Mein Geburtsbericht!

Die Geburt meines Sohnes ist jetzt schon ein paar Wochen her, dass Bedürfnis darüber zu sprechen oder das ganze mal "runter zu schreiben" tauchte aber erst die letzten Tage auf!

Ich hatte eine völlig komplikationslose SS! Nach einer Bauchspiegelung, bei der, bedingt durch eine starke Endometriose sämtliche Gebärmutterschleimhautwucherungen entfernt wurden, war ich nach dem ersten Anlauf schwanger!

6 Tage vor ET hatte ich nochmal einen Termin beim Gyn! Mein Blutdruck war die letzten 3 Termine immer sehr grenzwertig gewesen, an dem Tag war er wieder nicht gut! Zudem bemerkte ich seit dem Wochenende immer mal wieder ein Flackern vor den Augen! Die Blutwerte zeigten zwar keinerlei Anzeichen für eine Gestose, jedoch bat mich meine Gyn in der Klinik vorzusprechen, um über eine Einleitung am ET nachzudenken! Man müsste ja nicht erst darauf warten, dass die Werte schlechter werden...

Ich war froh über ihre Aussage, weil mich seit dem WE auch so ein komisches Gefühl begleitete, so als ob mein Körper mir etwas sagen wollte!

Am nächsten Tag sind wir dann schnell in die Klinik, mein Mann holte mich zwischen zwei Terminen auf der Arbeit ab... Die Oberärztin, hörte sich an was meine Gyn gesagt hatte, schaute in den Mutterpass und fragte dann, wie ich mich fühlen würde! Ich beschrieb ihr diese innere Unruhe mit dem Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt und sie bot und empfahl uns dann direkt eine Einleitung am selben Tag an! Ich war zwar geschockt, (nicht so sehr wie mein Mann, der bis zu diesem Tag jeden Abend ungeduldiger wurde und endlich den Wurm im Arm haben wollte, zu dem Zeitpunkt jedoch eher so aussah, als ob es ihm jetzt doch zu schnell ernst wurde), war aber auf der anderen Seite super erleichtert darüber, dass die Oberärztin meine Sorgen so ernst nahm!

Wir haben dann 2 Tage lang eingeleitet! Alle 2 Std Cytotec, halbe Std vor und danach ans CTG! Die Hebammen bemerkten dort immer schon extrem lange und tiefe Schlafphasen bei meinem Baby, irgendwie haben wir ihn aber immer aufgeweckt bekommen, sodass ein "ordentliches" CTG geschrieben werden konnte!

Am 2. Abend der Einleitung, als ich gerade ins Bett gegangen war, machte es auf einmal "Plopp" in meinem Bauch! Ich stand wieder auf und das Fruchtwasser lief mir die Beine herunter!

Aufgeregt bestellte ich meinen Mann wieder in die Klinik und machte mich auf in den Kreissaal!

Dort wurde wieder ein CTG geschrieben und ich wurde untersucht! Befund war 1 cm Mumuöffnung!

Die Hebamme schickte mich und meinen Mann dann wieder ins Zimmer, wir sollten uns noch ein wenig ausruhen und wieder kommen, wenn die Wehen in kurzen Abständen kommen oder wenn ich es nicht mehr aushalten könnte.

Wir waren kaum im Zimmer angekommen, da hatte ich direkt unglaubliche Schmerzen und gefühlt keine Pause dazwischen!

Mein Mann holte die Nachtschwester und ich wurde mit meinem Bett erneut in den Kreissaal gebracht!

Ich kann es nicht beschreiben, aber von jetzt auf gleich verließ mich sämtliche Kraft und die Wehen, die alle drei Minuten kamen überrollten mich... Innerhalb von kürzester Zeit lag ich wie ein Häufchen Elend in meinem Bett, stand alle drei Minuten auf, weil ich es unter den Schmerzen nicht aushalten konnte zu liegen und war einfach nur fix und fertig! Die Hebamme gab mir einen Wehenhemmer über den Tropf, damit ich zur Ruhe kommen und 2 Std schlafen konnte, jedoch wirkte auch der nicht ausreichend und alle 5 Minuten wurde ich von einer Wehe geweckt!

Nachdem der Tropf durchgelaufen war, lief ich wieder wie eine Irre durch den Kreissaal und eröffnete meinem Mann, dass ich das nicht schaffen würde! Der arme Kerl sah mich richtig verängstigt an... Ich glaube wir Beide kannten mich nicht so schwach...

Nach 10 Stunden war ich am Ende! Und ein erneutes CTG ließ die Hebamme, die am frühen Morgen ihren Dienst begonnen hatte, aufhorchen! Die Herztöne von unserem Schatz waren nicht mehr so gut, daraufhin wurde eine Assistenzärztin gerufen! Diese empfahl mir eine PDA, um zur Ruhe kommen zu können und Kraft für die Geburt sammeln zu können! Mein Befund lag zu diesem Zeitpunkt zwar immer noch erst bei 2cm, aber ich hätte nicht wirklich eine andere Wahl sagte sie mir! Ich entschied mich sofort dafür, die Nadel im Rücken hatte überhaupt nichts beängstigendes mehr, ich war nur froh, dass diese Schmerzen aufhörten u ich durchatmen konnte! Leider war es mit der Entspannung schnell wieder vorbei, denn ein erneuter Blick aufs CTG ließ keine andere Wahl als einen sofortigen Kaiserschnitt, den die herbeigerufene Oberärztin einleitete!

Dann ging alles ganz schnell! Alle roppten an mir rum, es wurde nochmal schnell Blut abgenommen, ich bekam OP Hemd und Strümpfe an und lag innerhalb von 10 Minuten im OP!

