Geburtsberichte

    • (1) 16.06.13 - 16:16

      75 Minuten im Kreißsaal - Doula-assistierte Hypnyobirthing-Geburt aus BEL

      …75 Minuten im Kreißsaal, dann war unser Muttertagsmädchen da…

      Und hier ist nun endlich der Geburtsbericht. Ich habe einige Vorbemerkungen gemacht, da sowohl die SS als auch die Geburt an sich eher „unkonventionell“ waren und ich hier die Gelegenheit nutzen möchte, weitergehende Informationen weiter zu geben. Wer das nicht lesen möchte – einfach nach unten scrollen (der eigentliche Geburtsbericht beginnt bei Sonntag, 12.05.2013, Muttertag)

      Vorbemerkung 1: Hypnobirthing (HB) nach Marie Mongan.
      2009 wurde unser Sohn in Singapur geboren –- eine von vorn bis hinten von Apparaten und medizinischen Eingriffen geprägte, hochtechnisierte und durchgetaktete Geburt. Gräßlich. Einleitung per Wehentropf (wegen angeblich beginnender Gestose, bei geburtsreifem Befund bei 37+4), Sprengung der Fruchtblase, PDA, Powerpressing (Augen zu, Mund zu, pressen), wegen grünem FW Absaugen noch im Mutterleib, nur kurzes bonding… Daraus resultierten zig Anpassungsschwierigkeiten, incl. Trinkschwäche, Verdauungsschwierigkeiten, etc. Mein Sohn war einfach noch unreif – total voller Käseschmiere, durchsichtige Ohren…

      Für dieses – nach 2 FG unser letztes – Kind wollten wir einfach etwas anderes. Mehr Vertrauen in die Natürlichkeit einer Geburt, mehr hin zu einer Normalität und weg von der Apparatemedizin. Mit Hypnobirthing hatte ich mich schon in der ersten SS beschäftigt, aber da die Geburt mir so aus der Hand genommen wurde, brachte es mir leider gar nichts. In dieser SS schenkte mein Mann mir den HB-Kurs bei einem HB-Coach und wir bereiteten uns mit Entspannungsübungen und Affirmationen (= positive Leitsätze für die Geburt), visuell unterstützt durch die unglaublich schönen, kraftspendenden Geburtsmandalas von Amy Swagman (www.themandalajourney.com) auf die Geburt vor. In aller Kürze: im HB wird die Spirale aus Angst-Schmerz-Angst-Schmerz aufgeweicht, man geht davon aus, dass eine Geburt NICHT schmerzhaft sein MUSS. Es ist eher so, dass das, was da im Körper geschieht, neu ist und Angst macht und diese Angst dazu führt, dass das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet wird, dass man sich verkrampft, was wiederum die Schmerzen verstärkt, was erneut die Angst verschlimmert. Wenn man aber den Geburtsveränderungen aufgeklärt und positiv gegenübertritt, empfindet man sicherlich alle Emotionen auf einer Bandbreite von 0-100, aber KEINEN Schmerz. Man wendet Techniken der Tiefenentspannung (Hypnose) an und atmet MIT den Wellen (=Wehen), weitet damit die GBM und den Mumu, erleichtert die Geburtsarbeit.

      Für weitere Informationen empfehle ich Marie Mongans Buch „Hypnobirthing“.

      Vorbemerkung 2: Doula
      Das Konzept der Doula ist in Deutschland leider noch nicht weit verbreitet, es geht um das Prinzip „mothering the mother“ – eine Doula (aus dem Griechischen, Dienerin der Frau) ist eine geburtserfahrene Frau, die unter der Geburt nur für die Mutter und den Vater da ist. Sie hat keine medizinische Ausbildung, sondern ist zur emotionalen, aber auch körperlichen Entlastung da. Sie hilft, zu massieren, zu lagern, zu motivieren, zu trösten, ist einfach „da“ – im Gegensatz zu einer Hebamme, die ja evtl. auch noch andere Gebärende zur gleichen Zeit hat. Da es in unserem KH keine Beleghebammen gibt, war unsere Doula die Person, die bei der Geburt die ganze Zeit bei uns geblieben wäre (wenn es länger gedauert hätte ;-)). Im Gegensatz zu zB meiner Nachsorgehebamme hat meine Doula vier Kinder, drei davon zu Hause, zwei im Pool und eins per HB geboren – denn meine Doula ist gleichzeitig mein HB-Coach.

