Erste Und wunderschöne Geburt aber schlimmes Wochenbett (Extrem lang)

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Hallo ihr lieben,

Da ich wie die meisten gegen Ende meiner Schwangerschaft die Geburtsberichte hier verschlungen habe, möchte ich nun auch meinen veröffentlichen.
Meine Maus ist unser erstes Kind und die Geburt war wirklich wunderschön.. Es ist wirklich nicht so schlimm wie immer alle erzählen ;-)

Ich hatte eine traumhafte Schwangerschaft. Kaum Übelkeit am Anfang und mein Mann und ich sind um die 20. Ssw noch 2 Wochen in die Türkei geflogen.

So um die 33. Ssw Woche wurde ich aber leider ziemlich krank aus einer harmlosen Erkältung entwickelte sich eine schwere Bronchitis bei der ich mit Verdacht auf Lungenentzündung auch ins Krankenhaus musste. Durch das ständige und starke Abhusten hatte sich der Gebährmutterhals auch auf 2cm verkürzt. Und so musste ich bis zur 37. Ssw viel viel liegen und mich von meinem Mann verwöhnen lassen.

Unsere kleine Maus sollte ja kein Frühchen werden.

Und dann kam endlich die 37. Woche und mir ging es prima, hatte nur ziemliche Wassereinlagerungen aber sonst ging es mir wieder super. Mensch war ich am futtern. #mampf In der 37. Woche gingen mein Mann und ich fleißig spazieren und herzelten ausgiebig. #verliebt

Am Montag den 27.10 hatte ich dann eine Vorsorge bei meiner Frauenärztin. Die schaute nach dem Muttermund und dem Gebährmutterhals alles noch dicht da unten. Fort Knox wie sie immer gern sagte. Aber immerhin war das Köpfchen schon tief im Becken. Das dauert noch Frau Spanberger wir sehen uns in 2 Wochen. Das Gewicht schätze sie auf 2800g.

Am nächsten Tag kam meine Hebamme um bei mir die erste Akupunktur zu machen. Ich glaube ja ehrlich gesagt nicht so an TCM aber das zwiebelte ordentlich als die Nadeln gesetzt waren. Auch meine Hebamme sagte wir sehen uns erst nächste Woche wieder entspann dich und genieß die letzten Wochen.

Gegen Nachmittag bekam ich dann wie alle paar Tage Übungswehen komplett schmerzlos aber ich merkte halt wie immer wieder der Bauch steinhart wurde.
Abends kam mein Mann von der Arbeit und wir schauten uns noch 2 Filme an und gingen dann schlafen. Das heißt er ging schlafen und ich lag wie letzten paar Tage hellwach im Bett und wälzte mich hin und her und rannte alle 10 Min zum WC Pipi machen. Als ich nach dem gefühlten 50. Mal wieder im Bett lag lief da irgendwie immer noch was nach. Mh.. Nochmal zum WC kam nix... Wohl vertan.. Wieder im Bett das gleiche wieder .. Diesmal blieb ich eine Weile auf der Toilette sitzen und da tröpfelte tatsächlich was. #kratz Ich konnte aber absolut nicht unterscheiden "wo" es rauslief. Also drückte ich mal ein wenig und da lief tatsächlich wieder etwas mehr raus. #schock Oh oh.. Dachte ich nur noch völlig irritiert.

Mein Mann schlief noch tief und feste und ich holte mir das Telefon ins WC und rief mal völlig ruhig im Kreissaal an und schilderte die Situation. Die Hebamme am Telefon meinte wir sollen uns in ruhe fertig machen und dann mal vorbei kommen. Sie würde dann nachschauen ob es überhaupt Fruchtwasser ist. Ernüchtert legte ich auf und dachte nach. Wie blöd wäre dass denn jetzt die Pferde scheu zu machen? Auf dem Weg zu meinem Mann ins Schlafzimmer hatte sich das jedoch erledigt denn es lief nun richtig Schwallartig aus mir raus. Und ab da war ich mir sicher es geht tatsächlich irgendwie los.

