Die Geburt von Mia Ayleen am 22.05.2011

Am Samstag, den 21.05.2011 bin ich morgens aufgewacht und hatte das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt. Ich hatte irgendwie das Gefühl auszulaufen, hab mir aber nichts dabei gedacht.
Mittags wollte ich dann auf den Jungesellinnenabschied von einer Freundin, aber vorher nochmal schnell in der Apotheke vorbei um pH-Papier zu kaufen, weil gelesen hatte, dass man sich das Papier in die Unterwäsche legen soll und es sich blau verfärbt, wenn es Fruchtwasser ist.

Auf dem JGA hab ich dann gemütlich im Garten gesessen und bin sogar noch mit der Kleinen einer Freundin rumgetobt ;-).

Um 14 Uhr bin ich dann wieder nach Hause gefahren und hab mir auch gleich das Papier in die Unterwäsche gelegt. Mein Mann hat noch zu mir gesagt, ich soll mal nicht so eine Panik machen, es wäre sicher wie immer alles ok.
Aber ich bin immer unsicherer geworden und hab dann versucht meine Hebamme zu erreichen, leider ist sie nicht ans Handy gegangen. Also hab ich im Krankenhaus in unserer Stadt angerufen, weil beim Infoabend gesagt wurde, dass man sich immer melden kann wenn was wäre. Die Hebamme da sagte mir dann, dass sie nichts für mich tun kann, da ich auf keinen Fall bei ihnen entbinden kann, da ich ja erst 34+6 war und sie erst ab 36+0 entbinden. Ich müsste also in eine größere Klinik, Heppenheim oder Worms. Aber sie meinte dann, es würde für sie nach Blasensprung klingen. Ich hab erstmal angefangen zu heulen!
Mein Mann kam in die Küche und hat gefragt was denn los wäre und als ich dann sagte, dass die im Krankenhaus meinte es wäre wohl ein Blasensprung ist er auch ein bisschen erschrocken und hat mich in den Arm genommen.
Zum Glück war die Tasche schon gepackt und wir haben sie ins Auto gepackt und sind nach Heppenheim gefahren (weil ich nicht nachgedacht habe, sonst wäre mir sicher aufgefallen, dass die auch keine Kinderklinik haben…).
In Heppenheim haben wir das Auto auf dem Parkplatz abgestellt und sind zum Krankenhaus gelaufen. Mittlerweile ist das Fruchtwasser richtig gelaufen (wie wenn man sich in die Hose macht, aber es nicht aufhalten kann) und bis wir in der Notaufnahme waren war meine Hose schon klatschnass.
In der Notaufnahme hat uns dann einer abgeholt und wir haben ihm gesagt, wir wollen auf die Entbindungsstation. Darauf folgte dieser Dialog:
Er: „Sind sie schwanger?“
Ich: „Äh, ja…“
Er brachte uns dann zum Kreißsaal und als er weg war fragten wir uns, ob er tatsächlich gefragt hatte, ob ich schwanger wäre…

Im Kreißsaal sagten mir die Hebamme und die Ärztin, dass ich auch in Heppenheim nicht entbinden könnte, sondern nach Worms, Mannheim oder Darmstadt müsste. Wir haben uns dann für Worms entschieden.

Aber erstmal testeten sie, ob ich wirklich Fruchtwasser verliere, ob im Ultraschall alles ok ist und ob ich auf dem CTG schon Wehen habe. Hatte ich tatsächlich, hab ich aber nicht gemerkt. Muttermund war fingerdurchlässig (ca. 1 cm) und Kopf tief im Becken.