      Für weitere Informationen: www.doulasindeutschland.de und Ina May Gaskin „Die Selbstbestimmte Geburt“

      Vorbemerkung 3: BEL
      In vielen KHs deutschlandweit ist die Diagnose BEL gleich zu setzen mit der „Therapie“ KS. Auch mein FA meinte ab der 32. Woche, man müsse sich Gedanken über den „Entbindungsmodus“ machen, da mein Kind bereits sooooo groß sei und mein erstes Kind ja soooooo klein gewesen sei. Er rate DRINGEND zum KS (wobei er selbst gar keine Geburten mehr leitet und nie eine Geburt aus BEL entwickelt hat). In einem späteren Gespräch fragte er mich, ob ich mich denn „traue“, vaginal zu entbinden – meine Antwort: mit den richtigen Leuten, ja. Denn der Verlauf einer BEL Geburt hängt maßgeblich vom Geburtsteam ab – inwieweit sie erfahren sind und wie sie die Eltern unterstützen – und wie die Eltern den Geburtshelfern vertrauen – und ich hätte niemandem in dieser Situation vertraut, der sich damit nicht auskennt. Ich finde es völlig legitim, wenn ein KH sagt, bei uns wird BEL per KS entbunden, weil es niemand mehr kann, bzw. weil es sich niemand mehr zutraut. Ich finde es aber nicht okay, wenn ein KH nicht darauf hinweist, dass es durchaus die Möglichkeit gibt, BEL spontan zu entbinden – und dass die Risiken im Vergleich zu einer Geburt aus SL andere sind, aber nicht höher!
      Wir haben uns mit dieser Gleichung BEL=KS nicht zufrieden gegeben und uns eine Klinik gesucht, die routinemäßig BEL spontan entbinden lässt (ca. 40 BEL Geburten pro Jahr, der OA entbindet seit 13 Jahren aus BEL). Dort wird NICHT routinemäßig eine PDA gegeben, dort wird NICHT routinemäßig der Damm geschnitten – das einzige, worauf wir uns „einlassen“ mussten, war, dass ich einen Venenzugang gelegt bekäme (was in anderen KHs Standard ist) und dass ich evtl nicht in der Wanne entbinden könnte. Dass die geeigneteste Geburtsposition der Vierfüßer wäre, dass ich aber evtl umgelagert werden müsste, sollte es am Ende zu lange dauern – aber gleich der Hinweis, dass die Kinder Sauerstoffreserven haben. Und dass ich evtl. einen Wehentropf bekommen würde – denn unter BEL passiert es schon mal, dass der Körper geboren ist, der Kopf aber noch nicht, aber da das Hauptvolumen aus der GBM draußen ist, die Kontraktionen nachlassen – was ja nun nicht ganz so geschickt wäre…
      Ich will hier nicht moralisieren, ich will auch keine BEL-Mami zu irgendetwas drängen, denn diese Geschichte hier ist UNSERE Geschichte, sie muss für niemand anderen gelten. Ich gebe euch nur den Tipp: bitte, bitte informiert euch, bevor ihr euch zu einem KS überreden/ zwingen lasst. In den allermeisten Fällen (auch! bei Erstgebärenden!!) stellt die BEL KEINE Indikation für einen KS dar. Das Risiko einer Geburt aus BEL ist im Vergleich zu einem KS nicht erhöht (das zeigen zig Studien) Bei der BEL handelt es sich lediglich um eine „Normvariation der Längslage“, so bezeichnet es selbst die dggg (Infos auf deren Seite).
      Wir waren also in unserer Geburtsklinik und haben uns auch über eine Äußere Wendung informiert. Bei UNS war es aber so, dass der OA „nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung“ für eine ÄW aussprechen konnte – vermindertes FW (wobei das tagesformabhängig ist), einfache Nabelschnurumschlingung und ein ungünstiger Sitz der Plazenta (rechts oben, genau vor dem Gesicht). Aber gleichzeitig die Ermunterung, eine Geburt aus BEL zu probieren - denn aus medizinischer Sicht sprach nichts dagegen.

