Geburt unserer Tochter in Abu Dhabi * sehr lang*

Hallo,

Heute komm ich endlich mal dazu den ewig langen Geburtsbericht von mir hier reinzustellen. Am 12. September 2012 um 13.02 Uhr kam unsere Tochter im Corniche Hospital in Abu Dhabi auf die Welt

Am Samstag, den 10. September sind wir für unsere Verhältnisse relativ lange auf gewesen und haben uns spät abends im Bett noch einen Film angeschaut. Schließlich sind wir gegen 24.00 Uhr eingeschlafen. Um 2.00 Uhr morgens weckte ich meinen Mann mit den Worten: "Ich glaube meine Fruchtblase ist geplatzt. Kannst du mal bitte schnell ein Handtuch holen?" Er sprang auf und lief schlaftrunken erstmal aus dem Zimmer, bis er realisierte, was ich gesagt hatte und holte dann ein Handtuch, welche bei uns im Kleiderschrank im Schlafzimmer liegen :)

Tatsächlich war die Fruchtblase geplatzt und es ging los. Wir wussten nicht genau, was wir machen sollten und so riefen wir erstmal unsere Frauenärztin an, die meinte wir sollen uns langsam fertig machen und ins Krankenhaus fahren. Obwohl das Baby sich noch nicht gesenkt hatte mussten wir alleine mit dem Auto fahren. Transporte für Schwangere mit dem Krankenwagen gibt es hier nicht. Also machten wir uns noch ein wenig frisch, nahmen die bereits gepackte Kliniktasche unter den Arm und los ging es zum Corniche Krankenhaus, wo wir gegen halb vier in der früh ankamen.

Dort mussten wir dann erstmal die Gebühr von 50 Dirham (10 Euro) bezahlen und wurden dann aufgenommen. Ich kam für eine halbe Stunde an das CTG und um 5 Uhr wurden wir schließlich auf das Zimmer gebracht. Da die Besuchszeit aber erst um 6 Uhr beginnt saßen wir uns in die Cafeteria gesetzt, wo wir der Dinge weilten.

Um 6 Uhr sind wir dann schließlich ins Zimmer im Ward A wo ich es mir erstmal im Bett gemütlich machte und mein Mann sich den bequemsten Sessel schnappte. Wir machten ein kleines Nickerchen, wurden jedoch gegen 8 Uhr wieder wach. Da meine Wehen noch nicht einsetzten und das Baby sich noch nicht gesenkt hatte beschlossen wir, ein wenig im Krankenhaus zu laufen und stiegen Treppen. Um 10 Uhr wurde ich erneut ans CTG angeschlossen und kurz darauf schaute ein Arzt vorbei.

Unsere Hebamme kam vorbei und brachte mir ein paar homöopathische Mittel sowie einen "Wehencocktail", welchen ich fleissig trank bevor wir zu einer Ultraschalluntersuchung mussten. Nach dem Mittagessen versuchten wir nochmals ein wenig auszuruhen, da wir ja die Nacht nicht geschlafen hatten.

Um 14 Uhr kam erneut ein Arzt vorbei, der uns fragte, ob die Fruchtblase denn auch wirklich geplatzt sei, oder ob es evtl. eine andere Flüssigkeit gewesen sein könnte … Wir wussten erst nicht, ob wir laut lachen sollten und sie die Frage erst gemeint hat; hat sie aber :) Die Ärztin meinte, dass es beim Ultraschall so aussah, als ob die Fruchtblase noch voll war. Vielleicht ist ihr ja neu, dass sich das Fruchtwasser nachbildet, und wenn die Blase oben reisst, dann nicht gleich das ganze Fruchtwasser ablaufen kann … keine Ahnung, es war aber eine von vielen (eigentlich allen im Ward A), die den Anschein machte, als habe sie überhaupt keine Ahnung und versucht nicht einmal, dies zu vertuschen …

Anyways, schliesslich fing der Cocktail so langsam an zu wirken und um 15.30 Uhr bekam ich eine PG Tablette um die Wehen zu starten. Danach musste ich zwei Stunden am CTG im Bett liegen, weil sie vergessen wurde. Angesetzt waren 30 Minuten. Nach dem Abendessen um 18 Uhr sind wir dann nochmals eine Runde Laufen gegangen; man kann ja nicht ewig nur so rumliegen.

Während des "Gang auf und ab Laufens" fingen so langsam die Wehen an. Um acht sind wir wieder aufs Zimmer und kurz darauf bekam ich intravenös Penizillin, was standardmäßig verabreicht wird, nachdem man einen Blasensprung hatte. Die Wehen kamen nun alle vier Minuten und hielten etwas für 20 Sekunden an.

Leider kamen die für uns ahnungslos wirkenden Ärzte auf die dumme Idee, dass sie die Fruchtblase nochmals öffnen müssten, damit sich das Kind senken kann. Jedoch wurde das von einer Ärztin so stümperhaft gemacht, dass Bettina große Schmerzen hatte und mein Mann eingreifen musste, um die Prozedur zu beenden ...

Um 22.00 Uhr musste mein Mann dann das Krankenhaus verlassen, was wir beide sehr blöd fanden. Er fuhr also nach Hause.

Ich fühlte mich so alleine und habe angefangen zu weinen. Die Krankenschwester war so nett und verlegte mich in den Kreissaal, denn nur dort dürfen auch Männer über Nacht im Krankenhaus sein.
Nach exakt 40 Minuten schlaf klingelte ich also meinen Mann wieder raus und er kam wieder zu mir gefahren.

