Mir fehlen noch immer die Worte für die Geburt meines Sohnes

Gleich vorweg möchte ich schreiben, dass das hier in erster Linie dazu dienen soll, mit der Geburt meines kleinen Mannes Frieden zu schließen und mich von den Erlebnissen nicht länger im Griff halten zu lassen.

Wer Angst vor einer Geburt hat - der sollte lieber Mutmachposts lesen. Denn rückblickend ist auf dem Weg ins Leben für meinen Sohn und mich einiges unschön gelaufen.

Schon die Schwangerschaft habe ich als ambivalent empfunden. Auf der einen Seite Freude, auf der anderen Seite hat sie mich ganz schön aus der Bahn geworfen.
Es kamen einige Komplikationen hinzu und am Ende hatte ich einfach keine Kraft mehr.

Bei 38+0 bin ich mit Symphysenlockerung und seit Tagen andauernden Wehen ins Krankenhaus gekrochen und habe um Einleitung gebettelt.
Man hat sie mir verweigert, der Befund war unreif, ich wurde ermutigt, so lange wie es geht durchzuhalten, meine Hebamme war mir hier eine große Stütze - wie auch nach der Geburt.

Wir einigten uns auf Einleitung am Termin, das wäre der 12.4. gewesen.

So vergingen noch einige Tage mit höllischen Schmerzen, ohne Schlaf und vor allem mit stundenlangen Wehen in regelmäßigen Abständen...

Physisch und psychisch am Limit begann der 11.4. Um 4.00h wieder mit Wehen. Meinen Freund schickte ich arbeiten, schließlich kannten wir das Spiel seit längerem.
Gegen 9.00h wurde mir klar, dass diese Wehen jetzt wohl bleiben werden und so fuhr meine Mutter mit mir in die Klinik.

Die Wehen kamen alle 10min recht kräftig , der MM war allerdings erst fingerdurchlässig. Die diensthabende Hebamme hat mich wieder heimgeschickt, um 16.00h sollte ich nochmal kommen.

Gegen 13.00h musste ich die Wehen veratmen und konnte nicht mehr sprechen dabei. Also, Freund angerufen, er soll kommen (hat ja 90min Fahrzeit von der Arbeit in die Klinik), von meiner Mutter wieder in den Kreißsaal gebracht worden.

MM noch immer nur fingerdurchlässig, die Wehen aber stärker und in kürzeren Abständen.
Hier fangen meine Erinnerungslücken an.
Ich wollte laufen oder auf einem Ball hopsen, was mir nicht gestattet wurde, den Grund weiß ich nicht mehr.

Stattdessen kam nach zig erfolglosen Versuchen der Hebamme, eine Nadel zu legen, die Anästhesistin und legte also eine Braunüle.

Dann wurde ich überzeugt, in die Wanne zu gehen. Ich war jetzt schon fix und alle und ließ mich darauf ein. War auch ne gute Idee, sehr entspannend. In der Zwischenzeit ist mein Freund eingetroffen, meine Mutter gegangen und wir haben uns recht locker unterhalten.

Die Hebamme hat uns viel alleine gelassen, nur ab und an nach den Herztönen und mir geschaut. Die Wehen habe ich "vertönt". Da war ich noch guter Dinge, voll Vertrauen in meinen Körper und gepusht von der Freude auf mein Kind.

Um 17h ist die Fruchtblase geplatzt.

Die Heftigkeit der folgenden Wehen haben mich brüllen lassen und der MM war erst bei 2cm. Nach kurzer Zeit stimmte ich also der PDA zu, die man mir seit Stunden vorschlug.

Das legen war easy. Aber dann! Kreislaufkollaps, mein Blutdruck nicht messbar und die Herztöne meines Sohnes ebenfalls schlecht.

Irgendwie war dann um mich herum Hektik, die Braunüle war paravenös, sie konnten mir keine Infusion geben und ich begann zu hyperventilieren, zu schreien, zu schlagen und zu weinen.

Als dann irgendwann wieder ein Zugang im Arm war und drei Liter Infusion verabreicht waren (hab ich im Nachhinein erfahren) war die Welt echt in Ordnung und die Hebamme, mein Freund und ich haben uns gut unterhalten - die Wehen waren super erträglich, so hätte ich 100 Kinder bekommen können.

