"Anfänglich deprimiertes Mädchen"

Da meine fiese Geburt nun bald zwei Jahre zurückliegt und mein Sonnenschein wohlauf ist, nutze ich dieses Forum zum letzten "therauetischen Schritt"...

ET war der 4.7.2011 - an dem Tag tat sich nichts, außer dass es unendlich heiß war und ich frustriert über das Nichtstun... mein Gyn sagte schon 4 Wochen vorher, es täte sich was, es ginge sicher nicht mehr lang...

Naja, am 5.7. abends ging es dann langsam los mit Wehen, und als die nachts um zwei doch etwas unangenehm wurden, fuhren wir aufgeregt und vorfreudig ins KH. Dort war eine schrecklich überforderte Nacht-Hebamme, die ein CTG anlegte und mir in barschem Ton verkündete "wenn Sie noch so gut gelaunt sind, sind das keine richtigen Wehen!"

Äh, bitte?!

nun ja, die Ärztin schaute nach einer Weile auch nochmal drauf, aber viel tat sich wirklich noch nicht. Also wurde uns freigestellt, ob wir vor Ort warten oder wieder nach Hause wollen.

Ich hatte - nach der garstigen Hebamme - irgendwie schon gar keine FReude mehr, und mein Mann war zum Glück energisch genug zu sagen "Wann ist bei Ihnen im Kreißsaal Schichtwechsel? Wir kommen erst wieder, wenn Frau XY weg ist, sonst gehen wir in die andere Klinik!" :-D

Wir also wieder heim, er konnte noch schlafen, ich nicht so richtig... und gegen halb acht wusste ich, ok, jetzt los (um sieben war Schichtwechsel ;-) )

Dann hatten wir eine ganz tolle Hebamme, die mich super untersucht hat und sagte, es tut sich was, 3-4 cm, ich könne jetzt selbst entscheiden, ob ich laufen oder liegen wolle, sie würde mir aber raten, zum Frühstücksbuffett zu gehen.
Danach war mir irgendwie gar nicht, aber mein Mann sagte, ich solle was essen um Kraft zu sammeln, einen Kaffee trinken etc.

Wir saßen dann dort, und ich habe mir ein halbes Croissant reingewürgt, bis die Wehen so schmerzhaft wurden, dass ich am Tisch weinen musste (und ich bin sonst eher von der harten Sorte...)

Also zurück zum Kreißsaal, wo die liebe hebamme sagte, oh je, wir lachen und reden hier, und Ihnen geht es so schlecht, na kommen Sie mal mit in den Kreißsaal.

Dort setzte ich mich aufs Bett, sagte noch "ohje mir wird schlecht" und zack - Frühstück draußen.

Sie war total süß, sagte "na da schauen wir mal nach, viele FRauen übergeben sich bei 5cm" und tatsächlich :-D

Im nächsten Moment machte es nochmal flatsch und die Fruchtblase platze, ui, was für ein Schwall :-D

ich war erstmal ganz happy und erleichtert, aber dann wurde es doch sehr sehr sehr unangenehm... und gegen zwölf merkte ich, ich will ne PDA. Die nochmalige Untersuchung ergab, dass sich mein MuMu auch gar nicht mehr richtig entspannt, also wurde die PDA vorbereitet, gesetzt - und ich war im Himmel ;-)

Bin tatsächlich eingeschlafen, mein Mann auch, und die Hebamme guckte nur ab und zu nach uns ob alles ok ist.

Um zwei war dann wieder Schichtwechsel, den sie ganz toll mit viel zeit gemacht haben, und da war ich dann pünktlich bei 10 cm und es hieß, ich dürfe jetzt mitarbeiten.

Ich war total froh, jetzt wieder aktiv dabei sein zu dürfen - aber es ging nicht richtig vorwärts. Um 15.00 telefonierte die Hebamme "diskret" mit der diensthabenden Ärztin, blöd nur dass ich selbst Mediziner bin und schön hörte "Kreißsaal drei - JETZT!!!" - das kann nicht gut sein.

Plötzlich war der Raum soll, ich wurde in Steinschnitt gelagert und sie sagten, sie wollen einen KS verhindern und helfen mir, und dann wurde kristellert. In meiner Erinnerung einmal, mein Mann sagte viermal.

Und dann? Sehe ich nur, dass sie "etwas" von mir wegtragen und zur Sauerstoffeinheit bringen "machen Sie sich keine Sorgen, sie ist ein bisschen blau". Ich habe sie gar nicht gesehen :-(

Im geburtsbericht, den ich später angefordert habe, konnte ich lesen, dass sie doppelte Nabelschnurumschlingung hatte, "15.26 Uhr Spontanpartus eines anfänglich deprimierten Mädchens, keine spontane Atmung, wird nicht rosig"

ich lag da, musste diese Nachgeburt produzieren, und sehe nur meinen Mann am anderen Ende des Raumes mit dem Sauerstoff stehen :-(

Sie wurde nah 5 Minuten rosig, und von den anschließenden Nähten (Damm intakt, aber Labienriss und hoher Scheidenriss, die Naht nennt sich "kompliziert aber problemlos" habe ich nichts mitbekommen, denn meine Maus war endlich bei mir!!!

Tja, da waren wir nun vereint, und mit dem Stillen klappte es gleich wunderbar, welch eine Erlösung! Wir wurden alleine gelassen, hatten viel zeit zu dritt, das war sehr schön. Da ich eigentlich ambulant entbinden wollte, wurde ich danach mobilisiert auf den Toilettenstuhl. Es ging mir gut, der Kleinen auch, sie war beim Papa auf dem Arm. Die Hebamme verließ den Raum, um uns Privatsphäre zu geben.

Ich merke schon, ohje, mein Blickfeld flimmert, sage noch zu meinem Mann, Du, ich glaub ich klapp zusammen, ich muss aufs Bett, und wollte mich rüberschleppen - und weg war ich. Mein armer Mann, hatte die gerade erst geborene Maus auf einem Arm, seine ohnmächtige Frau im anderen Arm hängen und keinen mehr frei für die Klingel - und schrie irgendwann laut um Hilfe (die sofort kam).

Tja, dann weiß ich wieder, dass ich im bett lag und schön ins Familienzimmer geschoben wurde, wo ich dann doch zwei Nächte geblieben bin.

Inzwischen kann ich drüber lachen, wie chaotisch es uns dann doch erwischt hat, denn jetzt geht es uns allen ganz wunderbar.

Aber in dem Moment, puh...

Ein großes Hoch auf die Hebammen und Ärzte, die mir einen Kaiserschnitt erspart haben... ein großes Hoch auf meine tapfere kleine Tochter, die so kämpfen musste in den ersten Minuten... und ein großes Hoch auf meinen Mann, der glaube ich das schlimmste Geburtstrauma von uns dreien davongetragen hat :-)

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1

Ohwe, was für ein Start. #zitter
Schön, dass ihr es dann doch noch gut überstanden habt.

Herzlichen Glückwunsch zur Mausi #herzlich, magst du vielleicht noch ihre Daten verraten? #verliebt

LG und alles Gute euch #winke

2

Na klar:

7.6.2011
3260 Gramm
52cm
KU 34

3

Ich hatte 2009 eine ähnliche Geburt. Allerdings kam meine Tochter sofort weg. Sie hatte Fruchtwasser und Blut geschluckt und musste intubiert und künstlich ernährt werden. Sie wäre fast gestorben.

Allerdings habe ich 2011 eine total unkomplizierte Entbindung gehabt. Das hat mich sehr mit der ersten Geburt versöhnt.