Das war kein Blasensprung.. oder doch!?

Unsere Maus ist heute genau 4 Wochen alt. Bevor mehr Details gedanklich "verloren gehen", möchte ich meine Gedanken niederschreiben:

Ich hatte eine insgesamt sehr schöne Schwangerschaft. Wir hatten damit nicht gerechnet, wo mir die FÄ bei einer Untersuchung mitteilte, dass ich in der 6. Woche schwanger bin. So hieß es doch, dass wir nicht so schnell Eltern werden können dank einer SD-Unterfunktion. Dementsprechend groß war bei allen Familiennmitgliedern und Freunden die Freude..

Abgesehen von Blutungen während des 1. und 2. Drittels ging es mir soweit gut. Ich konnte sogar bei unseren Umzug helfen und die Wände mit malern (also immer dann, wenn keiner geschaut hat, wurde immer ausgeschimpft, sobald ich auch nur in die Nähe der Farbeimer gekommen bin! #rofl)

Ich schweife ab.. Die letzte Woche vor ET war sehr lang und ich hatte dann auch das erste Mal die Nase voll, obwhl ich sehr gerne schwanger war.

Am Donnerstag gegen 8.30 Uhr machte ich mich fertig und merkte, wie es auf einmal schwappte. Ich dachte nur, nun ist die Fruchtbkase geplatzt. Gut gelaunt machte ich mich auf den Weg zur meiner FÄ. Sie untersuchte mich. Alles war noch geburtsunreif. Der PH-Test war negativ. Alle gingen von einem übermäßigen Abgang von Scheidensekret aus. Nur ich nicht. Nun gut, also wurde ein neuer Termin für Montag, dem eigentlichen ET vereinbart.

Das gesamte Wochenende hatte ich immer kleine Abgänge von klarer Flüssigkeit. Wir nutzten die Zeit und gingen nochmal ins Kino und auf den Weihnachtsmarkt. Sonntag, den dritten Advent, wurde mir die Sache zu heikel und ich rief meine Hebamme an, sie meinte, ich solle im KH vorstellig werden.
Gesagt, getan: (nach einem Anfall von Nestbautrieb machte ich die Wohnung nochmal sauber und) So machten wir uns auf den Weg in die Klinik. Die dort anwesende Hebamme bekam die Krise, nachdem sie hörte, wie lang ich schon so rumlief. Es wurde CTG geschrieben, noch keine Wehen, und ich wurde untersucht, es war tatsächlich ein hoher Blasensprung. So durfte ich bleiben.

Aufgrund der schon so langen "Wartezeit" nach dem Blasensprung wurde am Sonntagabend mit einem Wehencocktail eingeleitet. Ich bezog mein Zimmer und mein Mann schaute mir ehrfürchtig beim trinken des "genussvollen" Cocktails zu. Dann fuhr er heim.
Nachdem ich mich ins Bett legte und inständig hoffte, dass der Cocktail hilft und ich am nächsten Tag nicht mit Gel eingeleitet werden muss, ging es gegen 23.30 Uhr los, dass es in den Seiten zog. Die Schmerzen wurden schlimmer. Ich hätte am liebsten heulen können. Gegen 3.30 Uhr war ich nochmal zum CTG, zu wenig Wehen waren vorhanden, um schon in den Kreißsaal zu ziehen. Also wehte ich bis 6.30 Uhr aud dem Zimmer weiter rum.

Nach dem CTG am Morgen wurde ersichtlich, dass der Cocktail doch half. Wehen waren vorhanden und auch der Gmh war verstrichen und der MM auf 3 cm geöffnet. Während der Untersuchung platzte die Fruchtblase und setzte mich und die gesamte Liege unter Wasser.

Nun endlich konnte ich meinen Mann anrufen und ihn mitteilen, dass es losgeht, er ließ anscheinend alles zu Hause stehen und war sehr schnell da (Hoffentlich fraß die Katze nicht die Brötchen, die er sich zum Frühstück gemacht hatte #zitter).

Nach einem entspannendem Bad und Treppenlaufen blieben wir im Kreißsaal, denn der MM war schon 6 cm offen. Die Wehen wurden immer länger und die Abstände kürzer. Ich hoffte sehr, dass es nun voran geht. Es wurde noch ein Wehentropf angeschlossen, um die Geburt richtig in Gang zu bringen.

Mein Mann war mir eine tolle Hilfe, er sorgte dafür, dass ich ausreichend trank und dass es mir an nichts fehlte, sofern man das bei einer Geburt sagen konnte.

Gegen ca 15.00 Uhr war der MM vollständig geöffnet. Die Hebamme sagte, dass ich nun die Wehen im Stehen veratmen kann. Im Stehen!? Ich wusste nicht, wie ich mich überhaupt bewegen sollte. Naja gut, das hielt ich eine halbe Stunde aus. Ich bekam einen unheimlichen Drang zu pressen und dachte, das Kind fällt gleich raus.

Nach einem Toilettengang bezog ich nun das Geburtsbett und durfte endlich mitpressen. Es war sehr schwierig, musste immer zwischen Liegen und Vierfüßlergang wechseln.
Die Hebamme meinte, dass ich nun den schon herauslugenden Kopf des Baby ertasten kann. Doch ich traute mich nicht. Nach ein paar weiteren Wehen traute ich mich doch und ertastete das weiche, nasse Köpfchen. Das motivierte mich!!

Die Ärzte waren auch schon da, man erwartete also das Baby alsbald. Doch leider machte der Wehentropf immer Probleme und die Ärzte tauschten immer wieder Blicke aus. So drückte nach kurzer Absprache eine Ärztin auf dem Bauch, doch der Kopf steckte fest. Nach einer weiteren halben Stunde wurde entschieden, die Saugglocke einzusetzen. Ich erbetete ein schnelles Ende, so dass mir jedes Mittel recht war. Mit der Saugglocke dauerte es nochmal ca. 15 min und viele schmerzhafte Wehen, bis endlich der Kopf geboren war. In diesem Moment dachte ich, es zerreißt mich innerlich, aber ich wusste, dass es gleich vorbei war...

Nachdem mein Mäuschen auf der Welt war, legten sie es mir auf meinem Bauch, ich konnte mich nicht mehr zurückhalten und weinte vor Erleichterung und Freude, es endlich geschafft zu haben und vor Überwältigung, dass so ein kleines Geschöpf in meinem Bauch wohnte.

Julius erblickte am 15.12.14 gegen 17.16 Uhr die Welt und hatte ein Kampfgewicht von 3760g auf zarten 49 cm und einen KU von 37,5 cm!

Aufgrund seines "Hörnchens" am Kopf und anscheinend der Anstrengung unter der Geburt schrie er sich eine Stunde die Seele aus dem Leib. Mein Mann war ebenfalls ergriffen und verdrückte sich ein paar Tränchen. Wir genossen die Augenblicke zu dritt, bis die Ärztin nach einem außerplanmäßigen Not-Kaiserschnitt die Zeit fand, mich zu nähen.

Mittlerweile ist unser Bröckchen gut gewachsen. Abgesehen von Blähungen (3-Monats-Koliken) ist er ein friedliches Baby und macht uns viel Freude.

Katha mit J. in den Armen #verliebt

1

Er ist natürlich 5 Wochen alt... Stilldemenz! #rofl#schwitz

2

Wow, ganz schöner Kopf und stattliches Gewicht für die Größe.

Alles Gute euch. Ich mag deinen Bericht :-)