Gegen 20.30h wollte der Anästhesist die PDA aufspritzen, ich habe es verweigert.

Gleichzeitig begann der Druck nach unten zuzunehmen und um 21.00h starteten die Presswehen so richtig.

Die Hebamme hat noch kurz untersucht, MM vollständig eröffnet, mitpressen, in ein paar Minuten ist das Baby da! Vorschriftsmäßig rief die Hebamme die diensthabende Ärztin an - und das Drama begann.
Die Ärztin kam zum Kreißsaal rein und ich konnte nicht mehr pressen. Immer, wenn ich es sollte, war die Wehe vorbei.

Hier setzen meine Erinnerungen aus. Was ich weiß ist, dass sie mich kathetert haben, weil irgendwann auffiel, dass ich die drei Liter Infusion noch nicht gepinkelt haben.

Ich weiß, dass ich einen Wehentropf erhalten habe. Ich weiß, dass ich durch das Kreisbett geturnt bin wie eine Blöde, dass ich alles zusammengebrüllt habe (man hat mich wirklich durchs ganze Krankenhaus gehört) und irgendwann heulend gar nix mehr konnte.
Ich hatte zwischenzeitlich an einem Seil gehangen, richtig in der Luft, daran erinnere ich mich auch.

Irgendwann war die Chefärztin da, ich habe Gesprächsfetzen mitbekommen"Nabelschnur zu kurz?" "Wehenschwäche" "Herztöne" usw - aber keiner hat mir irgendwas gesagt.
Auf einmal lag die Assistenzärztin auf meinem Bauch und hat gedrückt. Ich habe sie angebrüllt, dass sie aufhören soll und ihr eine Ohrfeige verpasst, die sie aus dem Kreisbett befördert hat. Die Chefärztin hat als nächste gedrückt. Ohne Erfolg .

Dann wurde wieder getuschelt. Mein Freund wurde irgendetwas gefragt. Und dann kam alles gleichzeitig: die Hebamme hat mich zum Pressen motiviert, die Chefärztin hat irgendetwas zwischen meinen Beinen hantiert, die Assistentin lag auf meinem Bauch. Ich habe um mein Leben gebrüllt und dann hörte ich wütendes Geschrei!

Der Kopf meines Babys war geboren. Noch einmal alle Kraft sammeln und da war er... um 22.26h.

Ich bekam ihm kurz auf den Bauch. Er war so winzig! So perfekt und so wundervoll!

Leider haben sie ihn mir nach 5min genommen und versorgt - im Nachhinein erfuhr ich, dass es ihm nicht gut ging.

Das Hantieren der Chefin war die Saugglocke, man hat mich nicht gefragt oder informiert.
Die Plazenta wurde geboren und ich habe geblutet wie ein Schwein. Bekam wieder irgendwas über Infusion plus Eis auf den Bauch.

Die Zeit auf der Wöchnerinnenstation war blöd, ständig war Besuch bei meiner Nachbarin und man hat mir die ersten beiden Nächte meinen Sohn nur zum Stillen gebracht, weil es mir so mies ging.

Das war schrecklich, ich wollte ihm bei mir haben, hatte aber einfach keine Kraft zum diskutieren - Babyblues lässt grüßen.

Es ging mir wochenlang nicht gut, der Blutverlust war heftig, der Dammschnitt hat mich gequält, durch die Anstrengung war ich so verkrampft, dass ich meine Fersen nicht auf den Boden bekam.

Stillen klappte nicht, bin ständig vor Schmerzen kollabiert und hatte eine Brustentzündung nach der anderen.
Der Kleine hat fünf Wochen durchgebrüllt.

Rückblickend fällt mir zu dieser Geburt noch immer nichts ein.
Ich bin dankbar, dass es meinem Sohn gut geht.

Aber seine Geburt war die Hölle für mich. Ich fühlte mich ausgeliefert, verletzt und noch immer habe ich Probleme damit, dass ich ihn nicht aus eigener Kraft geboren habe.

Der schönste Moment war, als er auf meinem Bauch lag und mich angeschaut hat. Positiv an der Geburt waren die Stunden in der Wanne. Aber das wars auch schon und das empfinde ich als schade.

