ausführlich: geplanter Kaiserschnitt und die Tage danach

Huhu :)

aufgrund von verschiedenen Faktoren habe ich mich für einen Kaiserschnitt entschieden.

Ich bin um 11 Uhr ins Krankenhaus gekommen. Ich wusste nicht genau, wann es los geht, aber es ging alles ganz schnell.

Ich war komischerweise gar nicht aufgeregt. Einfach nur gespannt, was mich wohl erwarten wird.

Mein Frauenarzt und meine Hebamme waren auch schon da - also bekannte Gesichter.
Mir wurde Blut genommen, dann sollte ich mich auch schon umziehen. Ich war dann circa 15 Minuten mit Kittel im Kreißsaal dagelegen - meine Mutter immer bei mir.

Dann kam der Anästhesist und hat sich vorgestellt. Dann wurde ich zum OP-Saal gefahren.
In einem Vorraum haben sich zwei Anästhesie-Schwestern um mich gekümmert. Die waren super nett!

Dann wurde ich in den OP gebracht. Dort warteten jede Menge Leute auf mich, die mich freundlich empfingen. Die Anästhesie-Schwestern, die ich ja nun schon flüchtig kannte, waren immer bei mir und wir habe uns weiter unterhalten. Im OP lief der Radio.

Der Anästhesist war auch wieder da, mein Frauenarzt und meine Hebamme auch.

Dann wurde mir gesagt, ich solle mich vorbeugen, da die Spinatanästhesie kommt. Ich hab gefragt, ob ich schreien müsste, dann haben sie gelacht und gemeint "ja, manche schreien".
Sie meinten, es könnte in Richtung Bein kribbeln, das könnte unangenehm sein.
Sie wurde gelegt und ich fand es gar nicht schlimm. (Bin aber auch nicht wirklich empfindlich.)
Also von Schmerz keine Rede und auch sonst gab es kein unangenehmes Gefühl.
Als ich dann mal kurz meinen Kopf aufrichtete, sah ich hinter dem gespannten Tuch, dass die Hebamme mein Bein in die Luft hält. Ich dacht, ich seh nicht richtig!!! Das war so verrückt! Als ob mein Bein nicht an meinem Körper wäre. Das war ein richtiger kurzer Schockmoment.
Dann hat sie mir den Blasenkatheter gelegt - das war ein kurzes warmes Gefühl, mehr nicht.

Dann kam meine Mutter an meine Seite.

Meine Hebamme meinte noch, ich solle meine Schultern entspannt fallen lassen, da nach dem KS die meisten Frauen mehr Schmerzen in den Schultern als im Bauch haben.
Und dann ging es wohl auch schon los - ich kann nicht genau sagen, wann es richtig los ging. Alle haben sich mit mir unterhalten. Ich hab ab und zu gefragt, wie weit wir sind und ob alles gut läuft.
Mir wurde ein bisschen komisch. Man hängt an einer Infusion (oder an mehreren sogar?), durch die einem komisch werden kann, dazu der Blutverlust, etc. Hab im Vorfeld gelesen, dass es einigen schlecht wird. Aber ich fühlte mich eher so, als ob ich gleich einen Kreislaufzusammenbruch hätte, aber das war nicht so akut, sondern eher ein andauerndes Gefühl.
Ich hab dann auch zu den Schwestern und meiner Mutter gesagt, ich bräuchte kurz meine Ruhe. (weil die dauernd mit mir reden wollten)
Ich hab dauernd so Wallungen im Bauch gespürt, und als ob jemand extrem daran rütteln würde. Konnte mir nicht erklären, was das ist.
Meine Schultern taten weh und ich dachte daran, was die Hebamme sagte und versuchte sie zu entspannen.

Dann wurde mir doch recht schlecht und ich sagte, dass mir schlecht ist. Dann meinte eine Schwester, dass das klar ist, weil gerade ein Arzt auf meinem Bauch (Magen) liegt. Meine Mutter hat dann mal vorsichtig über das Tuch geschaut und sagte mir dass drei Ärzte mit extrem angespanntem Gesichtsausdruck an meinem Bauch rumwerkeln. Als sie bemerkten, dass wir uns fragen, was da unten vorgeht, meinte einer der Ärzte, dass sie versuchen das Baby raus zu ziehen, aber es wäre scheinbar sehr hartnäckig und kräftig, deshalb ruckelt es auch so.

Das Rütteln war echt heftig und ging bestimmt so 10 Minuten. Also es tat nicht weh und war auch nicht unangenehm, aber eben schon bemerkenswert und interessant.

Meine Hebamme war dauernd fleißig am Fotos machen (ich wollte das so).

