn ich es schreibe, nach keiner leichten Geburt an und ich glaube auch die Ärzte waren froh, dass alles gut ging.

      Aber ich kann sagen, dass es mir gut tat die Kontrolle an das Kreißsaalteam zu übergeben und einfach zu tun was sie sagten.
      Als unsere Tochter dann heil auf der Welt war, war ich total geschafft, aber auch stolz auf mich, dass ich das geschafft habe.

      Klar ich könnte jetzt traumatisiert sein und über Sinn und Zweck einer Einleitung gegen die Natur schimpfen, aber was soll es ...
      Wichtig ist, glaube ich, dass wir Frauen unserem Instinkt vertrauen und wäre ich meinem gefolgt hätte ich ihr (auf eigenen Wunsch) noch etwas mehr Zeit gegeben ins Becken zu rutschen und etwas später normal zur Welt zu kommen. Bei meinem 2. Kind würde ich sicherlich die Einleitung rauszögern.

      Was nach dieser Geburt bleibt ist das Gefühl von STolz, immer noch ein wenig Erschöpfung und die Erkenntnis, dass man in einer Schwangerschaft nichts planen kann .... man kann nur die Gegebenheiten annehmen und sich über das Ergebnis freuen.

      Liebe Grüße
      Erato


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