Gegen 17 Uhr haben wir uns auf den Weg nach Worms gemacht.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im McDonalds Drive-in und jeweils 2 Cheeseburgern kamen wir im Krankenhaus an und wieder lief das Fruchtwasser. Wir wurden direkt in den Kreißsaal geschickt und hier wurde ich nochmal von 2 Ärztinnen untersucht. Die Ärztin aus Heppenheim hatte uns schon angekündigt, aber logischerweise wollten die in Worms sich noch selbst ein Bild machen. Eigentlich wollten sie auch testen, ob es wirklich Fruchtwasser war, aber als ich die Hose ausgezogen hatte kam ein richtiger Schwall und da haben sie sich das gespart. Im Ultraschall wollten sie schauen, wie groß und wie schwer du bist und am Ende sagte die eine Ärztin sie kommt auf ein Gewicht von 2319 g… (geschätzt, nee, is klar ;-))

Dann kamen wir in den richtigen Kreißsaal und ich wurde wieder ans CTG angeschlossen. Dein Herz schlug ziemlich schnell (195 Schläge pro Minute) und deshalb hat die Hebamme Lavendelöl um mich rum verteilt. Hat auch geholfen, dein Herzschlag wurde wieder langsamer. Die Wehen auf dem CTG waren immer noch unregelmäßig, aber weil schon Wehen da waren hat der Oberarzt entschieden direkt einzuleiten. Allerdings erstmal nur mit einer Testdosis von einer Tablette um zu sehen, ob ich das Mittel vertrag. Die richtige Dosis sollte ich dann am nächsten Morgen bekommen. Zwischendurch hat mir die Hebamme noch einen Zugang gelegt und Antibiotikum verabreicht, da ich keinen Streptokokken-Test hatte und man davon ausgeht, dass ein Blasensprung von Infektionen im Körper ausgelöst wird (war aber wohl nicht so, weil ich hatte keinerlei Entzündungswerte im Blut). Um die Wehen regelmäßiger zu machen habe ich dann auch noch Akkupunktur bekommen und danach waren wirklich regelmäßige Wehen zu erkennen. Allerdings hielten sich die Schmerzen immer noch in Grenzen.

Dann durften wir erstmal hoch auf die Station.

Um 22 Uhr sollten wir nochmal zum Kontroll-CTG kommen. Aber der Muttermund war immer noch bei 1 cm und die Wehen wieder eher unregelmäßig. Um 23 Uhr durften wir wieder hoch ins Zimmer und uns wurde gesagt, dass wir morgens um 6.30 Uhr wieder kommen sollten oder aber wenn die Wehen stärker werden.

Wir sind dann erstmal ins Bett gegangen und haben versucht zu schlafen. Sven ist das auch gelungen, ich hab wach gelegen und Wehen veratmet, weil mittlerweile waren sie doch zu spüren. Um 2.00 Uhr kam noch eine Schwester und hat mir noch eine zweite Dosis Antibiotika verabreicht. Danach bin ich in den Wehenpausen immer mal wieder weggenickt und habe versucht mit meinem Handy den Abstand zwischen den Wehen zu messen (hat aber nicht so gut funktioniert).

So gegen 3.30 Uhr habe ich dann meinen Mann geweckt, weil ich doch gerne nochmal im Kreißsaal nachschauen lassen wollte.

Auf der Entbindungsstation hat die nächste Hebamme nach dem Muttermund geschaut (der war schon bei 2 cm) und hat uns dann wieder in den Kreißsaal geschickt. Hier wurde ich wieder ans CTG angeschlossen. Nach und nach wurden die Wehen immer stärker und ich musste sie nun richtig veratmen. Irgendwann habe ich dann eine Spritze bekommen, die zwar nicht direkt gegen die Schmerzen war, aber alles so ein bisschen egal gemacht hat (war ein wenig wie betrunken sein). Der Muttermund war mittlerweile bei 4 cm.

Die Wehen waren jetzt immer stärker und Sven hat einen Igelball bekommen um mir den Po und den Oberschenkel damit zu massieren. Das hat gut getan! Während den Wehen habe ich auch nicht mehr sprechen können sondern mich voll aufs Veratmen konzentriert.

Um 5.35 Uhr sage die Hebamme dann, dass wir noch nicht alle Mittel zur Schmerzbewältigung ausgeschöpft haben, ich könnte noch Buscopan bekommen, oder eine PDA, wenn ich wollte, allerdings würde sie jetzt nicht mehr nach dem Muttermund schauen, weil um 6.00 Uhr käme die Ablösung und die würde dann gucken, wie weit er offen ist und entscheiden, was wir weiter machen.