Vorsichtig weckte ich meinen Mann und fragte ihn ob er bereit wäre Papa zu werden. Der Arme war ganz verdattert. "Wie was wo?? Ist doch noch zu früh oder?" Wir machten uns dann in aller Ruhe fertig und ich packte noch die letzten paar Sachen in die Kreissaaltasche. Dann klemmte ich mir ein großes Badehandtuch zwischen die Beine und es ging ab ins Krankenhaus. Unterwegs bemerkte ich dann die erste noch sehr leichte Wehe.

Um genau 4:10 waren wir am Krankenhaus. Dort angekommen stieg ich aus dem Auto und da machte es richtig Platsch. Gefühlte 5 Liter Fruchtwasser liefen mir an den Beinen herunter und meine Hose war komplett durchnässt. Ich watschelte dann mit Handtuch zwischen den Beinen und Sich kaputt lachenden Mann durchs Krankenhaus. Die Leute denen wir unterwegs begegneten lachten sich auch fast schlapp und wünschten uns viel Glück.

Als die Hebamme Steffi uns am Kreisaal angekommen aufmachte musste sie sich auch ein Lachen verkneifen. "Es ist definitiv Fruchtwasser!" Sagte ich dann noch grinsend. Ich zog mich dann erstmal um uns es ging ab ans CTG. Es waren auch schon schöne Wehen darauf zu sehen. Dann schaute Hebamme mal nach dem Muttermund. "Leider noch fest verschlossen und der Kopf ist noch abschiebbar. Das kann bis zu 2 Tage dauern bis sich da richtig was tut"

Und da hätte ich losheulen können. Mir war schon klar dass sich da nicht viel getan haben könnte aber ich hatte so Angst dass ich 2 Tage vor mich hinwehen müsste und alles im Kaiserschnitt endet.

Wir sollten dann erstmal unser Familienzimmer beziehen, frühstücken und um 9 Uhr wieder kommen. Ich war einfach nur Hundemüde und legte mich im Zimmer direkt ins Bett. Allmählich wurden die Wehen fieser sodass an schlafen nicht zu denken war. Mein Mann brachte mir dann etwas frühstück doch ich konnte nichts essen.
Ich dachte nur dass ich dass die nächsten 2 Tage aushalten müsste und heulte vor mich hin. Ich setzte mich ins Bad auf den Duschhocker und legte die Arme hoch übers Waschbecken. So ließen sich die Wehen ganz gut aushalten. Als ich zwischendurch mal aufs WC ging hatte ich Einen blutigen Klumpen in der Hose. #kratz Aha wohl der Schleimpropf. Da es dann sowieso schon kurz vor 9 war gingen wir zurück in den Kreissaal.

Dort schaute die Steffi dann direkt nach dem Muttermund und sah mich dann mit Riesen Augen an. " Boah.. Bist du gerade einen Marathon gelaufen? Schon 4 fast 5 cm offen der Muttermund. Heute Nachmittag ist die kleine da." #schock
Von da an war ich so super motiviert und konnte kaum glauben dass ich noch heute meine Kleine Maus im Arm halten würde. Sie fragte mich dann worauf ich Lust hätte. Spazieren gehen? In die Badewanne? Auf den Pezziball? Und ob ich etwas gegen die Schmerzen haben möchte. Ich wollte auf dem Ball rumhopsen #huepf und die Wehen waren zwar schmerzhaft aber von PDA oder dergleichen war ich noch weit entfernt. So wehte ich wieder so 2 Stunden vor mich hin und unterhielt mich in den Pausen mit meinem Mann und mit der Hebamme die zwischendurch nach uns sah.

So um 13 Uhr war Schichtwechsel und ich bekam eine andere Hebamme die Martina die uns gleich Tee und Schokolade brachte.

Muttermund war bereits bei 6 cm, zwischendurch CTG Wehen waren aushaltbar.. LÄUFT #cool

Als nächstes wollte ich mal die Badewanne ausprobieren. Es gab an unserem Kreissaal ein abgetrenntes Badezimmer mit großer Badewanne und Dusche das ganze sah aus wie in einem Spa. Richtig schön eingerichtet. Martina ließ das Badewasser ein und legte uns Handtücher zurecht.. Mensch wie im Hotel dachte ich nur. Leider war die Heizung zu diesem Zeitpunkt kaputt und mir war saukalt in der Badewanne. Also nach ca. 30 Minuten wieder raus.