Denn immerhin ist die Geburt, die für mich so schlimm war, der Anfang meines Sohnes - und es belastet mich, dass der so negativ besetzt war.

Danke fürs Lesen.

Viele Grüße von Lilly und ihrem kleinen Stinker, 13 Wochen

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Hallo Lilly.
Es tut mir leid, dass du deine Geburt als nicht schön und gar traumatisierend in Erinnerung hast.

Meine erste Geburt war für mich sehr traumatisierend (4 Std nur..) und endete in einem Geburtsstillstand mit Saugglocke. Ich bekam dann auch eine postportale Wochenbettdepression und habe gut 1 1/2 Jahre gebraucht bis ich wieder komplett hergestellt war. Betonen muss ich aber dass bei mir mehrere Faktoren für die PPD vorlagen..auch ne schwere SS mit drohender Frühgeburt usw.
Die Geburt war halt noch der Tropfen auf dem Fass wie man so schön sagt.
Auch meine 2te Geburt jetzt Ende April endete in einer Saugglockengeburt (2 Std Geburt!).
Ich muss aber mal 2 Sachen aus deinem Text kommentieren :
"Das Hantieren der Chefin war die Saugglocke, man hat mich nicht gefragt oder informiert."
Ganz ehrlich? Mich hat keiner informiert bei keiner der beiden Saugglockengeburten. Warum? Eine Vorrednerin sagte es schon..die im Kh sind die Fachleute..die sind in ihrem Ablauf routiniert und wissen genau was sie da tun..da fragen die nicht "Darf ich bitte die Saugglocke benutzen weil cyz vorliegt und wir so und so handeln müssen weil xyz?" usw..was sagste dann? Nein? Und dein Kind erleidet ggf deswegen nen Hirnschaden wegen Sauerstoffmangel? Dann würde es heißen "Was verplempern die Zeit um mich vollzusülzen was die da tun..die sollen mein Kind retten!". Bei meiner 1.Geburt sackten die Herztöne so rasant ab..es MUSSTE raus und da gab's keine Diskussion. Im Nachhinein beim Nähen erzählte der Chefarzt mir alles in Ruhe..genauso jetzt in der 2ten auch beim Nähen wieso die Glocke etc..die Hantieren los..flitzen..rufen Ärzte dazu..im Endeffekt wusste ich was kommt auch ohne aufgeklärt worden zu sein. Ich will dich auch nicht zusätzlich fertig machen oder so..aber vielleicht verstehst du dass manchmal keine Zeit bleibt dir groß was zu erklären oder gar ein "Ok" zu holen wenns um das Leben deines Kindes geht. Gut danach hätte man mal in Ruhe mit dir sprechen können..wie bei mir.

Und 2. : "..noch immer habe ich Probleme damit, dass ich ihn nicht aus eigener Kraft geboren habe."
Lös dich davon ganz schnell! Ich schäme mich nicht annähernd es 2x nicht aus eigener Kraft ohne Glocke geschafft zu haben..Wieso auch?..Ich hab alles gegeben was ich konnte..du auch!
Ich denke du solltest ggf mal eine Beratung in Anspruch nehmen um professionell das alles aufzuarbeiten..bevor du ggf ebenfalls in eine PPD fällst..kommt ja nunmal bei gut 20% der Frauen vor nach der Geburt (sehe Klitschkos Frau die immernoch Hilfe braucht und die Kleine ist, meine ich, über 1 Jahr alt).

Gräme dich nicht länger! Schließe sobald du kannst Frieden mit der Geburt. Der Tipp mit dem Geburtsverlaufsbericht ist klasse! Hab ich vor der 2ten Geburt gemacht..den von der 1.mit dem Arzt nochmal durchgegangen bei der Geburtsplanung.
Wirklich! Ich wünsche dir alles Gute und nimm mir meine ehrlichen (für manche vielleicht harten) Worte nicht übel..ich meins gut! Ich verstehe deine Gefühle vollends..man gerät in Panik weil keiner mit einem redet sondern die ihr Programm abfahren..aber ich wusste jetzt beim 2.als die anfingen auch nicht was los ist..Wieso Glocke?!? Aber ich wusste : die tun nix Unnötiges..sondern ihr Nötigstes um mein Kind gesund zu holen.