Das Ruckeln wurde immer mehr und mehr und mehr und dann haben die Schwestern ein Freudengeräusch gemacht und auf einmal war da ein Babyschrei! Um 13:00 (nur 2h nach Ankunft im Krankenhaus) war mein Baby geboren!

Ich war super erleichtert und dann wurde mir der Kleine gezeigt. Die Schwestern gratulierten mir und redeten mir noch ein bisschen gut zu. Und dann wurde mir der Kleine auch schon hingelegt.
Ich konnte ihn leider nicht halten, weil meine Arme fest geschnallt waren (seitlich wie Jesus am Kreuz), aber meine Mutter hat ihn an mich gehalten. Sein Kopf war an meinem. Ich konnte ihn sehen und spüren.
So blieben wir dann eine Zeit lang. Währenddessen wurde ich zugenäht. Die Position wurde langsam sehr unangenehm.

Anschließend wurde ich aus dem OP geschoben, durch das Krankenhaus und in den Kreißsaal. Dort wartete schon mein Frauenarzt mit meinem kleinen Schatz auf mich.

Sie untersuchte ihn dort und ich konnte zusehen und zuhören.

Meine Hebamme und Mutter waren auch dort. Die Stimmung war gut und sehr ruhig. Ich fühlte mich einfach glückselig. Alle waren so freundlich und haben sich für mich gefreut.

Dann wurde mir das Baby auf die Brust gelegt. So kuschelten wir dann eine Zeit lang, bevor es in sein Bett gelegt wurde und wir beide in mein Krankenhauszimmer gefahren wurden.
Ab da an war der kleine Mann immer bei mir.

Wir haben viel gekuschelt - mehr könnt ich da auch noch nicht machen, da ich untenrum ja immer noch komplett taub war.

Gegen Abend konnte ich das Baby alleine von seinem Bett in meins hieven.

Nachts wenn es schrie, musste ich eine Schwester holen, damit sie ihn mir gibt oder sie es wickeln fährt. Der Katheter hat genervt und im Endeffekt lag ich seit ca. 12 Uhr unverändert im Bett - das war sehr unangenehm, aber groß anders hinlegen konnte ich mich aufgrund der Schmerzen und dem Katheter nicht.

Zu den Schmerzen: Es tat nicht sonderlich weh, nur wenn ich mich falsch bewegen wollte halt schon. Das lässt man dann automatisch. Man ist eben eingeschränkt. Schmerzmittel habe ich keine gebraucht.

Die erste Nacht war also nicht sonderlich schön, weil sehr unbequem und das schreiende Baby schwer zu bändigen war. Dazu haben meine Schultern unglaublich weh getan (haben so richtig gepocht).

Am nächsten Morgen wurde der Katheter entfernt und ich sollte dann aufstehen - das ging gut, aber beim Hinstellen tat der Schnitt extrem weh! Laufen zum Klo ging gebückt und langsam.
Ich war eigentlich nur im Bett und jedes Aufrichten und Baby-Nehmen war anstrengend, weil es im Bauch weh tat. Und meine Schultern - aua!!

Am 2. Tag danach ging alles schon erheblich besser. Da setzten die Nachwehen ein - fühlte sich an wie Schübe aus ner Mischung von Durchfall und Regelbeschwerden, also nicht schlimm. Hab mich sogar irgendwie gefreut.
Da hab ich dann auch das erste Mal selbst gewickelt. Das Pflaster kam ab und ich durfte duschen.

Am 3. Tag ging alles einwandfrei und die U2 wurde gemacht - da hätte ich dann gehen können, aber ich blieb noch einen Tag.

An Tag 4 nach der OP sind wir dann heim und alles ging gut. :)

Jetzt - 1 Woche später - sind die Schmerzen und die Unannehmlichkeiten schon wieder fast vergessen. Wenn ich mich richtig dumm bewege, merke ich den Schnitt noch ein bisschen - mehr auch nicht.

1

Schöner Bericht, vieles erinnert mich an meinen Kaiserschnitt. Die Übelkeit und der Kreislaufzusammenbruch waren bei mir extrem, mein Puls war kurzzeitig bei 35.
Aber sag mal, du hast keine Schmerzmittel gebraucht im Nachhinein?? Das kann ich gar nicht glauben.

Und du hättest tatsächlich am 3. Tag offiziell gehen dürfen? Bei den meisten Krankenhäusern sind ja 5 Tage Standard.

Wünsche dir auf jeden Fall eine schöne Zeit mit deinem Baby!

2

Glückwunsch zum Baby und wie schön, dass du ein gutes Erlebnis hattest. Alles Gute für die weitere Wundheilung.