Ab da hab ich etwas den Überblick was die Zeit angeht verloren. Aber so ab 15 Uhr wurden die Wehen richtig fies und wir waren leider immer noch bei guten 6-7 cm.
Soweit so gut. Ich wechselte dann immer wieder zwischen Pezziball und Kreisbett hin und her und veratmete die Wehen. Damm wurden die Wehen nochmal fieser. Muttermund immer noch bei 6-7 cm.. Da wurde ich dann auch langsam ein wenig quengelig. Martina bot mir dann mal vorsorglich etwas gegen die Schmerzen an. Aber ich wollte nichts nur meine Ruhe und vor mich hinwehen. Andere Frauen hätten schon längst eine PDA verlangt und du machst das hier so toll. Sagte sie dann zu mir. Ich glaube ich sagte dann etwas wie "Bist du verrückt? Ich bin schon mit der Braunüle im Arm überfordert." #rofl
Sie meinte dann aber sie würde mir einem Tropf anhängen mit einem Medikament dass das Gewebe unten etwas auflockert und auch die Schmerzen etwas lindern sollte.

Ab da fing ich dann auch an zu tönen während der Wehen. Die Wehen waren echt sehr schmerzhaft aber durch das Medikament waren sie irgendwie anders geworden. Sie kamen jetzt nicht mehr langsam wie eine Welle sondern BÄM von 0 auf 100. Ich wollte dann nur noch auf dem Bett und auf der Seite liegen. Mein Mann wollte mich massieren aber ich wollte nicht angefasst werden. Irgendwann kam so ein immenser Druck auf und ich musste plötzlich pressen.
Mein Schatz holte die Hebamme die dann gleich nach dem Muttermund schaute.
"Leider immer noch 7 cm. Bitte nicht Pressen dafür ist es noch zu früh." Ich hätte sie verfluchen können. Von da an blieb sie auch bei uns und half mir diese fiesen Presswehen zu veratmen. Das war wirklich das allerschlimmste dieser unglaubliche Drang zu pressen und ich durfte nicht. Immer wieder sagte die Hebamme nicht pressen. "ICH MUSS ABER!!" Hab ich sie dann angeschrien.

Das ganze ging eine Stunde so und dann endlich bekam ich das OK und durfte vorsichtig mitschrieben. Es war wir eine Erlösung als ich pressen durfte. "Jenny glaub jetzt aber nicht das geht jetzt schnell das kann nochmal paar Stunden dauern." Sagte Martina und feuerte mich regelrecht an. Nach 2 oder 3 Presswehen griff sie zum Telefon und orderte schon mal die Ärztin her die auch direkt kam. "Na Frau Spanberger jetzt haben Sie es aber eilig was?" Ich dachte nur Hä?? #kratz

Da nahm Martina meine Hand und führte sie nach Unten da fühlte ich schon das Köpfchen meiner Maus. Unglaublich.. #verliebt Ganz weich hat es sich angefühlt. Dann ließ die nächste Wehe etwas auf sich warten und die Ärztin sägte mir die kleine Maus hat dunkle Haare.

Bei der nächsten Wehe war ihr Köpfchen geboren und nach einem weiteren mal pressen auch die ganze Maus. Die Ärztin gab sie mir direkt an und ich schnappte sie mir heulte direkt los "Oh mein Gott Schatz sie ist so klein .. So mini.." Habe ich als erstes zu meinem Mann gesagt der glaube ich auch so ein zwei Tränchen verdrücken musste. Er durfte dann die Nabelschnur durchtrennen. Davon habe ich aber nicht viel mitbekommen weil ich mit meiner kleinen auf der Brust beschäftigt. Die Plazenta kam nach ein bisschen ziehen und Zerren an der Nabelschnur dann auch so nach 20 min.

