Sekundärer Kaiserschnitt nach 20 Std Wehenkampf

    • (1) 26.08.19 - 23:05

      Auch ich möchte meine Geburtserfahrung mit euch teilen.
      Dazu sollte ich vllt sagen, dass die Geburt wirklich nicht schön war, hängt aber hauptsächlich mit dem frustrierenden Entschluss der Oberärztin einen Kaiserschnitt zu machen zusammen, auch wenn es im Nachhinein das wohl sinnvollste war.

      Am 13.8.19 (ET-2) löste sich gegen frühen Nachmittag plötzlich mein Schleimpfropf und ich machte nach Empfehlen meiner Hebamme ein Entspannungsfußbad. Danach hatte ich für etwa eine Std schon regelmäßig Wehen, diese legten sich dann aber so plötzlich wie sie kamen.
      Wir aßen irgendwann ganz entspannt zu abend, mein Mann sagte mir noch er habe im Gefühl, dass es heute nacht noch los geht, ich sagte nur: hmm fühlt sich jetzt gerade nicht so an..

      Dann trank ich den letzten Beutel Schwangerschaftstee und dachte noch: ist das nun ein Zeichen?
      Kurz nachdem ich mich gegen 22.00h hinlegen wollte, fingen wieder Wehen an, eigtl direkt recht stark und regelmäßig.
      Der WehenTracker sagte recht früh: mach dich bereit, aber ich wartete noch bis etwa 2.00h, damit mein Mann wenigstens noch ein paar Stündchen schlaf bekommen konnte. Als dann eine Sternschnuppe vom himmel fiel, war es erneut wie ein zeichen, dass es nun losgeht.

      Dann konnte ich aber schon kaum noch laufen und hatte plötzlich unkontrollierten Flüssigkeitsabgang und war unsicher, ob es Fruchtwasser sein konnte, da mir bereits eine woche zuvor gesagt wurde es ist kaum noch etwas da und wenn die Blase platzt kommt nur sehr sehr wenig. Ein Grund mehr loszufahren und es abklären zu lassen.

      20min später kamen wir im KH an und es wurde festgestellt, dass wir noch ganz am Anfang der Geburt stehen, war nur wässriger ausfluss, kein fruchtwasser, wegschicken wollte man mich allerdings nicht mehr, da ja so gut wie kein Fruchtwasser mehr da war und meine Wehen schon so schmerzhaft waren. O-ton: wenn sie in 2 std wieder hier sind bringt es ja auch nichts sie wegzuschicken.

      Die angebotene Schmerztablette sowie das Abendessen erbrach ich erstmal, ein Schmerzzäpfchen half mir auch nicht gegen die Schmerzen und so veratmete ich auf dem Zimmer bis etwa 7.00h morgens irgendwie die Wehen und als gefühlt nichts mehr ging, meldeten wir uns wieder im Kreissaal.
      Dort wurden gerade mal 3cm Muttermundöffnung festgestellt.
      1,5 Std später kam dann die erlösende PDA und dann ging es recht zügig auf 7cm Muttermundöffnung.
      Ab dann tat sich aber gefühlt nur noch in zeitlupe etwas.
      So ungefähr 0,5cm pro 3 Std. Irgendwann hieß es dann schon, falls sich nichts mehr tut kann es sein dass ein Kaiserschnitt gemacht werden muss.

