Die Geburt meines ersten Kindes :-)

Genau 2 Wochen vor dem errechneten ET ist nachts, um 0:20 Uhr meine Fruchtblase geplatzt. Glücklicherweise auf der Toilette. Zu dem Zeitpunkt war ich grade seit 1 Stunde im Bett und hatte daher schon Panik, total erschöpft in die Geburt gehen zu müssen.

Zack meinen Mann geweckt und ab ins Krankenhaus. Das Baby lag zu dem Zeitpunkt mit dem Kopf schon fest im Becken. Gegen 2 Uhr nachts fingen langsam die Wehen an und ich hatte endlich eine leichte Vorstellung davon, was auf mich zu kommen würde. Mein Mann wurde nochmal nach Hause geschickt und ich sollte im Zimmer nochmal versuchen zu schlafen um Kraft zu tanken. An Schlaf war aber absolut nicht mehr zu denken. 1. war ich total aufgeregt und 2. waren die Wehen noch ganz gut weg zu atmen aber zu stark fürs schlafen. Also wanderte ich durch das ruhige Krankenhaus, auch weil ich die Wehen im Stehen angenehmer fand als im Liegen. Um 4 waren sie dann schon so unangenehm, dass ich im Kreissaal ein erstes Zäpfchen bekam. Hat aber leider garnicht geholfen. Um 7:30 war mein Mann wieder da und ich habe noch schnell was gegessen. Nach 10 Minuten ging dies aber nicht mehr weil ich die Wehen jetzt nicht mehr gut ertragen konnte. Also ab in den Kreissaal und ans ctg. Und zack, die Wehen waren nun tatsächlich schon ordentlich und MuMu 4 cm offen. Ich bekam nun einen Tropf,aber auch davon habe ich nichts gespürt. Dann zwitschten sie zu einem anderen Medikament,aber auch hier keine Wirkung. Ich stand fast die ganze Zeit,weil ich die Wehen im Liegen absolut nicht ertragen konnte. Ich fühlte mich im Liegen den Wehen so " ausgeliefert".

Gegen 9:30 war ich total kaputt und fragte nach einer PDA. Mein Muttermund war bei 5 cm. Die Hebamme meinte dann,der Befund sei für eine Erstgebärende super,sie würde gerne bei der nächsten Wehe probieren noch ein bisschen nachzuhelfen und wenn das nichts bringen würde, dann bekäme ich eine PDA. Bei der nächsten Wehe dehnte die Hebamme den MuMu auf 9 cm auf. Das tat höllisch weh. Dann meinte sie eine PDA würde nun nicht mehr viel nutzen da es nur noch 1 cm wäre und es ginge dann schnell. Oh man,ich hatte solche Schmerzen und sehnte mich nach einer Pause.
Inzwischen hatte ich jede mögliche Position ausprobiert und mir war irgendwann alles um mich herum scheiss egal. Gegen 10 Uhr waren die 10 cm geschafft. Ich hatte vorher immer gedacht ich hätte zu dem Zeitpunkt das Schlimmste hinter mir,da ich öfters hörte die Presswehen seien teilweise eine Erleichterung. Ich freute mich also endlich pressen zu dürfen. Aber es kam anders. Da mein Baby recht groß geschätzt wurde und starke Verletzungen vermieden werden sollten, musste alles etwas ausgebremst werden. Ich musste nun immer 6 Presswehen veratmen und durfte bei einer 3 mal pressen. Das Pressen war wirklich eine Erleichterung aber das Veratmen war der reinste Horror. In dem Moment war ich mir sicher, dass ich das nicht überleben werde :-)

Der Kopf des Babys rutschte immer wieder zurück. Irgendwann wurde es unruhiger im Kreissaal und es standen auf einmal 2 Hebammen und 4 Ärzte plus mein Mann um mich herum. 2 Ärzte haben sich dann auf mich gelegt um das Baby rauszudrücken, parallel wurde ein Dammschnitt gemacht. Endlich kam der Kopf und blieb auf halber Strecke stecken, das war der Moment in dem ich zum ersten Mal wirklich geschrien habe, ich dachte alles zerreißt. Man versuchte mich zu beruhigen in dem sie mir sagten " noch eine Wehe, und ihr Baby ist da ". Und dann erlaubte sich meine Gebärmutter einen makaberen Scherz. Vor lauter Erschöpfung kamen keine Wehen mehr, so dass ich mit diesem zerreißenden Schmerz 9 Min. auf die nächste Wehe warten musste.

Nach 3 1/2 Stunden Presswehen war unsere Tochter dann endlich mit 3750 Gramm und 55 cm geboren.

Der Moment war unglaublich toll und ich war unglaublich erleichtert, dass es vorbei war.

Für meine Tochter war es das alles wert, aber ich habe mir die Geburt nicht so schlimm vorgestellt wie sie letztendlich war.

Nun ist die kleine schon 4 Wochen alt und ich gehe nicht mehr wie ein Cowboy der zu lange auf dem Pferd saß :-)