Geburt unseres Sonnenscheins

Zum Ende meiner Schwangerschaft habe ich immer so gerne die Geburtsberichte gelesen und schaue jetzt auch noch rein. Da meine Geburt so ein tolles Erlebnis war, möchte ich es nun gerne mit euch teilen:

Am 19. Dezember 2011 hielten wir den positiven Schwangerschaftstest in der Hand und waren überglücklich. Einige Monate zuvor hatten wir geheiratet und uns war schnell klar, dass wir nicht länger nur zu zweit bleiben wollten.

Wir hatten nie damit gerechnet, dass es so schnell klappen würde.

Noch vor Weihnachten hatten wir den ersten Termin beim Arzt und man konnte schon ganz zart das Herzchen blubbern sehen. Es war so aufregend auf dem Ultraschall dieses kleine Etwas zu sehen. Der Arzt datierte den voraussichtlichen Entbindungstermin auf den 18. August 2012.
Die Schwangerschaft verlief weitestgehend beschwerdefrei. Mir ging es prima und mein Bäuchlein wuchs.

Am 19. März 2012 sagte uns der Arzt, dass wir ein Mädchen bekommen würden. Mein Bauchgefühl hatte mich also nicht getrogen.

Bereits vor der Schwangerschaft hatten wir einen Mädchennamen ausgesucht. Clara, so wie meine Großmutter. Mein Mann wollte gerne noch den Namen seiner Großmutter als Zweitnamen nehmen und so wurde sie unsere Clara Maria.

Anfang Juli, in der 35. Woche, hieß es auf einmal, dass mein Gebärmutterhals verstrichen sei und ich mich schonen sollte. Trotz Schonung war der Muttermund in der nächsten Woche schon 2cm auf.

Der Arzt sagte schon, dass ich wohl nicht bis zum Termin kommen würde und ich hoffte, dass es wenigstens bis Anfang August dauern würde, da mein Mann noch Geburtstag hatte und wir unseren Hochzeitstag am 6. August feiern wollten.

Eine Woche vor Termin musste mein Mann auf eine Messe fahren. Als Unterstützung kamen meine Eltern, da ich nicht mehr alleine zu Hause bleiben wollte. Aber nichts geschah. Ich hatte zwar öfter mal Wehen, aber nichts Regelmäßiges.
Abends am17. August kam mein Mann wieder nach Hause. Er war schon ganz aufgeregt, aber sie ließ uns warten..

Am 18. August, dem errechneten Entbindungstermin habe ich nachmittags Wehen bekommen. Sie wurden immer regelmäßiger und nach langem Überlegen und gutem Zureden meiner Mutter sind wir ins Krankenhaus gefahren. Kaum im Krankenhaus angekommen, waren die Wehen weg. Die Hebamme untersuchte mich und sagte, dass der Muttermund bereits 3-4cm offen ist. Leider zeichnete das CTG kaum Wehen auf. Die Ärztin machte nochmal einen Ultraschall, aber nichts deutete auf eine beginnende Geburt hin. Das Baby wurde nochmal vermessen und auf 3800g geschätzt.

Man ließ mir frei dazubleiben oder nach Hause zu fahren. Da mir aber keiner garantieren konnte, dass sie sich jetzt auf den Weg macht, bin ich wieder nach Hause gefahren, weil ich lieber in meinem Bett schlafen wollte. Wenn ich gewusst hätte, wie sich richtige Wehen anfühlen, wäre ich an dem Abend nicht ins Krankenhaus gefahren.

Meine Mutter war sehr enttäuscht. Sie mussten nämlich am nächsten Tag wieder fahren, weil die Sommerferien zu Ende waren.

Am Sonntag hatte ich keine Wehen und konnte den Tag noch einigermaßen genießen. Es war allerdings wieder mal sehr warm und der dicke Bauch störte doch zunehmend. Außerdem wollten wir unsere Kleine gerne endlich in den Arm nehmen.

Montags mussten wir nochmal zum Arzt. Er war ganz erstaunt mich nochmal zu sehen. Hatte er mir doch bereits im Juli eine frühere Geburt prophezeit. Er machte nochmal Ultraschall und sagte, dass sie noch gut versorgt ist und es ihr gut geht. Er schätzte sie auf ungefähr 3600 Gramm. Außerdem sei mein Muttermund bereits 4-5cm auf. Es konnte also losgehen. Zum Schluss sagte er, dass er im Moment unheimlich viele Patientinnen hätte, die übertragen. Allerdings stünde ein Wetterwechsel an und da würden immer viele Kinder geboren werden. Er sollte Recht behalten….