Drück dich unbekannterweise!
Babyb hoch 2

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Auch dir Danke für deine Antwort.
Ich bin selbst Intensivschwester und es - auch von meiner Persönlichkeitsstruktur her - gewohnt, "Herr der Lage" zu sein. Dass man in brenzligen Situationen nicht erst fragt, wusste ich. Allerdings war mir nicht klar, was es für den Betroffenen heißen kann. Als es um mich herum hektisch wurde, bekam ich Angst. Ich weiß ja, dass es in der Klinik keine grundlose Hektik gibt (geben sollte).
Aber insgesamt hast du natürlich vollkommen recht, das einzige Ziel ist ein gesundes Baby (und Mutter).
Deine Worte finde ich übrigens nicht hart und von daher nehme ich dir auch nix übel, im Gegenteil, du hast recht, mit dem was du sagst und da deine Geschichte mit drohender Frühgeburt usw ähnlich meiner ist, nehme ich deinen Ratschlag auch gerne an

Alles Gute für dich und deine Familie:-)

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Ach Dankeschön :)
Ich hatte etwas Angst kritisiert zu werden für meine Worte. Da ich ja weiß wie du dich gefühlt haben musst. Damals hieß es auf einmal "KS oder Saugglocke" und ich rief nur dazwischen "KEIN Kaiserschnitt!Bitte!"..und 4 Std ist fürs erste Kind echt heftig..ich wollte als ich dann letztes Jahr wieder schwanger wurde unbedingt einen KS..doch trotz allem entschied ich mich ganz allein (!) es doch zu probieren wenn es richtig rum liegt..so war es..und ja ich hab geheult wie sonst was als die anfingen mit umbauen vom Kreißsaalbett, die vielen Ärzte etc kamen..da sprach keiner mit mir nur die mit sich und mein Mann immer "Alles gut..die holen die Saugglocke.Alles gut.". Und als es geschafft war (2 oder 3 Presswehen) erzählte der Chefarzt beim Nähen alles..Sterngucker..der wäre nie rausgekommen so (bin klein und schmal) und wäre es nicht meine zweite spontane Geburt hätte er n Kaiserschnitt gemacht. Das wäre das K.o. Kriterium dann gewesen. Allgemein ging es einfach rasant..was ich befürchtete bei der 1.fixen Geburt ;).

Aber ich blieb diesmal von einer PPD verschont..vielleicht auch weil ich schneller Frieden schließen konnte, dass es nunmal so gehen musste.

Sei wirklich nicht böse auf die Ärzte oder gräme dich..du hast ein Wunder geboren ;) ob mit Glocke oder ohne..piep egal! DU hast es trotzdem zur Welt gebracht..ein Leben geschenkt.
Und sollte es dir nicht bald besser gehen..Bitte schäme dich nicht dir Hilfe zu holen..ich wusste es stimmt was nicht und habe 4 Monate mit meinem Kind verpasst..durch diese Gefühle..die bekomme ich leider nie mehr zurück..
Alles Liebe auch dir und deiner Familie!
Babyb hoch 2

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ach mensch...

meine oder besser der beginn der geschichte meines sohnes ist so ganz anders und trotzdem verstehe ich dich sooo gut. ich hatte einen völlig unerwarteten not-ks, viel zu früh. und obwohl alles vor der narkose so wahnsinnig schnell ging, kam es mir vor wie eine ewigkeit. schlecht gelauntes personal, unpassende kommentare (zb vom notarzt aus dem rtw: "oh, das habe ich wohl falsch eingeschätzt, sorry." oder von der hebamme: "na, ob wir die richtigen für eine frühgeburt sind?") und eine alles einnehmende hektik. ich hatte so panik! wenigstens der narkosearzt war nett...
und dann nach der narkose hat kein mensch mit mir gesprochen! niemand konnte mir sagen, wie es meinem sohn geht (mein mann sagte es mir dann). der kleine wurde in eine passende klinik verlegt, liegt im inku usw.usf.) und ich darf icht sofort hinterher! seine ersten 48 stunden war ich nicht bei ihm... danach tat ich mich schwer ihm meine unbändige zuneigung zu zeigen, er war so klein und schwach...

