Unser Matheo ist da- eine wunderschöne Hausgeburt <3

    • (1) 11.09.19 - 15:56

      #wolkeGeburtsbericht Matheo #herzlich

      Die letzten Tage der Schwangerschaft haben sich erkenntlich gemacht. Innerlich merke ich Veränderungen. Alles stellt sich auf Geburt ein. Ich bin extrem vergesslich, kann mich beim Autofahren kaum konzentrieren, weil meine Gedanken immer wieder abschweifen. Schon mehrere Wochen übt meine Gebärmutter nun fleißig zu kontrahieren.

      Jetzt beim zweiten Kind finde ich diese Wehen oft richtig schmerzhaft.
      Mein Gebärmutterhals und der Muttermund sind davon aber unbeeindruckt.
      Befund: Gebärmutterhals erhalten, Muttermund ist so gut wie geschlossen.
      Unser Baby schwimmt noch fröhlich über dem Beckeneingang und zeigt auch keinerlei Anzeichen dies ändern zu wollen.

      Aber ich weiß, dass er schon ganz bald kommen wird. Unabhängig von dem ET, der auf den 29.08.19 festgelegt wurde.

      28.08.19:
      Es ist ein weiterer heißer Sommertag. Schon am Vortag haben mein Großer (fast 6) und ich uns entschlossen unsere Zeit im Freibad zu verbringen. Das Wasser war so schön kühl und der Tag so toll, dass wir kurzerhand heute nochmal ins Freibad fahren. Wir beide lieben Schwimmen sehr und ich möchte nochmal ganz bewusst ein paar Stunden ganz für uns haben. Irgendwie weiß ich jetzt schon, dass das die letzten Stunden ohne sein Brüderchen sein werden.

      Der Tag ist wieder wunderschön, mein Großer springt die ersten Male vom 3-Meter-Brett und ist stolz wie Oscar. Dann lernt er noch einen Jungen kennen und die beiden spielen den ganzen Nachmittag bis abends. Ich werde ruhiger. Schon als ich mit Léan im Wasser war merke ich leichte Rückenschmerzen. Alles fühlt sich empfindlich an. Beim Schwimmen merke ich meinen Gebärmutterhals. Er sticht entsetzlich.

      Léan und ich haben vorher abgesprochen, dass wir sofort fahren, falls ich sage, dass es nun Zeit ist. Das klappte auch wunderbar und 15 Minuten später waren wir zu Hause. Dort duschte ich ihn schon mal schnell und informierte seinen Opa, dass er eventuell später kommen müsste. Auch meinen Hebammen gab ich Bescheid.
      Es ist 19:00 Uhr- Mein Männe kommt von der Arbeit und er sieht mir an, dass ich zwischendurch Wehen veratme. Aber diese sind noch sehr kurz und die Abstände variieren zwischen 6 und 10 Minuten. Ich habe noch Hunger und wir essen gemeinsam zu Abend.

      19:45 Uhr-Die Wehen nehmen an Intensität zu und ich bin schnell satt. Eine meiner Hebammen macht sich auf den Weg und kommt zu uns. Die Schmerzen sind weiterhin gut auszuhalten, aber deutlich spürbar. Ich gehe in die Badewanne. Da bleibe ich ca 45 Minuten. Dort werden sie wieder schwächer und die Abstände größer. Meine Hebamme ist bei mir. Der Große schläft friedlich in seinem Bett ein.

      23:00 Uhr- Meine Wehen haben sich komplett gelegt. Mein Körper möchte vorher nochmal ein bisschen schlafen. Meine Hebamme stimmt mir zu. Gemeinsam beschließen wir, dass ich ins Bett gehe und sie sich auf die Couch legt. Ich schlafe sofort ein.

      0:30 Uhr- Ich werde wach, ich habe wieder Wehen, kurz aber viel intensiver. Ich fühle mich, als stünde ich auf der Schwelle. Meine Brustwarzen stimuliere ich mit jeder Wehe und merke, wie ich damit die Intensität und die Länge steigere.

      1:00 Uhr- Ich bin in meine kleine eigene Welt übergangen. Ich muss mich in den Vierfüßler drehen und die Wehen jetzt vertönen. Ich wecke meinen Mann und dieser holt meine Hebamme dazu. Es ist Zeit, dass Léan von seinem Opa abgeholt wird und dass die 2. Hebamme dazu kommt. Die Geburt wird sicher heute stattfinden.
      Ich fühle mich in meinem Vierfüßler sehr wohl und bin völlig bei mir. Das Tönen hilft mir sehr und die Abstände liegen etwa bei 3 Minuten. Alles fühlt sich richtig an. Beide Hebammen sind da. Irgendwann möchte ich aufstehen und vertöne die Wehen auf den Wickeltisch angelehnt. Zwischen den Wehen tanze ich ein wenig und schaukel mein Becken.

