Es kommt immer anders als man denkt

Hallo ihr Lieben. Heute versuche ich den Geburtsbericht meiner 2. Tochter zu verfassen. Im Gegensatz zum ersten Geburtsbericht, bin ich nicht scharf drauf. Und gerade deswegen schreibe ich ihn trotzdem. Vielleicht ist es damit dann gut.

Diese Schwangerschaft war so ganz anders als die erste. Kaum Wasser( erst am Ende) kein Bluthochdruck aber eine 1 1/2 jährige die natürlich beschäftigt werden wollte. Und wie auch schon in der letzen Schwangerschaft, hab ich es gehasst schwanger zu sein. Ich liebe meine Kinder. Und es hat auch ganz klar und definitiv gelohnt. Und ich würde/ habe es immer wieder machen. Aber es ist einfach nicht meins.
Die große kam überraschend an 36+6 nach vorzeitigen Blasensprung und dann Einleitung. Somit musste ich, verständlicherweise meine Pläne zu ambulanten Geburt aufgeben. Insgesamt war ich 8 Tage im KH und zusammen 6. Es war eine schöne Geburt. Und so eine habe ich mir natürlich wieder gewünscht.

Ab 36+0 saß ich auf der geparkten Kliniktasche. Es kann ja jederzeit los gehen. Die große kam ja auch früher. Ich sag’s euch es hat mich irre gemacht. Und ich hab meine Umwelt irre gemacht. So ungefähr alle die ich erreichen konnte. Aber es passierte nichts. Und es war so schlimm für mich. Ich steigerte mich total rein. Hatte Heulanfälle, wollte einfach das das Kind raus kommt und gleichzeitig so ein schlechtes Gewissen. Weil ich dankbar sein sollte für das gesunde Baby in meinem Bauch. Für die Möglichkeit überhaupt schwanger sein zu können. Das war nicht ich und es machte mich so fertig. Total blöd von mir ☹️ irgendwann habe ich für mich beschlossen das ich jetzt einfach den ET abwarte und wenn sie dann noch nicht da ist, dann flippe ich aus!

Und siehe da, 2 Tage später platze die FB. Ich habe mich so gefreut und die Hebamme angerufen. Da ich dieses Mal vorgesorgt und eine beleghebamme hatte. Sie kam untersuchte und stellte fest das der Blutdruck viel zu hoch war 176/116 also doch ins KH. Mist! Na gut, immerhin gehts los und das KH verlasse ich definitiv mit meiner Tochter im Arm. Ich war ganz entspannt. Ich kannte ja alles von letzen Mal. Bezog mein Einzelzimmer und musste an ctg. Keine Wehen und es wurde erst alternativ angestupst. Mit Quarzpulver. Das machte mir Wehen. Aber die waren nicht so schlimm. In der Nacht wurden sie schlimmer. Nach einem Blick auf die Uhr sah ich, das sie alle 3 Minuten kamen. Aber sie dauerten nur 30 Sekunden. Ich ging dann zum Kreißsaal und unterhielt mich mit einer der Hebammen. Die sagte das es definitiv zu kurz ist und ich laufen gehen soll. Das habe ich auch gemacht. Aber die Wehen wurden weniger. Erst 5, dann 7, dann 9 Minuten. Blöd. Also ins Zurück ins Bett. Ich weis noch das ich mich gefragt habe was los ist. Bei der großen Tochter war ich recht schnell in dem Zustand das ich in den Wehen nichts wahr genommen habe. Und hier kam ich nicht mal in die Richtung. Am nächsten Tag wurde mit Akupunktur eingeleitet. Das war richtig gut! Das 2. Nadeln 2 Stunden später habe ich nicht machen können weil ich nicht sitzen oder liegen konnte während der Wehen. Und war deshalb total überrascht als meine Hebamme da stand. Die Entzündungswerte waren zu hoch. Es muss eingeleitet werden. Ich habe die Patentante der großen angerufen und natürlich meinen Mann. Es hat wirklich gedauert bis er da war. Aber ich habe mir nichts dabei gedacht. Die Hebamme hat mich an den Wehentropf gehängt. Weil der MuMu seit gestern bei 2-3 cm war. Hätte ja schnell gehen können. Ich durfte an mein geliebtes Seil. Mein Mann fragte ab und an ob ich was trinken will. Also alles gut. Eigentlich. Außer das die Wehen sich nicht richtig anfühlten. Natürlich tat es weh, sie kamen regelmäßig aber auch hier kam nicht dieses „alles scheißegal Gefühl“ auf. Meine Hebamme hat in einer wehe Nach dem Kopf Gefühlt. Das hat so weh getan. Und das ich sie nicht weg getreten habe, halte ich für pure Körperbeherrschung. Meine Tochter rutschte einfach nicht tiefer. Die Herztöne wurden zunehmend schlechter. Und ich sollte mich auf die L Seite legen. Der Horror. Wehen im Liegen. Ich lag vielleicht 20 min auf der Seite. Quetschte meinem Mann die Hand und nach dem die Hebamme wieder mit dem CTG Zettel raus rannte, habe ich zu meinem Mann gesagt: etwas stimmt nicht. Die kommt rein und sagt Kaiserschnitt! Und so war es auch. Die Hebamme brachte die Oberärztin mit. Sie fühle auch noch mal in einer Wehe. Oh aua!!! Und dann sagte sie, das meine Tochter einfach nicht in den Geburtskanal kommt. Man weis nicht warum aber sie würde einen KS empfehlen. Da die Herztöne der kleinen bei den Wehen schlechter werden. Ich sagte nur: natürlich machen wir dann einen und es hat bestimmt einen Grund warum sie nicht runter kommt.