mittlerweile ist er 9 monate alt und soweit man es bisher beurteilen kann kerngesund, was mich unendlich glücklich macht. er ist ein fröhliches kerlchen, brabbelt und lacht viel, was natürlich toll ist. aber wenn ich dann abends ins bett gehe und die augen schließe, kommen immernoch manchmal die bilder vom tag seiner geburt... aber es wird besser! ich spreche viel darüber, mit meinem mann, meiner mutter, meiner schwester. das hilft mir sehr... einfach mal aussprechen, was einen belastet!

für dich hoffe ich, dass das aufschreiben dir wirklich hilft! jedenfalls bist du nicht alleine! es gibt viele wie dich und mich (leider)!

lass dich drücken und alles, alles gute! es wird langsam besser!

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Danke für deine lieben und verständnisvollen Worte!
Ja, leider gibt es viele solche Geschichten - und ganz sicher geht es vielen Frauen ähnlich bzw sie haben wirklich schlimmes erlebt.
Das Aufschreiben hat tatsächlich geholfen - in Kombination mit ein paar anderen Dingen.
Ich wünsche dir auch alles Gute :-)

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Hallo
Erstmal ist es für dich bestimmt richtig das ganze irgendwo nieder zu schreiben.

Natürlich ist eine geburt kein Spaziergang und ist mit sehr starken Schmerzen verbunden. Es braucht zeit das zu verarbeiten was da alles passiert ist bei einem geht's schneller beim anderen dauerts länger.

Das wo sich der arzt auf deinen bauch mit dem Ellbogen gelegt hat und mit ganzer kraft mit schiebt nennt sich kristaller handgriff und wird dann eingesetzt wenn die wehen noch da sind aber nicht mehr stark genug.
Wurde bei mir auch zusätzlich zum wehentropf gemacht einfach um dem Baby schneller auf die welt zu helfen. Sieht brutal aus aber ist im Nachhinein kaum noch spürbar. Wurde bei mir auch gemacht. Und ich bin mir relativ sicher das man einer frau mit presswehen nicht alle möglichen Sachen erklären kann weil man irgendwie psychisch gar nicht in der Lage ist das alles zu verstehen und aufzunehmen.
Und so brutal es sich anhört ich weiß man hatdas gefühl man muss sterben aber genau dann ist der Sonnenschein gleich da.

Ich persönlich hatte meine geburt im okt 2015 ohne pda und würde trotzdem sofort wieder ein Baby bekommen wollen weil das danach der schönste Moment auf erden ist und es kein größeres Glück gibt als ein Baby. Jeder Moment in dem ich in das Gesicht meiner kleinen schau ist jeder schmerz wert.

Gib dir die zeit die du brauchst und sprich mit deiner Hebamme vielleicht weiß sie noch Anlaufstellen die dir beim aufarbeiten helfen können.

Ich wünsche dir alles Gute. Lg

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Dir auch lieben Dank für deine Antwort:-)
Erklären hätte definitiv nichts gebracht in der Situation - das hätte ich nicht aufgenommen, da hast du recht.

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Hi Du,
Wenn du Erinnerungslücken hast und Entscheidungen der Ärzte nicht nachvollziehen kannst, dann empfehle ich dir vom Krankenhaus den "Geburtsverlaufsbericht" anzufordern. NICHT den Geburtsbericht. Dort ist alles in allen Details vermerkt. Vielleicht hilft dir das zusätzlich die Geschehenisse zu verarbeiten.

Alles Gute für Dich und Deinen Zwerg,
Aviva

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Danke für den Tip! Das werde ich tun. Denn diese Lücken im Gedächtnis sind mit am schlimmsten.

Dir auch alles Gute

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Liebe Lilly ,

da habt ihr wirklich ein ganz schoenes Paeckchen zu eurem gemeinsamen Start zu tragen bekommen! Meinen Respekt uebrigens, fuer deine Reaktion auf das erste Kristellern der Assistensaerztin #rofl was andere sich oft nur denken, hast du mal locker gemacht. Auch wenn es nicht ganz die feine englische Art ist, aber das war das Kristellern etc. ohne Einverstaendnis ja wohl auch nicht!

Hast du schon von dem (Baby-)Heilbad nach Brigitte Meissner gehoert?