      So, und jetzt kommt dann endlich der Geburtsbericht… ;-)
      Seit Januar hatte ich Frühgeburtsbestrebungen und seit Januar redete ich dem Baby im Bauch gut zu und sagte ihr immer wieder, dass sie erst aus dem Bauch kommen dürfe, wenn der Klatschmohn blüht…und am Freitag, den 10.05.2013 sah ich morgens die ersten beiden Mohnblüten… gegen Nachmittag bekam ich sehr regelmäßige Wellen (alle 5 Minuten, jede so ca. 60 Sekunden lang). Alles ließ sich aber sehr gut aushalten. Ich merkte einfach nur, dass der Bauch hart wurde. Eine Bekannte war noch zu Besuch und wir tranken Kaffee, später kochte ich Abendessen (mhhh… Spargel!) und brachte meinen Großen ins Bett. Die Wellen hielten an… gegen 19.30 rief mein Mann seine Eltern an um sie darauf vorzubereiten, dass sie evtl. noch in dieser Nach zum Babysitten kommen müssten. Um 21 Uhr ging ich in die Wanne… Wellen weg. Wie weggeblasen. Pustekuchen. Also ein Fehlalarm…
      Samstag war absolut ereignislos…
      Sonntag, 12.05.2013 Muttertag…
      Am Nachmittag hatte ich den Eindruck, dass wenn mein Großer noch den Babybauch bemalen wollte, dass wir das besser an diesem Tag tun sollten – gemacht, getan: mit Fingerfarben, Mäuse, Käse, Herz und einen Lebensbaum auf dem Bauch gemalt… Gegen Nachmittag wieder die regelmäßigen Wellen, aber ich gab nicht viel drauf… hatten wir ja schon mal… okay, sie wurden stärker, okay, ich atmete mit den Wellen, ich ging meine Affirmationen durch („Ich öffne mich“, „Ich lasse los“, „Ich vertraue meinem Körper“, „Ich begegne den Wellen nur mit meinem Atmen, der Rest meines Körpers bleibt entspannt“) und ich war absolut ruhig. Ich war voller Vorfreude, ich hatte keine Schmerzen. Gegen Abend musste ich mich auf das Atmen konzentrieren, ich war ganz bei mir, lief viel rum, wippte auf dem Pezziball, ließ das Becken kreisen, nahm meine Globuli… aber ich kochte noch Abendessen (wieder Spargel…), alles absolut entspannt und brachte den Großen ins Bett,… als ich ihm Gute Nacht sagte, hatte ich schon so den Eindruck, dass ich mich von ihm als Einzelkind verabschiedete… der Gedanke, wenn du morgen aufwachst, ist deine Kleine Schwester schon da, war eher eine Gewissheit…

      Um 21.00 aß ich noch ein Eis und wir schauten eine Dokumentation über Singapur (wo wir drei Jahre lang gelebt hatten und wo unser Sohn geboren worden war). Die Wellen hatten nachgelassen, waren eher unregelmäßig und von der Intensität weniger geworden.

      Um 21.30 machte es plötzlich „Knack“ und noch bevor ich aufstand (um die Couch nicht zu versauen) wusste ich – das war die Fruchtblase. Ich erschrak etwas, denn das FW war nicht klar. Die Kleine hatte Mekonium abgesetzt und ich musste an die Geburt meines Sohnes denken, der sobald der Kopf geboren worden war, abgesaugt worden war. Ich bekam Angst – und schlagartig hatte ich Schmerzen. Mein Mann aber wendete den Schulteranker (eine Methode aus dem HB) an und schaffte es, dass ich mich wieder entspannte, die Schmerzen ließen nach. Ich sagte dann nur: Okay, es geht los, ruf deine Eltern an. Ich rief unsere Doula an und sagte ihrem Anrufbeantworter, dass wir uns „so langsam“ auf den Weg machen würden, dass ich mich aber noch frisch machen wollte… Also ins Bad, noch mal eben schnell geschminkt (ich bin so eine Tussi, ja), dicke Einlagen in die Hose, da das FW weiter lief. Die Wellen kamen jetzt alle 2-3 Minuten und ich musste gut atmen. Ich sagte meinem Mann, dass ich nicht auf seine Eltern warten wollte (sie haben eine Anfahrtszeit von ca. 50 Minuten und in unsere Klinik haben wir eine Fahrtzeit von ca. 30 Minuten), also rief er unsere Nachbarin rüber, die den Kleinen sitten sollte, bis Oma und Opa da wären.

