Schnelle & schmerzhafte Geburt meines süßen ersten Babys (vorsicht sehr lang!)

Hallo alle,

ich bin riesiger Fan der Geburtsberichte hier. Ehrlich gesagt, hab ich keine Ahnung ob ich selbst schon einen hier geschrieben habe #schock, kann mich an nichts erinnern, also schreib ich (noch?)mal, wo die kleine maus jetzt schläft.

Vorgeschichte / Liegeschwangerschaft:

Meine Schwangerschaft verlief ziemlich doof. Ich musste ab der 21.ssw ziemlich durchgängig liegen den lieben langen tag lang (bis auf toilette, duschen und schnell was zu essen machen) aufgrund einer cervixinsuffizienz. ich bekam eine cerclage, immer mal wieder vorzeitige wehen, die lungenreifeinduktion, und hatte zuletzt noch den verdacht auf eine lungenembolie #zitter (der sich aber nie richtig bestätigen konnte).

Normalerweiße bin ich ein suuuper-gesunder Mensch, nie krank oder so, immer topfit - echt komisch.

Trotz eines immer kürzer werdenden Gebärmutterhalses, hielt die cerclage fast bis zum schluss. irgendwann so 36+... bekam meine FA so panik, dass sie mich ins krankenhaus schickte, damit das dingen rausgemacht wird.

Ich bettelte, dass sie (eine tolle Ärztin!) es in ihrer praxis macht (weil ich das Krankenhauspersonal mittlerweile aufgrund der vielen Aufenthalte in der SS kannte und nicht mochte), aber sie hatte angst, dass es direkt auf dem gyn-stuhl zu einer sturz-geburt kommt. ich versicherte ihr das würde nicht passieren, aber sie glaubte mir einfach nicht #nanana hmm naja ich hätte wahrscheinlich recht behalten.
also ich ab in mein unlieblings-krankenhaus.

Na toll, wer hatte dienst: der oberarzt, den ich am wenigsten mochte.

Er zog die cerclage, und ich muss sagen, es war ein erlebnis ungefähr so angenehm wie die geburt #aerger ich bekam wehen dabei und er sagte ich soll aufhören so einen aufstand zu machen.. und sowas will geburtshelfer sein. naja...
Die wehen gingen aber wieder weg, als ich aus dem behandlungszimmer draußen war.

ich fühlte mich frei wie noch nie! #huepf

mein baby wäre jetzt so gut wie kein frühchen mehr und es durfte kommen. ich hoffte, es würde noch ein paar wochen drin bleiben und ich noch mal meine Freiheit genießen, immerhin ging so lange jetzt entgegen der prognosen aller ärzte alles gut :-)
so war es dann auch. ich hatte noch mal tolle 2 wochen, wurde wieder mobil, ging shoppen und so und alle vorzeitigen wehen waren erstmal verschwunden :D

("Erster") Geburtsbeginn:

Anfang der 39.ssw dachte ich, ich kriege eine Magen-Darm-Grippe. Nach 8 Stunden Übelkeit und ohne Flüssigkeitsaufnahme fuhr mich mein Freund ins Krankanhaus, ich wollte mir etwas gegen die Übelkeit verschreiben lassen, dass ich wenigstens etwas trinken bei mir behalte. Wehen hatte ich an diesem Tag wieder im 6 min.-Takt, über mehrere Stunden. Dabei dachte ich mir aber nichts weiter, das hatte ich schließlich fast die ganze SS lang immer mal wieder. Also wg. der Übelkeit ins KH gefahren, paar verträgliche Medikamente dagegen abgeholt, und im Krankenhaus (welches ich ja so gar nicht mochte), waren die Wehen auch wieder weg. Hier wollte mein Mäuschen scheinbar nicht auf die Welt kommen :D
Am nächsten Morgen hatte ich einen normalen Kontrolltermin bei der Frauenärztin. Ich wollte mich gar nicht mehr untersuchen lassen, und nach dem Ctg direkt wieder heim. Aber nach der Berichtserstattung des gestrigen Tages wollte sie tasten. Ergebnis: MM 3-4 cm offen. So ein Drittel der Geburt war also geschafft, und ich hatte nichts davon gemerkt #rofl Wenn das so weiterläuft dachte ich mir, wär echt #cool
Meine FA schimpfte mit mir, warum ich nicht ins Krankenhaus gefahren bin (bin ich ja, um mir was gegen die Übelkeit zu holen #gruebel) und meinte ich würde die Geburt noch verpassen. Daran glaubte ich aber nicht, schließlich lag ich richtig und es ging ja gestern noch nicht los.

Die eigentliche Geburt:

In der 39. ssw war es dann soweit. Morgens so gegen 6:00 Uhr wachte ich auf, weil ich meinte etwas läuft aus mir heraus, wohl Furchtwasser. Ich hatte wieder mal etwas Wehen, war ja echt nix neues. Aber Morgens um 6 und jetzt Geburt? Nö, dachte ich mir, drehte mich nochmal um und schlief weiter. So schwallartig lief es ja noch nicht.

Um 7 wurde ich unruhig. Also stand ich auf und dann rannte es wie ein Wasserfall aus mir heraus. Ich sagte meinem Freund, meine Fruchtblase sei geplatzt. Um 6, also ich das schonmal vor mich hinmurmelte, nahm er mich noch nicht ernst. Jetzt scheinbar schon.

