Schwere Geburt von Leon, Schwägerin's Sohn

    • (1) 26.08.19 - 23:53

      Hallo ihr lieben, fleißigen Bienchen,.

      Da ich gerne die Berichte lese und hespannt verfolge wie unterschiedlich jede einzelne Geburt ist, will ich auch einen Beitrag schreiben.
      Ich hoffe, ich darf hier auch einen Geburtsbericht verfassen, auch wenn es nicht selbst mein Kind ist welches zur Welt kam sondern dass meiner Schwägerin N.

      Meine Schwägerin war vor zwei Jahren ungeplant schwanger. Laut ihres Fa hätte sie nicht schwanger werden können. Aber wie dass nunmal so ist, passiert es manchmal einfach.
      Die Schwangerschaft war bis zur 30. Woche schon schwierig. Immer wieder Erbrechen, Kreislaufprobleme und leichte Blutungen. In der 31. Woche kamen dann geschwollene Füße und ein gesteigerter Blutdruck hinzu.
      Da die Werte immer schlechter wurden, wurde N. ins KH bei uns gebracht. Dort kamen sie zum Ergebnis: schweres HELLP-Syndrom.
      N. hat für ihren Jungen die Lungenreife gespritzt bekommen und durfte kaum aufstehen. Eine Woche verging und der kleine Mann machte sich gut im Bauch von N.
      Nachdem N. Nun schon zehn Tage im KH lag, rief mich meine Schwie-Mu an, ob ich nicht mal zu Besuch ins KH zu N gehen könnte. Die Beiden hatten telefoniert und N. war an diesen Tag einfach unruhig. Meine Schwie-Mu wolte einfach ein besseres Gefühl haben, dass einfach jemand nach ihr schaut.
      Ich nach meiner Arbeit fix frische Brötchen eingekauft und ab ins KH, das war 11.50 Uhr.
      Als ich ankam lag N. in ihrem Zimmer und wir unterhielten uns eine Weile über Gott und die Welt. Nach etwa einer halben Stunde sagte sie, dass es im Bauch seit einer Weile regelmäßig zieht, aber nicht leicht sondern gewaltig.
      Ihre Zimmernachbarin witzelte noch, dass es jetzt ja doch schon losgehe und wir ja mal nach der Schwester klingeln könnten. Wir warteten noch eine viertel Stunde ab, dann überzeugte ich N. doch mal beim Kreissaal vorbei zu schauen. Gesagt, getan, wir stapften um kurz nach halb ein Richtung Kreissaal. Alle paar Schritt brauchte N. eine Pause in der sie tief gebückt schnaufte und klagte, dass es blöde Schmerzen seien.
      Nach zehn Minuten hatten wir den ca. 100m entfernten Aufzug erreicht.
      Im Aufzug angekommen klammerte sich N. an mich und schimpfte, wenn sich Wehen so anfühlten, dann will sie kein Kind bekommen. Meine Antwort darauf war dass es dafür jetzt etwas zu spät sei.
      Kurz bevor wir den Stock mit den Kreissälen erreichten ( 3 Stockwerke tiefer als die Wächnerinnenstation) sagte N. plötzlich zu mir, ich glaube ich habe in die Hose gepinkelt oder meine Fruchtblase ist geplatzt. Wir beide in einem Zug den Kopf gesenkt um nachzusehen, es lief tatsächlich etwas ihre Hose runter. Doch leider war es kein Fruchtwasser sondern nur Blut.
      N. hat sofort Panik geschoben (natürlich verständlich in dem Momen), ich hab versucht sie mit den Worten, wir sind gleich im Kreissaal, zu beruhigen.
      Kaum ging die Fahrstuhltür auf, bin ich, die arme Schwägerin allein im Aufzug stehen lassend, in den nächstbesten (zum Glück) leeren Kreissal gestürmt, in dem eine Hebamme gerade sauber machte.
      Aus meinen recht piepsigen Worten (die eigendlich im krassen Gegansatz zu meiner inneren Ruhe standen) entnahm sie dann die Gesamtsituation, krallte sich einen Rollstuhl und zusammen verfrachteten wir beide N. in den Kreißsaal.
      So schnell wie in diesen Moment habe ich noch nie jemanden die Hose mit Unterwäsche ausgezogen.
      Die Hebamme hat über das Notrufsystem einen Arzt dazu geholt, der sich alles angesehen hat. Im Us war nichts als freie Flüssigkeit im Bauchraum zu sehen, den Herzschlag fand er nach ca. einer Minute. Dann ging es eigendlich recht schnell. Der Arzt klärte N. auf, dass jetzt sofort ein Notkaiserschnitt gemacht werden müsste, da sich die Plazenta abgelöst hatte und das Kind sonst nicht überleben würde.
      Während N. über alles aufgeklärt wurde, bat sie mich darum ihren Mann und ihre Eltern zu informieren. Nachdem zitternd alle Papiere unterschrieben waren, war sie auch schon im OP Saal.
      Wie sie mich gebeten hatte, habe ich alle informiert. Ihren Mann habe ich gesagt, er solle langsam machen, wenn er sich auf den Weg macht, denn zu dieser Zeit war er in der Schweiz auf Montage.
      N's Eltern kamen natürlich sofort ins Krankenhaus, wo wir gemeinsam warteten. Um viertel nach eins kam ganz kurz eine Hebamme zu uns, die uns mitteilte, dass der Ks gut verlaufen sei, mehr wurde uns nicht mittgeteilt. Meine Schwiegereltern sind schon fast im Dreieck gehüpft, weil sie keine weiteren Nachrichten mehr bekamen.Der diensthabende Arzt kam gegen 14.20 Uhr zu uns und teilte nach mehrmaligen Bezeugungen meines Schwiegervaters (dass er ja der Vater sei und endlich wissen will was mit Rochter und Enkel sei) mit, dass der Ks soweit gut verlaufen sei. N. hatte Glück gehabt, dass wir schon auf dem Weg in den Kreißsaal gewesen waren, den der Schmert den sie die ganze Zeit hatte, war das Blut dass sich durch die Ablösung ansammelte. Rin paar Minuten später und es wäre evtl schon zu spät gewesen. N. lag nach der Vollnarkose noch im Aufwachraum und hat durch den massiven Blutverlust eine Bluttransfusion gebraucht. Leon musste auf die Neugeborenenintensiv, auf der er beatmet wurde. Sie haben ihm auch gleich eine Magensonde legen müssen, da er sehr schwach war.
      Nach drei Tagen konnte er selbstständig atmen und brauchte keine Unterstützung mehr. Insgesamt war er etwas mehr als 5 Wochen im KH, hat sich aber gut gemacht.

      Mittlerweile ist er zwei Jahre alt geworden und stellt das Leben seiner Mutter, seiner Großeltern, Tante und Onkel auf den Kopf :)

      Offiziel wurde er um 13.09 auf die Welt gevracht.

      Ich wünsche euch allen eine schöne Kugelzeit und/oder Kennenlernzeit

      • Mannomann...da braucht man dann auch erstmal nichts mehr danach. Danke für den Bericht! Ich entscheide mich später, ob dieser Art der Berichte gut - weil man auf alles vorbereitet ist - oder schlecht für mich ist...:-)

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