Eine schöne Geburt

So, dann will ich auch mal...

Unser ET war der 18.12.12 und schon von Beginn an fürchtete ich, dass wir wohl ein kleines Weihnachtsbaby bekommen würden. Wir wussten nicht, welches Geschlecht unser Kind haben würde, doch auch hier war ich von Beginn an sicher, dass wir einen Sohn bekommen würden. Nun gut die Namen standen fest, seit Wochen war alles für den Zwerg vorbereitet, doch es tat sich einfach nichts. Ich ging regelmäßig zu meiner Hebamme zur Vorsorge, beguckte mir dort die Babys im Rückbildungskurs und wartete immer ungeduldiger. Am 18.12. hatten wir dann wieder eine Vorsorge beim FA und der Befund war für mich recht niederschmetternd. Gebärmutterhals zwar fast verstrichen, aber Mumu noch fest zu und Kopf noch nicht im Becken. Ach ja, natürlich wie in den Wochen zuvor auch keinerlei Wehentätigkeit. Am 20.12. machte meine Hebamme dann Akupunktur (Trotz meiner Nadel-Panik fand ich es echt erträglich.) und am nächsten Tag verlor ich stückweise den Schleimpfropf und hatte in der Nacht immer mal wieder Wehen. Samstag mussten wir dann ins KH zum CTG. Auch hier gab es keinen veränderten Befund zum 18.12. Genug Fruchtwasser und Plazenta noch komplett im grünen Bereich. Naja, jedenfalls begannen an dem Wochenende die Wehen, die ich aber gar nicht so richtig ernst nahm - warum auch immer. Ich konnte vor allem nachts nicht mehr schlafen und war völlig erschöpft. In der Nacht zum Montag (Heiligabend) kamen die Wehen dann alle 6-7 Minuten und mein Mann hielt es nicht mehr aus. Wir fuhren also ins Krankenhaus.
Dort kam ich ans CTG und wurde untersucht. Mumu war 1 cm offen und die Wehen waren nicht nenneswert. Die Hebamme bot mir dann an, dass ich eine Schmerzspritze bekam und auf der Station schlafen konnte, weil ich so müde war. Gesagt, getan. Befund am Morgen von Heiligabend der gleiche wie in der Nacht. Wir entschieden uns also heim zu fahren und am nächsten Tag zur Einleitung ins KH zurückzukehren. Zu Hause wollte ich nur ins Bett. Schlafen konnte ich jedoch nicht. Ich war so verzweifelt, dass ich meiner Hebamme die Ohren vollheulte als sie anrief. Ich war fest entschlossen am nächsten Tag einen Kaiserschnitt zu verlangen, nur damit es endlich vorbei wäre. Meine Hebamme meinte nur, dass ich das doch eh nicht ernst meine und mir im KH gleich ne PDA geben lassen solle. Naja, ich hatte also den ganzen Tag unregelmäßige Wehen. Um 18 Uhr verlor ich ein riesiges, blutiges Stück Gewebe (keine Ahnung, ob das noch der Pfropf war) und beschloss deshalb zu baden und dann ins Bett zu gehen. In der Badewanne gings mir dann endlich gut. Die Schmerzen ließen nach und das bestätigte mir, dass es nicht losging und ich zu Hause gut aufgehoben war. Endlich im Bett konnte ich zwischen den Wehen tatsächlich etwas schlafen und war nicht mehr ganz so fertig. Allerdings hatte ich nach jeder Wehe das Gefühl, dass ich auf Toilette musste, obwohl dort fast nichts kam. Ich dachte mir aber nichts dabei.
Um 0.55 Uhr kam wieder eine Wehe, die ich im Liegen nicht aushalten konnte. Ich kauerte mich also ins Bett und mit einem Mal platzte die Fruchtblase. (Puh! Zum Glück hatte ich mir nen ordentlichen Matratzenschutz zugelegt!) Von dem Moment an war alles gut. Der schreckliche Druck im Bauch war weg und ich wusste, dass es nun endlich losgehen würde. Mein Mann verfiel in Panik. Ich duschte noch schnell und schon um 1.15 Uhr waren wir im KH. Dort war die Hebamme vom Vortag, die übrigens eine gute Freundin meiner Hebamme ist und auch deren Kind entbunden hat. Das gab mir irgendwie ein gutes Gefühl. Naja, jedenfalls sagte ich ihr, dass unsere Hebamme meinte, dass ich mir ne PDA geben lassen solle. Sie kontrollierte nach dem CTG dann meinen Mumu und sagte nur so: "Naja, ich hab ne gute und ne schlechte Nachricht." Ich dachte mir dann: "Mist, jetzt ist der Mumu wohl immer noch bei 1 cm und das hier dauert ewig." Doch dann verkündete sie, dass der Mumu bei 8 cm sei und ich deshalb keine PDA mehr bekäme. Außerdem war sie überzeugt, dass wir unseren Schatz noch vor ihrem Schichtende in den Armen halten würden.
So gingen wir also um 2.10 Uhr in den Kreißsaal. Ich konnte die Dinge aus dem GVK gut anwenden und sie gab mir tolle Anweisungen für wechselnde Positionen. Die Wehen selbst waren trotz keinerlei Schmerzmittel erträglich und mein Mann war mein ruhender Pol. Gegen 4 Uhr war ich so müde, dass sie mich mit einem Wehentropf unterstützten und von da ging es dann auch wieder voran. Um 5 Uhr begannen die Presswehen und um 5.36 Uhr (am 25.12.) war unser Sohn da. Wir waren überglücklich. Ich wusste vor lauter Euphorie gar nicht wohin mit mir. Danach war im Kreißsaal jedoch die Hölle los. Innerhalb von 3 Stunden kamen 4 weitere Babys, so dass wir erst um 8.ö30 Uhr auf die Station gebracht wurden. In dem KH ist es so, dass jede Mutter ein Einzelzimmer bekommt, wenn Platz ist. So konnten wir dann ganz in Ruhe frühstücken und unseren Schatz bestaunen und bewundern.
Seitdem sind schon wieder 5 Wochen vergangen und ich habe die Geburt als wunderbar in Erinnerung.

Die Daten unseres Prinzen:
25.12.12
5.36 Uhr
52 cm lang
3665 g schwer
KU 36 cm

1

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt auch wenn es jetzt schon 5 wochen her sind.
wie läuft es denn bei euch zuhause und wie macht sich denn euer kleiner sonnenschein?
liebe grüße kathrin

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Hey,
danke dir. Ja, die 5 Wochen sind vergangen wie im Flug. Inzwischen haben wir uns recht gut aneinander gewöhnt. Ich bin dem Kleinen mit Haut und Haaren verfallen. ;-) Er ist zwar nicht immer ein Sonnenschein, aber eigentlich ein ganz Lieber und häufig auch ganz entspannt. Wir genießen die Zeit, die scheinbar viel zu schnell vergeht. Am schwersten habe ich mich damit getan, plötzlich so "angebunden" zu sein.