26.12.1992 und 26.12.2006

Lange habe ich nur mitgelesen und lese immer noch und dachte, nun bist du auch mal dran.Unsere beiden Mädchen hatten im Abstandt von 14 Jahren den gleichen Entbindungstermin. Unsere Kleine war einfach eine Überraschung und ich schon 40.

Unser Friederike kam am 18.12. 1992 auf die Welt und es war unser Wunschkind. Wir sind aus den neuen Bundesländern, falls beim lesen etwas komisch erscheint.

Noch weit vom Entbindungstermin entfernt, stand ich um 8.30 auf(Mein mann hat damals alles aufgeschrieben.), plötzlich kam ein Schmerz, der über eine Minute dauerte und eindeutig eine Wehe war. Ich schleppte mich zur Toilette, die auf halber Treppe war und der SP ging ab. Halbe Treppe und trotzdem waren wir 1990 froh, die Wohnung nach dem Studium zu bekommen. Die Wehen kamen aller zehn Minuten und ich hatte im GVK ja gelernt, Erstgebärdende brauchen lange. Nach einem gemütlichem Frühstück marschierte ich erst einmal zur Telefonzelle und sagte den FA termin ab. Zurück hatte ich Wehen aller 7 min und beschloss einen Spaziergang zur Oma zu starten. Mein Mann war noch in der Schule und hatte eh 12.00 Schluss, da konnte man die Zeit noch nutzen. Für den km brauchte ich allerdings fast eine halbe Stunde, also trudelte ich gegen halb elf bei der Oma ein, wehen immer noch aller vier min. Lange hielt ich es nicht aus und machte mich auf d. Heimweg. Die Wehen kamen aller vier min und schon ganz heftig. Plötzlich kam mir die Idee am Grab meines geliebten Opas vorbeizuschauen und zu sagen, dass er jetzt bald uropa würde. Der Friedhof lag auf dem Weg, verteufelt mich aber nicht. Im übrigen lag Schnee und es war glatt. Manche Leute schauten dann komisch aus dem Auto, wenn ich auf dem Fußweg eine Wehe veratmete. Pünktlich 12.00 kam ich mit meinem mann zuhause an. Der schaute nicht schlecht, blieb aber ruhig. Die Wehen kamen aller drei min und veratmen war angesagt und Turnen auf dem Ball. Ich wusch noch eine Trommel Wäsche und das Aufhängen trieb meinem Mann dann schon den Angstschweiß auf die Stirn und halb drei beschlossen wir, doch zu fahren. Schnell noch einen Abstecher zu meiner Mutter, um zu sagen, dass wir jetzt ins KH fahren. Wir hatten ja noch keine Telefone. Um 15.00 waren wir im KH und meine Hebamme aus d. GVK hatte Dienst und ich war glücklich. Jetzt tat es auch schon weh. 15.26 lag ich dann nach einem Einlauf in der Wanne. Es war ja noch eine gant normale Wanne, habe es nicht lange ausgehalten und gegen 16.15 war ich im Kreissaal und der war klein, dunkel gefliest und voller Geräte, mit heute nicht zu vergleichen, aber meine Hebamme war Gold wert. Sie hatte sich schon von den konservativen Methoden der DDR gelöst und so verbrachte ich die Zeit im Vierfüßlerstand und sie schüttelte den Po. Irgendwann habe ich dann etwas unflätig geschimpft, weil es keine wehenpause gab. Gegen 17.00 hatte ich das Gefühl, auf Toilette zu müssen. Sie meinte aber nur, ne die Kleine kommt. Ich hätte sie am liebsten im Vierfüßlerstand auf der Matte geboren. Der Arzt der kam war so Mitte Dreißig und fand das nicht so toll. Es war seine erste Geburt, na Klasse meine auch. Der nahm auch gleich eine Schere in die Hand, jedoch nahm die Hebamme ihm diese aus der Hand und sagte ganz ruhig:" Die brauchen wir nicht". Die Übergangswehen und die Presswehen empfand ich als wohltuend. Leider ging es auf dem Hocker nciht und ich zog auf das Bett und dann war sie da, um 17.26. sie duftete so toll.51cm und 3200g pures Glück.Ich war nicht gerissen und alles ok. Mein Mann war überwältigt und musste erst einmal raus und durchatmen. Drei Tage später bin ich heim und hatte meine Friederike Tag und Nacht im Zimmer, damals noch die Ausnahme.

Danke fürs Lesen und Amelies Bericht folgt.