      21.50 Uhr - Tasche ins Auto, los geht’s. Ein Glück war es Sonntag und Nacht – so schnell waren wir die Strecke noch nie gefahren. Ich war mittlerweile gut am Tönen – schon in der Vorbereitung hatte ich gemerkt, dass ich mit dem langsamen Ausatmen bei der Geburtsatmung so meine Probleme hatte und im Yoga hatte ich dann festgestellt, dass mir das Tönen einfach besser liegt – ich bin vom Charakter her kein leiser Mensch und ich wusste, dass ich mir Luft machen musste. Also tönte ich fleißig vor mich hin, während mein Mann über die Landstraße flog.

      22.10 Uhr – Ankunft in der Klinik. Parken auf einem Storchenparkplatz und die Erkenntnis, dass es vom Hintereingang der Klinik bis zu den Aufzügen genau drei Wellen braucht – in denen ich anhalten musste, mich an der Wand abstützte und wirklich gut tönte… Als wir im zweiten Stock (Aufzug: 2 Wellen) anhielten, kam uns eine Familie entgegen, die offensichtlich gerade heimgeschickt worden waren – werdende Mama, ihre Mutter, ihr Mann, noch eine Frau… und ich hörte, wie die Mutter, als sie mich Tönen hörte, sagte: „Siehst du, SO hört sich das an!“… Ich musste so lachen…

      Lachend kam ich also in den Kreißsaal, wo die Hebamme uns begrüßte und uns erst einmal in meinen Wunschkreißsaal brachte… warmes, gedämpftes Licht, ruhige Atmosphäre… Es ging mir blendend. Vor allem, weil die Hebamme sich durch das grüne FW absolut gar nicht aus der Ruhe bringen ließ. Sie nahm es zur Kenntnis und das war’s. Als ich in einer Welle dann tönte, schaute sie mich etwas verdutzt an und meinte: „Ohh… Sie klingen aber schon, als wäre das schon gut voran gegangen – Sie machen so einen ruhigen Eindruck, ich hätte gedacht, das dauert noch… wir schauen mal. DARF ICH (!!!) Sie untersuchen?“… Ja. Ich wollte sowieso nur noch meine Klamotten loswerden und aufs Bett und mich dort festhalten… Ab aufs Bett. Für die Untersuchung drehte ich mich kurz auf den Rücken und sie untersuchte – und dann kam das Ergebnis: 8 Zentimeter!!

      Die Assistenzärztin kam, um den Zugang zu legen und da das etwas länger dauerte, verlor ich wieder die Konzentration – und hatte wieder Schmerzen. So lange ich mich konzentrierte, so lange ich meine Entspannungsmantren aufsagte, so lange war alles gut. Aber wie jede andere Gebärende war auch ich unglaublich anfällig für Störungen – und der Zugang war eine deutliche Störung. Von jetzt auf gleich hatte ich Schmerzen – und ließ mir Globuli und eine Spritze geben.
      Mein Mann rief noch einmal unsere Doula an und meinte nur: Bea, wir sind schon in der Klinik, BEEIL DICH!!!

      Der OA schlich sich ins Zimmer, die Assi atmete und tönte mit mir (in dieser Klinik wird Geführtes Tönen angeboten), mein Mann rieb mir den Rücken und ich hockte auf dem Bett… als unsere Doula kam, war ich von einer Sekunde auf die andere wieder total entspannt. Ich atmete richtig, ich war so tief in mir und bei meinem Kind, es war unbeschreiblich schön. KEINER untersuchte mich, keiner gab mir Anweisungen – die Ärzte und die Hebamme waren da, sie beobachteten, aber sie griffen nicht ein. Irgendwann fragte ich: seid ihr eigentlich noch da? Der OA meinte, klar, läuft alles super. Sie unterhielten sich über Nebensächlichkeiten und kreierten so eine Atmosphäre der Natürlichkeit, in der ich nicht den Eindruck hatte, überwacht zu werden. Mein Mann merkte, dass ich sehr empfindlich auf das Piepsen des CTG reagierte und er bat darum, den Ton abzustellen, was auch sofort gemacht wurde.

