22 Std. harte Arbeit die sich lohnten-Bericht Ü-Ei Geburt Julia

05.08.2011

18:00 Daheim Fruchtblase geplatzt.
20:20 Ankunft Klinik. Hier werden erstmal die Formalitäten erledigt und ich werde ans CTG angeschlossen, Blutdruck auch ok.
0:00 Erste Wehe, kommen jetzt alle 30 min, kann aber dazwischen gut schlafen.

06.08.2011

07:30 Frühstück, danach CTG, Blutdruck erfolgen. Muttermund wir abgetastet-1cm erst eröffnet. Bekomme Zäpfchen die den Muttermund weicher machen sollen.
09:00 Ultraschall,Schätzgewicht 3000 – 3200 g
11:30 Mittagessen, gibt Grießklößchensuppe und Vanillepudding mit Erdbeer-Fruchtsoße. Esse nur die Hälfte, mein Mann den Rest. Wehen kommen nun alle 10 min.
14:00 Gehe ins Wehenzimmer und werde wieder ans CTG angeschlossen, Muttermund 1 cm offen. Jetzt ist mir schlecht, muss mich ins Waschbecken übergeben. Mein Mann tröstet mich, denn mir geht es nicht gut.
15:30 Zurück auf dem Zimmer, Wehen kommen alle 8 min. Versuche im stehe, halb über dem Bettende gelehnt die Wehen zu veratmen. Gehe in den Pausen im Zimmer herum um die Wehen voran zu treiben. Bekomme erneut Zäpfchen für die Weichmachung des Muttermundes, erst 2 cm eröffnet. Ziehe mich um und wir gehen im hauseigenen Park noch ein wenig spazieren, weine weil Schmerzen habe, mein Mann tröstet mich und spricht mir Mut zu.
18:00 Nun sind 24 Std. seit Blasensprung her. Werde wieder zur Kontrolle gebeten. Wehen nun alle 5-6 min. Das Abendessen lasse ich ausfallen. Übergebe mich erneut 2x im Wehenzimmer.
20:00 Es wird eine Kanüle gelegt und bekomme Antibiotika wegen Infektionsgefahr (24 Std. seit Blasensprung) fürs Baby. Jetzt geht’s in den Kreißsaal. Für die Geburt, ziehe ich mein langes Männerhemd im Kreißsaal an.
20:30 Liege auf der linken Körperseite im Kreißsaal auf dem Kreißbett und versuche die Wehen (alle 3-4) min zu veratmen. Kralle mich regelrecht an die Griffe wenn eine Wehe kommt. Suche immer wieder den Blick von meinem Mann der mir hilft das alles zu schaffen. Will eine andere Position probieren. Matte wird am Boden ausgelegt und ich lehne im Kniestand über einem Pezziball. Doch das ist auch nicht das Richtige um die Wehen durchzustehen. Sitze wieder auf dem Bett, mir ist erneut schlecht. Muss mich übergeben, Auffangschale treffe ich nicht richtig. Ist mir total peinlich, dass ich alles auf den Boden gebrochen habe. Hebamme sage dass es doch nicht schlimm sei und ich mich nicht dafür entschuldigen müsse. Muttermund 4-5 cm. Bin nun am Ende meiner Kräfte. Stimme einem Mittel zu, dass mich während der Wehenpausen wegtreten lässt, so dass ich noch letzte Kräfte mobilisieren kann. Pünktlich zu jeder Wehe wache ich auf. Mein Mann tupft mir das Gesicht mit einem kalten Waschlappen, sitzt neben mir am Bett. Bekomme nun noch zusätzlich einen Wehentropf.
21:30 Frage die Hebamme wann Sie denkt dass das Baby kommt. Sie sagt:“Ich denke so in 2-4 Std.“Freu mich auf unser Kind, kann’s kaum abwarten trotz der Schmerzen.
21:45 Sage der Hebamme, dass ich denke, dass ich denke, dass ich eingekackt habe (sorry die Ausdrucksweise, weiß aber nicht wie ich’s beschreiben soll). Doch dies sind Presswehen und der Kopf drückt gegen den Darm. Sie richten das Kopfteil des Kreißbett auf. Hebammen richten mich auf, bin im Kniestand über das Rückenteil des Bettes gelehnt. Ich sage, ich will Vierfüßlerstand, darauf hin Sie: „Nicht alles was sie wollen ist gut für’s Kind“.
2. Hebamme sagt: „Man sieht schon die dunklen Haare...wie der Vater“.
Nun drückt Sie einen Dammschutz gegen meinen Damm und sagt, wenn jetzt die Wehe kommt solle ich drücken, da wo sie jetzt Ihre Hand hat. Ich daraufhin: „Aber ich darf doch jetzt noch nicht mitschieben oder?“
Sie:“Doch, das Baby will jetzt kommen.“ Ich lasse alles los, Adrenalin schießt durch mich und ich schreie und schiebe—der Kopf ist da.
22:00 Noch eine Wehe noch einmal Pressen und der Rest des Körpers ist da. Sage der Hebamme dass ich mein Kind sehen möchte, frage Sie was es ist (haben uns überraschen lassen). Es ist ein Mädchen. Ich möchte Sie sehen, die reichen Sie mir unter den Beinen durch. Sie ist so rosig, so ohne Falten, einfach schön. Schaue meinen Mann an der am Ende des Bettes steht und sage, dass wir eine Tochter haben. Unser Kind hat einen wachen Blick und schaut mich an, bin sofort verliebt. Mein Mann küsst mich zärtlich. Bin so stolz auf uns.
Abnabelung erfolgt sehr schnell da Julia noch Wasser in Rachenraum und in der Nase hat, dies wird abgesaugt.
U1 erfolgt. 9 von 10 Punkten.
22:05 Liege wieder im Bett, erster Hautkontakt mit unserem Schatz, ein wundervoller Moment. Wird mir an die Brust gelegt und saugt sofort. Plazenta wird geboren, Hebamme zeigt und erklärt uns diese-interessant und erstaunlich zugleich.
Werde danach genäht, da Dammriss 2. Grades. Gehe dann nebenan duschen und frische Sachen anziehen. Bekomme noch was zum Essen, Käse- und Schinkentoast. Dazu stoßen wir mit Apfelsaftschorle im Kreißsaal an. #fest
Während dessen ist unsere Kleine beim Kinderarzt. Dann wird mein Bett aus meinem Zimmer geholt und ich begebe mich hinein, werde zurück ins Zimmer gefahren.
Julia hat kleine Anpassungsschwierigkeiten da die Geburt dann doch so schnell ging, ist an ein Überwachnungsgerät angeschlossen, nichts dramatisches, erste Nacht soll jedoch Atmung und Herzfrequenz überprüft werden.
Kuscheln alle 3 zusammen in den zusammengestellten Betten. Um 03:00 Uhr eingeschlafen.

Ich würd es jederzeit wieder tun.:-D



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sehr schöner bericht, du machst mir mir mut da doch so viel schmerzen hattest.

danke :-)