Um 5.55 Uhr hatte ich dann den unbedingten Drang zu pressen und habe ihr das auch gesagt. Sie hat dann nach dem Muttermund geschaut und gesagt: „Ist nichts mehr mit PDA, der Muttermund ist auf 10 cm“

Die Ablösung kam, Hebamme mit einer Hebammenschülerin
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Ab jetzt kann ich mich (leider, ist wie ein Film) nicht mehr an viel erinnern… Ich weiß noch, dass ich während dem Pressen geschrien habe (hätte ich nie erwartet) und die Hand von meinem Mann gedrückt habe. Irgendwann sagte die Hebamme aber ich soll beide Hände unter die Knie nehmen und nicht mehr schreien, wir bräuchten die Kraft nach unten.

Dann weiß ich noch, dass Sven mir in den Wehenpausen immer die kühle Hand auf die Stirn gelegt hat und immer wenn ich wieder Luft zum Pressen geholt habe hat er auch Luft geholt, das habe ich neben mir gehört.

Mittlerweile war jede Menge los im Kreißsaal, zu uns, der Hebamme und der Hebammenschülerin kamen noch eine Assistenzärztin, der Oberarzt, eine Kinderärztin und eine Kinderkrankenschwester. Für mehr Leute wäre glaube ich kein Platz mehr gewesen ;-)

Der Oberarzt hat sich dann auf meinen Bauch gestemmt um die Maus am Zurückrutschen zu hindern (ich hatte richtig blaue Flecken auf dem Bauch…) und ich durfte beim Pressen meine Beine in die Hüften von Hebamme und Hebammenschülerin stemmen. Zwischendurch kam mir mal kurz der Gedanke ob nicht ein Kaiserschnitt doch toll gewesen wäre ;-)

Als ich das Gefühl hatte es geht gar nicht voran, weil ich nicht gemerkt habe, dass sie immer tiefer rutscht, hat die Hebamme meine Hand auf den Kopf von unserer Kleinen gelegt (der doch schon draußen war) um mich zum Weiterpressen zu motivieren.

Ich wusste irgendwann nicht mehr, ob ich nur presse, wenn eine Wehe kommt, oder ob ich auch zwischen den Wehen gepresst habe. Aber ich musste immer Luft holen, Kopf auf die Brust (mein Mann hat meinen Nacken gestützt) und pressen (leider habe ich irgendwann mehr in den Kopf gepresst, so dass ich tagelang aussah wie ein Streuselkuchen und 2 geplatzte Äderchen in den Augen hatte).

Um 6:42 Uhr war es dann soweit, sie ist raus geflutscht und lag dann vor mir, ganz nass und grau mit einem total verformten Köpfchen ;-)

Mein Mann hat dann die Nabelschnur durchgeschnitten und die Kinderärztin hat sie sofort untersucht. Dann haben sie sie in ein Tuch gewickelt und ich habe sie noch für 1 Minute auf den Bauch gelegt bekommen, bevor sie auf die Kinderintensiv gebracht wurde.
Die Hebamme hat auch Fotos von uns dreien gemacht, leider hat aber die Hebamme in einem anderen Kreißsaal die Bilder gelöscht, bevor sie ausgedruckt waren. Aber Hebamme ist dann extra noch in die Kinderklinik und hat ein neues Bild von ihr gemacht!

Zum Schluß wurde ich unter Vollnarkose noch ausgeschabt, weil Reste der Plazenta drin geblieben sind. War aber nicht so schlimm, weil die Kleine war ja ohnehin nicht bei uns.

Sie musste noch 3 Wochen in der Klinik bleiben und durfte dann endlich heim!!!

Hier die Daten
Größe: 48 cm
Gewicht: 2560 g
KU: 31,5 cm

So, das war jetzt recht lang ;-)

Liebe Grüße
Dany und Mia

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Herzlichen Glückwunsch!
Deine Maus hatte aber ein gutes Gewicht meine Maus kahm bei 39+0 zur Welt und wog 2890g, war auch 48cm und hatte nen Kopf von 30 cm (so zierlich wie ich als ich zur Welt kahm#rofl)