Jorinas schöne Geburt! Trotz Einleitung! Leider schlechter Anfang!

Hier mal mein Geburtsbericht von meiner Tochter Jorina am 24. Juli 2005!

Jorinas Geburt


Der errechnete Geburtstermin war der 23. 07.2005, ein Samstag. Einen Abend zuvor waren wir noch beim Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr. Wir haben viel getanzt und hatten eine Menge Spaß. Bis dahin tat sich noch überhaupt gar nichts. Doch mir viel das Schwanger sein gar nicht mehr so einfach. Ich hatte ziemlich viel Wasser eingelagert und im Laufe der Schwangerschaft über 20 kg zugenommen. Am Abend hatte ich immer Beine wie ein Elefant und dicke Finger die ständig kribbelten. Wegen mir hätte es also lieber heute als morgen losgehen können. Doch wie es dann letztendlich kam, so hatte ich es mir auch nicht vorgestellt.

Wir sind am Samstag (erechn. ET) schön zum See gefahren um spazieren zu gehen. Auch wenn ich nicht mehr wirklich weit laufen konnte, wir wollten das schöne Wetter noch ausnutzen. Die Sonne schien und es war richtig herrlich. Anschließend waren wir bei meinen Eltern zum Kaffee eingeladen. Dort angekommen, sah ich das Blutdruckmessgerät meiner Mutter auf dem Wohnzimmertisch liegen und probierte es aus reiner Neugier aus. Bis dahin ging es mir gut. Mir fehlte überhaupt nichts.

Huch! Der 2. Wert war ständig über 100. „Oh, oh, Cathrin, dass ist nicht gut.“ meinte meine Mutter noch. Doch Jens beruhigte mich und meinte das es bestimmt vom spazieren gehen kommen würde und ich nicht ständig messen sollte, sonst würde ich mich noch verrückter machen. Recht hatte er! Irgendwie hatte ich ein komisches Gefühl. Etwas war nicht richtig. Doch meine Eltern und Jens beruhigten mich. Ich nahm das Messgerät mit nach Hause und legte mich ins Bett. Doch ich musste andauert an diesen verflixten Blutdruck denken. Auch zu Hause ging er nicht runter. Ich war natürlich irgendwann total nervös und schob es darauf.

Am Abend hatten wir uns vorgenommen ins Kino nach Rheine zu fahren. Ich wollte mich ablenken. Doch dort angekommen, wollte ich dann plötzlich doch nicht mehr. Also fuhren wir wieder nach Hause (mein armer Mann). Bevor wir ins Bett gingen, habe ich noch einmal gemessen. „Man, das gibt’s doch gar nicht.“ dachte ich. Der Druck war immer noch viel zu hoch. „Das ist jetzt nicht mehr in Ordnung, Jens. Ich rufe im Kreißsaal an und frage was ich machen soll.“ sagte ich.