Es wurde Dienstag der 21. August.
Ich wachte morgens auf und ich wusste, irgendwas war anders. Ich hatte zwar keine Wehen, verspürte aber einen Druck. Mein Mann arbeitete an dem Tag zu Hause. Er hatte morgens noch einen Termin, den er aber ständig unterbrach um nach meinem Befinden zu fragen. Ich saß in der Zeit auf dem Sofa und surfte im Internet. Mittags machte ich mir noch ein Müsli und danach wurde mir schlecht. Ich wertete dies als gutes Zeichen.
Um halb eins kam mein Mann ins Wohnzimmer und fragte wie ich mich fühle. Ich sagte, dass ich nicht mehr so lange zu Hause bleiben wollte. Ich fühlte mich nicht mehr wohl und beherzigte den Rat der Hebamme aus dem Geburtsvorbereitungskurs: Wenn Sie nicht mehr zu Hause sein wollen, dann ist der richtige Moment ins Krankenhaus zu fahren.
Mein Mann beendete seinen Termin. In der Zeit zog ich mich um und packte die restlichen Sachen in die Kliniktasche. Dann machten wir uns auf den Weg.

Um halb zwei kamen wir im Krankenhaus an und musste noch kurz warten. An dem Tag war der Kreißsaal total überfüllt (wie der Arzt prophezeit hatte). Eine Hebamme brachte uns in einen Kreißsaal und schloss mich ans CTG an. Ich dachte nur: Man, bei der willst du nicht entbinden…. Aber ich hatte Glück, es war gerade Schichtwechsel und eine ganz liebe Hebamme übernahm. Sie war genau so, wie ich es mir gewünscht habe: Lieb und resolut zugleich.
Sie untersuchte mich und siehe da, der Muttermund war schon auf 5cm geöffnet. Nach einer Stunde am CTG sagte sie, dass wir uns anmelden und das Zimmer beziehen sollten. Danach sollten wir etwas spazieren gehen, aber nicht mehr in der Stadt und in einer Stunde wiederkommen. Soweit kam es aber nicht. Wir verließen den Kreißsaal und meine Hose wurde auf einmal nass. Ich sagte der Hebamme, dass meine Fruchtblase geplatzt sei und sie geleitete uns sofort zurück in den Raum und schloss mich wieder ans CTG an. Um die Geburt ein wenig voranzutreiben wurde ein Wehentropf angehängt und gleichzeitig ein Schmerzmittel zugeführt.
Bis dahin war alles gut auszuhalten, aber als der Wehentropf anschlug wurde es heftig. Das Schmerzmittel hatte seine Wirkung noch nicht entfaltet. Mir wurde schlecht und ich bat meinen Mann die Hebamme zu rufen, damit ich eine PDA bekomme. Eigentlich wollte ich die nicht, aber ich wusste mir nicht weiterzuhelfen. Die Hebamme kam kurz rein und sagte, dass sie in 5 Minuten wiederkommt und mich erstmal untersucht und danach würde sie die Ärztin rufen um die PDA zu legen. Die Zeit verstrich und sie kam nicht wieder. Selbst unter den Wehen wusste ich, dass viel mehr Zeit vergangen war. Als die Hebamme wiederkam, war ich erst sauer, konnte dem aber nicht Ausdruck verleihen. Allerdings brachte die Untersuchung bereits 8cm und eine PDA wäre nicht mehr wirksam gewesen. Da mittlerweile das Schmerzmittel angeschlagen hatte, waren die Wehen wieder auszuhalten. Die Hebamme hatte wohl gemerkt, dass ich eigentlich keine PDA haben wollte.

Kurz darauf durfte ich auch schon mitschieben. Mein Mann hielt die ganze Zeit meine Hand und unterstützte mich sehr. Er atmete mit mir und sprach mir gut zu.
Es war ganz schön schmerzhaft und es brannte, aber irgendwann hieß es, dass dein Kopf da sei. Mein Mann durfte schauen gehen und sein erster Kommentar war: Schatz, gute Neuigkeiten: keine roten Haare! #klatsch
Ich hatte in dem Moment echt andere Probleme.

Dann musste ich hecheln und durfte nicht pressen! Kurz darauf kam wieder das Kommando: Pressen! Und dann war sie da!
Sie wurde abgenabelt und ich bekam sie auf den Bauch. Was ein schönes Gefühl. Sie war total zerknautscht und nass, aber unglaublich süß.

Die Untersuchung ergab unglaubliche 4150 Gramm verteilt auf 54cm. Dazu kam ein Kopfumfang von 36cm. Leider musste ich geschnitten werden, wovon ich aber nichts mitbekommen habe.
Nachdem ich genäht war, durften wir noch ausgiebig kuscheln und uns kennenlernen.

Genau 4 ½ Stunden nach Ankunft im Kreißsaal wurde sie geboren. Nachdem sie uns 3 Tage hat warten lassen, hatte sie es plötzlich sehr eilig.

Und jetzt ist sie schon 5 Monate alt und verzaubert uns jeden Tag aufs Neue.

Sie das Beste was uns passieren konnte!

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Herzlichen Glückwunsch!!

Sehr schöner Bericht, vorallem:
"Schatz, gute Neuigkeiten: keine roten Haare! #klatsch" Herrlich#rofl#rofl#rofl

Alles Gute Nina

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schööön !! Alles gute!