Damit koennt ihr gemeinsam die ersten Minuten nach der Geburt ungestoert nacherleben, d.h. du/ein Helfer badet das Baby und du nimmst das noch nasse Menschlein auf deinen nackten Oberkoerper und ihr kuschelt euch warm ein. Kurz hattest du das ja schon, aber diesmal bleibt dein Baby einfach solang ihr wollt bei dir! :-)
Vielleicht magst du deinem Baby dabei was erzaehlen, oder du hoerst zu, was es dir zu erzaehlen hat.
Du kannst das so oft wiederholen, wie du noechtest, auch wenn dein Baby schon groesser ist. Vielleicht kennt das auch deine Hebamme und unterstuetzt dich dabei?
Ich hoffe es hilft euch, mit dem Erlebten abzuschliessen und damit klar zu kommen.

Alles Gute Dir!

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Lieben Dank für deinen Tip. Von dem Bad habe ich noch nichts gehört - aber es klingt interessant. Und ich denke, dass ich das die nächsten Tage mal versuchen werde.

Viele Grüße

PS: die Ohrfeige war einfach eine Reaktion - im Nachhinein Tat es mir fast leid. Wenn mir was weh tut und man fast mich an, werde ich zur Furie...

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Hallo Lilly!

Ich finde es erschreckend, wie sehr ich dir bei deiner geburt nachempfinden kann , dachte schon meine geburt war hammerhart mit 6 Stunden wehensturm , 2 Stunden presswehen, immer wieder erbrechen , Kreislaufkollaps, insgesamt 15 Stunden geburt, dammschnitt etc.

Bei mir wurde auch , alles was sie gemacht haben , ohne Absprache getan . Im Nachhinein durfte ich mir auch hören , dass ich schließlich im Vorfeld die jeweiligen Unterlagen gelesen und unterschrieben hätte& ich für das alles ja nicht aufnahmebereit gewesen wäre . Finde ich unmöglich . Auch meine Hebamme meinte , alles , was sie an meinem Körper tun, müssen sie vorher ankündigen sei es blutdruck messen oder einen dammschnitt machen ...

Ich hatte die ersten Tage auch arg Probleme damit fertig zu werden . Ich war so schwach , dass ich mich kaum über meinen Sohn freuen konnte . Auch direkt danach nicht . Natürlich war es wundervoll , das gefühl hatte ich aber erst ein paar Tage später ...

Direkt danach war ich nur fertig . Ich hätte mir ehrlich gesagt gewünscht die erste Nacht Hilfe zu bekommen von den Schwestern, dass er nur zum stillen gekommen wäre ...Aber so hatte ich nach der Geburt gleich zwei Nächte kaum ohne Schlaf. Deshalb war mein genesungsprozess ewig lang . Jetzt nach 8 wochen kann ich langsam aber sicher gelassen über die Geburt sprechen . Vergessen werde ich das niemals & ich weiß auch nicht , ob ich jemals ein zweites Kind bekommen werde. Ich hoffe sehr , dass du es bald gelassener sehen kannst . Sei stolz auf dich , was du geleistet hast . Egal , ob sie unterstützt haben bei der geburt ...Du hast ihn alleine geboren . Du kannst wirklich so stolz sein !

Alles Gute

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Lieben Dank für deine Antwort!

Da hast du ja auch nicht wirklich Schönes erlebt...

Alles Gute weiterhin

Und ja, wir können/dürfen/sollen stolz sein ;-)

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Meine erste Entbindung vor inzw. bald 24 Jahren verlief auch völlig anders als ich mir das vorgestellt hatte. Einzelheiten zähle ich jetzt nicht auf, ist immerhin bald ein Vierteljahrhundert her;-)
Aber ich habe lange daran geknabbert, mich als komplette Versagerin gefühlt. So richitg überwunden hatte ich das Ganze erst, als vor fast 19 Jahren meien zweites Kind zur Welt kam und alles zemlich "easy" lief. Da wusste ich: ich bin NICHT zu blöd zum Kinderkriegen. Der große Abstand von beinahe fünf Jahren zw. den beiden Kindern war nicht geplant. Ich bin heute sicher, dass es so lange mit dem zweiten Kind gedauert hat, weil tief drin die Angst vor einem weiteren 44 Stunden Marathon saß.
Inzw. sage ich: "Einfach entbinden kann jeder, aber eine so schwere Geburt ohne "Dachschaden" überstehen, das muss uns erst mal einer nachmachen.
In diesem Sinne viel Glück für das Stinkerchen;-);-) Und die Mama natürlich.
PS: keine Ahnung wie ich jetzt auf diese Seite komm, das Thema Kinderkriegen ist doch bei mir längst abgeschlossen.