Es war bereits ca. 22 Uhr als ich dort anrief. Ich berichtete von meinen schlechten Werten und man sagte mir ich sollte kommen. MIT TASCHE! Von da an, war ich nur noch rappelig und bekam richtig Angst. Ich saß auf dem Bett und weinte. Wir packten noch schnell ein paar Sachen zusammen und fuhren dann los ins Mathias Spital. Als wir dort waren, wurden wir von einer sehr netten Hebamme begrüßt. Sie war wirklich sehr bemüht mich zu beruhigen. Doch auch wenn ich gar nicht weinen wollte, ich konnte irgendwie gar nicht anders. Erstmal wurde ein CTG gemacht und zwischendurch immer wieder der Blutdruck gemessen. Ich entwickelte während meiner Schwangerschaft eine richtige Abneigung gegen diese Geräte, da mein Blutdruck eigentlich immer schlecht war aber noch in der Norm. Wie sollte es auch anders sein, der Druck war zu hoch. Zu unserem Glück war wenigstens das CTG in Ordnung und unserem Mäuschen ging es gut. Das beruhigte mich etwas. Anschließend wurde dann noch mein Urin untersucht, indem dann zu guter letzt auch noch Eiweiß festgestellt wurde. Auch mein Blut wurde untersucht und war nicht okay. Auch wurde noch mal Ultraschall gemacht. Das Köpfchen war schon so weit im Becken, dass man es gar nicht mehr sehen konnte. Also Geburtsreif. Zu diesem Zeitpunkt war ich froh, dass ich nicht wusste, was eine Gestose, bzw. HELLP Syndrom ist und was damit zusammenhängt (Heute bin ich aber schlauer). Das hätte mich noch wuschiger gemacht. Ich war froh, dass auch die Ärztin die mit mir sprach, diese Begriffe nicht erwähnte. Sie wollte mich da behalten. Meine Werte waren allgemein nicht gut und es wäre zu gefährlich mich nach Hause zu entlassen. Eigentlich wollte ich gehen. Denn trotz eines erneuten Tränenanfalls ging es mir ja gut, dachte ich. Jens sagte mir nur, dass er mich so nicht mit nach Hause nehmen würde. Ich weiß, es war besser so. Ich fragte noch ganz doof: „Wieso muss ich denn bleiben?“ und Frau Dr. Haneklaas antwortete: „Morgen gucken wir das ihr Kindchen kommt!“ Dieser Satz sitzt heute noch in meinem Gehörgang fest. Ich war geschockt. Wie sollte ich denn bitte schön jetzt noch schlafen können? Schließlich sollte ich morgen schon Mama sein. Man, das ging mir alles viel zu schnell. Das konnte ich gar nicht begreifen. Ich wurde auf mein Zimmer gebracht und verabschiedete mich unter Tränen von meinem Mann. Am liebsten hätte ich ihn da behalten. Denn das was ich jetzt überhaupt nicht gebrauchen konnte war, alleine sein. Aber das ging leider nicht. Ich legte mich ins Bett. Doch schlafen konnte ich nicht und wenn ich dann grad mal eingedöst war, kam eine Schwester rein um nach mir zu sehen und wieder Blutdruck zu messen. Frau Dr. Haneklaas kam auch noch einmal. Sie gab mir etwas zur Beruhigung. Doch das half auch nichts. Ganz im Gegenteil. Vor lauter Anspannung fingen bei mir gaaaaanz langsam die Wehen an. Ich habe in dieser Nacht vielleicht eine Stunde geschlafen. Um 5:30 Uhr war ich schon wieder wach und ging duschen. Schließlich wollte ich ja gut aussehen für mein Baby. Ich dachte mir noch, wie man unter solchem Schlafmangel ein Kind bekommen soll.

Um 6:30 Uhr sollte ich mich im Kreißsaal melden. Ich klingelte und Hebamme Brigitte holte mich ab. Sie war bereits informiert. Als sie die Tür öffnete, weinte ich schon wieder. Ich konnte es komischer weise nicht abstellen. Sie erklärte mir, dass sie sich um mich kümmern würde und was jetzt alles geschehen würde. Ich muss sagen, als ich sie sah, viel mir ein Stein von Herzen. Denn ich kannte sie noch, da ich mich wegen meinem Wassereinlagerungen schon einmal im Mathias Spital befand.

Wir machten ein CTG und zusätzlich wurde alle 10 Minuten mein Blutdruck gemessen. Alles paletti. Puhhh, dass wollte ich hören. Hebamme Brigitte untersuchte meinen Muttermund. 2 cm geöffnet und weich! Ja, das freute mich. Es hatte sich über Nacht schon was getan.

Daraufhin besprachen wir die weitere Vorgehensweise und einigten uns darauf, mit einem Gel einzuleiten. Anschließend noch mal CTG. Um ca. 7:55 Uhr wurde ich davon befreit und sollte laufen gehen. Laufen??? Ich hatte bereits Wehen die ich gut merken konnte. Ich schleppte mich zu meinem Zimmer. Weiter kam ich nicht. ;-)
Jens wollte um 8:00 Uhr da sein. Das warten kam mir unendlich vor. Ich saß auf dem Bett. Dann stand ich am Fester. Danach wieder aufs Bett, Vierfüßlerstand. Linke Seite, rechte Seite. Oh man, jetzt wusste ich was Wehen sind und mir war klar: „Cathrin, das wird kein Spaziergang!“ Die Tür ging auf und Jens kam rein. „Was machst Du denn da?“ grinste er. Danach wurde ihm wohl klar, dass ich bereits Wehen hatte. Ich wusste gar nicht, wo ich noch suchen solle. Um ca. 9 Uhr beschlossen wir zurück zum Kreißsaal zu gehen. Hebamme Brigitte untersuchte wieder meinen Muttermund. 3cm! Ich empfand das immer sehr unangenehm und hätte jedes Mal an die Decke springen können. Danach durfte ich in die Wanne. Vorher bekam ich noch eine Tablette (weiß nicht mehr wofür) und ein Buscopan Zäpfchen. Aaaaaaaah, was tat die Wanne gut. Hier fühlte ich mich wohl. Hier bleib ich. Doch in der Wanne wurden die Wehen stärker. Eine Praktikantin, die auch sehr lieb war, blieb die ganze Zeit bei uns. Jens saß neben der Wanne und sah ziemlich hilflos aus. Der arme Kerl. Er wird’s überleben. Irgendwann wollte ich nur noch raus. Doch als ich raus war, wollte ich wieder rein. Doch nach weiteren 2 Minuten Wanne wollte ich dann endgültig raus. Wir gingen wieder in den Kreißsaal. Diesmal in einen anderen. Wieder Muttermundkontrolle und höllische Wehen. Aua!!! Mein Muttermund war jetzt 4 cm geöffnet. Hebamme Brigitte erklärte mir, dass ich nun, wenn ich wollte eine PDA haben könnte. „Jaaaaaaa!“ das wollte ich. Sie informierte Dr. Viechmann, der aber noch ca. 20 Minuten bräuchte bis er da wäre. Oh man, 20 Minuten können so lange sein, wenn man solche Wehen hat. Ich versuchte sie auf dem Petziball zu veratmen. Zusätzlich wurde ich ans CTG angeschlossen und der Blutdruck kontrolliert. Dieser war zum Glück normal.

