24 Stunden Wehen- dann Kaiserschnitt

Liebe Urbianerinnen,

nun möchte auch ich meine Geburtserfahrung teilen.
Ich hatte am 21.7.14 ET. Am 25.7. um ca 10 Uhr morgens setzten bei mir die Wehen ein. Zunächst schwach und unregelmäßig und echt ohne Probleme auszuhalten. Ab ca 15 Uhr hatten sie einen Abstand vom 5-7 Minuten und ich wollte nicht mehr länger warten, also sind wir in die Klinik gefahren. Dort stellte man fest, dass der Muttermund 2-3 cm offen war. Ich wusste, dass kann ja dauern... Ich sollte schonmal auf Station und mich ausruhen bzw. ein bisschen laufen, je nachdem wie ich mich fühlte... Ich entschied mich fürs Laufen, weil ich viel zu aufgeregt war. Hätte ich gewusst, wie lang es dauert, hätte ich nochmal geruht.

Gegen 19/20 Uhr hab ich die Wehen schon als recht stark empfunden und sie kamen sehr regelmäßig alle 3-4 Minuten. Also ging es in den Kreissaal. Der Befund 4 cm offener MuMu. Na toll... Also ging ich auf dem Gang noch bis ca 23 Uhr auf und ab. Ich musste mich immer wieder setzen, weil die Wellen doch ziemlich stark über mir einstürzten. Nach erneuter Vorsprache im kreissaal war der Befund unverändert.

Die Hebamme bat mir ein Bad an zur Entspannung und das hörte sich prima an.

Nachdem dann eine halbe Stunde später die Wanne voll war, entspannte ich darin tatsächlich etwas. Ich empfand die Wehen nun etwas weniger heftig und war bestimmt eine Stunde in der Wanne. Aber nun wollte ich nicht mehr, weil ich es unbequem fand und mir mein Mann leid tat, der doch auf einem sehr unbequemen Hocker dasaß und mir die Hand hielt. Also raus aus der Wanne und auf das Bett im Kreissaal. Schichtwechsel, die neue Hebamme untersuchte mich und stellte fest. Muttermund bei 6 cm. Wow, dachte ich. Nur noch 4 cm. Um ca 4 Uhr ist dann die Fruchtblase geplatzt und ab da hatte ich einen unheimlichen Druck auf den Po. Der Befund: 7 cm. Das darf nicht war sein. Nun sagte mir die Hebamme, dass der Kopf auch nicht richtig in den Kanal gerutscht ist und man lagerte mich laufend um. Mal saß ich im Vierfüßler und mal auf dem Hocker aber es tat sich nicht viel.

Um ca 11 Uhr am Morgen verlangte ich eine PDA. Die man mir dann auch gab, weil ich einfach auch keine Kraft mehr zum pressen gehabt hätte, wenn es sich so weiter zog. Der MuMu war da schon 8 cm offen, aber Kopf noch immer nicht richtig im Kanal. Nun blieben auch die Wehen fast ganz aus und man verabreichte ein Wehenförderndes Mittel.

Um ca 15 Uhr entschieden sich die Ärzte für einen Kaiserschnitt, weil die Kleine Maus auch Sehr müde schien und das Fruchtwasser auch grünlich wurde.

Die PDA saß ja schon, der Papierkram wurde von meinem Mann ausgefüllt ich unterschrieb blind und schon ging es in den OP.

Ich spürte die Berührungen auf dem Bauch, wie man mich mit Jod oder so desinfizierte aber natürlich empfand ich keinen Schmerz. Er ja mit der PDA betäubt. Um 15:59 Uhr hörte ich dann den Schrei meiner gesunden Tochter.

Auch wenn es nun keine natürliche Geburt war, der Moment, als ich wusste: jetzt bin ich Mama, als man mir meine Tochter in den Arm gab, das war der schönste Moment im Leben und es kann
durch nichts ersetzt werden. Alle Schmerzen waren vergessen und ich War nur noch überglücklich.

Ich denke jetzt schon an ein Geschwisterchen, leider hat mein Mann die Geburt heftiger in Erinnerung und muss noch immer alles verarbeiten... :-( für ihn waren es wohl die schlimmsten Stunden seines Lebens bis die kleine Maus endlich da war.

Ich hoffe ich habe niemandem Angst gemacht, denn das war natürlich nicht meine Absicht. Auch wenn die Geburt anders verlief als gewünscht möchte ich die Erfahrung nicht missen und ich glaube da bin ich nicht alleine auf der Welt mit.

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Achso, meine Tochter Nora war 52 cm groß und wog 3495 Gramm und hatte einen Kopfumfang vom 34 cm :-)