Meine Wunschgeburt nach einem Kaiserschnitt

    • (1) 14.04.19 - 21:03

      Hallo ihr Lieben.

      Mein kleines zweites Wunder ist nun auch schon ein halbes Jahr alt - die Zeit vergeht so schnell - und ich möchte euch meine Erfahrung mitteilen.

      Mein erstes Kind kam 2016 mit einem sekundären Kaiserschnitt zur Welt. Es wurde eingeleitet (viel zu früh, würde ich heute nicht mehr machen) aufgrund eines Gestationsdiabetes. Kind wurde auf über 4 Kg geschätzt und laut Ärzte zu groß für meinen Körper für eine Spontangeburt, wenn noch länger gewartet wird. Dann Schlechte Herztöne, obwohl MM schnell bei 10 cm und auch PDA. Also ab in den OP, ich durfte mein Kind erst 3 Stunden nach der Sectio haben, nachdem ich im Aufwachraum mein Bein heben konnte und somit beweisen konnte, dass die Anästhesie rückläufig ist.
      War alles nicht schön und ich hatte Wochen lang mit dem ungewollten Kaiserschnitt zu knabbern.
      Kind hat übrigens nur 3,3 Kg gehabt, 8 Tage vor ET.

      Dann wurde ich wieder schwanger, dieses Mal war alles anders, wahrscheinlich durch meine Erfahrungen. Zu Beginn der Schwangerschaft habe ich sogar überlegt gleich einen Kaiserschnitt machen zu lassen - aus Angst wieder enttäuscht zu werden und es wird eine sekundäre Sectio. Und weil nicht ausgeschlossen wurde, ob mein Becken zu schmal für eine spontane Geburt ist.
      Aber ich habe mit vielen im Vorfeld geredet, auch der Chefarzt hat viel zuversichtlicher geredet als vor der ersten Geburt. Ich hatte leider wieder einen leichten Gestationsdiabetes und somit Angst, dass das Kind wieder größer und schwerer geschätzt wird.
      Bei dieser Schwangerschaft musste ich nur ein Mal mich in der Klinik untersuchen lassen wegen dem Diabetes. Bei der ersten Schwangerschaft war ich 5-6 mal dort, was mich auch verrückt gemacht hat.

      Meine Hebamme hat mir auch Mut gemacht und gesagt, dass die zweite Geburt meistens alles wieder gut macht. Zusätzlich habe ich das Buch “Meine Wunschgeburt nach Kaiserschnitt“ gelesen und es stand für mich fest, dass ich es spontan versuchen möchte. Ich hätte es mir nie verziehen, es nicht versucht zu haben. So groß war mein Wunsch, einmal im Leben eine Spontangeburt zu erleben.

      Dann rückte der ET immer näher. Wir waren noch im Umbau von unserem Obergeschoss. Das sollte fertig sein, wenn das zweite Kind da ist. Bisher hatten wir zu dritt in einem Zimmer unten geschlafen. Wir wollten noch den Großen in sein erstes eigenes Zimmer mit großem Bett eingewöhnen. Es war Wochenende. Mein Sohn wollte das erste Mal (!) ganz alleine einschlafen zum Mittagschlaf. Zum Kaffee waren meine Schwester und ich noch bei Familie. Meine Schwester hat noch gescherzt, dass es toll wäre, wenn es dieses WE noch los gehen würde, da ihr Lebensgefährte nicht da war und sie nicht von Arbeit verschwinden muss, wenn sie sich um unseren Großen kümmern muss bei der Geburt.
      Abends das gleiche, unser Sohn wollte alleine einschlafen. Zweimal an einem Tag, das gab es in zwei Jahren noch nie! Mein Mann und ich haben oben noch etwas am Kinderzimmer gearbeitet bis 21:30, bis ich total müde war und noch auf die Couch gelegen bin. Da hat meine Freundin mir eine Nachricht geschrieben “Ich wünsche dir eine tolle Geburt“. Einfach so. Ich bin natürlich erschöpft eingeschlafen, habe nicht mal gemerkt, dass mein Mann auch ins Wohnzimmer gekommen ist. Bis ich um 23 Uhr aufgewacht bin - Blasensprung! Mein Mann und ich hatten gar keine Lust :) er den ganzen Tag gearbeitet, ich war total k.o. und es ging wieder auf die Nacht hin los. Ich sofort meine Schwester angerufen, Handy aus. Dann habe ich meinen Schwager angerufen, der auf einem JGA war, und er konnte meine Schwester erreichen...Sie hat gedacht, dass ich jetzt scherze, mein Schwager hat auch dann kaum mehr was getrunken, weil er aufgeregt war :-)
      Ich bin schnell unter die Dusche, Wehen fingen an und um 0:15 war ich am CTG. MM erst 1 cm auf. Wehen wurden stärker. Ich wurde mit meinem Mann in ein Zimmer geschickt, habe es aber nur bis 2 Uhr dort ausgehalten. Dieses Mal habe ich mich bewusst gegen eine PDA entschieden und wollte stehen, damit die Schwerkraft mithilft. Ich wollte spontan entbinden. Im Liegen konnte ich die Wehen kaum aushalten. Ab 2 Uhr hatte ich eine Wehe nach der anderen. Ich habe sogar meine Angst vor einer möglichen Uterusruptur verloren. Bzw habe gar nicht daran gedacht.
      Um 3 Uhr MM bei 3 cm und ich “neeeiiiin“, das kann doch nicht sein bei den Wehen. Ab 2 Uhr waren wir im Kreißsaal, wir waren die einzigen, die junge Hebamme (war beim ersten Sohn noch in Ausbildung)hat mich machen lassen. Es war alles ruhig (bis auf mich) und total schön. Um 3:45 habe ich gedacht, ich muss stinkern. Aber ich habe gewusst, das sind Presswehen. Aus Erzählungen von Freundinnen, die schon eine Spontangeburt hatten.
      Ich habe nach der Hebamme gerufen, da mein Mann nur am Schlafen war, sie schaute nach meinem MM und war total erstaunt. 10 cm, sofort ins andere Zimmer, sie sagte es geht los. Ich war so glücklich. 20 Min später um kurz nach 4 Uhr war mein zweiter Schatz da. Es war ein tolles Gefühl, es geschafft zu haben.
      Meine Hebamme hat mich machen lassen, hat mich Pressen lassen, mich nach meinem Gefühl entscheiden lassen. Auch sie hat mich “gelobt“, dass ich es im Prinzip alleine geschafft habe.
      Zur Frühschicht kam dann sogar meine betreuende Hebamme, die auch noch im KH arbeitet...es war einfach alles perfekt. Meine persönliche Traumgeburt.

