Unser Geburtsbericht und KEINE ANGST VOR PDA

Ich als Erstgebärende konnte meine Gefühle gar nicht richtig einordnen. Erst mal war die große Freude da, unsere kleine Tochter bald endlich im Arm halten zu können, auf der anderen Seite aber hatte ich riesige Angst vor der Entbindung. War aber alles umsonst.

Am ersten Wochenende, das ich im Krankenhaus verbracht habe, war ich nur zum Wehenbelastungstest drin. Nichts geschah, alles ok, konnte wieder nach Hause.

Am nächsten Wochenende sollte ich wieder ins Krankenhaus, da ich 3 mal in der Woche zum FA musste, der CTG machte. Meine Tochter war allerdings viel am Schlafen, von daher dachte er wohl, es sei das beste, wenn ich wieder zur Beobachtung ins Krankenhaus ginge. Gesagt, getan.
Am 20. November war der Stichtag. Der war dann nun seit gestern um, dachte ich mir. Im Krankenhaus war natürlich nichts, keine Wehe, kein gar nichts. Prima. :-( das ganze Wochenende über nichts.

Der Arzt wollte mich wieder nach Hause schicken, da ich ja noch ein paar Tage Zeit hatte. Ich war am protestieren. Wieder nach Hause und demnächst wieder ins Krankenhaus?? Zum 3. Mal?? Da hatte ich keine Lust mehr zu. Also entschied er sich, mir eine Geltablette zur Wehenförderung zu geben.

Den ganzen Tag über tat sich überhaupt nichts. Bis ich abends zum CTG musste: Ein leichtes Ziehen, ich dachte: JUchuuu!! es tut sich was. War aber nicht viel. der Mumu war 1 cm offen.

Also ging ich einwenig baden. tat höllisch gut, habe mich richtig wohl gefühlt. Wollte am liebsten gar nicht mehr raus. Nach dem Bad die nächste Untersuchung: Der Mumu war nun schon auf 4 cm geöffnet. Mein Mann war froh zu hören, dass sich was tat. Ich freute mich auch, denn ich hatte noch keine Schmerzen - doch zu früh gefreut!! #schock

Ich war aufgeregt. Tierisch aufgeregt. Abends hat mir meine Hebamme eine Tablette gegeben, so konnte ich einwenig schlafen. Lag während des Schlafens allerdings auch nicht mehr auf meinem Zimmer sondern im Kreissaal. #gaehn Mein Mann konnte also erst mal nach Hause fahren.

Am nächsten Morgen wurde ich gegen 4:30 Uhr wach. Wußte erst gar nicht, wo ich war. Und dann: AUA. Was für ein Ziehen im Bauch. #schock Die Schwester meinte, ich solle mal auf mein Zimmer gehen, kann in aller Ruhe ins Bad verschwinden und dann langsam wieder kommen. Langsam war wohl das Richtige Wort. Ich kam fast gar nicht voran, lief da wie eine Hexe mit riesem Buckel über den Flur. Im zimmer angekommen rief ich sofort meinen Mann an und #bla quasselte ihm érst mal die Ohren zu. Dann schlich ich wieder wie eine Schnecke zurück in den Kreissaal. Mumu war 8 cm offen.

Ich hatte Pinne. Man konnte es aber trotzdem irgendwie aushalten. Ein irre komisches Gefühl im Nachhinein. Mein Mann kam und die Hebamme wollte mir den Einlauf verpassen. #schock Kam gar nicht in Frage. Nach langem Diskutieren hatte ich dann mein Recht durchsetzen können. Ich verlangte die PDA. Aber schon wieder stand ich im Zwiespalt meiner Gefühle. Einerseits angst vor stärker werdenden Schmerzen, adererseits auch Angst vor dem Setzen der PDA, war aber umsonst. #freu Ich habe nichts gemerkt. Auf einmal war der Rücken kalt und das wars auch schon.

Die Blase wurde gesprengt. Grünes Fruchtwasser!! Oh Mist.

Trotz allem war ich die Kaiserin im Kreissaal. Habe mit meinem Mann Zeitung gelesen, konnte einwenig schlafen, als mein Mann zwischenzeitlich auf den Weihnachtsmarkt ging. Als er wieder da war, ärgerte er mich, indem er mir erzählte, was er alles gegessen hat, da ich ja schon seit abends nichts mehr bekam. Ich fragte die Hebamme, wie lange es wohl noch dauern würde. Sie meinte, so in 4 bis 5 Stunden dürfte unser Kind dann da sein. 10 Minuten später war Schichtwechsel und meine Lieblingshebamme kam. Sie guckte auf das CTG und meinte, toll Daniela. Wir pressen gleich. HÄ?#kratz Gerade war die Rede von 4 - 5 Std und sie sagt; wir pressen gleich??

Also pressten wir!! Wir pressten und pressten und pressten. Dann wurde die Ärztin geholt, ich bekam schon alles nur noch ganz leicht mit. Nicht mehr reell irgendwie. dann merkte ich ein brennen. Ich war gerissen. Aber nichts dramatisches. Und auf einem Mal gab es ein Flutsch, der Bauch war weg, der Druck nicht mehr da, und unser Baby lag dort!! Ich habe das erst gar nicht richtig mitbekommen. Es war herrlich. Ich hätte die ganze Welt umarmen können#fest

Nachdem unsere kleine Michelle gebadet , untersucht und vom Papa ordentlich geknuddelt wurde, habe ich sie endlich in den Arm gelegt bekommen und sie hatte direkt Hunger!! Einfach wunderschön.

1

Deinen Geburtsbericht finde ich sehr schön und hilfreich. An einigen Stellen musste ich unweigerlich schmunzeln, weil er so schön geschrieben ist. Ich erwarte auch mein erstes Kind, habe aber noch sehr viel Zeit, bis zum ET. Meine Angst vor der Entbindung ist auch ziemlich groß, und auch ich habe bereits jetzt über die PDA nachgedacht. Man liest ja sehr unterschiedliche Dinge. Von "wirkungslos" bis "war super". Wirkte die PDA bei Dir auch noch während der Austreibungsphase?

Alles Gute mit Deinem Baby.

lg

2

Es geht ja nicht um Angst vor der PDA, es geht um die eventuellen Folgen bis hin zu einer Querschnittslähmung durch eine PDA. Leider viel zu wenig bekannt.