Geburtsberichte

    • (1) 08.07.13 - 21:57

      Mein Versuch einer Hypno Birthing-Geburt: Vorsicht lang!

      Ihr Lieben,

      ich habe hier immer gerne Geburtsberichte gelesen und möchte euch nun auch meinen nicht vorenthalten.

      Am 21.6.2013 kam nun unser kleines Babymädchen Antonia mit einem Tag Verspätung auf die Welt.
      Hier die Details:

      Nachdem ich bereits seit 6 Wochen vor ET mit Wehen zu tun hatte, haben Arzt und Hebamme (und ich) damit gerechnet, dass sie sich früher auf den Weg macht. Aber scheinbar hat sie nur so getan als ob, denn am ET schob ich immer noch eine Kugel vor mir her und wir mussten in die Geburtsklinik zur Kontrolle. Alles soweit unauffällig, CTG prima, Fruchtwasser ok und gut vorhanden. Wurden mit Tipps entlassen, wie man Wehen fördern könnte und auch über die Perspektive Einleitung nach einigen Tagen wurde bereits gesprochen (die ich gerne vermeiden wollte). Das Tolle an unserer Geburtsklinik war, dass sie den Ansatz verfolgen, dass jedes Kind weiß, wann es raus möchte und wenn soweit alle Werte ok sind, dann wird erst eingeleitet, wenn die Mama es möchte.

      Schatzi und ich sind dann also wieder nach Hause und haben im Auto über das Thema Einleitung gesprochen. Zuhause dann noch einen gemütlichen Abend verbracht, ohne die diversen Tipps zur Wehenförderung auszuprobieren – ich habe mir gedacht, das bringt eh nichts, sie wird schon wissen, was sie tut. ;)
      Tja, scheinbar hatte unser Mädchen mitgekriegt, dass sie irgendwann raus muss, denn in der Nacht zum 21. bin ich dann gegen 3 Uhr mit leichten, aber regelmäßigen Wehen aufgewacht.

      Die Wehen sind dann so langsam, aber stetig immer mehr geworden. Da ich mich auf die Geburt mittels Hypno Birthing vorbereitet habe, habe ich gegen 6 Uhr begonnen, mich mit Selbsthypnose zu entspannen. Schatzi war mittlerweile wach, hat unsere Sachen zusammen gepackt und nachdem ich mich fertig gemacht hatte, sind wir in die Geburtsklinik aufgebrochen.
      Dort dann an den Wehenschreiber und CTG; Herztöne schick. Wehen da, wenn auch etwas unregelmäßig. Dann eine tolle Nachricht: Muttermund bereits bei 3 cm! Habe der Hebamme dann mitgeteilt, dass ich mich in Hypno Birthing probiere, fand sie toll, sie meinte noch, dass ich einen sehr entspannten Eindruck mache. :)

      Da der Klinik die Selbstbestimmung durch die Mama sehr wichtig ist, wurde ich gefragt, worauf ich jetzt Lust hätte, was ich gern tun möchte. Und ich wollte spazieren gehen. Wir sind dann an einen nahegelegenen See gelaufen, ich habe immer schön geatmet und merkte, wie die Wehen immer regelmäßiger wurden.
      Nach zwei Stunden zurück in die Klinik, dort konnten wir dann unser Zimmer für die Tage nach der Geburt beziehen, dort noch ein bisschen Zeit verbringen und sind dann wieder zum CTG gegangen. Die Wehen waren deutlich zu spüren und sind dann schlagartig in einen Wehensturm übergegangen. Leider hat dieser Sturm nichts am Muttermund gemacht, immer noch 3 cm. :(
      So was nun? Mir standen während der ganzen Geburt zwei sehr tolle Hebammen zur Seite (die sich sehr gut mit Homöopathie und alternativen Methoden auskannten), die dann vorgeschlagen hatten, Buscopan zu spritzen, Bryophyllum zu nehmen und in die Badewanne zu gehen. Ihrer Erfahrung nach sollte das den Wehensturm lindern und die Wehen effektiver machen. Gesagt, getan, war ja über jede Idee dankbar (Hypno Birthing hin und her, die Wehen waren noch aushaltbar, aber anstrengend ;)).
      Und die Hebammen sollten Recht behalten: Schon mit der ersten Wehe in der Wanne, veränderte sich der Wehenabstand von zwei Minuten auf 10 Minuten. Sie nahmen allerdings an Intensität zu und ich musste mich so sehr auf die Atmung konzentrieren. Mittlerweile konnte ich sie als wirklich schmerzhaft bezeichnen und habe in einem „schwachen“ Moment nach einer PDA verlangt. Auch hier haben die Hebammen große Arbeit geleistet, mich immer wieder motiviert, es ohne PDA zu schaffen, Rücken massiert, Tee gebracht. Auch Schatzi stand mir ganz toll zur Seite, sein Arm zeigte nach der Geburt deutliche Kratzspuren. :D
      Nach 1,5 Stunden habe ich die Hebammen gebeten, nach dem Muttermund zu schauen: Sie waren leicht fassungslos, denn der war komplett geöffnet (hatten sie bei einer Erstgebärenden wohl noch nicht so erlebt).