      Ich kam an den Punkt, an dem ich keine Lust mehr hatte. An dem ich sagte: „ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr. Es ist so anstrengend“. Ich trank ständig, meine Doula bat um ein heißes Körnerkissen für meinen Steiß. Als ich anfing zu jammern, sprach sie mich energischer als ich es ihr jemals zugetraut hätte an: „Schau mich an. Schau mir in die Augen. LASS LOS! Dein Baby kommt jetzt! Du musst sie nur kommen lassen. Mach ihr Platz!“

      Genau das tat ich. Ich vertraute meinem Kind und meinem Körper und ließ es einfach zu. Der Popo wurde geboren, mit der nächsten Welle das rechte Bein, dann das linke Bein. Die Arme.
      Der OA meinte: „Jetzt wäre es gut, wenn es nicht allzu lange dauern würde, sonst müssten wir umlagern“ – NIX DA! Ich richtete mich auf, holte Luft und die Kleine glitt aus mir heraus…. Und da lag sie. Das schönste aller Muttertagsgeschenke… Es war 23.28 – ca. 75 Minuten nach Ankunft im Krankenhaus…

      Ich drehte mich mit etwas Hilfe um und hob mein Kind auf – ICH war die Erste, die sie anfasste. Sie holte etwas gurgelnd Luft, alle um uns rum holten auch Luft und sie war da… Es war so ruhig, so friedlich und warm. Während der Geburt war ich genau einmal untersucht worden, ansonsten hatte mich keiner angefasst, ebenso wenig mein Kind.
      Meine Doula half mir, mein Top auszuziehen (das hatte ich noch an, war ja keine Zeit gewesen!) und wir legten uns gemeinsam hin. Ich bat darum, auf die Geburt der Plazenta zu warten, bevor abgenabelt wurde – und das war gar kein Problem. Der OA verabschiedete sich.

      Die Assistenzärztin hörte die Kleine kurz ab (wobei sie immer noch bei mir lag), da sie noch etwas gurgelte und das FW ja grün gewesen war.

      Ich schickte dann meinen Mann ans Auto - denn unsere Tasche war ja noch im Auto und angemeldet waren wir auch nicht… Die Hebamme meinte in der Zwischenzeit, sie schaue mal nach der Plazenta und in der nächsten Wehe solle ich mal drücken… Wehen? Drücken? Äh… na gut. Ich fand die Geburt der Plazenta etwas eklig, so warm und schwabbelig. Die Betrachtung ergab, dass ich eine herzförmige Plazenta hatte – ein Herz zum Muttertag! Mein Mann war wieder da und schnitt die Nabelschnur durch. Die Assistenzärztin versorgte dann den Riss – denn als die Schultern durchgetreten waren, war ich gerissen. Als wir das Verhältnis Kopf/ Schultern sahen, wurde mir klar, dass das wohl wirklich der gute Grund gewesen war, warum unsere „Kleine“ nicht mit dem Kopf zuerst gekommen war – sie hatte einen sehr kleinen Kopf, aber Schwimmer-Schultern. Eher wäre sie in SL mit den Schultern stecken geblieben als dass die BEL ein Problem gewesen wäre. Die Assistenzärztin meinte auch, in meinem Fall wäre ein KS eine vorsätzliche Körperverletzung gewesen und die Hebamme sprach von einer Buttergeburt…

      Die Hebamme und die Assistenzärztin gingen wieder und auch unsere Doula verabschiedete sich und ließ uns kuscheln…

      Gegen halb vier kam die Hebamme wieder und meinte, ob ich duschen wollte damit sie in der Zwischenzeit mal die Kleine messen und wiegen könnte… wir hatten also vier Stunden ununterbrochen gekuschelt, bevor wir erfuhren, wie groß und schwer die „Kleine“ war.

      Levke Antonia Severine wog 3410gr und war 56cm lang bei einem KU von 34 cm…
      Mein Fazit… jederzeit wieder. Ich hatte einen Wehentropf bekommen und es war gut, dass ich das nicht wusste (da ich unter der ersten Geburt negative Erfahrungen damit gemacht habe). Ich hätte mich verkrampft und wann immer ich in dieser Geburt gestört wurde (das grüne FW, die Ankunft im KH, das Legen des Zugangs) und meine Konzentration verlor, dann hatte ich Schmerzen. Sonst nicht.

      Ich bin meinem Mann und meiner Doula, ebenso wie dem Team der Asklepios Klinik Germersheim dankbar – für alle Unterstützung und vor allem dafür, dass sie „Nichts“ gemacht haben. Dass sie da waren, dass sie beobachtet haben, dass sie mich haben gebären lassen und nicht mein Kind entbunden haben.

      „So muss es sein“ sagte der Oberarzt…

      Auf der Heimfahrt sahen wir Hunderte Mohnblüten auf den Feldern…
      Überglücklich…

      Singa mit Levke im Sling
      PS: Ich stelle für ein paar Tage ein Foto von Levke auf meine VK.