Leider bin ich trotz Himbeerblättertee und DammMassage und Heublumendampfbad ( ja ich hab alles ausprobiert) jenseits von gut und böse da unten gerissen. Dann wurde ich mit der Maus auf dem Arm noch über eine Stunde genäht was echt fies war. Danach wurde die kleine Maus gemessen und gewogen.

Lea
29.10.2014
17:59 Uhr

50 cm
35 cm KU
2830g

Als wir noch im Kreissaal kuscheln durften ging es mir aber plötzlich nicht mehr so gut. Mir war richtig übel schwindelig und ich zitterte am ganzen Leib. Ich blutete immer noch ziemlich stark. Dann kam nochmal die Ärztin und machte einen Ultraschall konnte aber keine Plazentareste oder dergleichen feststellen. Da war ich schonmal froh ich hatte schon angst dass ich in den OP zum ausschaben müsste. Das hätte mein Mann glaube ich nicht überlebt der wuselte nämlich schon panisch um das ganze Geschehen mit der Maus auf dem arm herum. Ich bekam dann einen Wehentropf und dann hörte die Blutung wohl auch auf.

Ich war sehr zufrieden mit den Hebammen und der Ärztin während der Geburt doch die Wöchnerinnenstation war wirklich die Hölle. Die Schwestern waren völlig überfordert zudem auch noch schnippisch und unfreundlich. Das Stillen klappte nicht man bekam keine Hilfe. Eine Schwester presste meiner Tochter regelrecht "gewaltsam" die Brust in den Mund doch sie schlief immer wieder ein und trank nichts. Dann bekam die kleine Maus noch eine starke Gelbsucht (sie sah aus wie eine Orange) und verlor immer weiter an Gewicht und niemand wollte helfen. Ich bettelte fast darum der kleinen doch mal ein Fläschchen anzubieten damit sie zu Kräften kommt und wieder fester an der Brust saugen kann. Da sagte eine Schwester nur wenn ich wirklich stillen wollte wäre das nicht hilfreich. Unter UV Licht sollte die Maus nicht weil ihre Werte immer knapp unter der Grenze lagen. Aber nach Hause durften wir auch nicht. Ich heulte jeden Tag von morgens bis Abends es war einfach nur schrecklich.
An dieser Stelle muss ich mich auch nochmal bei meinem Ehemann bedanken der uns in dieser Zeit nicht von der Seite wich und sich für mich regelmäßig mit den Schwestern anlegte.

Am 6. Tag haben wir uns dann selbst entlassen. Anstatt uns Tipps zu geben und zu unterstützen wurde uns nur "Wenn sie jetzt gehen, dann gehen sie ein hohes Risiko für ihr Kind ein und wenn etwas ist nehmen wir sie nicht mehr auf dann müssen sie in ein anderes Krankenhaus gehen" gesagt. Doch meine super liebe Hebamme betreute uns super in Zusammenarbeit mit unserem Kinderarzt zuhause und die Maus holte in 2 Wochen wieder ihr Gewicht auf. Und von der Gelbsucht war schnell nichts mehr zu sehen und ihre Werte waren auch bald wieder super.

Jetzt ist die Maus 11 Wochen alt und macht uns unsagbar Glücklich. Sie schläft seit ihrer Geburt nachts durch und weint so gut wie nie. Den ganzen Tag strahlt sie uns bis über beide Ohren an und wir sind ihr absolut verfallen. Mama zu sein und eine kleine Familie zu haben ist einfach das schönste Geschenk der Welt.

Also liebe zukünftige Mama's ich hoffe ich konnte euch mit meinem Bericht etwas die Angst nehmen. Ich bin der größte Jammerlappen der Welt und fand die Geburt meiner Tochter einfach nur wunderschön. Ja es tut weh aber unser Körper ist dafür gemacht. Ihr schafft das. Wenn ich das schaffe, dann schafft es jede

Alles liebe und gute für euch #herzlich #klee

Jenny

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Toller Bericht und super süße Maus :-D

Ich hoffe, bei mir geht's auch bald los. Hab heute Nacht von der Geburt geträumt... #verliebt

LG Christine mit Fabian (bald 4) und Hannah (39.SSW) #winke

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Super schön :-)