Es schneite der Narkose Arzt rein, fragte ob ich das hören will oder einfach unterschreiben. Ich hab einfach unterschrieben. Der Arzt der den Eingriff machen würde kam und hat mir auch was erklärt. Das habe ich auch unterschrieben. Und während der ganzen Zeit war meine Hebamme hektisch am vorbereiten. Das hat mir mehr Angst gemacht als alle möglichen Risiken. Der legen des Katheters war nicht schlimm. Auch die PDA war nicht schmerzhaft. Ich hatte Angst weil es alles so schnell ging. Mein Mann durfte Gott sei dank mit und nach ein paar Minuten hörten wir den Schrei. Tessa Sophie war da🎉🎉🎉 sie hatte die Nabelschnur 2 x ganz stramm um den Hals und kam deswegen nicht runter. Die Hebamme und mein Mann verschwanden kurz. Und brachen mir ein kleines Bündel mit ganz vielen dunklen Haaren am Hinterkopf. Das war neu. Die große hatte keine Haare bei der Geburt. Nach ein paar Minuten musste ich mein Baby aber aus der Hand geben. Ich habe aufgrund der Medikamente so stark gezittert das ich sie nicht halten konnte.

Nach dem Nähen durften wir wieder in den Kreissaal. Und mein Mann erzählte mir warum er zu spät kam. Die Patentante war so aufgeregt das sie jemanden hinten drauf gefahren ist 🙈 Gott sei dank nur Blechschaden.

Ich bin sehr froh das es die Möglichkeit eines Kaiserschnitts gibt. Sonst hätte Tessa und auch vielleicht ich die Geburt nicht überlebt. Aber ich würde immer die natürliche Geburt vorziehen. Nach dem KS konnte ich erst am nächsten Tag aufstehen. Den blöden wehentropf für die Nachwehen, werde ich auch nicht vergessen. Ich war so hilflos, hatte Schmerzen und konnte mein Baby einfach nicht selbst versorgen. Und sollte jemals eine 3. Geburt anstehen, plane ich einfach einen 10 Tage Aufenthalt im KH, vielleicht komme ich dann zu einer ambulanten Geburt.

Ich danke allen die es bis hier her geschafft haben. Aber es war mir wichtig alles nieder zu schreiben. Ich hadere nicht wirklich mit dem KS aber ich mag auch nicht darüber reden.

Tessa Sophie 24.11.17💕16:23💕3210g💕49cm💕KU 33,5 cm

Liebe Grüße
Lilli mit Stella und Tessa

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Erstmal herzlichen Glückwunsch zur gesunden Tochter ( das ist ja das wichtigste)

Ich wollte dir gerne antworten , weil sich es so anhört als knabberst du doch noch ziemlich an der Geburt.

Du kannst dir mal den geburtsverlaufsbericht schicken lassen und den dann zusammen mit einer nachsorgehebamme durchgehen . Mir hat das geholfen weil ich genau wusste was passiert ist und nicht so im dunklen war .

Alles gute für dich und deine Familie

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Vielen Dank 😊

Ich weis ja was passiert ist. Es war notwendig. Einfach weil sie. Ich ins Becken kam, durch die Nabelschnur, die so fest um ihren Hals war. Ich glaube mein Problem ist so die Zeit danach gewesen. Es war halt alles so anders. Bei der großen bin ich sofort duschen gegangen. Ich konnte sie wickeln, mir ihr sogar spazieren gehen im KH. Und bei Tessa hab ich einfach darauf gewartet das es Nicht mehr so weh tut. Damit ich mich endlich um sie kümmern konnte. Ach alles in einem wollt ich einfach nie einen haben.

Aber ich stimme dir voll und ganz zu. Hauptsache es geht uns gut! Und das tut es😊 sie ist so toll und es Ist so als ob es nie anders war.

Vielen lieben Dank und liebe Grüße

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Ich weiß nicht, ob Dir meine Worte helfen, aber wenn Du um die 30 bist, wirst Du noch die nächsten 50 Jahre Mutter sein.

Es ist nicht so gelaufen, wie Du es wolltest, das verstehe ich, dass das einfach Zeit braucht. Auch Zeit um realisieren und verarbeiten. Das ist so und das kann man auch nicht kleinreden. Nimm Dir diese Zeit.

Aber versuche vielleicht auch dankbar zu sein, dass alles glimpflich ausgegangen ist. Es war ein KS, Du wolltest keinen, okay. Nachvollziehbar. Und neben dem Wehen-Gedöns hast Du zusätzlich eine OP ertragen müssen. Auch nicht gut. So hätte es nicht sein sollen, wer will das schon?

Aber ihr lebt beide, ihr seid gesund, Dein Kind hat keinen Schaden davongetragen und Deine KS-Narbe wird auch verheilen, und Deine Seele braucht halt einfach etwas Zeit, um anzukommen und das ist vollkommen ok.

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