Milla Lia: Unser kleiner Fisch kommt im Wasser zur Welt.

Geburtsbericht von Milla Lia

Mein errechneter Geburtstermin war der 13. März 2011. Am Montag, den 07. März hatte ich die letzte geburtsvorbereitende Akupunktur, außerdem eine Vorsorge-Untersuchung bei meiner Beleg-Hebamme Britta. Mit Britta hatte ich auch schon die Geburt meiner ersten Tochter vor 2,5 Jahren erlebt und nun freute ich mich regelrecht auf die nahende zweite Geburt.
Der Befund an diesem Montag: komplett unreif. Dieses Ergebnis hatte ich schon vermutet, war aber trotzdem total frustriert. Die Schwangerschaft war sehr anstrengend gewesen und nun hatte ich keine Lust mehr. Ich wollte nur noch meine kleine Maus im Arm halten dürfen.
Am Dienstag war ich dann noch einmal bei dem Schwangeren-Schwimmen. Ich powerte mich richtig aus … vielleicht würde das ja die Geburt in Gang bringen.  Aber die Woche verstrich weiter. Am Freitag, den 11. März traf ich mich morgens noch mit zwei Freundinnen zum Frühstück, nachmittags waren meine Tochter und ich mit unserer wöchentlichen Kinder-Gruppe verabredet. Wir verabredeten uns für die nächste Woche und ich bekam zu hören: „Na, da bist du bestimmt nicht dabei!“ Wie Recht die Mamis doch hatten.
Am Samstagmorgen waren wir zu einem ausgiebigen Brunch eingeladen. Ich wurde gefragt: „Wann ist es denn soweit?“ „Morgen, aber das dauert bestimmt noch.“ Wieder zu Hause steckte ich erst mal meine Große ins Bett und mein Mann und ich machten es uns auf der Couch bequem. Das tat unglaublich gut, der große Bauch war wirklich nur noch schwer zu händeln. Gegen 15:00 Uhr brachen wir dann zu einem Spaziergang auf. Ich spürte ein leichtes Ziehen im Bauch. Dieses kam ca. alle sechs Minuten, war aber von der Intensität her nicht weiter erwähnenswert. Zwischendurch fragte ich dann meinen Mann, welchen der Notfallpläne wir denn heute anwenden wollen würden, um unsere große Tochter unterzubringen. Es gab verschiedene Möglichkeiten, wir hatten uns zuvor doppelt und dreifach abgesichert. Er: „Wieso, ist das denn notwendig?“ Ich: „Könnte schon sein.“ Wieder zu Hause rief er eine befreundete Familie an: „Können wir Linn gleich bringen, es geht los.“ Ich: „Du solltest doch nur fragen, ob wir Linn bringen können, FALLS es heute los geht.“ Aber mein Mann wollte auf Nummer Sicher gehen. Unsere Tochter packte mit großer Begeisterung ihre Schlafsachen. Sie freute sich auf die Übernachtung bei ihrer Freundin. Dann fuhren die Beiden los. Ich verabschiedete sie mit den Worten: „Lasst euch Zeit, das dauert noch.“ Kaum waren sie weg, hatte ich das Gefühl, dass ich auslaufe. Also teste ich mit dem PH-Streifen, den ich von meiner Hebamme bekommen hatte. Und tatsächlich: Blasensprung. Ich legte mich sofort hin, der Kopf unserer Maus war nämlich noch nicht ins Becken gerutscht. Dann rief ich meinen Mann auf dem Handy an: „Kannst du doch gleich zurückkommen, die Blasen ist geplatzt!“ Gegen 17:45 Uhr war er zurück und wir bestellten einen Liegendtransport in die Klinik. Außerdem verständigten wir unsere Hebamme. Da ich aber noch keine wirklichen Wehen hatte, war ich der Meinung, dass sie noch nicht in die Klinik kommen bräuchte. Die Fahrt im Rettungswagen war sehr angenehm und lustig. Das Team war total nett und wir unterhielten uns blendend. Gegen 18:15 Uhr lag ich in der Klinik am CTG, das Ziehen war stärker geworden und langsam musste ich veratmen, konnte während der Wehen nicht mehr sprechen. Um 19:00 Uhr war unsere Hebamme zur Stelle. Ich wurde noch einmal untersucht, Muttermund komplett geschlossen und weit hinten. Komischerweise konnte auch der Blasensprung nicht bestätigt werden. Der Teststreifen verfärbte sich nicht im Geringsten. Hmmm, immerhin durfte ich nun aber aufstehen. Die Wehen waren nun regelmäßig. Leider war der gewünschte Kreissaal noch nicht sauber gemacht worden und so mussten wir noch etwas im Wintergarten der Entbindungsstation warten. Ich veratmete fleißig Wehen. Diese kamen jetzt ca. alle drei Minuten und waren ordentlich stark. Am Besten kam ich mit den Schmerzen klar, wenn ich mich von Hinten über eine Stuhllehne hing. Die Wehenpausen waren sehr erholsam und ich konnte mich gut mit meinem Mann unterhalten. Dann durften wir endlich in den Kreissaal, nach einigen Wehen fand ich die ideale Position: auf allen Vieren und mit dem Oberkörper über einen Pezziball veratmete ich fleißig Wehe um Wehe. Meine Hebamme beobachtete nur und griff nicht in den Geburtsverlauf ein. Gegen 21:00 Uhr untersuchte sie mich: Muttermund 5cm. Das motivierte mich und meine Hebamme empfahl bald in die Geburtswanne zu wechseln. Ich wollte unbedingt eine Wassergeburt. Vorher bekam ich noch einen Einlauf. Wie auch bei der ersten Geburt fand ich Wehen veratmen im Sitzen extrem unangenehm. Deshalb wechselte ich dann ständig von der Toilette zum Badewannenrand, über den ich mich mit dem Oberkörper hängte. Gegen halb zehn stieg ich in das warme Wasser. War das schön! Totale Entspannung. Die Wehen wurden allerdings noch stärker und intensiver. Ich tönte und schrie nun ziemlich laut, konnte aber in den Wehenpausen super Kraft schöpfen. Mein Mann saß die ganze Zeit bei mir und gab mir immer wieder Wasser zu trinken. Ich hatte einen Riesen-Durst. Gegen 22:00 Uhr beschloss er, sich eine Pizza zu bestellen. Die kam auch gegen 22:40 Uhr. Zum gleichen Zeitpunkt teilte meine Hebamme der Schülerin zu: du kannst der Ärztin langsam Bescheid geben, es geht hier bald los. Mein Mann fragte, ob er die Pizza noch Essen könnte. Britta wies in an, sich zu beeilen und die Pizza außerhalb des Kreissaals zu Essen – ich mochte den Geruch nicht. Also brachte er die Pizza weg und ging dann kurz auf die Toilette. Dann kam er noch mal bei mir vorbei. Währenddessen hatten aber die Presswehen eingesetzt, der Muttermund war komplett geöffnet. Mein Mann wurde also angewiesen, sich hinter mich zu setzen und meinen Rücken zu stützen. Er schaffte es gerade noch, sich den Pullover auszuziehen. Meine Hebamme rief noch der Schülerin zu: Hol die Ärztin, Geburt: JETZT!“ Sie machte die Fruchtblase komplett auf und nach vier Presswehen war unsere Tochter Milla Lia am 12. März 2011 um 23:05 Uhr geboren.
Sie wurde mir sofort auf den Bauch gelegt und blinzelte uns aus ihren wunderschönen Augen an.
Nach einiger Zeit nahm mein Mann sie auf den Arm, ich konnte mich abduschen und legte mich dann auf das Bett. Während ich untersucht wurde, durfte ich unseren kleinen Engel wieder im Arm halten. Da die Dame mit dem Arm am Kopf auf die Welt kommen wollte, hatte ich einen kleinen Scheidenriss abbekommen. Das war aber nicht weiter schlimm, das Nähen ging relativ schnell und war auch nicht wirklich schmerzhaft.