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Danke für deine Antwort:-)
Da du jetzt ja recht viel Abstand zu dem Thema hast, glaube ich dir einfach mal und hoffe, dass ich das in nicht allzu langer Zeit auch sagen kann!

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Lass dich drücken!

Ich habe auch eine ähnliche Geburt erlebt, und dachte wirklich, ich werde dieses Trauma nie los. Es ist gut, dass du alles aufgeschrieben hast, und es hilft, immer wieder darüber zu reden. Lass aucu die Tränen laufen! Es tut mir wirklich leid, dass es dir so erging.

Ich habe vor 6 Tagen erneut entbunden, und es war wahnsinnig schön! Du hast die Chance auf "Wiedergutmachung". Zu mindest für das Erlebnis Geburt an sich. Und für deinen Sohn gilt: du hast ihn geboren, ihr beide habt großartiges geleistet, und du kannst stolz auf euch sein!

Alles liebe für euch und viel Freude mit deinem Sohn

jada

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Vielen lieben Dank für deine Antwort!

Etwas Ähnliches hat meine FÄ auch zu mir gesagt - dass eine zweite Geburt für die Erste entschädigen wird.

Schön zu hören, dass es tatsächlich Frauen gibt, bei denen es so ist :-)

Das gibt Hoffnung, aktuell kann ich mir weder eine erneute Schwangerschaft noch eine Geburt vorstellen... aber der Kleine soll kein Einzelkind bleiben und von daher wird wohl beides wieder auf mich zukommen.
Dir auch alles Gute und Liebe für dich und deine Familie

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Mir ging es genauso, ich habe schlimme Ängste entwickelt. Aber schon während der zweiten Schwangerschaft hab ich gemerkt dass jede Schwangerschaft anders ist, und mir dass dann auch für die Geburt so vorgestellt. Und genau so war es auch. Nur Mut! :)

Liebe Grüße

jada mit ihren zwei Jungs (19 Monate & 11 Tage)

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Eben las ich dein geburtsbericht u ich muss sagen... meine war so ähnlich.. einfach nur der absolute Horror ???? kann nach fühlen wie es dir geht.. meine geburt liegt 4 wochen her u ich muss immer noch dran denken ... alles liebe für dich

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Mittlerweile ist fast ein halbes Jahr vergangen, dass der Stinker geboren wurde.

Und langsam verblasst das Negative.

Sicher, es war noch immer eine extrem krasse Erfahrung. Ja, ich habe mich noch nie in meinem Leben so machtlos und ausgeliefert gefühlt. Und durch die schmerzende Dammnaht werde ich auch täglich daran erinnert.

Aber: ich weiß jetzt, was ich für eine weitere Geburt will und nicht will. Ich habe für mich alles reflektiert und weiß, wo was schief ging und warum.
Und ich bin trotzdem stolz, mein knapp vier Kilo schweres Baby doch noch ohne Sectio selbst geboren zu haben (und das ist der Punkt - ICH habe ihn geboren, nicht die Saugglocke).

Das alles dauert seine Zeit - als ich den Bericht eingestellt habe, war ich meilenweit von meiner jetzigen Warte entfernt.

Ich wünsche dir, dass auch du bald deinen Frieden schließen kannst mit der Geburt.
Lass deine Gefühle zu, sei traurig, sei wütend. Du darfst noch überfordert sein damit, vermutlich ist das ein Stück weit normal...

Ich wünsche dir auch Menschen, die dir zuhören - reden darüber ist wichtig (oder schreiben, mir hat das geholfen)!

Alles Liebe und Gute für dich und deine kleine Familie! Lilly:-)

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Liebe lilly, vielen dank für deine lieben Worte. Das tat grad richtig gut. :-* vielen dank