Von wegen, die zweite Geburt geht schneller...

    • (1) 31.07.19 - 23:29

      Hallöchen Zusammen,

      vor vier Jahren, in der Schwangerschaft meiner ersten Tochter, habe ich es geliebt, hier die tollen und spannenden Geburtsberichte zu lesen. Anschließend habe ich meinen hier selbst niedergeschrieben. In der zweiten Schwangerschaft, die bis April diesen Jahres ging, war es natürlich nicht anders. Also möchte ich auch jetzt wieder, einigen Schwangeren das Zeit vertreiben "versüßen" 😅 oder eher die Angst vor der Geburt nehmen ☺️

      Also, es war meine zweite Geburt. Der errechnete Termin war der 15.04.2019. Meine erste Tochter war übrigens eine Punktlandung 💪

      Die Schwangerschaft verlief im Gegensatz zur ersten, total beschissen. Ein auf und ab. Die ersten 14 Wochen habe ich nur gespuckt. Drei Tage habe ich sogar im Krankenhaus am Tropf verbracht. Das war super, den hätte ich gerne mit nach Hause genommen. Die Idee fand die Schwester aber gar nicht so witzig, komisch. Alle um mich herum sagten, die Übelkeit lässt bald nach. Ja, nachgelassen hat sie, leider aber erst nach 40 Wochen. Zum Ende der Schwangerschaft haben mich dann echt üble Symphysen Schmerzen geplagt mit Physiotherapie Behandlung und Gürtel... Aber gebracht hat das alles recht wenig. Meine Frauenärztin hat sogar versucht mich deshalb kurz vor der Geburt einleiten zu lassen, aber im KH wurde ich nur belächelt und durfte mir immer wieder das selbe anhören, wie haben sie schon einen Gürtel? Haben sie schon Physiotherapie versucht? Haben sie eine Haushaltshilfe beantragt? Und und und... Nein, natürlich habe ich noch nichts versucht, deshalb möchte ich auch eine Einleitung. Nachdem ich aber drei mal umsonst ins Krankenhaus gefahren bin, um eine Einleitung zu besprechen, habe ich dann gesagt, dass ich den Schmerz einfach aussitze. Das Ende war ja bereits in Sicht. Am Donnerstag Nachmittag den 11.04.2019 hatte ich dann auf einmal ein ganz komisches Gefühl und die kleine lag total quer in meinem Bauch. Ich konnte mich nicht mal richtig aufsetzen. Meine Schwiegermutter ist dann mit mir ins Krankenhaus gefahren um das abklären zu lassen. Zum Glück war aber natürlich alles in Ordnung. Da wir ja aber schonmal im Krankenhaus waren, bat ich den Arzt, eine Eipollösung zu machen. Damit stupsen wir an, aber die kleine entscheidet trotzdem selbst, ob sie kommt oder nicht. Man sagt ja, das Kind kann dann innerhalb der nächsten 48 Stunden auf die Welt kommen. Das wäre dann bei uns am Samstag Nachmittag um 15 Uhr der Fall gewesen. Bei meinem Glück, tat sich natürlich nichts. Um halb 4 am Samstag Nachmittag, spielte Werder Bremen und mein Mann saß im Wohnzimmer zum Fußball schauen. Ich machte noch etwas dies und das und setzte mich zwischendurch zu ihm, bis es irgendwann anfing immer wieder zu ziehen. Bei meiner ersten Tochter ist von jetzt auf gleich die Fruchtblase geplatzt, daher kannte ich es nicht wie sich anfängliche Wehen anfühlten. Um 18 Uhr sind wir dann noch mit einigen aus der Familie zusammen essen gegangen. Mein Handy lag auf dem Tisch und ich habe schön die Zeiten der Wehen gemessen. Aber zum Buffet laufen und essen ging noch voll klar. Als wir wieder Zuhause waren, wurden sie dann doch etwas schlimmer, sodass wir Schwiegermutter anriefen, dass sie die Große abholt. Gesagt, getan. Um 23 Uhr entschlossen wir uns dann in die Klinik zu fahren. Dort angekommen, war ich gerade mal bei 2 cm. Ich hatte mir etwas mehr erhofft, konnte es ja aber leider nicht ändern. Also gingen wir etwas spazieren und ich bin ordentlich Treppen gestiegen. Das ganze brachte mir bei der Untersuchung um 1 Uhr, einen ganzen Zentimeter. Wow oder? Ich dachte, ich kipp hinten über. Auf dem Ctg war ordentlich was los, aber der kleinen ging es super. Also sind wir nochmal etwas spazieren gegangen, in der Hoffnung, dass noch irgendein Automat eine Flasche Cola für uns hätte. Wir waren total müde und hätten gerne etwas koffeinhaltiges getrunken. Aber es war nichts zu machen. Keine einzige Cola mehr im Automaten. Gegen 4 Uhr bekam ich dann eine PDA und war bei 4 cm. Zumindest konnten wir dann etwas entspannen und ich bin sogar für einige Momente eingeschlafen. Kurz vor 6 war dann Schichtwechsel. Die alte Schwester hat mir noch einen Wehentropf angeklemmt und nachgeschaut - jetzt waren wir immerhin schon bei 6 cm. Mein Mann und ich haben schon gesagt, wir sind froh wenn sie zumindest bis 12 Uhr da ist. Waren aber nicht sehr optimistisch, bis die Schwester um kurz vor 8 rein kam und sagte, jetzt schauen wir mal und öffnen die Blase. Vor dem Öffnen war ich bei 7/8 cm und nach dem öffnen sagte und dehnte sie gleichzeitig, "8 cm, 9 cm, 9,5 cm... So und jetzt holen wir die kleine, dann habe ich schon drei vor dem Frühstück fertig". Ich habe gedacht, ich höre nicht richtig 😂😂 durch die PDA waren meine Beine so taub. Das rechte schlimmer als das linke. Wenn ich mich umdrehen wollte, musste mein Mann meine Beine umlegen. Ich hatte gar kein Gespür mehr darin. Dementsprechend schmerzfrei war ich aber auch 😂 die Hebamme sagte dann, dass ich pressen soll. Aber wie denn, wenn man nichts mehr spürt? Sie musste mir dann etwas die Richtung zeigen und schwupp die wupp war die kleine nach keinen 10 Presswehen, oder eher pressen ohne wehen, ohne Gespür, da 😍 Die Hebamme war echt klasse, ich habe mich gar nicht verletzt und durch die PDA wirklich null Schmerzen. Als wäre nichts gewesen. Aber die lange Zeit hat schon echt gezerrt. In dem Moment war mir das aber alles egal. Unsere kleine Jule war da und machte unsere Familie dadurch komplett. Sie war 50 cm groß, wog 3460 Gramm und hatte einen Kopfumfang vom 34 cm. Und genau um 08:18 Uhr machte sie uns am 14.04.2019 das zweite mal so glücklich, wie noch nie zuvor in unserem Leben.

      Es gibt Momente im Leben, die auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber verlieren.

      💞

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