      Buscopan sollte alles weicher werden lassen, hat nicht viel geholfen.
      Wehentropf führte dazu dass die herztöne schlecht wurden, also kurzzeitig wehenhemmer, um einen notkaiserschnitt zu umgehen.
      Lageänderung führte auch nur zu schlechten Herztönen, der kleine lag mit seinem Kopf zu schief im Becken und noch dazu in sternenguckerposition und stieß mit jeder wehe immer wieder mit seiner stirn an den beckeneingang. Irgendwann ertastete man schon ein stirnödem. Durch den fehlenden druck des köpfchens hat sich der muttermund nicht vollständig öffnen können, wenn auch nicht viel mehr fehlte.
      Der druck auf die kindliche fontanelle wurde durch jedes manöver die drehung zu erleichtern zu stark und so lag ich mit immer wieder neu aufzuspritzender pda und trotzdem wehenschmerzen auf dem rücken und konnte nichts tun als hoffen, dass sich irgendetwas verändert.
      Zwischenzeitlich versuchte die Oberärztin noch das köpfchen zu drehen, das tat höllisch weh weil die pda in dem bereich leider nicht saß und bewirkte noch dazu leider gar nichts.
      Der wehentropf wurde von std zu std stärker gestellt, um den kleinen irgendwie nach unten zu bekommen, aber bis auf ein stärker anschwellendes stirnödem bewirkte auch dieser nichts.
      Einen pressversuch wollte man nicht starten, da ja der muttermund nicht vollständig eröffnet war und lt Oberärztin stärkste verletzungen am kindlichen kopf zu erwarten wären.
      Also wurde nach etwa 20 std wehenkampf dann irgendwie über meinen kopf hinweg entschieden, dass ein Kaiserschnitt nun unumgänglich sei, da man ja auch nicht ausschließen konnte, ob die nabelschnur den kleinen immer wieder zurückzieht oder ähnliches und irgendeinen grund würde es schon geben.
      Pda lag ja schon, wurde dann noch nachgespritzt, op team war recht zackig bereit.. inzwischen 20.30h.
      Mein ganzer körper zitterte eigtl nur noch vor lauter erschöpfung und zum glück saß mein mann neben mir und hat meine arme einfach festgehalten und das zittern so verringert.
      20.42h wurde der kleine dann geboren und nachdem wir ihn ganz kurz sehen durften war er auch schon weg, ich wurde vernäht und anschließend wieder in den kreissaal zurück gebracht. Oberärztin sagte mir noch auf dem weg: nabelschnur war in Ordnung man wisse nun auch nicht warum es nicht so funktionieren wollte. Sehr aufmunternd in der Situation.
      Aber ein sehr großes und schweres baby: 57cm, 3750g.

      Irgendwann, gefühlt nach ewigkeiten gab man mir den kleinen zum bonden, allerdings so ungeschickt auf den magen gelegt, dass ich erstmal schauen musste, dass ich ihn nicht vollkotze, da mir reflexartig mein mageninhalt hoch drückte.
      Nach etwa drei std ließ dann irgendwann das zittern nach und ich konnte endlich einigermaßen mit dem kleinen kuscheln und diese fürchterliche geburt versuchen abschließen.

      Letzten endes ist der kleine putzmunter, friedlich und ohne schaden auf die welt gekommen und man kann nicht ausschließen, dass dies auch bei der spontanen geburt so gewesen wäre.

      • Glückwunsch zur Geburt du arme 😘

        Ich hab am Donnerstag 15.8 geboren, habe um einen Kaiserschnitt gebettelt vor Erschöpfung aber die Ärzte haben mich zappeln lassen, zum Glück..
        Haben es noch in letzter Minute geschafft

        • Danke! Dir auch alles liebe zur Geburt!
          Das ist doch toll, dass es bei dir dann doch spontan geklappt hat und ich glaube das haben einige Frauen, dass man unter den Schmerzen nach einem schnellen Ende durch Kaiserschnitt verlangt und nicht weiss, was man da fordert.

          Ich wollte es eigtl gar nicht so, aber nachdem die Oberärztin extra aus ihrem Feierabend nochmal herzitiert wurde und weiterhin wenig Hoffnung machte, dass der kleine es unbeschadet schaffen würde, wurde der Kaiserschnitt einfach gemacht. Auf die Frage ob das ok ist, habe ich nicht geantwortet ...
          Man fühlt sich schon ausgeliefert und frustriert nach so vielen Std der Qual.

          Manchmal weiss man nicht was besser oder schlechter ist, aber ich hoffe einfach die ärzte kônnen es besser einschätzen als man selber.
          Jetzt zählt einfach nur, dass man ein gesundes zufriedenes kind auf die welt bekommen hat.
          Der kampf hat mich und den kleinen total zusammengeschweißt und er hat bis auf den Pressvorgang eine natürliche geburt komplett mitbekommen und vor allem selbst entschieden wann es losgehen soll. Das ist mein Trost.

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