Meine Traumgeburt im Geburtshaus

    • (1) 10.08.19 - 20:42

      Noch bevor ich Schwanger wurde, stand für mich fest, im Geburtshaus entbinden zu wollen. Ich habe damals nach der Geburt meines Sohnes keine Ruhe im KH gefunden. Es war immer etwas los und ich war nach den Tagen im KH einfach nur unendlich müde. Ich freute mich irre auf MEIN Zuhause, MEIN Bett und RUHE.

      Die Schwangerschaft mit meiner Tochter war komplikationslos. Ich hatte zwar einen erhöhten Widerstand eines Gebärmuttergefäßes, aber dies hat sich im Verlauf bis in den Normbereich gebessert. Auch ein White Spot am Herzen meines Kindes, war im nachhinein nur eine Laune der Natur.

      Mir ging es bis zum Ende der Schwangerschaft körperlich gut. Nur etwas Wasser plagte mich. Auch war ich schneller erschöpft, aber sonst fühlte ich mich fit.

      Ich hatte wie bei meinem Sohn keine Senk- oder Vorwehen. Bei 41+0 wachte ich Nachts (2 Uhr) auf, weil mein Slip nass war. Ich dachte mir erst nix dabei, machte mich frisch und ging wieder zu Bett. Nach 20 min. das selbe Spiel. Als ich im Bad war tropfte es. Da klingelte es bei mir. Trotzdem machte ich einen pH-Test. Dieser zeigte eindeutig an, dass ich Fruchtwasser verlor.

      Ich weckte meinen Freund und sagte ihm, dass es wohl eindeutig heute los geht. Er musste das erst einmal registrieren und richtig wach werden. Ich rief meine Hebamme (Loryn) an. Diese meinte, ich soll versuchen weiter zu schlafen und Kraft tanken. Wir verabredeten uns zwischen 12/13 Uhr im Geburtshaus. Es sei denn ich würde eher kommen wollen. Ich informierte noch meine Mutter, die sich während der Geburt um unseren 4jährigen Sohn kümmern sollte. Ich brauchte eine ganze Weile um wieder in den Schlaf zu finden. 100 Fragen schoßen mir durch den Kopf. Gegen um 7 brachte mein Freund unseren Sohn in die Kita. Mir ging es noch gut und ich verspürte keine Wehen. Gegen 7:15 Uhr war meine Mutter vor Ort und wir frühstücken alle in Ruhe. Gegen 8 Uhr verspürte ich das erste Ziehen. Ich hat noch dies und jenes im Haushalt zu tun und vertrieb mir die Zeit damit. Außerdem war ich so in Bewegung und die Wehen wurden stärker und regelmäßiger.

      Ich dusche mich noch und ging gegen 11 Uhr mit meinem Freund eine Runde durch die Gärten. Hier musste ich ab und an stehen bleiben und veratmen. Er hätte mich am liebsten sofort ins Geburtshaus gebracht. Aber ich wollte unbedingt diese Runde fertig laufen. Gegen 11:40 Uhr fuhren wir los. Es war wie verhext, denn jede zweite Ampel war rot. Es war mittlerweile schon recht schmerzhaft wenn eine Wehe kam und diese verspürte ich wie schon bei meinem Sohn im Rücken. Ich versuchte ruhig zu bleiben und meinem Freund etwas die Anspannung zu nehmen. Einen Unfall konnten wir jetz nicht gebrauchen und die vielen roten Ampeln mussten wir in Kauf nehmen. Gegen 12:15 Uhr waren wir endlich im Geburtshaus.