Dann endlich, er war da, Dr. Viechmann. Meine Rettung! Er erklärte mir alles sehr gründlich und auch mir persönlich, machte er einen netten Eindruck. Das schaffte gleich vertrauen und beruhigte mich. Ich sollte das Einwilligungsblatt unterschreiben. Irgendwie kritzelte ich meinen Namen aufs Blatt. In solch einer Situation hätte ich alles unterschrieben. Dann gings los. Jens musste raus. Als die PDA gelegt war, durfte er natürlich wieder rein. Ich empfand das setzten der PDA überhaupt nicht schlimm. Da meine Schmerzgrenze, wie ich feststellte, sehr niedrig ist würde ich es jederzeit wieder machen. Meine Hebamme sagte mir noch, dass ich mich nun ausruhen und noch ein wenig schlafen könnte. Schlafen??? Ich fühlte mich nun richtig high. Meine Beine wurden ganz warm und alles wurde irgendwie ganz leicht. Ich sabbelte was das Zeug hielt. Ich wehte dann so vor mich hin und merkte rein gar nichts mehr. Herrlich!!! Der jenige der fast schlief, war Jens.

Um 12:30 Uhr öffnete Hebamme Brigitte meine Fruchtblase. Das war ein komisches Gefühl. Jedes Mal wenn ich mich bewegte, schwappte es aus mir raus. Wie ich später erfuhr, war das Fruchtwasser bereits Grün. Ich legte mich auf die Rechte Seite und ruhte mich weiter aus.

Um ca. 13:00 Uhr wurde mir ein Blasenkatheter gelegt, von dem ich Dank PDA rein gar nichts spürte. Irgendwann ließ die PDA dann ein wenig nach. Hui, da hatte ich wieder bammel und wollte das nachgespritzt wird. Das ging aber nicht, da ich sonst unter der Geburt nicht richtig mitarbeiten kann. Schade, schade!

Um ca. 13:25 Uhr bekam ich einen Wehentropf. Nun gings voran. Hebamme Brigitte untersuchte erneut meinen Muttermund. Bis auf einen Saum war er schon vollständig geöffnet. Bald wird mein Baby da sein. Alle Gedanken sind wie weggeblasen. Der Kopf ist lehr. Alles dreht sich um die Geburt. Ein komisches Gefühl. Kurze Zeit später wurde ich noch einmal untersucht. Der Muttermund war vollständig geöffnet. Juppiii! Daraufhin fingen dann auch schon die Presswehen an. Ich muss sagen, ich merkte durch die PDA nur einen Druck. Keine Schmerzen. Es ging gar nicht anders. Ich musste einfach pressen. Ich legte mich auf die Linke Seite. Auf dem Rücken empfand ich es als unangenehm. Jetzt kam auch Jens wieder zum Einsatz. Er hielt mich fest in seinen Armen. Mit jeder Presswehe merkte ich wie unser Mäuschen weiter nach „draußen“ rutschte. Dann war der Kopf da.
„Dunkle Haare hat ihr Baby.“ sagte meine Hebamme. Das spornte mich an. Ich sammelte meine ganze Kraft und presste. Um 14:54 Uhr machte es „FLUTSCH“ und unsere kleine Maus war geboren. Ich war erleichtert, überwältigt. Ein Chaos der Gefühle. Doch ich konnte nicht weinen, was ich sonst pausenlos getan habe. Das übernahm dann Jens für mich. Mein erster Gedanke war eigentlich nur: „Sie atmet nicht!“ „Doch das macht sie schon!“ sagte meine Hebamme. „Was ist es überhaupt?“ fragte ich. Das habe ich nämlich total vergessen zu fragen. „Ein Mädchen. Wie heißt sie?“ „JORINA“ sagten wir fast gleichzeitig.