Also war er um 1 Uhr nachts wieder im Krankenhaus und wurde von den Securitys in den Labor Ward gebracht.

Der Muttermund war 3 cm geöffnet und die Wehen wurden langsam etwas stärker. Unsere Hebamme hieß kam aus Südafrika und war sehr nett und wirkte sehr kompetent
Ich wurde an ein CTG angeschlossen und wir harrten der Dinge. Da die Wehen immer stärker wurden und ich nun intravenös einen Wehencocktail bekommen sollte entschlossen wir uns, eine PDA legen zu lassen, was dann gegen 4 Uhr geschah. Ein ägyptischer Anästhesist legte die PDA und wir unterhielten uns noch eine Weile mit ihm. Die PDA funktionierte einwandfrei, und ich bekam einen Wehencocktail, der das Ganze beschleunigen sollte. Zum ersten Mal hatten wir das Gefühl, dass alles geschmeidig läuft und hier oben im dritten Stock des Corniche Hospital jeder weiß, was er zu tun hat und das auf international hohem Standart. Schließlich kommen hier pro Monat in den 15 Kreissälen auch über 1.000 Babys zur Welt :)

Ich schlief nochmals für eine Weile ein, und morgens um kurz vor 6 schaute eine deutsche Hebamme vorbei, die ebenfalls gerade Schicht hatte. Wir unterhielten uns sehr nett mit ihr und sie gab uns noch ein paar gute Tipps. Um 6.30 Uhr zeigte das CTG regelmäßige Wehen an und wir versuchten nochmals ein wenig Kraft zu tanken und kurz die Augen zu schliessen … Schließlich hatten wir nun schon zwei Nächte keinen Schlaf …

Um 8 Uhr war dann Schichtwechsel und eine Hebamme aus den Philippinen war nun für uns zuständig.Ich kam davon erst später etwas mit, denn ich schlief tief und fest. Daher entschloss mein Mann kurz in die Staff Cafeteria zu gehen, um dort zu frühstücken. Außer den Ravioli in der Nacht hatte er seit wir im Krankenhaus waren nichts mehr gegessen … In der Cafeteria musste er leise in sich hineinlachen, da es ihm so vorkam als wäre er auf dem Set von Scrubs. Die verschiedenen Wards hatten andersfarbige Uniformen, und so saß er zwischen rosa, blau, weiss, grün und gelb gekleideten Krankenschwestern, die alle ihre Frühstückspause genossen.

Um 10 Uhr wurde ich wieder wach und der Muttermund öffnete sich weiter. Die Hebamme zeigte meinem Mann den Kopf des Babys, welchen man im Geburtskanal sehen konnte. Eines war jetzt schon klar, unser Baby hat dunkle Haare :)

Da die Wehen heftiger wurden kam nochmals der Anästhesist vorbei, um die PDA ein wenig zu erhöhen. Um 12 Uhr fingen dann die "richtigen" Wehen an und es ging nun wirklich in die Endphase. Im letzten Drittel der Presswehen ging dann die PDA zu Ende, so dass ich dort alles live mitbekam, was so auch gut war, da ich mit der PDA nicht so wirklich wusste, wann sie wo pressen musste … Schließlich erkannte man den Kopf des Babys, welchen ich auch ertasten konnte und um 13.02 Uhr kam unser Baby schließlich zur Welt. Die Hebamme zeigte das Baby kurz meinem Mann, der das Geschlecht des Babys erkennen durfte und wurde dann mir auf die Brust gelegt.
Wir hatten uns von unsere Frauenärztin nicht sagen lassen ob es eine Junge oder ein Mädchen wird.

Die Kleine war ganz brav und drückte sich gleich ganz eng an mich heran und hörte sofort auf zu schreien. Mein Mann schnitt dann noch die Nabelschnur durch und wir konnten die Zeit zu dritt genießen.

Schließlich wurde unser Baby noch vermessen … Sie war 54 cm groß und wog exakt 3700 Gramm.

Um 14.30 Uhr wurde unser Baby dann hungrig und ich stillte sie das erste Mal, was perfekt klappte. Wir sind halt beides Naturtalente :)

Eine Stunde später wurden wir dann aus dem Kreissaal wieder auf das Zimmer im Ward A gebracht.

Es war eine wundervolle Erfahrung und ich freu mich jetzt schon auf die nächste Geburt!

(Wer es bis hier hin geschafft hat! RESPEKT!)

LG
Dünki

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Hallo, erstmal Herzlichen Glückwunsch zur Geburt!

Ich wollte dich mal fragen da du ja in den Vereinigten Arabischen Emiraten lebst ob dein Mann Arabisch ist? Ich selbst war schon in Dubai gewesen. Unser Land ist aber Tunesien wir leben aber in Deutschland. lg und eine schöne kennenlernzeit.

Und in arabisch Mabrouk ( Gückwunsch) #baby

#winke

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Sabah el khair,

schukran habibi!

Nein, mein Mann ist deutsch und ich auch!
Wir leben hier seit 4 Jahren und bleiben noch ein Weilchen!

Dubai ist schön, aber Abu Dhabi noch schöner...... so als Tipp, wenn ihr noch mal in die Ecke kommt!;-)

Tunesien war ich leider noch nie! Kommt noch......

Liebste Grüße #sonne