Geplanter Kaiserschnitt aufgrund von BEL - alles super gelaufen

Das wird ein längerer Bericht, aber ich will gerne von meinem super verlaufenen Kaiserschnitt erzählen, damit all jene, die das noch vor sich haben, auch mal einen äußerst positiven Geburtsbericht lesen können.

Bereits Mitte Januar - in der 32. Woche - wurde mir mitgeteilt, dass mein Zwerg in absoluter Beckenendlage liegt und die Wahrscheinlichkeit eines Kaiserschnitts im Raum stehe. Moxen, indische Brücke, Leuchten mit der Taschenlampe: Ich habe alles probiert, aber der Zwerg wollte sich nicht drehen. Bei einem Vorgespräch in der 37. Woche wurde mir von der äußeren Wendung als auch von einer Spontangeburt in BEL abgeraten, da mein Kleiner einerseits wie ein Klappmesser mit ausgestreckten Beinen drin lag und andererseits sein Kopfumfang zu dem Zeitpunkt bereits 35 cm betrug. Der Arzt meinte, als Erstgebärende würde er in dem Fall keine Spontangeburt wagen, auch wenn dies im Krankenhaus angeboten wird. Ich muss gestehen, dass ich zu dem Zeitpunkt ohnehin schon mit einem Kaiserschnitt gerechnet hatte und mich die Aussicht darauf eigentlich auch gar nicht verschreckte. Raus muss der Zwerg ja ohnehin irgendwie und die Hauptsache ist, dass er die Geburt gesund übersteht.

Am 28.02. war es dann soweit. Wir fuhren um 6 Uhr früh ins Krankenhaus, wo ich zuerst noch für den Kaiserschnitt vorbereitet wurde. Ich hatte vor dem Katheter ein wenig Bammel, aber das war alles halb so wild. Mein Partner und ich mussten dann wieder ins Zimmer zurück, wo wir noch meine Sachen auspackten und warteten, bis ich für die OP abgeholt wurde. In einem Vorraum vom OP-Saal erklärten mir zwei äußerst freundliche Anästhesisten den Ablauf und fragten mich, ob ich nicht nervös sei. Ich bejahte, jedoch meinten sie, dass ich dafür ziemlich ruhig wirke. Im OP-Saal selbst wurden ohne Hektik die letzten Vorbereitungen getroffen. Ich musste mich aufsetzen, damit zuerst die örtliche Betäubung und dann die Spinalanästhesie gesetzt wurden. Auch das war nicht schmerzhaft. Die örtliche Betäubung war ein kleiner Stich und der Kreuzstich, den ich nicht spürte, saß sofort. Ich wurde wieder auf den OP-Tisch gelegt, der Sichtschutz wurde aufgezogen, die Checkliste durchgegangen, mein Partner in den OP-Saal geholt und ab da wurde es plötzlich hektischer (im positiven Sinn) und konzentriert gearbeitet. Klar, man wird ein wenig hin- und hergeschoben, es wird gezogen und gerüttelt und auch mein Partner bestätigte, dass es ein wenig seltsam aussah, dass ich so durchgerüttelt wurde. Aber ich habe absolut nichts gespürt und ich wurde ja im Vorhinein darauf hingewiesen, dass das so sein würde.

Ich hatte auch schon gehört, dass, wenn sie das Kind dann holen, es von oben unterhalb der Rippen nach unten geschoben wird. Als ich das fühlte, wusste ich, es ist soweit. Nach nur fünf Minuten OP-Zeit hörten wir schon den ersten Schrei unseres kleinen Zwerges. Er wurde mir gleich gezeigt und auf die Brust gelegt. Kurz darauf wurde schnell die kinderärztliche Untersuchung durchgeführt, wo mein Partner dabei war. Ich fragte den operierenden Arzt, ob die Nabelschnur um den Hals gelegen sei und er sich deswegen nicht gedreht hätte. Er meinte, das zwar nicht, aber so eine kurze Nabelschnur hätte er selten gesehen und es war definitiv die richtige Entscheidung, einen Kaiserschnitt durchzuführen.
Nach der Untersuchung wurde mir mein Kleiner sofort wieder gebracht und auf die Brust gelegt, wo er dann während der restlichen OP auch blieb. Als alles fertig war, brachten uns die Hebamme und der Anästhesist in den Kreissaal und wir durften drei Stunden lang ausgiebig kuscheln, während mein Blutdruck überwacht wurde. Dann wurden wir ins Zimmer gebracht.

Bereits am Nachmittag wurde der Katheter entfernt und ich stand zum ersten Mal auf. Klar, es gibt angenehmeres als nach einem Kaiserschnitt aus dem Bett aufzustehen. Aber auch das war dank der Schmerzmittel und mit Hilfe der Schwestern ertragbar und eigentlich weniger schlimm, als ich zuvor noch dachte. In der Nacht konnte ich jederzeit läuten, wenn sie mir helfen sollten, den Zwerg zum Stillen aus dem Bettchen zu heben oder ihn kurz zu halten, damit ich auf die Toilette gehen konnte. Am nächsten Tag ging ich schon selbstständig durch die Gänge und bereits am dritten Tag wurde ich entlassen. Zu dem Zeitpunkt benötigte ich schon kaum noch Schmerzmittel.

Alles in allem war es für mich eine gute und schöne Erfahrung. Ich habe eine gerade, schön verheilte Narbe und bin nirgends taub. Der Zwerg hatte keinerlei Anpassungsstörungen und war von Anfang an ein kerngesundes Baby. Und das ist natürlich die Hauptsache. #verliebt

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Danke für diese ermutigende Geschichte!

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Gerne. 😊