      Inzwischen ist Léan von Opa abgeholt worden.

      Die Wehen kommen sehr schmerzhaft im Rücken, mal wieder habe ich keine einzige „Bauchwehe“. Meine Gebärmutter ist leicht retroflektiert und so sind die Wehen auch jedes Mal im unteren Rücken sichtbar. Meine Hebammen oder mein Mann helfen mir mit Gegendruck auf dem Kreuzbein.

      Die Stunden vergehen im Flug. Die Herztöne sind immer gut von unserem Mäuschen.

      7:30 Uhr – Die Fruchtblase ist auf und unser Mäuschen endlich etwas tiefer im Becken. Aber er ist noch nicht ganz richtig eingestellt. Der Druck ist nicht groß genug.
      Ich komme an den Punkt, wo ich keine Position mehr finde, die ich gut ertragen kann. Ich möchte in die Badewanne. Dort veratme ich einige Wehen zurückgelehnt bis ich das nicht mehr aushalte. Kniee mich einfach aufrecht in die Wanne, stütze mich auf meinen Fersen ab. Am liebsten würde ich gerade alles hinschmeißen. Ein gutes Zeichen. Ich bin in der Übergangsphase zu den Presswehen. Ich gucke die Toilette an und möchte einfach da drauf sitzen. Dort vertöne ich unter stärksten Schmerzen eine Wehe und merke wie mein Baby sich endlich ins Becken schiebt.

      Ich möchte aufstehen, stütze mich auf den Badewannenrand und bekomme direkt die nächste Wehe. Ich kann nicht anders als dem Druck nachzugeben und schiebe und töne immer wieder mit bis ich den Kopf deutlich spüre. Meine Anspannung muss ich los werden, den Schmerz ausgleichen. Ich kann nicht anders als einige Male laut zu schreien, bis der Kopf da ist. In einer weiteren Wehe und mit einem weiteren Schrei ist Matheo ganz geboren.
      Da kam er also in unserem Badezimmer im Stehen vor der Badewanne zur Welt.

      Nach einigen Sekunden schreit unsere Maus und kuschelt sich an mich. Ich kann mein Glück kaum fassen und setze mich erstmal mit ihm hin und schaue, ob es ihm gut geht. Wie er aussieht. Er ist wunderschön.

      Matheos Papa sammelt sich noch ein wenig, da ihn seine Gefühle überwältigt haben. Vorsichtig stehe ich mit meiner Maus auf und gehe ins Schlafzimmer, um mich hinzulegen. Die Placenta kündigt sich derweil an und kurze Zeit später ist sie komplikationslos geboren. Für uns beginnt eine spannende Zeit mit einem sehr sanften Start für Matheo in diese große, neue Welt…

      (4) 12.09.19 - 20:05

      Wirklich sehr schön geschrieben. Geniesst eure zeit zusammen ❤️

    • (5) 13.09.19 - 20:45

      Hallo, ein schöner Bericht, der Ruhe ausstrahlt. Er erinnert mich an meine letzte Geburt mit einem Unterschied: wir sind für die letzten 2h ins Geburtshaus gegangen nach einem Nachmittag im Freibad, Wehen beim Abendessen etc :-).

      Lg, Logo

      (6) 15.09.19 - 16:56

      Oh meine Liebe!!!!
      Erst jetzt habe ich entdeckt, dass du mit Baby Nummer 2 schwanger warst.

      Waren wir doch bei den Großen zusammen schwanger... ach wie sehr ich mich für euch freue!❤️

      Wir haben am 7.9 unsere 3. Kleine Maus empfangen dürfen.😍

      • (7) 18.09.19 - 10:23

        Ach wie schön. Dann waren wir ja wieder zusammen schwanger.

        Bei mir wurde es nach fast 6 Jahren ja auch langsam Zeit. Aber die Jahre sind einfach ins Land gegangen. Ich habe gerade eine Hebammenpraxis eröffnet und da haben wir gemerkt, dass sich unser Matheo eingeschlichen hat 🤗.

        • (8) 20.09.19 - 05:25

          Wahnsinn.

          Glückwunsch zur Praxis. Das letzte Mal als wir bei WA geschrieben haben, warst du gerade voll in der Ausbildung dazu.:) wie schön. Ich freue mich wirklich sehr für euch ❤️

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