...und ein letztes mal ganz flott...

    • (1) 06.09.19 - 08:49

      Guten Morgen!

      Hier mein wahrscheinlich letzter Geburtsbericht:

      Schwanger mit meinem 4. Kind und meiner 1. Tochter war ich für den 29.7. ausgezählt. In Ermangelung guter Paten-Ideen (irgendwann gingen uns leider die tauglichen Geschwister und Cousins aus#schwitz) hatte ich meine Schwester zu einer Doppelbelegung als Patentante überredet - vorausgesetzt es wird ein Mädchen (Check#cool) und kommt an ihrem Geburtstag (22.7. - ui, das wird sportlich, aber ich arbeite drauf hin#rofl)
      Nun, der 22. verstrich ereignislos und auch der 29.#augen. Meine Stimmung schwankte vom Keller in dankbare Resignation - es war so schrecklich heiß, da wollte ich weder stillen noch Wochenfluss haben, dann lieber dick und rund alleine unter die Dusche hüpfen.
      Die Untersuchungen bei FA und Hebamme ließen auch nicht hoffen. Mir ging es körperlich blendend, kein Wasser, keine Kreislaufprobleme, keine Atemnot, alles tutti.
      Ich trank also weiterhin fleißig meinen Himbeerblättertee und wartete. #sex half diesmal leider so überhaupt nicht - hatte vorher 3 mal hervorragend funktioniert#kratz
      Am 30. und 31.7 hatte ich dann tatsächlich gegen Nachmittag/Abend im 5 Minutentakt einen harten Bauch, sonst aber auch mal gar nix. Donnerstag dann Ruhe. Am 2.8. dann Termin bei meiner Ärztin. Auf dem CTG eine leichte Wehe, sonst alles ruhig. Sie fragte, was ich von einer Eipollösung hielt. Meine Antwort war, ich hätte drüber nachgedacht, wär mir aber nicht sicher. Sie reagierte mit, gut dann nicht, das war kein eindeutiges "Ja". Daraufhin ruderte ich sofort zurück und stimmte zu.
      Befund war auch erfreulicher als die letzten Male: Muttermund weich und locker 2 Finger durchlässig. Sehr schön. Total aufgeregt und nervös trat ich also den Heimweg an, gab meinem Mann einen Lagebericht, holte meine Jungs bei der Oma ab, versorgte alle mit Mittagessen und gab mich meiner Nervosität hin, während ich versuchte mich abzulenken. Dann kam mein Mann von der Arbeit und verkündete, jetzt hätte ich ihn total nervös gemacht und was denn jetzt wäre#rofl
      Der harte Bauch war auch wieder da, aber sehr unregelmäßig so alle 5-20 Minuten. Also einfach weiter im Tagesgeschäft. Abends noch schnell alle Kinder in die Dusche und dann ab ins Bett.
      Irgendwann wurde ich wach und dachte aua, was für gemeine Blähungen, drehte mich um und schlief weiter. Um 2:36 dann nochmal (dazwischen war ich wieder eingeschlafen). Ich rieb meinen Bauch und da ging mir auf, dass ich ja schwanger bin und auf die Geburt warte#klatsch#rofl#aha. Wehen usw dachte ich, da war ja was#rofl Bin dann zur Toilette und hab mich wieder hingelegt. Diesmal kam die nächste "Blähung" bevor ich wieder einschlief. Nun als Wehe enttarnt fand ich das nicht so heftig oder schmerzhaft, dass ich unruhig wurde. Allerdings hatten sowohl FA als auch Hebamme mehrfach und unabhängig voneinander darauf hingewiesen, dass eine 4. Geburt nach einer fixen 3. (von Blasensprung bis Geburt 3 1/2 Std.) und in so geringem Abstand (19 Monate) sehr schnell gehen könne und ich deshalb besser keine Zeit verschenken solle. Also weckte ich meinen Mann, rief meine Mama an (sie sollte rüberkommen um die Jungs zu hüten) und machte mich im Bad nochmal schnell frisch. Mein Mann trank noch schnell einen Kaffee und packte die fehlenden Sachen in die Kliniktasche. Meine Mama war auch schon da und wir fuhren gleich los. Im Auto unterhielt ich mich locker mit meinem Mann darüber, dass die Wehen weder so stark noch so regelmäßig seien, wie letztes Mal (da konnte ich ohne tönen nicht mehr, war schon total in mich gekehrt und hatte regelmäßig alle 2 Minuten Wehen) und wir uns auf einen längeren Aufenthalt im Kreissaal einstellen sollten. Da überkam mich eine lange heftige Wehe die ich lautstark verarbeitete. Danach wieder irgendwelche Abstände und ganz leichtes Ziehen. Im Krankenhaus angekommen begrüßte uns eine supertolle und liebe Hebamme (die beste, die ich bisher bei einer Geburt dabei hatte#pro#pro#pro) Sie war freundlich, ruhig und hat mich mit all meinen Wünschen gewähren lassen. Das fing damit an, dass ihr vollkommen egal war, ob ich beim CTG liege, stehe, sitze oder sonst was mache. Erstaunt sagte ich, dass ich bei meiner letzten Geburt unbedingt dafür liegen sollte. Das erstaunte wiederum die Hebamme sehr. Die Chemie zwischen uns stimmte einfach:-D#huepf#pro Im Kreissaal angekommen ließ sie auf meinen Wunsch hin Wasser in die Wanne und holte mir den Gebärhocker samt "Ständerwerk" mit Stuhl für den Mann und Tuch zum Festhalten für mich. Ich stand aufs Bett gestützt, legte mich dann kurz zum Untersuchen: sie machte keine cm-Angaben sonder sagte nur "ich würd sagen, das geht jetzt gleich los" Tiptop. Ich hüpfte also wieder vom Bett runter und ging nochmal