Mutmacherbericht (Vorsicht, lang!)

Ich hab mir so viel Mut angelesen in den letzten Wochen vor der Geburt unserer kleinen Prinzessin... #danke Und habe mir schon relativ früh vorgenommen, meine Geburt auch mit euch zu teilen.

Vorerst möchte ich sagen, dass ich glaube ich die wehleidigste, schmerzempfindlichste Person bin, die es auf der Welt gibt. Ich hatte mehr als panische Angst vor der Geburt...

Zusätzlich hatte ich eine sehr unschöne Schwangerschaft... 12 Wochen Übelkeit und Erbrechen, Kreislauf, Nierenstau und stationärer Krankenhausaufenthalt mit Wehen in der 27. SSW... #heul

Schon 2-3 Wochen vor dem ET habe ich jeden Abend vor mich hingeweht, weswegen ich fest der Überzeugung war, dass die kleine Maus früher auf die Welt kommt. Aber nichts. :-[ Bis auf extreme Weise stärker werdende Schmerzen wegen dem Nierenstau, tat sich nichts - ich hatte sogar das Gefühl, dass die Wehen abends immer weniger wurden. Ich war richtig frustriert, weil ich doch langsam keine Lust mehr hatte...
Bei ET+2, einem Sonntag, musste ich mich in meinem Krankenhaus zur Übertragungskontrolle vorstellen. Zum Glück hatte meine Lieblingsärztin gerade Dienst...
Ich erklärte ihr mein Problem mit den schmerzen, dass diese von Tag zu Tag schlimmer wurden und ich deswegen nachts keine Ruhe mehr bekam. #bla So kam sie dann auf Idee, mal nach den Nieren zu schauen(das hatte netterweise seit Wochen keiner mehr getan, trotz der Diagnose Nierenstau). Es stellte sich fest, dass der Stau wesentlich stärker geworden ist.

Also kam von ihr der Vorschlag, es an dem Tag mit einem Wehen Cocktail aus Sekt, Saft, Rizinusöl und eisenkraut zu probieren... Weil ich schon relativ oft wehen hatte und auch das CTG im Krankenhaus drei Stück aufgezeichnet hatte, war die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass er anschlagen würde. Nach etwas überlegen stimmten mein Freund und ich zu.

Die Geburt
Wir bezogen das Vorwehenzimmer und um 16:30 bekam ich den Wehencocktail. Ein Liter gebraut aus einer halben Flasche Sekt, Rizinusöl, Saft, Mandelmus und eisenkraut. #koch Das ganze sollte in 30 Minuten ausgetrunken sein. Hab noch nie etwas so ekliges getrunken!

Danach war mir so übel und ich musste mich so sehr zusammenreißen nicht zu brechen, dass ich doch erstmal auf dem Zimmer bleiben sollte, statt wie geplant spazieren zu gehen. Nach einer Stunde sind wir das erste mal los zum spazieren gehen - im Laufe der Nacht kannten mein Freund und ich jedes Namenschildchen an jeder Tür auf den Korridoren auswendig. #cool
Um 19:30 wurde wieder CTG geschrieben - die ersten Wehen mussten veratmet werden und ich bekam buscopan Zäpfchen gegen die Schmerzen. Als aber die Hebi um 20:30 sagte, dass der mumu erst fingerdurchlässig war, kam der erste Heulkrampf. #heul Das tat schon so weh - wo sollte das hinführen? Ich hatte aber das Glück, eine wundervolle junge Hebamme zu haben, die mir unglaublich viel Mut machte und mich zum Lachen brachte. Da war das ganze dann nurnoch halb so schlimm #liebdrueck
Nun ja, nachdem das Buscopan ein wenig wirkte, sollten wir noch weiter spazieren gehen - wieder in die tollen Krankenhausflure. Das ganze ging dann gut, bis ca. 00:30. da wurde es von jetzt auf nachher richtig übel! Wir also wieder zurück in den Kreißsaal, CTG schreiben. Das liegen war echt nicht schön, im stehen war es vieeel leichter zu ertragen! Dann die unschöne Nachricht, die Herztöne unserer Maus waren viel zu ruhig, daher keine Schmerzmittel für mich. Nächste Möglichkeit wäre die PDA, aber erst bei 3-4cm und ich war erst bei 2-3cm. #schwitz
Ich hielt es aber keine 5 Minuten aus und rief erneut die Hebamme - forderte eine weitere Untersuchung ein uuuund ich hatte die 4cm erreicht! Es ging in den Kreißsaal! #ole
Es war mittlerweile ca. 2 Uhr. Die Anästhesistin und ihre "Auszubildende", die übrigens auch die PDA legte(man hatte ich Schiss! #schwitz ) waren flott da - PDA gelegt (still halten unter wehen war echt uncool!). Aber, Haha, die PDA wirkte nur linksseitig. #aerger Alles auf die rechte Seite legen, nachspritzen etc. half nichts. Also musste ich so dadurch. Ich wehte also bis 4:40 vor mich hin, veratmete und tönte. War wegen der nur halben Schmerzen einigermaßen gut zu ertragen, wäre im Nebenzimmer nicht eine liebe Dame gewesen, die eine Steißgeburt hatte und schrie, als würde man sie abschlachten! #zitter
Um 4:40 wurde es plötzlich nass zwischen den Beinen - Achja, die Fruchtblase gab es auch noch, hatte die schon völlig vergessen! #schock
Bei der nächsten Untersuchung war ich dann schon 7-8cm! Die Hebamme begann mit Vorbereitungen als ich plötzlich nur noch ein "ich muss spucken!" Herausbekam. Sie reichte mir netterweise eine Tüte. Sofort danach (nicht mal 5 Minuten nach der letzten Untersuchung) untersuchte sie mich erneut-volle 10 cm! Mein Körper war mit der Geschwindigkeit überfordert und reagierte also mit Übelkeit. #schock
Aber auch der Maus ging es zu schnell und ihre Herztöne fielen rapide ab #schmoll - weswegen es voll im Kreißsaal wurde. Ärztin und zwei Hebammen bereiteten eine Glocken-Geburt vor, falls es schnell gehen musste. Es wurde das erste Mal Blut vom Kopf abgenommen, alles ok und grünes Licht - Ich durfte es aber so probieren! #ole Ich presste und presste und irgendwie tat sich nichts... Herztöne schlecht, nochmal Blut von Kopf, immernoch alles ok. Die Ärztin warf sich zwischendurch einige Male auf meinen Bauch - das war echt die Hölle!! Leider bekam die Kleine die Kurve durch das Becken trotzdem nicht so richtig. Also ab in den Vierfüßler und zwei Wehen veratmen, bzw. leicht mitschieben - mit betäubten Beinen eine gar nicht so leichte Sache! #schwitz Wieder zurück in Rückenlage, die Kurve war geschafft. Ein letztes Mal Blut am Kopf abnehmen, ob die kleine den Endspurt nun schaffen würde - ja, sie würde! Die Ärztin und der gruselige Wagen mit der Saugglocke verschwanden.