Die Anästhesistin legte einen zweiten Zugang und redete beruhigend auf mich ein... Zwei mal habe ich bevor die Ärzte überhaupt anfingen das Bewusstsein verloren!

Meine Hebamme vermutet, dass ich mir die Vena Cava abgedrückt habe und es ingesamt einfach zu viel war! Mein Blutdruck muss rapide abgefallen sein...Irgendwelche Medikamente wurden dann verabreicht und mein Kreislauf stabilisierte sich wieder! In dem Gewusel bekam ich mit wie eine OP-Schwester die Herztöne vom Kleinen suchte und nicht fand! Ich bekam Panik... Mein Mann war zu dem Zeitpunkt auch noch nicht bei mir! Eine Ärztin aus dem ganzen Gewusel um mich herum rief nach der Oberärztin und drängte anzufangen! Bei mir wurde erneut alles schwarz! Ich kam wieder zu mir, meine Hebamme war da und fand die Herztöne! Die Schwester hatte auf der falschen Seite gesucht! Sie fingen an zu schneiden und mein Mann war endlich da! Ich zitterte am ganzen Körper und hatte unglaubliche Angst! Um mein Baby und auch um mich! Immer wieder hatte ich das Gefühl, als ob ich einschlafen würde und musste dagegen ankämpfen! Dann hörte ich die Ärztin sagen: "Der ist fit!" und dann hörte ich ihn! Mit einem Schlag waren die Sorgen und die Angst erstmal beiseite gefegt! Endlich war unser kleiner Mann, dieses perfekte kleine Wunder bei uns und es ging ihm gut! Sein Apgar war 8-10-10! Die Nabelschnur hatte sich um seinen Hals gewickelt und meine Plazenta war sehr klein! Warum es ihm letztendlich die letzten Stunden vor der OP dann nicht mehr so gut ging weiß ich nicht, die Ärzte und Hebammen sagten mir nur, dass es sehr gut war, dass ich auf mein Gefühl gehört habe...

Nach der OP wurde ich noch einige Zeit überwacht, mein Mann war mit unserem Sohn im Kreissaal und kuschelte ausgiebig!

Es ging mir nicht so gut, mein Kreislauf war zwar stabil, jedoch war das Blutdruckmessgerät, welches mir angelegt wurde kaputt und schlug ständig Alarm! Bis jedoch auffiel, das mein Blutdruck okay war das Gerät aber nicht hatte ich erneut fast eine Panikattacke! Neben mir lag eine Frau, die zwei Stunden nur davon sprach, dass sie Angst hat zu sterben bei ihrer OP! Meine Gedanken als frisch gebackene Mami waren also nicht so happy und rosig wie sie hätten sein sollen... aber das ist jetzt letztendlich auch egal! Meinem Baby geht es bestens, ich habe mich langsam erholt und habe meinen Frieden mit der Geburt geschlossen, doch die erste Zeit habe ich mir schwere Vorwürfe gemacht, weil ich zu schwach war die Wehen zu stemmen und keine natürliche Geburt geschafft habe und dachte ich wäre Schuld daran gewesen, dass es dem Kleinen nicht mehr so gut ging!

Letztendlich gibt es noch viele offene Fragen, ich weiß aber gar nicht ob ich die Antworten brauche!

Es ist alles gut gegangen, wir haben ein tolles Baby und ich bin einfach nur glücklich!

Danke fürs Lesen, ich hoffe es ist nicht zu verworren und verständlich! :)

1

Herzlichen Glückwunsch ... jetzt bist du Mama!!! Das muss man sich nach so einer Geburt wahrscheinlich immer mal wieder bewusst machen.

Ich fühle so mit dir. Bei mir lief es ähnlich. Ich hatte immer auch so Hemmungen über die Geburt zu jammern, weil man ja trotzdem ein gesundes Kind im Arm hält und das ist ja eigentlich das wichtigste. Obwohl die Geburt da eigentlich fast egal sein sollte, spielte sie zumindest bei mir eine enorme Rolle.

Meine Geburt liegt fast zwei Jahre zurück und da ich in der nächsten Woche meine zweite Geburt habe, habe ich mir Geburts- und OP-Bericht organisiert und bin alles nochmal mit meiner Hebamme durchgegangen. Das hat mir unglaublich geholfen, weil man einfach nicht alles mitbekommt oder sich auch einfach nicht mehr erinnern kann. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich zu schwach und wehleidig war. Da tat es gut zu erfahren, dass mein Sohn mit dem Kopf einen Nerv bei mir abgeklemmt hat, weshalb er nicht ins Becken rutschte und ich Dauerschmerzen hatte. Meine Hebamme war die Erste die mir gesagt hat, dass ich so niemals meinen Sohn hätte gebären können und es damit nichts mit Wehleidigkeit oder Schwäche zu tun hatte. Ich war total erleichtert und hab mich fast ein bisschen geärgert, dass ich zwei Jahre lang auf diese Information verzichtet habe.

Vielleicht hilft dir das ja weiter. Ganz liebe Grüße
Steinkind

2

Vielen Dank für Deine liebe Antwort!

Ja, ich schließe auch nicht aus, dass ich irgendwann doch genauer wissen möchte, was bei der Geburt alles passiert ist, spätestens wahrscheinlich wie bei Dir, wenn man erneut vor einer Geburt steht!
Aber für jetzt ist es so völlig okay so...

Der neue Familienalltag ist viel zu spannend und bringt schöne Gedanken!

Ich wünsche Dir alles Liebe, drücke Dir feste die Daumen für die Geburt und hoffe, dass es ein schönes Erlebnis wird, welches direkt Platz für pure Freude machen kann!