Ich ging noch mal schnell duschen und Haare waschen - ich wollte ja schließlich schick sein auf den ersten Fotos mit meiner Maus #hicks, packte mir ein neues Handtuch zwischen die Beine und wir fuhren nach einem Anruf im KH und bei meiner Mom los.

Im Kh um ca. 8:15 Uhr angekommen wurden die Wehen schon knackiger. Untersuchung ergab: MM 4-5cm offen - ich durfte direkt in den Kreissaal einziehen. Auf dem Weg (den paar Metern) in den Kreissaal ging es dann richtig los. Die Wehen waren so schmerzhaft und heftig, dass sie mich in die Knie zwangen. Nicht mal sitzen konnte ich währenddessen, auf dem Stuhl, den die Assistenzärztin kommen lies, um mich zu transportieren, und hab mich seitlings wie ein Wal runter auf den Boden geschmissen.

Im Kreissaal wurden die Wehen richtig schlimm. Die Hebamme hatte so viel zu tun und war nicht die freundlichste, sodass sie mir zumindest nicht mal dieses Festhalt-Tuch geben wollte, das ein Stück vom Bett entfernt oben an der Decke baumelte (normal ist es ja schon überm Bett). Aber mein Freund kletterte heldenhaft für mich dahoch und brachte es zu meinem Bett und machte es an einem Haken an der Decke für mich fest. Na dann konnte es ja losgehen. Meine Mom trudelte auch ein. Ein letzter Toilettengang war kaum für mich möglich.
Die Wehen waren so schlimm, dass ich nur noch schimpfte und schrie #schwitz. Man merkte, es ging voran. Irgendwann dachte ich, ich muss mal auf die Toilette und hatte das Gelernte aus dem Vorbereitungskurs ganz vergessen, dass das wohl das Baby sein muss. Hebamme war die meiste Zeit nicht bei mir, also sagte mir keiner, dass jetzt wohl irgendwann die Presswehen beginnen. Daran, auf Toilette zu gehen, war jetzt eh nicht mehr zu denken, also einfach weiter schreien dachte ich mir.

Irgendwann kam die Hebamme. Untersuchung: Keine Überraschung, MM komplett geöffnet. Da die Herztöne meiner Maus schlechter wurden, sollte ich mich erstmal auf die Atmung konzentrieren.

Irgendwann sollte es schnell gehen, ich sollte pressen.

Die Presswehen, die ich hatte, waren mördermäßig stark, krasse Urgewalten die da wirken, aber sie waren viel zu kurz, teils nur paar Sekunden und entsprechend ineffektiv.

Meine Mama und die Hebamme, sagten mir nun immer schon strengeren Ton, ich sollte die Klappe halten und ordentlich mitpressen. Das versuchte ich, aber es ging kaum, der Kopf wollte einfach nicht ganz raus, und scheinbar fielen die Herztöne immer weiter ab. Mein Freund war mittlerweile schon etwas neben der Spur #schwitz

Die Hebamme rief dann den Oberarzt. Na toll, mein ganz besonderer Liebling hatte Dienst, der Blödian, der mir die Cerclage gezogen hatte.. Ich nur gestönt "nicht auch das noch", als ich ihn sah :-[ Er hatte wenigstens eine nette Assistenzärztin im Schlepptau.

Es wurde nicht lange gezögert, der Arzt drückte feste auf meinen Bauch, die Assistenzärztin machte irgendwann da so auch einen ordentlichen Dammschnitt, den ich aber nicht merkte (ich fragte meinen Freund gerade, wann genau das war, aber er sagt, er kann sich an GAR nichts mehr erinnern :D )
Dann ging die Assistenzärztin (wenigstens sie und nicht der Arzt), mit ihren Händen in mich hinein und zog, während der Oberarzt von oben drückte, mein Mäuschen heraus. Da war sie, etwas bläulich, aber alles glaube bestens (Base excess -6,6, Ph 7,21, Agpar 9/10/10), und sie schrie #verliebt. Der Papa weinte vor Überwaltigung, ich selbst war jetzt plötzlich neben der Spur, und musste auch erstmal genäht und versorgt werden, war aber nicht weiter schlimm.

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3450g
knapp 36 cm KU
und 52cm

Nicht schlecht für ein Baby, das der Prognose ein Frühchen werden sollte, oder? :-)

Ich hatte noch lange zu knappern an der Schwangerschaft und der Geburt irgendwie auch.

Aber eigentlich war ab da an alles egal, denn meine wunderschöne Tochter war endlich da, munter und gesund #verliebt

1

Achso, was ich vergessen habe:

Die Geburt dauerte seit wir das Krankenhaus betreten haben 3 Stunden.

Und ich bin 26 Jahre alt :-)

2

Hihi, da warst du fast so schnell wie ich, nur hatte ich Glück und eine super liebe Hebamme :-D

Sie hat mich toll angeleitet und so hat alles toll geklappt und ich konnte unseren Sohn ganz entspannt auf die Welt bringen. Mein Geburtsbericht ist etwas weiter unten.

Wir waren immerhin ganze 2 Stunden im Krankenhaus, bis Sohnemann in meinen Armen lag, die Hebamme meinte übrigens, wenn ich noch ein Kind will, soll ich früher losfahren, dabei kamen die Wehen einfach von jetzt auf nachher bei mir im 2 - 3 Minutentakt, vorher waren es immer 15 Minuten und es hieß ja, wenn sie alle 5 Minuten kommen oder man sich zu Hause nicht mehr wohlfühlt, dann soll man los. :-D