Dann wurde Milla untersucht. Ein kerngesundes, wunderhübsches kleines Mädchen.

54cm
3585g
35,5cm Kopfumfang.

Noch im Kreissaal legte ich sie das erste Mal an und sie saugte wie ein kleiner Weltmeister. Das schien ihr unglaublich gut zu gefallen, denn den Rest der Nacht hatte sie nichts Besseres zu tun, als immer wieder zu trinken. Das erklärt vielleicht auch, warum ich den Milcheinschuss sehr schnell (in der Nacht zu Dienstag) hatte. Am Dienstagmittag sind wir dann auch nach Hause gegangen. Seitdem genießen wir das Leben mit unseren beiden Mädchen. Ich hätte mir den Alltag mit zwei Kindern auf jeden Fall stressiger vorgestellt. Allerdings ist Milla auch ein absolut pflegeleicht, zufriedenes kleines Mädchen. Gerade heute (am 07. Mai 2011) hat sich mich das erste Mal gurgelnd angelacht. #verliebt

1

Herzlichen Glückwunsch!

Und das mit dem Stress - das kommt schon noch - versprochen!!! ;-)

Liebe Grüsse und eine schöne Zeit zu viert
Diana

2

EIne schoene Geburt!
Alles Gute und Glueckwunsch zur kleinen Maus!