      Loryn begrüßte uns und war erfreut das ich starke und regelmäßige Wehen hatte. Schließlich tickt die Uhr, wenn die Fruchtblase nicht mehr intakt ist. Ich legte mich hin und der Befund ergab, dass der Mumu 4-5 cm eröffnet war. Hätte ich das gewusst, wäre ich wohl eher ins Auto gestiegen. Das CTG zeichnete die Wehen auf und die Herztöne waren auch i.o. Die Wehen steigerten sich immer mehr und waren mittlerweile sehr schmerzhaft. Meine Kommunikation funktionierte nur noch bedingt. Im vierfüssler veratmete ich und mein Freund massierte mir den Rücken. Gleichzeitig hielt Loryn meine Hände und half mir beim Atmen. Diese Anleitung half mir sehr. Irgendwie schaffte ich es mit Hilfe von meinem Freund und Loryn in die Wanne.

      Auf dem Weg dahin musste ich durch die Wehen immer wieder pausieren. In der Wanne war der Mumu fast offen. Es war nur noch ein kleiner Saum der fehlte. Die zweite Hebamme war nun auch schnell vor Ort. Die Presswehen waren sehr intensiv denn das Köpfchen drängelte sehr. Loryn fragte mich ob ich den Kopf berühren wollte. Aber ich war zu fokussiert und mit mir und den Wehen beschäftigt. Nach ein paar Presswehen war das Köpfchen dann auch schon geboren und mit der letzten war unsere Tochter komplett geboren (13:25 Uhr). Sie wurde mir sofort auf die Brust gelegt. Schrie nur ganz kurz und suchte schnell noch in der Wanne meine Brust. Ich war fix und alle und musste erst einmal registrieren, dass ich so eben zum 2. mal Mutter geworden war.

      Ich legte unsere Elena noch in der Wanne an, da dies förderlich war um die Plazenta zu gebären. Diese kam dann ca. 10 min später. Danach stieg ich mit Hilfe aus der Wanne. Elena kuschelte auf dem nackten Oberkörper des Papa's. Die Plazenta pulsierte währenddessen aus. Ich wurde von den Hebammen in dieser Zeit versorgt. Ich hatte ein paar Schürfwunden die aber nicht weiter schlimm waren und nicht zwingend hätten genäht werden müssen. Anschließend kuschelten wir drei mit Elena und sie saugte friedlich an meiner Brust. Es war schön in aller Ruhe ankommen zu dürfen. Es war die ganze Zeit alles ohne Stress und Hektik. Mein Kreislauf war stabil und bei Elena zeigten sich auch keine Probleme. Wie waren dem Umständen entsprechend fit.

      Wie verabschiedeten und bedankten uns für die liebevolle Betreuung. Und stiegen gegen 17 Uhr ins Auto. Elena war k.o. und schlief ganz friedlich. Ich war seeehr müde aber glücklich. Auf dem Heimweg kamen wir fast ohne rote Ampel Heim und waren fix Zuhause. Daheim wartete der große Bruder. Jorin war von Anfang an verzückt und liebevoll zu Elena. Wir waren darüber sehr froh und ganz stolz. Die Omi freute sich auch gleich kuscheln zu dürfen.

      Zum Abendbrot saßen wir bei meinem heiß ersehnten Sushi und stießen mit alkoholfreien Sekt an. Es war wundervoll gleich wieder in den vertrauten 4 Wänden zu sein und meine Lieben um mich zu haben. Ich bereue meine Entscheidung so entbunden zu haben nicht und würde es immer wieder so machen. Schade das ich bei meinem Sohn nicht schon den Mut dazu hatte. Traut euch Mädels, es ist so viel natürlicher und entspannter im Geburtshaus!

      Elena ist jetzt fast 2 Wochen. Alles gestaltet sich, bis auf etwas Bauchweh bei Elena unproblematisch. Hier noch die Daten:

      Geburtsdatum: 29.07.19 (41+0)
      Gewicht: 3750 g
      Größe: 52 cm
      KU: 35 cm

      Um einiges größer und schwere als der große Bruder (3240 g auf 48 cm). Da staunten wir nicht schlecht.

      Danke fürs lesen! Ich hoffe der lange Text war nicht zu langatmig.

      Liebe Grüße
      Jana :-)

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