      Vor allem ging alles so schnell und irgendwie haben es alle geahnt oder gefühlt, mein Sohn, der alleine einschlafen wollte, meine Schwester und meine Freundin, die mir eine schöne Geburt wünschte...und das zwei Wochen vor dem ET!

      Bitte lasst euch nicht verrückt machen mit dem geschätzten Geburtsgewicht und allem drum herum. Ich war in der ersten Schwangerschaft naiv. Beim zweiten wusste ich genau was ich möchte.
      Ihr könnt es auch schaffen.

      Die zwei Wochen zum ET haben uns leider gefehlt, aber in der Elternzeit sind wir im Obergeschoss fertig geworden :)
      Und mein großer Sohn schläft natürlich nicht mehr alleine ein, das war wirklich nur an dem Tag vor der Geburt. Aber alles ok so :)

      Alles Liebe Feli

      • (2) 15.04.19 - 20:54

        Hallo Feli, herzlichen Glückwunsch! Das ist echt eine Meisterleistung von dir und so schön zu lesen... #herzlich:-)#danke

        • (3) 16.04.19 - 19:38

          Dankeschön

          Ich habe diesen Beitrag schreiben möchten, um anderen Mut zu machen.
          Ich wurde ganz oft nach der Geburt gefragt “Wie du hast normal entbunden? Heißt es nicht einmal Kaiserschnitt, immer Kaiserschnitt?“
          Leider denken so immer noch ganz viele Menschen, obwohl es total veraltet ist.

          Ich selbst habe hier auch gerne die Geburtsberichte gelesen, bei denen es geklappt hat mit einer Spontangeburt nach vorausgegangener Sectio. Diese haben mir immer Mut gemacht, das es klappen kann.

          Grüße :)

          • Deine Geschichte klingt fast haargenau so wie meine - nur dass die 2. Geburt noch bevorsteht. Ich hoffe dieses Mal auch, eine Spontangeburt erleben zu dürfen.

            LG

      Ich hoffe nach meiner 1. Geburt mit Kaiserschnitt diesmal auch auf eine spontane Geburt.
      Hast Du zufällig das Buch noch welches Du gelesen hast und würdest es verkaufen?
      Ich würde es auch zu gerne lesen, aber der Neupreis ist mir einfach zu teuer. Hab es bisher leider noch nicht gebraucht gefunden.

      Liebe Grüße von Maria mit Löwenjungen an der Hand (fast 3) und kleinem Babyprinz im Bauch (31+3)

      • Hallo,

        Ich habe es leider schon verkauft. Habe eben bei ebay Kleinanzeigen geschaut. Da wird es für viel Geld angeboten. Fast unverschämt...aber Buchversand ist ja günstiger. Und denke dran, du kannst es für den gleichen Preis fast wieder verkaufen. Es lohnt sich!

        Eine ganz tolle Geburt wünsche ich dir.

        Grüße

Top Diskussionen anzeigen