      • Erstmal Gratulation zu eurer Süßen!!!
        Kann mich sehr wohl noch an dich erinnern und bin immer noch eine Weile schwanger ;-)
        Euer Bericht klingt wirklich wirklich toll und macht mich jetzt wieder ein bisschen grübelig, ob unser Kleiner nicht doch auch in Germersheim zur Welt kommen soll, bisher schreckt uns noch der Fahrtweg ab.

        Liebe Grüße und alles Gute euch Vieren,

        Kaddilinchen

        • Wie weit wäre es denn?

          Was man echt nciht unterschätzen darf, ist die B36 bzw die LKW... sonntags und nachts alles kein Thema, aber im Berufsverkehr... früher losfahren meinte die Hebamme, aber da ich ja gar nciht das Bedürfnis hatte, zu fahren (bis die FB platzte....)...

          LG

          • 40km. Wir hätten es auch nur über die A61 und B9... Ist aber enorm schwer einzuschätzen ob das so Easy ist unter Wehen, ist mein Erstes...

            Meinem Mann wäre Speyer lieber wegen dem Perinatalzentrum...

            • Wenn was mit dem Baby wäre (wovon man nicht ausgeht) würde es eh nach Speyer verlegt. Die in Germersheim rufen die Speyerer mit nem Baby-.RTW und die sind in 5-10 min da...

              LG
              (von uns aus waren es knapp 30 km)

      Wunderschön geschrieben! Ich musste weinen ;-)
      Eine ganz tolle Art zu entbinden...damit werde ich mich mal auseinander setzen.

      Vielen Dank für diesen informativen, gefühlvollen Bericht!

      LG Jessi mit Babyboy im Bauchi 17+0
      LG

    • #verliebt Herzlichen Glückwunsch

      Genau so eine Geburt (Ok vllt. mit dem Kopf zuerst) wünsche ich mir auch. Leider traue ich mir das alles nicht so wirklich zu. Ist aber auch mein erstes (und warscheinlich auch letztes) Kind.

      Alles gute euch#winke

      Herzlichen Glückwunsch vorne weg!

      Ein super Bericht!
      Ich möchte diesmal (3. Entbindung) auch noch viel mehr von dem Hypnobirth Konzept mit in die Geburt nehmen... werde deswegen wohl so lange wie möglich zuhause bleiben wo ich nicht gestört werde... und dann mit Hebi und Mann rüber zum Gebären ins KH gehen.

      Wie gesagt, klasse Bericht!

      • Es war einfach alles stimmig... in Germersheim fördern sie eine Doula-Begleitung, unterstützen Hypnobirthing und sind insgesamt sehr frauengerecht und babyfreundlich...

        in einem "normalen" KH wäre mir die Geburt aus der Hand genommen worden - das gab sogar meine Nachsorge-hebi zu, in deren KH ich SO nicht hätte gebären dürfen...

        LG
        Singa

        • Ich bin Berlinerin ;-)

          Ich werde aber sowieso alles mit meiner Beleghebamme vorher genau absprechen wie ich mir die Geburt vorstelle und ich weiß, dass ich mich da ganz auf sie verlassen kann.
          Unser KH ist recht familiär mit super Ruf was die Entbindungsstation betrifft und wie gesagt - ich möchte einen großen Teil der Wehen zuhause verarbeiten, es sei denn, es kündigt sich eine sehr, sehr schnelle Geburt an...

          Jedenfalls will ich in Ruhe und Konzentration entbinden, bei meiner 2. habe ich das schon relativ gut hinbekommen.

          Ich hatte gar nicht gewußt, dass es das in Germersheim, ich habe meine drei Kinder alle in Speyer geboren.

          • ;-)
            Die anthroposophische, frauengerechte und babyfreundliche Klinik ist ja auch ein "geheimtipp" ;-)

            Ernsthaft: das Südpfalzklinikum macht nicht viel her, aber der hebammengeleitete Kreißsaal ist grandios.

            Lg

    Echt schöne geschichte...und süßes foto ;) lg

    So ein wundervoller Bericht und so eine schöne Geburt!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Das hast Du sooooooooooooooooooo schön hinbekommen, mir kommen die Tränen in die Augen!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute.#herzlich

    (15) 16.06.13 - 18:25

    Wunderschön, danke für diesen ermutigenden bericht und von herzen alles gute für euch.

    Lg

Top Diskussionen anzeigen