      Ich wurde wieder gefragt, wie ich gern weitermachen wollte: Ich wollte nur raus aus der Wanne und an Land. Ich habe dann gefragt, ob ich auch im Laufen entbinden könne, denn ich wollte wieder laufen. „Schwierig“ war dann die Antwort. Wir haben dann unter den Wehen im Stehen und den Geburtshocker probiert; beides hat mir so gar nicht gefallen. Mittlerweile hatte ich starken Druck nach unten, aber der Kopf war aber immer noch ziemlich weit oben und die Fruchtblase noch nicht geplatzt. Ich habe dann nochmal nach der PDA gebettelt (hier war dann auch der Punkt erreicht, an dem ich mit Hypno Birthing nicht mehr viel ausrichten konnte, da ich während der sehr heftigen Zeit in der Wanne aus der Selbstentspannung rausgekommen bin), die ich auch noch bekommen hätte, aber auch den Hinweis, dass es dann länger dauert, ich wahrscheinlich einen Wehentropf kriegen müsste und dass die Chance erhöht ist, dass das Kind mit Saugglocke zur Welt kommt. Sprich, die Pda eigentlich sinnlos sei.

      Ich wollte trotzdem die PDA, ich war mit meiner Kraft am Ende (es war mittlerweile 18 Uhr). Als der Anästhesist gerufen wurde, platzte die Fruchtblase und dann war es wirklich zu spät für die PDA.:D Mit der nächsten Wehe spürte ich wahnsinnigen Druck und ich legte mich auf die Seite auf das Bett: Kopf war fast da!!!

      In den ersten Sekunden einer jeden folgenden Wehe konnte ich das Kind noch rausatmen, dann wurde der Druck zu stark und ich habe gepresst. Dabei hat sie mir dann auch noch das Steißbein gebrochen und bei jeder Wehe hatte ich neben Wehen nun auch noch andere Schmerzen.

      Beide Hebammen waren super konzentriert, haben meinen Damm unterstützt und mir gut zugesprochen. Kurz bevor unsere Kleine da war, wurde noch die Ärztin dazu gerufen, die sich in eine Ecke setzte und zugeschaut hat (in unserer Klinik haben eindeutig die Hebammen das Sagen ;)).

      Und nach ca. 1,5 Stunden ging ein Ruck durch mich und sie war dann endlich da. Aller Schmerz vergessen, ich habe mich sofort aufgerichtet, das Kind der Hebamme quasi aus den Händen gerissen und habe sie zum Kuscheln auf meine Brust gelegt. Dort blieb sie erstmal zwei Stunden. Ich hatte zwei kleine Risse, die versorgt wurden, unser Babymädchen wurde dann irgendwann ihrem TÜV-Check unterzogen, ich konnte duschen und dann ging es aufs unser Zimmer zum Kennenlernen und Kuscheln.

      Von Beginn der Wehen bis zum dem Zeitpunkt ihrer Ankunft waren es knapp 17 Stunden, die anstrengend und heftig waren, aber dank der Hebammen, einer ganz tollen Klinik und ihrer Sichtweise auf eine Geburt und Hypno Birthing (auch wenn ich es nicht durchgehalten habe ;)) genau so wie ich es mir gewünscht hatte; natürlich, selbstbestimmt und ohne Pda.

      Die Daten:

      Gewicht: 3520 g
      Länge: 52 cm

      Viele Grüße
      Nine

      • Herzlichen Glückwunsch! Schöner Bericht! Ich hab's auch mit Hypnobirthing versucht... Bin mit 3 cm MuMu angekommen im KH, da ging's auch noch super. Eineinhalb Std später hatte ich mein Wunder aufm Bauch... Da war nix mit entspannen :) ich probier's beim zweiten aber bestimmt nochmal!
        Alles Gute euch!!

        Vielen lieben Dank für deinen tollen Bericht! Ich hab auch Hypnobirthing angefangen, hoffentlich nicht zu spät...hab nur noch 3 Wochen bis ET.

        Dein KH klingt ja super, in welcher (groben) Ecke in D. bist du denn zu Hause?

        Lg!

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