schnell Pipi machen. Die Wehen waren die ganze Zeit noch zum Aushalten nahmen nun aber an Intensität zu. Dann stand ich wieder vorm Bett, mein Mann daneben, und stützte mich halb gebückt bei den Wehen aufs Bett. Eine junge Assistenzärztin kam rein, redete mit der Hebamme. Ich bekam nur mit, wie die Hebamme sagte "dann versuch mal..." Daraufhin kramte die Ärztin alle Utensilien für einen Zugang aus einer Schublade und legte alles vor meiner Nase aufs Bett. Sie stellte sich weder vor, noch grüßte sie oder setzte mich darüber in Kenntnis was sie vorhatte. Das empfand ich als empörend unhöflich. In der nächsten Wehenpause sagte ich also freundlich aber bestimmt, dass ich keinen Zugang möchte. Daraufhin fuhr die Dame mich in gebrochenem Deutsch an. Irgendwas mit Nachblutungsrisiko... Die nächste Wehe kam und mein Mann sprang für mich ein. Er erklärte nachdrücklich, dass wir über besagtes Risiko informiert sind und ich den Zugang sowie Blutabnahmen trotzdem ablehne. Nun keifte die Dame in weiß schon regelrecht, dass wir dann beide unterschreiben müssten, dass wir auf eigene Verantwortung handeln. ich bin nicht mehr sicher, ob ich "jaja" dachte oder sagte#schein Während die Ärztin also davonhuschte um ihr Formular zu holen, verkündete die Hebamme, dass bestimmt jeden Moment meine Fruchtblase springt und legte mir Tücher unter. Als mit der nächsten Wehe nichts geschah, riet sie mir ganz leicht mit zu drücken. Das tat ich und platsch, alles nass. Sehr erlösend für mich.#sorry ich überlegte gerade wie ich jetzt am besten zum Hocker komme da sagte die Hebamme "ach, weißte was, schieb jetzt einfach richtig mit" gesagt getan. es ging gut voran und ich verlangte die Hand meines Mannes. Mit der zweiten Presswehe kam der Kopf meiner Tochter und genau am dicksten Punkt hörte die Wehe auf#schock auauauauaua!!!!! Ich gab einen sehr lauten Schrei von mir und presste mit der nächsten Wehe den Rest vom Kopf und dann den Körper meiner Tochter raus.#ole Geschafft. 4:34 Uhr. Die Hebamme reichte mir die Kleine durch meine Beine. Da stand ich nun und musste ja irgendwie aufs Bett. Ich legte meine Tochter also vor mir ab und überlegte, wie ich das schaffen sollte. Die Hebamme schlug vor, dass meine Mann die Kleine nimmt und ich dann raufkrabbeln sollte. Sehr seltsames Gefühl. Ich kam mir vor wie ein Hund an der Leine bei einem sehr skurilen Rollenspiel#zitter#rofl Dann schloss ich meine Tochter in die Arme und wir kuschelten und genossen zu dritt. Ich schnitt selbst die Nabelschnur durch und stillte die Kleine.
      Die Nachgeburt ließ etwas auf sich warten - was meine Freundin, die Ärztin wieder auf den Plan rief - kam aber dann doch als ich mit Hilfe der Hebamme in die Hocke ging.
      Auf Grund von ziemlich schlechter Luft die ich leider beim Pressen verursacht hatte#schwitz#hicks#sorry wurden wir recht zügig in einen anderen Raum gebracht und es folgte der Schichtwechsel. Die neue Hebamme war bei weitem nicht so gut wie die alte. Mein Mann ging raus eine rauchen. Ich bekam Tabletten, die das Zusammenziehen der Gebärmutter fördern sollten um große Nachblutungen zu verhindern. Davon bekam ich Kreislaufprobleme (zum Glück lag ich, denn ich war alleine und fand keine Klingel) und fror erbärmlich. Als mein Mann zurück kam musste ich mich übergeben. Danach gings mir besser. Ich bekam Frühstück und durfte duschen (musste aber von der Toilette mit Vorlage zwischen den Beinen über Papiertücher zur Dusche laufen, weil die Hebamme nicht so gerne die ollen Fliesen putzen wollte#kratz#augen außerdem wurde mein Mann angemeckert, weil er sich derweil mit unserer Tochter auf das unbenutzte Kreisbett gelegt hatte - jetzt musste dieses frisch bezogen werden#nanana). Während ich duschte, scheuchte die Hebamme meinen Mann mit den Worten auf, wenn wir eh heim wollten, könne er in der Zeit ja das Kind schonmal anziehen. Das fand ich total daneben, denn ich hätte die Kleine gerne selbst angezogen und die Hebamme hatte vorm Duschen noch versucht uns vom nach Hause gehen abzuhalten, weil das ja viel zu gefährlich wäre beim 4. Kind.Wir sind dann natürlich trotzdem heim zu unseren Jungs.

      Wir sind jetzt seit rund 5 Wochen zu sechst und es ist als wär's nie anders gewesen.

      Die Maße unserer Tochter:
      3810g
      52cm
      KU 35,5

      Hoffe es sind nicht zu viele Tippfehler;-)
      MfG KTF

      • ♡lichen Glückwunsch zur flotten Geburt und erstem Mädchen.

        Ich hab auch 4 Kinder und mein letztes war auch nen Mädel.
        Geburt ging auch schnell, aber nicht so flott wie hier.

        Genießt Eure Zeit!

        Hallo, schöner Bericht, zumindest ohne die doofen Leute am Ende... Herzlichen Glückwunsch :)
        Darf ich fragen, warum es beim 4. Kind so ein Risiko gibt?? Hattest du selber irgendetwas oder was ist da los? lg

Top Diskussionen anzeigen