Nach zwei Pressewehen verließ mich aber plötzlich die Motivation, was ich der Hebamme und meinem Freund lautstark mitteilte ... Die Hebamme antwortete nur, dass das Köpfchen aber bald da sei und ich mal fühlen solle ... Wollte ich erst nicht, fand es etwas komisch. Aber tat es dann doch und siehe da - es war eine riesige Motivation und die kleine hatte soooo viele Haare!!! #schock Noch weitere ca. 4 Presswehen und das Köpfchen war da!! Ohne weitere Wehen wurde der Körper geboren und die kleine Prinzessin schrie lautstark los - "Hallo, hier bin ich!!!" #schrei

Ich bekam sie ganz kurz, mein Freund und ich waren überglücklich und kamen aus dem grinsen nicht mehr heraus. Sie war so schön!

Schnell wurde sie aber mitgenommen um zu schauen, ob alles okay ist (Herztöne waren ja nicht ganz so toll). War aber alles super und sie hatte 9/10/10 *stolz*

Ich selbst hatte keinen Dammriss!!! #ole Leichte Schürfungen und einen minimalen Scheidenriss, der in 5 Minuten genäht war.

Linnea Ida #verliebt
09.02.15, 06:46
3240g
51cm

35,5 KU

Um zu guter letzt zu sagen... Auch wenn der Bericht sich vielleicht nicht so schön liest, wie ich die Geburt im Endeffekt empfunden habe, war sie für mich traumhaft. Trotz der Komplikationen. Vielleicht, weil ich sie so schlimm erwartet habe? Ich weiß nicht... Aber ich fand sie einfach und hatte sie auch ziemlich schnell hinter mir! Mädels, lest euch nicht so viel schlimmen Quatsch an - jede Geburt ist einzigartig und ihr werdet es alle schaffen! #blume

Nun muss ich mich um meine Maus kümmern, die strampelnd vor mir liegt und so langsam lautstark ihre Mami einfordert. #baby #herzlich

1

Hallo Brendaa,

erstmal herzlichen Glückwunsch!!!!????

Viiiielen lieben Dank für deinen tollen, ausführlichen Geburtsbericht!!
Bin echt froh, dass es noch Frauen gibt, die trotz vielleicht nicht ganz so optimal verlaufender Geburt noch anderen Mut machen und nicht jammern!!!

Ich hatte bei meinem ersten Sohn auch eine anstrengende und keineswegs leichte Geburt und trotzdem möchte ich keine Sekunde dieses Erlebnisses missen!!!

Hoffe, dass meine bevorstehende Geburt wieder ein tolles unvergessliches Erlebnis wird!!!

Genieße die besondere erste Zeit mit deiner Kleinen!!

Alles Gute!!!??

Judith 35+0 SSW