Da lag sie, unsere Tochter. Ganz nass. Aber ganz ohne Käseschmiere. Richtig sauber. Ich sah in ihr Gesicht. Die Haare lagen streng nach hinten und sie sah jetzt schon aus wie ihr Papa. Jens durfte die Nabelschnur durchschneiden. Danach wurde sie mir in den Arm gelegt und wir betrachteten uns gegenseitig. Braune Augen hat sie. So schön. Jetzt laufen auch bei mir die Tränen. Alles ist überstanden. Du bist da! Um ca. 15:15 Uhr kam dann die Nachgeburt. Die Schwangerschaft war beendet. Wieder so ein eigenartiges Gefühl. Wir durften noch 2 Stunden zum gemeinsamen kennen lernen im Kreißsaal bleiben. Ich übergab Jorina an ihren stolzen Papa, denn ich musste noch genäht werden. Danach wurden dann die Großeltern informiert. Die saßen schon auf heiße Kohlen, da sie uns den ganzen Tag nicht erreicht haben und von nichts wussten. Sie wollten uns später besuche kommen. Ich freute mich schon sehr darauf.



Meine Hebamme und die Praktikantin verabschiedeten sich. Ich bedankte mich von ganzen Herzen. Ich war froh, das meine Hebamme bis zum Schluss bei mir war. Denn eigentlich hätte sie schon lange Feierabend gehabt. Wir waren soooo glücklich.

Doch leider wurde das Glück ein wenig getrübt. Am späten Abend auf der Station fing Jorina an zu röcheln und ihre Gesichtsfarbe änderte sich von zartrosa in grau. Auch das Stillen klappte nicht. Sie schrie und wimmerte die ganze Zeit. Mir kam das komisch vor. Sofort klingelte ich und die Schwester nahm sie mit. Eine Ärztin untersuchte sie. Es dauerte lange, bis sie mit ihr wieder kam. Ich war schon wieder am weinen. „Das kann doch nicht war sein. Geht denn gar nichts seinen normalen Gang?“ dachte ich. Ich musste mitkommen. Jorina wurde auf die Neugeborenen Intensivstation gebracht. Sie hatte eine Infektion und musste unbedingt mit Antibiotika behandelt werden. Das war ein Schock. Sie hatte sehr schlechte Blutwerte. In einem späteren Test, stellte sich noch heraus dass sie auch noch B Streptokokken im Blut hatte. Das hieß, 2 Wochen antibiotische Behandlung. Nach 4 Tagen ging es ihr schon etwas besser und sie trank. Leider nicht an der Brust. Ich musste abpumpen. Stundenlang saßen wir an ihrem Bettchen. Wir hielten ihr kleines Händchen und streichelten sie. Nach einer Woche kam sie auf die Kinderstation und musste nur noch das Antibiotika zu Ende nehmen. Die Tage gingen nur ganz langsam vorbei. Zwei mal am Tag fuhren wir für einige Stunden zu ihr und ich weinte als ich wieder gehen musste. Auch Jens war total traurig. Eigentlich hatte ich im Krankenhaus ein Mutterzimmer bezogen. Idem hielt ich es aber nur 3 Tage und Nächte aus. Ich wollte einfach nicht mehr alleine sein. Also ging ich nach Hause. Wir hatten solche Angst um sie gehabt. Doch es ging ja zum Glück alles gut. Dann kam der 8. August. Sie durfte nach Hause. Wir waren total nervös und freuten uns sooooo sehr. Wir badeten sie noch einmal und dann bekam sie ihre eigenen Sachen angezogen. Dann ging es ab nach Hause. Wir machten es uns gemütlich und genossen die Zeit zu dritt. Jetzt ist alles perfekt! Die Tränen sind getrocknet. Die turbulente Zeit vergessen! Wir sind Eltern und so glücklich mit unserer Tochter Jorina!






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Hallo,

#herzlichlichen Glückwunsch zur Geburt Eurer Tochter!!#paket

Deinen Bericht finde ich super und sehr ausführlich..#danke

Wie sind denn die Maße Deiner Tochter? Neugierig bin;-)

Alles gute fürs gemeinsame Leben,
und nochmals danke für den tollen Bericht,
(beim lesen dachte ich ich wäre dabei)

Liebe Grüsse
Vicky und Angelos 36+1SSW

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Jorinas Maße waren:

3650 gr.
50 cm groß
33 cm Kopfumfang